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Großartiger Schröder bei Sieg im OT-Drama

Dennis Schröder machte gegen die Knicks erneut ein starkes Spiel

Was für ein Krimi zwischen den Atlanta Hawks (16-16) und den New York Knicks (16-15). In einem von Beginn an extrem umkämpften Duell musste Carmelo Anthony nach einem unsportlichen Foul früh vom Feld. Dennis Schröder führte sein Team in die Overtime. Dort versagten Porzingis die Nerven und die Hawks siegen schließlich mit 102:98.

Das zweite Aufeinandertreffen zwischen den Hawks und Knicks in dieser Saison war an Dramatik nicht zu überbieten. Nachdem Carmelo Anthony (10 Punkte) wegen eines Schlages gegen Thabo Sefolosha schon im zweiten Viertel den bereits zehnten Platzverweis seiner Karriere sah, entwickelte sich ein sehr hitziges und umkämpftes Spiel.

Im Fokus stand im Anschluss vor allem das Point-Guard-Duell zwischen Derrick Rose (26 Punkte, 9/28 FG, 7 Rebounds, 6 Assists) und Dennis Schröder, wobei der Deutsche sein Team mit 27 Punkten (11/21 FG) sowie 5 Assists nicht nur anführte, sondern lange Zeit beinahe alleine im Spiel hielt.

Neben Schröder glänzte vor allem Dwight Howard mit 16 Punkten und 22 Rebounds sowie guten Freiwürfen in der Crunchtime. Kristaps Porzingis (24 Punkte, 8 Rebounds, 3 Blocks) dagegen vergab Sekunden vor Schluss der Overtime die entscheidenden Freiwürfe zum vermeintlichen Ausgleich.

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Die Reaktionen:

Kristaps Porzingis (Knicks): "Ich bin super enttäuscht darüber, dass ich so einen wichtigen Freiwurf vergeben habe. Da werde ich heute Nacht wohl noch dran denken."

Thabo Sefolosha (Hawks): "Wir haben offensiv einfach besser gespielt und ich bin froh, dass die Referees in der Szene mit Melo richtig entschieden haben. Seine Faust war mitten in meinem Gesicht."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Bei den Knicks fehlte Courtney Lee verletzt. Etwas überraschend erhielt dafür Sasha Vujacic den Platz neben Rose, Anthony, Porzingis und Noah. Bei Atlanta dagegen wenig Überraschendes mit Schröder, Bazemore, Sefolosha, Millsap und Howard von Beginn an.

1. Viertel: Starker Start der Hawks, die dank Millsap und Howard früh mit 5:0 in Führung gingen. Dwight griff sich fast jeden Rebound, die Knicks dagegen verwarfen ihre ersten sechs Würfe und taten sich anfangs gerade offensiv schwer, fanden dann aber immer besser ins Spiel, wobei vor allem Anthony mit zehn Punkten im ersten Viertel glänzte und die Knicks zu einem 25:22 nach zwölf Minuten führte.

2. Viertel: Atlantas Second Unit tat sich offensiv weiter schwer und Porzingis stellte Mitte des Viertels mit einem Dreier auf acht Zähler Vorsprung. Danach führte Schröder Atlanta aber in anderthalb Minuten zum 9:0-Run. Dennis lief richtig heiß und machte in nur drei Minuten 11 Punkte. Mit noch drei Minuten auf der Uhr kam es zum Gerangel zwischen Anthony und Sefolosha. Melo hatte dem Schweizer unter dem Korb ins Gesicht geschlagen und wurde mit einem Flagrant-2 direkt vom Feld gestellt. Davon ließ sich aber eher Atlanta verunsichern. Zur Pause führten die Knicks 47:45.

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3. Viertel: Offensiv taten sich beide Teams weiterhin schwer. Es dominierte der Kampf, wobei Howard ein umstrittenes Flagrant-1 nach einem Foul an Porzingis erhielt. New York kam mit dieser Spielweise besser klar und erarbeitete sich wieder einen Acht-Punkte-Vorsprung, während Schröder die Hawks fast im Alleingang überhaupt im Spiel hielt. Mit harter Arbeit rackerten sich die Hawks wieder heran, sodass beim 65:66 vor dem Schlussviertel alles offen war.

