Sonntag, 08.05.2016

Spiel 3: Trail Blazers - Warriors 120:108

Im Curry-Mode zur Überraschung

Wahrlich unglaublich! Damian Lillard erinnert mit seinem Auftritt stark an den MVP und trifft einfach alles. So führt er die Portland Trail Blazers zum 120:108-Sieg (BOXSCORE) gegen die Golden State Warriors. Deren beiden Superstars bekommen keine Unterstützung, während ein weiterer Trail Blazer für Furore sorgt. Portland liegt damit nur noch 1:2 in den Western Conference Semi-Finals zurück.

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Nur wenige Experten und Fans hatten den Trail Blazers vor der Saison die Teilnahme an den Playoffs zugetraut. Noch weniger Experten und Fans hatten mit dem Weiterkommen in die zweite Runde gerechnet. Und erst recht niemand hatte erwartet, dass Portland den amtierenden Champion aus der Bay Area in Verlegenheit bringen könnte.

Doch genau das gelang mit dem beeindruckenden Sieg in Spiel drei. Angeführt von einem überragenden Damian Lillard verkürzten die Blazers in den Western Conference Semi-Finals auf 1:2. Der 25-Jährige erzielte dabei 40 Zähler (dazu 10 Assists) und hämmerte den Warriors im absoluten Curry-Modus 8 Dreier um die Ohren.

Unterstützung bekam Lillard vor allem von Al-Farouq Aminu, der ein fast perfektes Spiel ablieferte und auf 23 Zähler (8/9 FG, 4/5 Dreier) sowie 10 Assists kam. C.J. McCollum steuerte zudem 22 Punkte bei. Auf Seiten der Warriors, die weiterhin auf Stephen Curry verzichteten, wehrten sich allein Draymond Green (Career-High mit 37 Punkte, 9 Rebounds, 8 Assists) und Klay Thompson (35 Punkte) gegen die drohende Niederlage. In Spiel vier in der Nacht von Montag auf Dienstag müssen die Blazers nun die starke Leistung bestätigen.

Die Reaktionen:

Damian Lillard (Blazers): "Wir haben in der Schlussphase sehr viel cleverer gespielt als im Spiel davor und sie herausgefordert. Im letzten Spiel waren wir gut, haben dann aber ein bisschen nachgelassen und sie zogen davon, wie es Championship Teams tun. Heute haben wir das nicht zugelassen."

Terry Stotts (Coach Blazers) über Lillard: "Mir fallen keine Superlative mehr ein. Er ist ein so großartiger Kämpfer. Es bestand kein Zweifel daran, dass er heute ein sehr gutes Spiel abliefern würde."

Steve Kerr (Coach Warriors) über Lillard: "Hm, er hatte 40 Punkte. Dazu 10 Assists ... ja, man könnte sagen er hat wie ein All-Star gespielt."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Steph Curry wurde weiterhin geschont, auch wenn sich der amtierende MVP auf einem guten Weg zurück auf den Court befindet. Dafür sollten es wie in den vergangenen Spielen auch Livingston, Thompson, Barnes, Green und Bogut richten. Auf Seiten der Trail Blazers starteten Lillard, McCollum, Aminu, Harkless und Plumlee.

1. Viertel: Zunächst ließen beide Teams die Sache eher etwas ruhiger angehen. Portland brauchte ein paar Minuten, um in einen Rhythmus zu finden. Währenddessen gaben die Warriors in den Anfangsminuten gleich 5 Mal den Ball aus der Hand. Doch dann starteten Thompson und Lillard ihren Dreierregen. Der Splash Brother führte Golden State mit 18 Zählern zum 28:22.

