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NBA

Eiskalter LeBron James führt Cavs zum Sieg

Von Dirk Funk
LeBron James übernahm im Schlussviertel und punktete nach Belieben

Die Cleveland Cavaliers haben gegen die Los Angeles Lakers einen umkämpften Sieg eingefahren, 119:108. Cleveland zeigte dabei eine durchwachsene Leistung, konnte sich aber auf die Big-3 verlassen.

Nachdem Coach Tyronn Lue seinen besten Spielern eine Zwangspause bei der Niederlage gegen die Grizzlies verordnete, konnte er nun auf einen ausgeruhten Kader setzten. Dementsprechend gut aufgelegt präsentierten sich seine Stars. Kevin Love legte ein Monster-Double-Double auf (27 Punkte, 11/20 FG, 17 Rebounds), LeBron James drehte nach Belieben auf (26 Punkte 9/18 FG, 9 Assists, 7 Rebounds) und Kyrie Irving (21 Punkte, 8/17 FG) stellte mit 12 Assists seinen Karrierebestwert ein.

Luke Walton sah sich auf Grund der Personalsituation gezwungen, ein ungewöhnliches Linueup aufzubieten. Diese Chance nutzte Rookie Brandon Ingram, der knapp ein Triple-Double verpasste (9 Punkte, 10 Rebounds, 9 Assists). Nick Young war mit 32 Punkten (12/19 FG, 8/14 3PT) Topscorer der Partie, konnte in den Schlussphase aber auch nicht mehr genug Akzente setzten.

Die Reaktionen:

Julius Randle (Lakers): "Obwohl wir verloren haben, hat mir unsere Spielweise gefallen. Die Cavs sind ein Championship-Team und wir waren bis zum Schluss in der Nähe."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Die Cavaliers gingen mit Irving, J.R. Smith, James, Love und Tristan Thompson in die Partie. Die Lakers konterten mit einem unkonventionellen Lineup ohne nominellen Point Guard: Young, Ingram, Luol Deng, Julius Randle und Timofey Mozgov.

1. Viertel: Die Lakers erwischten den besseren Start und konnten sich immer wieder hochprozentige Würfe in der Nähe des Korbes erarbeiten. Die Cavs gingen unkonzentriert in die Partie, zeigten ungewohnt viele Probleme in ihrem Spielaufbau und ließen sich mehrmals von dem hohen Tempo der Lakers überraschen. Einzig Love präsentiere sich frisch und legte mal wieder ein starkes erstes Viertel mit 10 Punkten hin. Ein Iman Shumpert-Dreier vor dem Buzzer verkürzte die Lakers-Führung auf 31:26.

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2. Viertel: Plötzlich legte Cleveland den Schalter um und glänzte mit überwältigender Defense. Daraus resultiere ein 12:0-Lauf und die Übernahme der Führung, 38:31 Cavs. Die Gäste bekamen fast keinen einfachen Wurf mehr, konnten aber durch Einzelaktionen von Young und Louis Williams dranbleiben. Auf der anderen Seite glänzte Irving. Die Verteidigung des Titelverteidigers ließ allerdings nach - vor Ende der ersten Halbzeit ließen sie sich dreimal mit einfachen Korblegern von Randle und Jordan Clarkson düpieren. 62:59 Cavaliers.

3. Viertel: Das Spiel verlegte sich nun primär auf den Perimeter. Love traf dreimal von draußen, Young hielt mit Dreiern Nr. 4 und 5 dagegen. Beide Teams fanden in der Zone kaum noch statt und konzentrierten sich weiter auf den Dreier-Shootout. Das Duell der Distanzwürfe ging mit 6:5 an die Lakers, das Viertel ging allerdings knapp an die Cavs. 89:83 Cleveland.

