Suche...

Die Cavaliers nach Spiel 1

Kopf oder Zahl?

Freitag, 03.06.2016 | 08:55 Uhr
LeBron James blickt mit gemischten Fühlen auf Spiel 1 zurück
Advertisement
NBA
Warriors @ Grizzlies
NBA
Hawks @ Nets
NBA
Warriors @ Mavericks
NBA
Knicks @ Celtics
NBA
Pacers @ Thunder
NBA
Celtics @ Bucks
NBA
Thunder @ Timberwolves
NBA
Cavaliers @ Pelicans
NBA
Spurs @ Pacers
NBA
Spurs @ Celtics

Die Cleveland Cavaliers können zwei Spieler, aber kein ganzes Team eliminieren. Nach einer relativ deutlichen Niederlage im ersten Spiel blickt man mit ambivalenten Gefühlen auf das Match zurück und analysiert nüchtern. Keiner weiß besser als LeBron James, dass im zweiten Spiel (Mo.,2 Uhr im LIVESTREAM FOR FREE) alles anders laufen könnte.

LeBron James hat schon so einige Schlachten in den Playoffs geschlagen. Zum sechsten Mal hintereinander steht der 31-Jährige in den NBA Finals, zum siebten Mal insgesamt. Seine Bilanz in den jeweils ersten Spielen dieser Serien? Ein Sieg, sechs Niederlagen. Es ist also nicht verwegen zu sagen, dass der Superstar der Cavs mit derartigen Situationen durchaus vertraut ist.

So wirft natürlich auch die Niederlage in Spiel 1 gegen die Warriors den vierfachen MVP keineswegs aus der Bahn. Er weiß selbst, wie schnell man auch auswärts ein Spiel gewinnen kann, wie plötzlich eine Serie gedreht werden kann, die zuvor bereits entschieden schien.

Dementsprechend reflektiert äußerte sich James auch nach dem Spiel. "Wir hatten im dritten Viertel eine Chance, einen speziellen Lauf zu starten. Das haben wir nicht geschafft und dann im Schlussviertel das Spiel aus der Hand gegeben. Wir werden uns nun die Videos analysieren und schauen, was wir besser machen können in Spiel ", so die nüchterne Aussage.

"Gar nichts geändert"

Der selbsternannte King wusste selbst nur zu gut, dass wenig Überraschendes passiert war in den 48 Minuten zuvor. Natürlich hatten die Splash Brothers kaum eine Rolle gespielt, doch das war von den Cavs auch genau so vorgesehen. Dass die Teamkollegen einspringen müssen, war beabsichtigt. Dass sie es in derart beeindruckender Art und Weise tun könnten, hatte man in Cleveland wahrscheinlich auch zuvor schon im Hinterkopf, man hatte einfach gehofft, dass es nicht passieren würde.

"Sie stehen genau da, wo sie auch im letzten Jahr schon waren und da haben sie die Meisterschaft wegen ihres gesamten Teams und ihrer Bank geholt. Es hat sich rein gar nichts geändert", äußerte sich James relativ unbeeindruckt von den starken Leistungen von Spielern wie Leandro Barbosa oder Shaun Livingston.

Es war nur ein Spiel, das weiß man auch in Cleveland. Man will keine voreiligen Schlüsse ziehen. Es war ein Spiel, das eben auch zwei Seiten einer Medaille offenlegt, über welche die Cavs nun nachdenken müssen.

Highlights: LeBron James in Game 1

Offensiver Stillstand

Natürlich darf man nicht außer Acht lassen, dass Curry und Thompson nicht einfach nur einen schlechten Tag hatten. Sie wurden auch verdammt stark verteidigt. Gerade auf Curry stürzten sich die Cavs mit aller Gewalt. James, Irving, Smith, Shumpert oder Dellavedova, sie alle übernahmen Deckungsaufgaben gegen den MVP, oft auch im Duo, manchmal sogar im Trio. So darf sich Cleveland auch mit ein wenig Stolz als das einzige Team sehen, das beide Splash Brothers gleichzeitig gestoppt hat.

