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Tim Duncan tritt ab

I did it my way

Dienstag, 12.07.2016 | 17:00 Uhr
Tim Duncan prägte die NBA mit seiner besonderen Art
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Die NBA verliert in Tim Duncan eine Ikone der letzten zwei Dekaden und einen Vorzeigesportler. Nichts konnte ihn von seinem Weg abbringen, den er mit stoischer Ruhe verfolgte. Nun endet Duncans Basketball-Karriere, er verlässt die große Bühne als bester Power Forward aller Zeiten - und das nicht nur aufgrund seiner Statistiken.

"Er war der beste Power Forward aller Zeiten, ein unbezwingbarer Power Forward. Kein Ellenbogen konnte ihn brechen, keine Finals-Niederlage konnte ihn brechen. Nichts konnte ihn brechen."

Die Worte von Shaquille O'Neal über Tim Duncan zeigen nicht nur den Respekt, den der ehemalige Lakers-Center für einen seiner größten Herausforderer hat - sie zeigen auch Ehrfurcht. Duncan bereitete Shaq trotz seiner dominanten Physis große Probleme. "Nicht wegen seiner Moves", so O'Neal: "Sondern wegen seiner mentalen Stärke."

Nicht umsonst wird Duncan "The Big Fundamental" genannt. Er reduzierte den Basketball auf seine wichtigsten Elemente, das oberste Ziel war stets der Sieg. Und Duncan tat, was dafür notwendig war. Sein Team musste mehr Punkte erzielen als zulassen, so einfach war das. Und jeder Freiwurf, jeder Layup, jeder Midrange-Jumper brachte Punkte. Jeder Rebound, jeder Block, jede defensive Hilfe verhinderte sie.

The Bank is open

Niemand in der gesamten Association legte solch einen Wert auf die Grundelemente des Spiels wie Duncan. Fußarbeit, Pick-and-Roll, Positionskampf - Duncan war ein Meister all dieser Fächer. Er brauchte keine flashy Spin-Moves, keine Stepback-Würfe, keine Reverse-Dunks. Ihm reichten die Basics. Sein Bankshot wurde legendär und war zudem neben seinem Running Hook seine stärkste Waffe.

Duncan nahm mehr Würfe mit Brett (1.924) als die nächsten drei Spieler in dieser Kategorie zusammen. Seine Quote dabei: 60 Prozent. Überragende 60 Prozent!

Konstant und unaufhaltsam

Duncan war wie ein Uhrwerk. Die Präzision zeichnete ihn aus. Er war 19 Jahre lang der Antrieb einer gesamten Franchise, konstant und unaufhaltsam. Kleinere Teile mussten über die Jahre ausgewechselt werden, auch das "DNP-OLD" verpasste Coach Gregg Popovich seinem Franchise-Player in den letzten Jahren häufiger. Doch auch bei seinem fünften Titel 2014 leistete Duncan fast die gleiche effiziente Arbeit wie bei den ersten vier zuvor.

Dabei hatte sein Körper vor allem in den letzten Jahren merklich abgebaut. "Wenn man sich anschaut, wie er sich nach einem Spiel zum Auto schleppt, dann fragt man sich, wie dieser Kerl überhaupt noch spielen kann", sagte Pop kürzlich.

Das Traum-Duo

Mit dem Coach, der den Job am Alamo ein Jahr vor der Ankunft von Duncan übernahm, entwickelte Timmy eine symbiotische Beziehung. Popovich ging seine Spieler härter an als jeder andere. Und sie zahlten es ihm mit Vertrauen und Leistung zurück. Da der Leader es so machte. Da Tim Duncan es so machte. Diese Herangehensweise stärkte jeden im Kollektiv und machte die Organisation zu dem, was sie heute ist: eine Sieger-Franchise.

1072 Erfolge und 438 Niederlagen feierte San Antonio in der Ära Duncan, das entspricht einer Siegquote von 71 Prozent. Über die letzten 19 Jahre hatte kein Team in den vier großen US-Sport-Ligen eine bessere Bilanz.

Dieser Kultur sowie der Cleverness und Umsichtigkeit von General Manager R.C. Buford ist es zu verdanken, dass die Spurs Duncan in jedem Jahr Mitspieler an die Seite stellen konnten, die seinen unbändigen Siegeswillen teilten.

Von Robinson zu den Big Three

David Robinson dürstete es 1999 nach neun Jahren in der Liga nach seinem ersten Titel, Tony Parker und Manu Ginobili saugten wenige Jahre später jedes Wort von Duncan auf und wurden selbst mit der Zeit zu großartigen Leadern.

Das Trio fuhr gemeinsam 126 Playoff-Siege ein, mehr als jede andere Dreier-Kombination. Parker war der Strippenzieher und die rechte Hand von Popovich, Manu der vielseitige Antreiber und Fighter - aber der Fixpunkt war stets Duncan.

David Robinson: Der Begründer des Spurs-Kults

Defense first

In seinem Kopf spielten sich auf dem Court unzählige Prozesse ab, die er alle in sein Spiel mit einbezog. Er las seine Gegner, kannte alle ihre Moves - und wusste sie zu verteidigen. 15 Mal in 19 Jahren wurde Timmy in eines der All-Defensive-Teams gewählt. Dass er nie die Trophäe des Defensive Player of the Year erhielt, ist bei seinem Resümee eigentlich ein Treppenwitz der Geschichte.

Vier Saisons führte er die Liga im Defensive Rating an, fünf Mal war er der Beste in Defensive Win Shares. Blickt man auf die Karrierewerte, ist Duncan der einzige Spieler der Historie, der in beiden Kategorien in den Top 3 liegt.

Doch Duncan machte sich ohnehin nichts aus individuellen Auszeichnungen. Er brauchte keine Bestätigung für seine Arbeit. Als er seine beiden MVP-Awards, die Trophäe des Rookie of the Year oder die drei Finals-MVP-Auszeichnungen in Empfang nahm, gelang es ihm dennoch, jeweils für etwa eine halbe Sekunde zu lächeln. Maximum. Denn Duncan hatte längst wieder das nächste Ziel im Auge. Den nächsten Sieg. Den nächsten Titel.

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