4. Viertel: Auf jede Attacke von Los Angeles hatte Cleveland eine Antwort. Der bisher überraschend unauffällige James nahm das Heft in die Hand und erzielte oder assistierte jedes der ersten 5 Field Goals. Die Lakers steckten aber nicht auf und brachten sich, mit noch 4 Minuten auf der Uhr, durch Dreier von Young und Clarkson auf 3 Punkte heran. Die Cavs konnten danach aber an der Linie punkten und zogen durch einen eiskalten Dreier von James wieder davon. Die letzten Versuche der Lakers verpufften an der starken Defensive der Cavaliers. 119:108 Cleveland.

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Der Star des Spiels: Kevin Love. Seine Aktivität an den Brettern war elementar wichtig für den Sieg. Gegen gut reboundende Lakers hielt Love eigenhändig dagegen und sicherte immer wieder die defensiven Bemühungen. Sein starkes erstes Viertel verhinderte außerdem einen massiven Fehlstart und auch im dritten Viertel brachte er seine Cavaliers auf Siegeskurs.

Der Flop des Spiels: Timofey Mozgov. Die Nacht begann noch erfreulich für den Ex-Cavalier. Bei der ersten Begegnung mit seinem alten Team bekam er seinen Meisterring vor dem Spiel. Der Rest des Abends blieb eine Enttäuschung. In seinen 15 Minuten war er kaum ein Faktor und verdiente sich damit die Zeit auf der Bank. Außerdem bewarb er sich mit zwei verfehlten Dunkings für einen Auftritt bei "Shaqtin a Fool".

Das fiel auf:

  • Durch den Ausfall von D'Angelo Russell, Jose Calderon und den festen Bankrollen von Williams und Clarkson gingen die Lakers ohne einen nominellen Ballhandler in die Partie. Nick Young, nicht gerade für seine Qualitäten als Ballverteiler bekannt, übernahm zunächt den Großteil des Spielaufbaus. Was ein Desaster hätte sein können, entwickelte sich aber früh zum Vorteil. Abgesehen von Mozgov hatte jeder Starter die Erlaubnis den Ball nach dem Rebound nach vorne zu bringen. Das machte das ohnehin schon schnelle Spiel der Lakers noch unberechenbarer und so erwischten sie die Defense der Cavs des Öfteren auf kaltem Fuß.
  • Ingram zeigte hier das beste Spiel seiner jungen Karriere, überraschte aber vor allem durch seine Rolle als Ballverteiler. Die dünne Personaldecke zwang ihn in eine Hauptrolle am Ball und dabei zeigte er immer wieder gute Entscheidungen. Mit klugen Pässen pulverisierte er seinen bisherigen Vorlagen-Karrierebestwert. Allerdings wurde auch sein großes Defizit wieder deutlich. Der spindeldürre Top-Pick der Lakers wurde mit Leichtigkeit von Thompson und Love über den Court geschoben und als er kurzzeitig James verteidigte, wurde spätestens deutlich, wie groß der körperliche Nachteil noch ist. Positiv ist allerdings, dass sich dennoch beim Rebound durchsetzen konnte.
  • Die Qualität der Lakers, dass sie mit Young, Williams, Clarkson und Randle viele Spieler haben, die sich gerne den eigenen Wurf kreieren, kann sehr schnell zum Nachteil werden. Nach der explosiven Teamleistung im ersten Viertel verließen sich die Lakers vor allem in der zweiten Halbzeit viel zu sehr auf ihre Individualisten. Das führte dazu, dass der Ball stagnierte und Offensive extrem durchschaubar wurde. Gegen ein Team wie die Cavaliers reicht das nicht aus.
  • Die Cavaliers werden im Nachhinein sicher nicht durchweg zufrieden sein mit ihrer Leistung. Über Phasen deuteten sie ihre aggresive Verteidigung und ihre offensive Dominanz an, agierten aber auch lange Zeit unkonzentriert und ohne letzte Konsequenz. Beispiel dafür ist auch LeBron , der verschlafen in das Spiel ging, aber übernahm, als es drauf ankam und 16 Punkte im Schlussviertel erzielte.

Der Spielplan im Überblick

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