Diese Tatsache kann man hinsichtlich der kommenden Aufeinandertreffen aber auch deutlich negativer auslegen. Es wird trotz noch so hervorragender Verteidigung nicht dauerhaft gelingen, die beiden Shooter der Dubs so stark einzuschränken. Wenn die Reservisten ihre Form beibehalten und auch Curry oder Thompson wieder Lösungen finden, könnte es übel aussehen für die Cavs.

Die NBA live bei SPOX! Alle Spiele im LIVESTREAM-Kalender

Große Hoffnung machte der Auftritt der Cavaliers im ersten Spiel jedenfalls nicht. Trotz der kurzzeitigen Führung im dritten Viertel wirkte es beinahe dauerhaft so, als würden die Warriors mit mindestens zehn Punkten Vorsprung führen. Die Gefahr der Cavs aus der Distanz? Plötzlich verflogen. Die Effektivität in der Zone? Nicht vorhanden.

Den starken 15 Offensivrebounds standen fast genauso viele verlegte Layups unter dem Korb und weitaus mehr Ballverluste (19 Turnover) gegenüber. Die Offensive wirkte unrund. Aus dem Team, das in den vorherigen drei Runden mit exzellentem Ball-Movement und etlichen Dreiershows geglänzt hatte, war wieder das Team geworden, das den Spalding in die Hände von James und Irving drückte- und dann hoffte.

Die Warriors nach Spiel 1: Die Stunde der Hilfsköche

"Keine Zutaten für einen Sieg"

"Es ist völlig egal, was du Tolles mit Curry, Thompson oder Green machst. Wenn du deren Bank 45 Punkte machen lässt und selbst 25 Punkte aus eigenen Ballverlust herschenkst, dann sind das nicht unbedingt Zutaten für einen Sieg", betonte James und sprach damit auch schon die Hauptprobleme seines Teams an.

Die Second Unit der Warriors wirkte um Lichtjahre voraus, in der Deckung schaffte es Golden State anders als Cleveland nicht nur einzelne Spieler, sondern ein gesamtes Team zu entnerven. Die Cavs schienen nur die Big Three und ein aufopferungsvoll kämpfender Tristan Thompson zu sein und verkörperten keine derartige mannschaftliche Symbiose.

Die 25 Punkte nach Ballverlusten erklärten sich vor allem durch eine chaotische Defensive in der Transition. "Wir sind in den Fastbreaks nicht in die Matchups gekommen. Wir sind auseinander gefallen, als wir eigentlich Stops gebraucht hätten", analysierte Kevin Love.

Zwei Seiten der Medaille

Dreht man die Medaille noch einmal um, so ließe sich wiederum feststellen, dass Cleveland trotz aller Probleme, trotz der äußerst schwachen Wurfquote von Kyrie Irving, der Ineffektivität innerhalb der Zone und der vermeintlich optischen Unterlegenheit eine Viertelstunde vor Spielschluss sogar führte und lediglich dem Lauf der Bankspieler unterlag.

Highlights: Kyrie Irving in Game 1

Warriors-Coach Steve Kerr zerstörte sein Whiteboard nicht, weil sein Team die Cavs unfassbar dominierte, sondern weil er merkte, dass sein Team den Fokus verlor und die Cavs zeigten, dass sie jegliche kleinere Konzentrationsschwäche bestrafen können. Ob Barbosa und Livingston im nächsten Spiel noch einmal zusammen 13 ihrer 15 Feldwürfe versenken, darf zumindest bezweifelt werden.

Zudem waren Irving und Love defensiv nicht so überfordert wie vorher angenommen. Stattdessen machte Love gemeinsam mit Tristan Thompson gerade am offensiven Brett einen bärenstarken Job. Cleveland kam dadurch zu vielen zweiten und dritten Möglichkeiten.

Spiel 1 lässt sich aus Sicht der Cavs also von beiden Seiten der Medaille betrachten. Die Cavaliers müssen sich dabei gar nicht entscheiden, ob sie Kopf oder Zahl nehmen, sondern einfach die Ruhe bewahren. "Wir können ihnen nicht noch einmal so viel leichte Punkte schenken. Im nächsten Spiel werden wir besser sein", meinte Head Coach Tyronn Lue. Ebenfalls eine vernünftige und nüchterne Aussage.

Der Spielplan im Überblick

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung