Montag, 02.05.2016

Playoff-Check, East Semifinals

Schröders nächste Reifeprüfung

Die Atlanta Hawks mit Dennis Schröder bekommen es in der zweiten Playoff-Runde mit den Cleveland Cavaliers und ihren Big Three zu tun. Es ist Zeit, Geschichte zu schreiben. Das Duell zwischen Miami und Toronto hat mächtig Feuer und Upset-Potenzial. SPOX macht den Check.

Dennis Schröder spielt zum dritten Mal mit den Hawks in den Playoffs
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Dennis Schröder spielt zum dritten Mal mit den Hawks in den Playoffs

Cleveland Cavaliers (1) - Atlanta Hawks (4)

Saisonbilanz: 3-0

Ausgangslage: Seit über fünf Jahren heißt der Herrscher der Eastern Conference LeBron James. Jedes Jahr schafte er es in die Finals: vier Mal mit Miami, ein Mal mit Cleveland. Wie im vergangenen Jahr stehen LeBron und den anderen beiden Teilen der Big Three, Kyrie Irving und Kevin Love, die Atlanta Hawks im Weg. Doch viel hat die Serie nicht mit einem Rematch zu tun.

Kevin Love ist dieses Jahr gesund und dabei, auch Irving verpasste 2015 die Hälfte der Serie. Damals gewannen die Hawks 60 Spiele in der Regular Season, hatten Heimvorteil und wurden doch von den Cavs gesweept. Diese Saison waren es nur 48 Spiele, mit DeMarre Carroll ist der Elite-Flügelverteidiger und LeBrons Kettenhund gegangen. Also wird alles viel schlimmer für die Hawks? Nicht zwangsläufig.

Vor allem die Starting Five spielt bärenstarke Defense, in der Zeitspanne von Weihnachten bis zum Ende der Regular Season stellte Atlanta die beste Verteidigung der Liga. Dazu kommt die gestiegene Playoff-Erfahrung durch das letzte Jahr sowie die schwierigen Boston-Serie.

Die Cavs hatten allerdings acht Tage Pause nach dem Sweep über Detroit und konnten sich in Ruhe auf die Defensivrotationen der Hawks vorbereiten. Zudem hat James (22,8 Punkte, 49 Prozent FG, 9 Rebounds, 6,8 Assists) in der ersten Runde die perfekte Kombination aus eigener Offense und Einbindung seiner Mitspieler gefunden.

