Montag, 09.05.2016

Game 4: Thunder - Spurs 111:97

Ausgleich! OKC stoppt San Antonio

Die Oklahoma City Thunder haben das vierte Spiel der Conference Semifinals gegen die San Antonio Spurs gewonnen und die Serie damit ausgeglichen. Beim 111:97-Erfolg (BOXSCORE) überzeugte OKC mit starker Defense im vierten Viertel, offensiv glänzte besonders Kevin Durant.

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Wo war sie, die Ruhe der Spurs? Im vierten Viertel, das zuletzt als Problemzone der Thunder verschrien war, offenbarte San Antonio offensive Schwächen. OKC brachte die sonst so gut geölte Abteilung Attacke von Gregg Popovich mit guter, aggressiver Defense in Hektik und in Schwierigkeiten.

Tony Parker baute zwar auf seiner starken Performance in Spiel 3 auf und glänzte mit 22 Punkten (10/16 FG) und 3 Assists, doch Kawhi Leonard (21 Punkte, 7/19 Punkte) kam in der Crunchtime nicht mehr durch. Während Tim Duncan erneut blass blieb (0 Punkte, 3 Rebounds), legte LaMarcus Aldridge 20 Punkte und 6 Rebounds auf.

Russell Westbrook erlebte einen schwachen Shooting-Abend (5/18 FG), trug aber mit 14 Punkten, 7 Rebounds und 15 Assists auf andere Weise zum Erfolg bei. Das Scoring übernahm dieses Mal Kevin Durant, der mit 41 Punkten seinen Playoff-Bestwert einstellte. Tatkräftige Unterstützung erhielt das Star-Duo von Dion Waiters (17 Punkte 7/11 FG) und Steven Adams (16 Punkte, 11 Rebounds).

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Gregg Popovich setzte auf die alten Bekannten Parker, Green, Leonard, Aldridge und Duncan. OKC begann ebenfalls wie gewohnt mit Westbrook, Roberson, Durant, Ibaka und Adams.

1. Viertel: Nach der seltenen Selbstkritik im Anschluss an Spiel 3 versuchte Westbrook früh, seine Mitspieler einzubeziehen. Durant kam zu Beginn jedoch kaum an die Kugel. Von Downtown ging bei den Thunder überhaupt nichts, RW0 handelte sich nach wenigen Minuten ein T ein. San Antonio ließ den Spalding stark durch die eigenen Reihen wandern und schloss hochprozentig ab. Ein Steal inklusive Layup von Kyle Anderson besorgte das 27:17 für die Spurs.