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Stephen Curry: Die Karriere in Bildern
Das Basketballspielen wurde Stephen Curry in die Wiege gelegt, schließlich war schon sein Vater Dell Curry in der NBA aktiv.
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Bereits bei seinem eher unbekannten College-Team, den Davidson Wildcats, war der Point Guard nur schwer zu stoppen. In drei Uni-Jahren legte er im Schnitt aber mehr als 25 Punkte auf
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Auch wenn ihn aufgrund seines schmächtigen Körpers viele eher kritisch sahen, hinderte das die Golden State Warriors nicht daran ihn 2009 an 7. Stelle zu draften
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Dort wurde er mit dem 2011 gedrafteten Klay Thompson zusammengeführt, mit dem er seitdem die Splash Brothers bildet. Logisch, dass ein Spitzname bei dem starken Shooting der beiden nicht lange auf sich warten ließ
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Dort wurde er mit dem 2011 gedrafteten Klay Thompson zusammengeführt, mit dem er seitdem die Splash Brothers bildet. Logisch, dass ein Spitzname bei dem starken Shooting der beiden nicht lange auf sich warten ließ
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Nach seinem zweiten Platz beim Rookie of the Year Award 2010 war er auch als Sophomore weiter erfolgreich. In seiner zweiten Saison gewann er die NBA Skills Challenge und zeigte, dass mit dem Ball nur wenige so gut umgehen können, wie er
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Doch gleich mehrere Knöchelverletzungen ließen Zweifel an Currys Profisport-Tauglichkeit aufkommen. In der Saison 2011/2012 konnte er nur 26 Spiele bestreiten
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Aber die Warriors glaubten an ihn und Curry unterschrieb eine Rookie-Extension über vier Jahre und 44 Mio. Dollar, die für das Team nicht ohne Risiko war. Doch in der Saison 2012/2013 folgte der endgültige Durchbruch...
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Curry wurde die Ehre zuteil, bei seinem ersten All-Star-Game direkt zu starten. Schnell zog er in der Gunst der NBA-Fans an Point-Guard-Liebling Chris Paul vorbei
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In der Postseason 2013 sorgten die Dubs für Aufsehen, als sie die Spurs um Spielmacher-Legende Tony Parker an den Rand der Niederlage brachten
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Durch seine starken Leistungen in der besten Basketballliga der Welt wurde Curry auch beim Team USA einer der wichtigsten Spieler. Zwar fehlt ihm noch Olympiagold, aber zwei Weltmeistertitel darf er bereits sein Eigen nennen
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Dass Curry der beste Distanzschütze der Association ist, stellte er beim Dreier-Contest 2015 unter Beweis. Mit 286 getroffenen Longballs in der Saison verbesserte er zudem seinen eigenen Rekord
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Im Rennen um den MVP Award setzte sich Curry mit einer bockstarken Saison gegen LeBron James und James Harden durch. Adam Silver überreichte ihm die Trophäe während der Playoffs 2015
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Auch privat läuft es für den Superstar. 2011 Heiratete er seine langjährige Freundin Ayesha Alexander...
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... 2012 kam Tochter Riley zur Welt. Und bei einigen Pressekonferenzen stahl ihm das extrovertierte Mädchen mit Leichtigkeit die Show
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Nach einer Saison mit 76 Siegen spielten sich die Warriors 2015 in die Finals, wo es zu einem erbitterten Kampf mit den Cleveland Cavaliers kam
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Am Ende siegte Golden State mit 4-2 und holte die erste Championship seit 40 Jahren nach Oakland. Andre Iguodala, der die Kreise von LeBron James enorm einengte, wurde zum Finals-MVP gekürt - und Curry freute sich mit ihm
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2015/2016 läuft noch besser: Die Warriors jagen aktuell den 72-Siege-Rekord der Bulls (1995/1996) und haben schon 59 Erfolge auf dem Konto
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In dieser Saison hat sich Curry noch einmal verbessert und schon bis Anfang März 300 Dreier eingenetzt. Und das bei einer Quote von 46 Prozent
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Auch individuell stößt Curry in neue Sphären vor: Mit 30,4 Punkten pro Spiel, einem PER von 32,2, einem True Shooting von 67,9 Prozent sowie 13,9 Win Shares ist der MVP auf dem Weg zu einer historischen Saison
© getty
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Zum besten Spieler des Planeten hat es Curry vor allem dank seines Arbeitseifers geschafft. Und die Konkurrenz hat jetzt schon Angst davor, der Chef könnte in den nächsten Jahren noch stärker werden...
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2. Viertel: Mit 8 Punkten lagen die Blazers zwischenzeitlich hinten - auf einmal hatte Portland aber einen Vorsprung von 6 Zählern vorzuweisen! Lillard (14 Punkte im zweiten Viertel) und Aminu (11 und einen Monster-Dunk) trieben die Blazers-Aufholjagd voran und erhöhten die Führung sogar - 58:46 für Portland.