Underdog? Von wegen!
1975: Warriors (1) - Bullets (2) 4:0 - Einen Sweep hatte viele Beobachter erwartet, allerdings für Washington. Schließlich hatte man vorher den Champion zurück nach Boston geschickt. Auch beim 0:3 glaubten noch viele an die Bullets - beim 0:4 nicht mehr
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1975: Warriors (1) - Bullets (2) 4:0 - Einen Sweep hatte viele Beobachter erwartet, allerdings für Washington. Schließlich hatte man vorher den Champion zurück nach Boston geschickt. Auch beim 0:3 glaubten noch viele an die Bullets - beim 0:4 nicht mehr
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1984: Nets (6) - Sixers (3) 3:2 - Das war's mit dem Traum von Repeat. Der Champion aus Philly ging in der ersten Runde gegen New Jersey raus - trotz Dr. J, Moses Malone und Mo Cheeks
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1984: Nets (6) - Sixers (3) 3:2 - Das war's mit dem Traum von Repeat. Der Champion aus Philly ging in der ersten Runde gegen New Jersey raus - trotz Dr. J, Moses Malone und Mo Cheeks
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1987: Sonics (7) - Mavericks (2) 3:1 - 151 Punkte legte Dallas beim Sieg in Spiel 1 auf, vielleicht wurde ihnen das zum Verhängnis. Rolando Blackman, Derek Harper und Co. verloren drei Partien gegen Seattle, das in Runde 2 auch noch Houston ausknockte
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1987: Sonics (7) - Mavericks (2) 3:1 - 151 Punkte legte Dallas beim Sieg in Spiel 1 auf, vielleicht wurde ihnen das zum Verhängnis. Rolando Blackman, Derek Harper und Co. verloren drei Partien gegen Seattle, das in Runde 2 auch noch Houston ausknockte
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1991: Warriors (7) - Spurs (2) 3:1 - Run TMC mit Tim Hardaway, Mitch Richmond und Chris Mullin überliefen in Runde eins die Spurs um David Robinson. Danach war aber gegen die Lakers Endstation
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1991: Warriors (7) - Spurs (2) 3:1 - Run TMC mit Tim Hardaway, Mitch Richmond und Chris Mullin überliefen in Runde eins die Spurs um David Robinson. Danach war aber gegen die Lakers Endstation
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1994: Nuggets (8) - SuperSonics (1) 3:2 - Der erste Upset eines No.-8-Seeds beförderte Detlef Schrempf und die 63-Siege-Sonics aus den Playoffs, weil Denver nach zwei Pleiten zum Start noch das für unmöglich gehaltene Wunder gelang
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1994: Nuggets (8) - SuperSonics (1) 3:2 - Der erste Upset eines No.-8-Seeds beförderte Detlef Schrempf und die 63-Siege-Sonics aus den Playoffs, weil Denver nach zwei Pleiten zum Start noch das für unmöglich gehaltene Wunder gelang
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1995: Rockets (6) - Jazz (3) 3:2 - Die Rockets hatten zwar Olajuwon und Drexler, waren aber der Underdog gegen die Ultra-Kombo der Jazz, Stockton und Malone. In Spiel 5 lag Houston mit 13 zurück - und zog sich das Ding noch! Am Ende stand der Repeat
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1995: Rockets (6) - Jazz (3) 3:2 - Die Rockets hatten zwar Olajuwon und Drexler, waren aber der Underdog gegen die Ultra-Kombo der Jazz, Stockton und Malone. In Spiel 5 lag Houston mit 13 zurück - und zog sich das Ding noch! Am Ende stand der Repeat
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1999: Knicks (8) - Heat (1) 3:2 - Allan Houston wurde mit seinem Gamewinner zum Helden, als New York Miami in der Lockout-Postseason in der ersten Runde rauswarf - genau wie im Jahr zuvor! Für die Knicks war erst in den Finals gegen San Antonio Schluss
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1999: Knicks (8) - Heat (1) 3:2 - Allan Houston wurde mit seinem Gamewinner zum Helden, als New York Miami in der Lockout-Postseason in der ersten Runde rauswarf - genau wie im Jahr zuvor! Für die Knicks war erst in den Finals gegen San Antonio Schluss
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2001: Hornets (6) - Heat (3) 3:0 - Yeah, Baby! Der 21-jährige Baron Davis führte Charlotte zum Upset über Miami. Es war das dritte Mal in vier Jahren, dass die Jungs vom South Beach als Favorit ausschieden. Harter Tobak
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2001: Hornets (6) - Heat (3) 3:0 - Yeah, Baby! Der 21-jährige Baron Davis führte Charlotte zum Upset über Miami. Es war das dritte Mal in vier Jahren, dass die Jungs vom South Beach als Favorit ausschieden. Harter Tobak
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2004: Pistons (3) - Lakers (2) 4:1 - Der Durchmarsch war fest eingeplant, doch dann stand auf einmal Detroit im Weg und vermasselte L.A. den sicher geglaubten Titel. Finals-MVP Chauncey Billups und Co. läuteten das Ende der Kobe/Shaq-Ära ein
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2004: Pistons (3) - Lakers (2) 4:1 - Der Durchmarsch war fest eingeplant, doch dann stand auf einmal Detroit im Weg und vermasselte L.A. den sicher geglaubten Titel. Finals-MVP Chauncey Billups und Co. läuteten das Ende der Kobe/Shaq-Ära ein
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2007: Warriors (8) - Mavericks (1) 4:0 - Dirks dunkelste Stunde. Als Liga-MVP ausgezeichnet und mit der besten Bilanz verlieren Nowitzki und die Mavs gegen Golden State um Baron Davis und den späteren Maverick Monta Ellis
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2007: Warriors (8) - Mavericks (1) 4:0 - Dirks dunkelste Stunde. Als Liga-MVP ausgezeichnet und mit der besten Bilanz verlieren Nowitzki und die Mavs gegen Golden State um Baron Davis und den späteren Maverick Monta Ellis
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2010: Spurs (7) - Mavericks (2) 4:2 - Der nächste Anlauf auf Mavs-Wiedergutmachung nach den Finals 2006 wurde gestoppt, dieses Mal von den Spurs. Parker, Duncan und Ginobili waren in der ersten Runde 2010 zu viel für den Dirkster
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2010: Spurs (7) - Mavericks (2) 4:2 - Der nächste Anlauf auf Mavs-Wiedergutmachung nach den Finals 2006 wurde gestoppt, dieses Mal von den Spurs. Parker, Duncan und Ginobili waren in der ersten Runde 2010 zu viel für den Dirkster
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2010: Celtics (4) - Cavaliers (1) 4:2 - Die Cavs lagen nach einer 61-Siege-Saison bereits 2:1 gegen die C's in Front, doch Boston holte drei Siege in Folge zum Einzug in die Conference Finals. Ohne diese Pleite wäre LeBron James vielleicht nie gegangen...
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2010: Celtics (4) - Cavaliers (1) 4:2 - Die Cavs lagen nach einer 61-Siege-Saison bereits 2:1 gegen die C's in Front, doch Boston holte drei Siege in Folge zum Einzug in die Conference Finals. Ohne diese Pleite wäre LeBron James vielleicht nie gegangen...
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2011: Grizzlies (8) - Spurs (1) 4:2 - Memphis hatte zuvor nicht ein einziges von zwölf Playoff-Spielen gewonnen, doch unter der Führung von Zach Randolph holten sie sich als Underdog gleich die komplette Serie gegen völlig geschockte Spurs
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2011: Grizzlies (8) - Spurs (1) 4:2 - Memphis hatte zuvor nicht ein einziges von zwölf Playoff-Spielen gewonnen, doch unter der Führung von Zach Randolph holten sie sich als Underdog gleich die komplette Serie gegen völlig geschockte Spurs
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2012: Sixers (8) - Bulls (1) 4:2 - Es war der Anfang der unschönen Verletzungsmisere von Derrick Rose. Nach seinem Kreuzbandriss in Game 1 witterte Philly die Chance und siegte in sechs Spielen. In der nächsten Runde gegen die Celtics war dann Schluss
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2012: Sixers (8) - Bulls (1) 4:2 - Es war der Anfang der unschönen Verletzungsmisere von Derrick Rose. Nach seinem Kreuzbandriss in Game 1 witterte Philly die Chance und siegte in sechs Spielen. In der nächsten Runde gegen die Celtics war dann Schluss
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Mike Budenholzer wird auf mehrere Spieler setzen, um LeBrons Kreise einzuschränken. Sowohl Kent Bazemore, Thabo Sefolosha als auch Paul Millsap werden Possessions gegen James verteidigen. Am gefährlichsten wird es für die Hawks aber, wenn Tyronn Lue auf Small Ball umstellt. Mit Love als Center und Shootern am Perimeter kann selbst Atlanta nicht schnell genug rotieren, um keine guten Würfe zuzulassen.