Underdog? Von wegen!
1975: Warriors (1) - Bullets (2) 4:0 - Einen Sweep hatte viele Beobachter erwartet, allerdings für Washington. Schließlich hatte man vorher den Champion zurück nach Boston geschickt. Auch beim 0:3 glaubten noch viele an die Bullets - beim 0:4 nicht mehr
© getty
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1975: Warriors (1) - Bullets (2) 4:0 - Einen Sweep hatte viele Beobachter erwartet, allerdings für Washington. Schließlich hatte man vorher den Champion zurück nach Boston geschickt. Auch beim 0:3 glaubten noch viele an die Bullets - beim 0:4 nicht mehr
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1984: Nets (6) - Sixers (3) 3:2 - Das war's mit dem Traum von Repeat. Der Champion aus Philly ging in der ersten Runde gegen New Jersey raus - trotz Dr. J, Moses Malone und Mo Cheeks
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1984: Nets (6) - Sixers (3) 3:2 - Das war's mit dem Traum von Repeat. Der Champion aus Philly ging in der ersten Runde gegen New Jersey raus - trotz Dr. J, Moses Malone und Mo Cheeks
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1987: Sonics (7) - Mavericks (2) 3:1 - 151 Punkte legte Dallas beim Sieg in Spiel 1 auf, vielleicht wurde ihnen das zum Verhängnis. Rolando Blackman, Derek Harper und Co. verloren drei Partien gegen Seattle, das in Runde 2 auch noch Houston ausknockte
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1987: Sonics (7) - Mavericks (2) 3:1 - 151 Punkte legte Dallas beim Sieg in Spiel 1 auf, vielleicht wurde ihnen das zum Verhängnis. Rolando Blackman, Derek Harper und Co. verloren drei Partien gegen Seattle, das in Runde 2 auch noch Houston ausknockte
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1991: Warriors (7) - Spurs (2) 3:1 - Run TMC mit Tim Hardaway, Mitch Richmond und Chris Mullin überliefen in Runde eins die Spurs um David Robinson. Danach war aber gegen die Lakers Endstation
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1991: Warriors (7) - Spurs (2) 3:1 - Run TMC mit Tim Hardaway, Mitch Richmond und Chris Mullin überliefen in Runde eins die Spurs um David Robinson. Danach war aber gegen die Lakers Endstation
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1994: Nuggets (8) - SuperSonics (1) 3:2 - Der erste Upset eines No.-8-Seeds beförderte Detlef Schrempf und die 63-Siege-Sonics aus den Playoffs, weil Denver nach zwei Pleiten zum Start noch das für unmöglich gehaltene Wunder gelang
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1994: Nuggets (8) - SuperSonics (1) 3:2 - Der erste Upset eines No.-8-Seeds beförderte Detlef Schrempf und die 63-Siege-Sonics aus den Playoffs, weil Denver nach zwei Pleiten zum Start noch das für unmöglich gehaltene Wunder gelang
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1995: Rockets (6) - Jazz (3) 3:2 - Die Rockets hatten zwar Olajuwon und Drexler, waren aber der Underdog gegen die Ultra-Kombo der Jazz, Stockton und Malone. In Spiel 5 lag Houston mit 13 zurück - und zog sich das Ding noch! Am Ende stand der Repeat
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1995: Rockets (6) - Jazz (3) 3:2 - Die Rockets hatten zwar Olajuwon und Drexler, waren aber der Underdog gegen die Ultra-Kombo der Jazz, Stockton und Malone. In Spiel 5 lag Houston mit 13 zurück - und zog sich das Ding noch! Am Ende stand der Repeat
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1999: Knicks (8) - Heat (1) 3:2 - Allan Houston wurde mit seinem Gamewinner zum Helden, als New York Miami in der Lockout-Postseason in der ersten Runde rauswarf - genau wie im Jahr zuvor! Für die Knicks war erst in den Finals gegen San Antonio Schluss
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1999: Knicks (8) - Heat (1) 3:2 - Allan Houston wurde mit seinem Gamewinner zum Helden, als New York Miami in der Lockout-Postseason in der ersten Runde rauswarf - genau wie im Jahr zuvor! Für die Knicks war erst in den Finals gegen San Antonio Schluss
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2001: Hornets (6) - Heat (3) 3:0 - Yeah, Baby! Der 21-jährige Baron Davis führte Charlotte zum Upset über Miami. Es war das dritte Mal in vier Jahren, dass die Jungs vom South Beach als Favorit ausschieden. Harter Tobak
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2004: Pistons (3) - Lakers (2) 4:1 - Der Durchmarsch war fest eingeplant, doch dann stand auf einmal Detroit im Weg und vermasselte L.A. den sicher geglaubten Titel. Finals-MVP Chauncey Billups und Co. läuteten das Ende der Kobe/Shaq-Ära ein
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2007: Warriors (8) - Mavericks (1) 4:0 - Dirks dunkelste Stunde. Als Liga-MVP ausgezeichnet und mit der besten Bilanz verlieren Nowitzki und die Mavs gegen Golden State um Baron Davis und den späteren Maverick Monta Ellis
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2010: Spurs (7) - Mavericks (2) 4:2 - Der nächste Anlauf auf Mavs-Wiedergutmachung nach den Finals 2006 wurde gestoppt, dieses Mal von den Spurs. Parker, Duncan und Ginobili waren in der ersten Runde 2010 zu viel für den Dirkster
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2010: Celtics (4) - Cavaliers (1) 4:2 - Die Cavs lagen nach einer 61-Siege-Saison bereits 2:1 gegen die C's in Front, doch Boston holte drei Siege in Folge zum Einzug in die Conference Finals. Ohne diese Pleite wäre LeBron James vielleicht nie gegangen...
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2011: Grizzlies (8) - Spurs (1) 4:2 - Memphis hatte zuvor nicht ein einziges von zwölf Playoff-Spielen gewonnen, doch unter der Führung von Zach Randolph holten sie sich als Underdog gleich die komplette Serie gegen völlig geschockte Spurs
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2012: Sixers (8) - Bulls (1) 4:2 - Es war der Anfang der unschönen Verletzungsmisere von Derrick Rose. Nach seinem Kreuzbandriss in Game 1 witterte Philly die Chance und siegte in sechs Spielen. In der nächsten Runde gegen die Celtics war dann Schluss
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2. Viertel: Das zweite Technische der Partie ging an David West - man merkt beiden Teams an, was auf dem Spiel stand. Duncan musste mit seinem vierten(!) Foul früh runter, dafür legte Oldie Parker ein Vintage-Viertel hin. Dion Waiters zeigte endlich mal wieder seine Schokoladenseite (4/5 FG), auch Adams lieferte ab. OKC verteidigte besser und erntete die Früchte in Form von Shotclock-Violations und Transition-Körben - San Antonio hatte zwischenzeitlich echte Probleme in der Offense. Ein 10:0-Run glich das Spiel aus, doch die Spurs antworteten. 53:45 zur Pause.