3. Viertel: Zwar konnten die Blazers mit dem Start in die zweite Halbzeit zufrieden sein und den Vorsprung auf 15 Zähler ausbauen, doch dann schlug Golden State zu - dachte man zumindest. Zwei Dreier in Folge brachten GSW in Schlagdistanz. Die Antwort der Blazers ließ aber nicht lange auf sich warten. Wieder zog Portland davon, nur die 5 Dreier von Green in diesem Abschnitt hielten die Warriors im Spiel - 93:80 für die Trail Blazers.

© spox

4. Viertel: Ähnlich wie in Spiel zwei hatten die Blazers einen großen Vorsprung zum Beginn des Schlussabschnitts auf der Habenseite. Und auch dieses Mal versuchten die Warriors das Comeback. Ein 9:0-Lauf brachte die Blazers-Fans ins Schwitzen, doch Lillard und Co. blieben cool. Der Point Guard hämmerte im Curry-Style mehrere Dreier durch die Reuse und machte damit den Sieg klar. Die Trail Blazers entschieden Spiel drei mit 120:108 für sich.

Portland Trail Blazers vs. Golden State Warriors: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Damian Lillard. Zugegeben, auch Al-Farouq Aminu hätte mit seinem fast perfekten Abend diese Auszeichnung verdient gehabt. Doch eigentlich war es Lillard, der mit seinem hervorragenden Auftritt die Leistungsexplosion von Aminu ermöglichte. Der Point Guard der Blazers stellte nämlich nicht nur seine eigenen Scoring-Qualitäten unter Beweis (40 Punkte, 14/27 FG, 8/13 Dreier), sondern setzte auch immer wieder seine Mitspieler stark ein (10 Assists).

Der Flop des Spiels: Andre Iguodala. Auch das kann mal vorkommen: Iguodala erwischte einen rabenschwarzen Abend! Der 32-Jährige lieferte keinerlei Unterstützung für Green und Thompson und schloss die Partie nur mit 1 Punkt ab (0/5 FG). Immerhin kam Iggy noch auf 4 Assists und 4 Rebounds, doch das änderte nichts an seiner enttäuschenden Leistung.

Das fiel auf:

  • Angesichts der Wurfquote der Trail Blazers in der ersten Halbzeit war die Führung der Gastgeber doch sehr überraschend. Die Warriors verteidigten insgesamt gesehen ziemlich gut, sodass Portland lange Zeit nur um die 30-Prozent-Marke kreiste. Doch die starken 9 Offensiv-Rebounds der Blazers ermöglichten Lillard und Co. viele Second-Chance-Points, die sie auch zu nutzen wussten.
  • Ein weiterer Grund für die Blazers-Führung war die Treffsicherheit aus der Distanz. Auch wenn die Feldwurfquote nicht wirklich zum Staunen anregte, von Downtown lief es über die komplette Partie hervorragend. Schon in den ersten 24 Minuten versenkte Portland 8 von 14 Versuchen von der Dreierlinie (57,1 Prozent), insgesamt standen 17 erfolgreiche Dreier bei 30 Versuchen im Boxscore. Da konnte selbst Golden State nicht ganz mithalten. Die lagen bei einer Quote von 48,3 Prozent (14/29 Dreier).
  • Von der hochgelobten Tiefe im Kader der Warriors war an diesem Abend wenig bis gar nichts zu sehen. Gerade offensiv war Golden State extrem abhängig von Draymond Green und Klay Thompson. Ansonsten enttäuschten aber alle Rollenspieler. Neben den beiden Superstars kam nur Leandro Barbosa auf eine zweistellige Punkteausbeute. Da ist man besseres gewohnt.
  • Kein Wunder also, dass Head Coach Steve Kerr mit der Leistung der Warriors nicht wirklich zufrieden war. Schon in der Halbzeitpause kritisierte er die Einstellung seiner Mannschaft - und dass nicht zu Unrecht. Gerade im Kampf um freie Bälle und den sogenannten Hustle Plays zeigte Portland regelmäßig mehr Willen als die Gäste aus der Bay Area.

Der Spielplan im Überblick

Philipp Jakob

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