Der Vorteil der Hawks liegt vor allem in ihrer Tiefe. Bank-Anführer Dennis Schröder und seine Crew müssen auf den Punkt fokussiert sein, um in den wenigen Minuten, in denen James und Irving draußen sitzen, Runs zu starten. Dafür muss Schröder allerdings seinen Wurf wiederfinden (19 Prozent Dreier) und sich vielleicht eher ein Beispiel an Mike Scott nehmen (47 Prozent). Generell erzielte der Atlanta-Benchmob in den Playoffs bisher 36,6 Punkte pro Spiel, während die Cavs-Reservisten nur auf 25,1 Punkte kamen.

Zudem wird es spannend zu sehen sein, wie Schröder sich im Duell mit Provokateur Matthew Dellavedova verhält. Der Australier kennt alle Tricks - auch die schmutzigen. Lässt sich Dennis erneut auf solche Scharmützel ein?

Key Matchup: Kyrie Irving vs. Jeff Teague. Uncle Drew war trotz James' starker Leistung der beste Spieler der Cavs gegen Detroit. Ihn in Schach zu halten wird die Aufgabe von Teague und auch Schröder sein, der in seinen Phasen gegen Isaiah Thomas einen guten Job machte.

Vielleicht kam Thomas gerade recht, um die beiden Spielmacher auf das Aufeinandertreffen mit Irving vorzubereiten. Verlieren die Hawks das Point-Guard-Matchup, wird es eine kurze Serie. Können sie Irving im Eins-gegen-Eins zu langen Dribbling-Sequenzen zwingen und ihn bei LeBrons Ballvortrag daran hindern, sich freie Würfe zu erlaufen, schadet das Clevelands Offense.

X-Faktor: Kevin Love. Der Grenzgänger wandelte über die gesamte Saison immer zwischen den Labeln "Teil des Supporting Casts der Big Two" und "Teil der Big Three". Nun ist seine Chance gekommen, um zu zeigen, dass er dazugehört.

Gegen die Pistons spielte er stark und ließ erstmals wieder einen Hauch seiner Leistungen in Minnesota aufblitzen. Kann er das über die nächste Serie aufrechterhalten, wird es sehr, sehr schwer für Atlanta. Darüber hinaus ist es wichtig, dass er aggressiv ist und sich in die Offensive einschaltet, damit Millsap in der Verteidigung viele Körner lässt.

Prognose: Die Hawks mögen zwar besser verteidigen als vergangene Saison, doch Cleveland hat in James immer noch eine der besten Offensivoptionen der Liga. Spielen Irving und Love so weiter wie in der ersten Runde, dann werden die Cavs auch vor den Conference Finals wieder viel Zeit haben, sich auf den kommenden Gegner vorzubereiten. Es spricht nicht wirklich viel dagegen. Cleveland in 5.

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Martin Klotz

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Martin Klotz(Redaktion)

Martin Klotz, Jahrgang 1988, ist seit Anfang 2014 bei SPOX.com. Den gebürtigen Bremer zog es zuletzt immer weiter Richtung Süden. Nach vier Jahren beim NDR in Hannover und einem Journalistik-Studium an der Uni Leipzig kam er nach Unterföhring. Als Volontär Mitglied der NBA-Redaktion und darüber hinaus zuständig für die Euroleague.

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