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3. Viertel: Die Spurs-Offense lief nach einem Anpfiff von Popovich wieder besser, vor allem Tony P. from Texas to the World kreierte wie in besten Zeiten. Aldridge und Leonard trafen ihre Würfe, aber da Durant Feuer fing, ging es Kopf an Kopf und mit enorm hohem Tempo durch das dritte Viertel. Manu Ginobili versenkte den allerersten Longball für San Antonio, Boris Diaw legte kurz vor dem Buzzer vom Perimeter nach und stellte den Score auf 81:77 für die Spurs.

4. Viertel: OKC überstand die Phase ohne Westbrook auf dem Court gut, da Waiters und KD den Ball pushten, wann immer es ging. Dadurch ergaben sich gute Abschlussmöglichkeiten in der ersten oder zweiten Angriffswelle. Auch im Halfcourt passten jetzt Durants schwierige Würfe, die Antworten von San Antonio kamen immer unregelmäßiger. Die Thunder konnten sich leicht absetzen, was die Spurs zu einigen überhasteten Entscheidungen trieb. In der Crunchtime war Durant wie entfesselt. Dreier, Floater, Stepback-Jumper - es fiel einfach alles und die Spurs konnte nur zuschauen, wie KD angepeitscht vom frenetischen Publikum den Serienausgleich klarmachte. 111:97 der Endstand für OKC.

Thunder vs. Spurs: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Kevin Durant. Der vierfache Scoring-Champ stellte auch in Spiel 4 seine Fähigkeiten unter Beweis und schoss die Thunder am Ende allein zum Sieg. Übernahm schon früher das Playmaking von Westbrook, der Pech im Abschluss hatte. In solche einer Verfassung ist er von keiner Defense der Welt zu stoppen. 17 Punkte im Schlussviertel und eine Quote von 14/25 Fieldgoals gegen die Spurs sagt einiges aus. Ebenfalls stark: Dion Waiters.

Der Flop des Spiels: Danny Green. Das Spiel von Green stand unter der Überschrift "Shutdown". Durant verteidigte ihn eng und ließ ihn nicht zur Entfaltung kommen (0/3 FG). Vernachlässigte seine Offensive zugunsten seiner Defensivaufgabe zu sehr, somit fehlte San Antonio das Spacing. Ebenfalls schwach: Tim Duncan, der zum ersten Mal ein seiner Postseason-Karriere ohne Punkt blieb.

© spox

Das fiel auf:

  • Mit West, Aldridge und Diaw hat Pop drei Big Men im Roster, die allesamt eine Range bis an die Dreierlinie haben - doch nur LMA nutze sie regelmäßig. Duncan verweigerte ohnehin jeden Wurf, Diaw und West versuchten sich zu oft im Low-Post. Einzig Aldridge traf konstant seine Jumper, vor allem im Pick-and-Pop mit Parker war er gefährlich.
  • Das Ball Movement der Spurs ist berühmt, doch San Antonio sammelte lediglich 12 Assists bei 40 Fieldgoals. Die guten und schlechten Einzelaktionen hielten sich immerhin die Waage. Verkehrte Welt auf der anderen Seite: OKC stand ebenfalls bei 40 Korberfolgen, verzeichnete aber stattliche und untypische 23 Assists.
  • Insgesamt nahmen die Spurs nur 12 Dreier, der erste Treffer - einer von zwei - kam spät im dritten Viertel. Auch die Thunder starteten schwach von Downtown (2/11 Dreier), doch im Laufe des Spiels steigerte sich das Team von Billy Donovan und kam schlussenendlich auf 38 Prozent Trefferquote.
  • Nach seinen frühen Fouls fehlte Duncan in der Defense. Auch wenn der 39-Jährige nicht mehr sonderlich hoch springen und der Athletik der Thunder wenig entgegenzusetzen hat, vermissten die Spurs seine Erfahrung, seine Rotationen und seine Kommunikation. Dadurch war der Weg zum Korb ein ums andere Mal leichter für Oklahoma City.
  • Enes Kanter bekam einige Stimmen als Sixth Man of the Year, doch in Spiel 4 hatte er nicht das erste Mal in diesen Playoffs Probleme, Produktives beizutragen. Wurde kaum gefüttert, bot sich aber auch selten an. Erst in der Endphase des Spiels sammelte er noch ein paar Punkte und Rebounds, diese aber in wichtigen Situationen.

Der Spielplan im Überblick

Martin Klotz

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Martin Klotz(Redaktion)

Martin Klotz, Jahrgang 1988, ist seit Anfang 2014 bei SPOX.com. Den gebürtigen Bremer zog es zuletzt immer weiter Richtung Süden. Nach vier Jahren beim NDR in Hannover und einem Journalistik-Studium an der Uni Leipzig kam er nach Unterföhring. Als Volontär Mitglied der NBA-Redaktion und darüber hinaus zuständig für die Euroleague.

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