4. Viertel: Auch im letzten Viertel blieb es ein enges Duell. Zwei Minuten vor Schluss stand es dank zwei verwandelten Howard-Freiwürfen weiter Unentschieden. Schröder brachte Atlanta per Pullup Jumper in Front, Porzingis glich aus kurzer Distanz wieder aus. 30 Sekunden vor Schluss vergab Schröder den Dreier, doch auch Rose verlegte auf der Gegenseite. Die Hawks hatten sieben Sekunden für den letzten Angriff. Dennis setzte den entscheidenden Layup daneben. Overtime.

OT: Sefolosha und Korver brachten Atlanta mit vier Punkten in Front brachten, doch knapp eine Minute vor Schluss verkürzte der Zinger per Putback Dunk wieder auf zwei. Millsap warf dann den Airball aus der Distanz und den Knicks blieben 15 Sekunden für den letzten Angriff. Da klaute Sefolosha Rose aber den Ball. Schröder ging an die Linie und verwandelte beide Versuche. Den Knicks blieben noch immer sechs Sekunden für drei Punkte und ausgerechnet Sefolosha foulte Porzingis beim Dreierversuch. Der vergab aber direkt den ersten Freiwurf und auch den dritten. Millsap machte schließlich an der Linie alles klar. 102:98 Hawks

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Der Star des Spiels: Dennis Schröder. Dass sich die Hawks überhaupt in die Overtime retteten, war zu einem großen Teil der Verdienst des Deutschen, der im zweiten und dritten Viertel beinahe als einzige Scoring-Option der Hawks auftrat, weil alle Mitspieler Backsteine warfen. Am Schluss nicht mehr ganz so prägend, aber cool von der Linie. Hätten die Kollegen die freien Würfe, die Schröder kreierte, besser getroffen, wäre sogar ein Double-Double drin gewesen.

Der Flop des Spiels: Carmelo Anthony. Erwies seinem Team mit dem unnötigen Schlag gegen Sefolosha einen Bärendienst. Das Team fing den Ausfall von Melo lange gut auf, doch gerade in der Overtime hätte es die Crunchtime-Fähigkeiten des Stars gebraucht. Der war da schon lange in der Kabine.

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Das fiel auf:

  • Sefolosha und Anthony lieferten sich von der ersten Minute an ein intensives Duell. Der Schweizer folgte dem Knicks-Star ohne Pause und versuchte Melo zu entnerven. Der antwortete zunächst mit den richtigen Argumenten in der Offensive und zeigte ein tolles erstes Viertel, ehe ihm im zweiten Viertel die Sicherung durchbrannte. Der Schlag war derart offensichtlich und grundlos, dass er sich über die Herausstellung nicht beschweren durfte.
  • Ohne Anthony veränderte sich die Dynamik im Spiel der Knicks. Nach der Pause startete Lance Thomas anstelle von Melo, vor allem Rose erhielt noch häufiger die Verantwortung im Scoring und nahm 28 (!) Feldwürfe. Generell kam deutlich mehr Bewegung ins Spiel der Gäste. Hornacek ließ meistens mit drei Guards spielen, die defensiv sehr stark auf Switches setzten und vorne vor allem über etliche Cuts agierten.
  • Auch abgesehen von der Posse um Anthony war es ein extrem harter Fight beider Teams. Die Referees verteilten gleich mehrfach technische Fouls, im dritten Viertel gerieten auch Porzingis und Howard kurz aneinander. Zudem spielten beide Teams giftige Defense, was dazu führte, dass sich die Wurfquoten auf beiden Seiten im unterdurchschnittlichen Bereich bewegten. Die Knicks trafen nur 37,6 Prozent ihrer Feldwürfe, die Hawks gar nur 36,3 Prozent.
  • Es war ein nicht immer hochklassiges, aber unfassbar spannendes Match mit einem elektrisierenden Point-Guard-Duell, in dem sich Rose und Schröder gegenseitig anstachelten, sowie einem großartigen Kampf unter dem Korb, wobei sich hier vor allem Howard und Joakim Noah (14 Punkte, 16 Rebounds), der seine vielleicht beste Saisonleistung abrief, ein tolles Gefecht lieferten.

Der Spielplan im Überblick

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