Donnerstag, 12.05.2016

Game 5: Warriors - Trail Blazers 125:121

Curry schickt Portland nach Hause

Die Golden State Warriors sind nach einem knappen 125:121-Erfolg über die Portland Trail Blazers (Serie: 4-1) in die Western Conference Finals eingezogen. Die jungen Gäste hielten über die volle Strecke des Spiels mit und führten lange, doch am Ende schaltete Stephen Curry in den MVP-Modus.

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Bei seiner Rückkehr in die Starting Five spielte der alte und neue MVP lange Zeit unauffällig und beschränkte sich aufs Playmaking, doch in der Crunchtime übernahm er Verantwortung und entschied das Spiel mit mehreren wichtigen Würfen. Sein Team hatte es lange Zeit schwer gegen stark aufgelegte Blazers, die ein schnelles Tempo vorgaben und oft vorne lagen.

Das lag vor allem an Damian Lillard (28 Punkte, 7 Assists) und C.J. McCollum (27 Punkte, 8 Assists), auf die die Dubs-Defense lange Zeit keine Antwort hatte. Auf der anderen Seite überzeugten neben Curry (29 Punkte, 11 Assists) auch Klay Thompson (33 Punkte, 13/17 FG) und Draymond Green (13 Punkte, 11 Rebounds, 6 Assists).

Einen bitteren Beigeschmack hat der Sieg für die Dubs dennoch: Center Andrew Bogut verletzte sich am Oberschenkel und verpasste die komplette zweite Halbzeit. Eine genaue Diagnose steht noch aus.

Die Reaktionen:

Klay Thompson (Warriors): "Den Blazers gebührt unser größter Respekt, sie haben uns über fünf Spiele ans Limit getrieben."

... zu den Würfen von Steph Curry: "Was soll ich noch sagen, es ist unglaublich. Er dribbelt zwei, drei mal hinter dem Rücken und drückt dann so schnell ab. Man genießt es auch als Mitspieler, da zugucken zu dürfen."

Terry Stotts (Coach Blazers): "Das war ein großartiges Jahr. Ich habe so gerne mit den Jungs gearbeitet, die Tag für Tag besser geworden sind. Das zählt mehr als der Erfolg in den Playoffs."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Steph Curry nahm seine hochverdiente MVP-Trophäe entgegen, anschließend feierte er seine Rückkehr in die Starting Five zusammen mit Thompson, Barnes, Green und Bogut. Sie bekamen es mit Lillard, McCollum, Aminu, Harkless und Plumlee zu tun.

1. Viertel: Die Fans erwarteten sehnsüchtig die erste Aktion von Curry, doch der MVP war noch nicht im Rhythmus. Dafür bediente er Bogut per Alley-oop (8:9), doch insgesamt fanden die Blazers besser ins Spiel. Lillard traf von draußen zum 15:8. Angeführt von Barbosa machte dann die Dubs-Bank etwas Dampf, wovon sich auch Curry anstecken ließ und aus der Ecke traf (17:20). Davon war Portland aber weniger beeindruckt und punktete fleißig weiter: 27:30.

© spox

2. Viertel: Livingston beendete einen 10:0-Run der Gäste, doch McCollum hatte die schnelle Antwort (29:37). Ein Mini-Run der Dubs samt Dreier von Thompson zwang Terry Stotts zur Auszeit, die auch fruchtete - auch wenn ein Aminu-Dreier mit Brett sicher nicht zum Plan gehörte. Dieser passte aber zum Auftritt der Gäste, die mit viel Selbstvertrauen den schnellen Abschluss suchten. Das galt inzwischen aber auch für Thompson, der sich endgültig warm geschossen hatte. Trotzdem nahmen die Gäste eine 63:58-Führung mit in die Kabine.

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3. Viertel: Bogut kehrte nicht zurück aufs Parkett, da er sich den Oberschenkel gezerrt hatte. Für ihn begann Ezeli, der sich schnell mit einem Dreipunktspiel einbrachte (65:70). Kurze Zeit später war es dann soweit: Curry versenkte einen Stepback-Dreier zur ersten Führung seit der Anfangsphase. Anschließend war es aber sein Splash Brother Thompson, der das weiterhin konstante Offensiv-Feuerwerk der Blazers mit wilden Dreiern konterte: 91:93.

4. Viertel: Splash Cousin Speights punktete im Fastbreak und von Downtown - die Dubs setzten sich minimal ab. Auch Curry war mit einem Layup endgültig da und stellte auf 106:99. Wenig später musste einer der Schiedsrichter verarztet werden, da Green diesen beim Motzen unabsichtlich an der Hand erwischt hatte. Nach der Zwangspause machte es McCollum mit 5 schnellen Punkten noch einmal extrem spannend (110:109). Allerdings fühlte sich von dessen Big Plays auch der MVP angestiftet und übernahm die Offense mit einem Dreier und Assist. Auch für den Dolchstoß sorgte er höchstselbst und traf 25 Sekunden vor Schluss zum 121:116 - natürlich von ganz weit draußen!

Warriors vs. Trail Blazers: Hier geht's zum BOXSCORE

Stephen Curry: Die Karriere in Bildern
Das Basketballspielen wurde Stephen Curry in die Wiege gelegt, schließlich war schon sein Vater Dell Curry in der NBA aktiv.
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Bereits bei seinem eher unbekannten College-Team, den Davidson Wildcats, war der Point Guard nur schwer zu stoppen. In drei Uni-Jahren legte er im Schnitt aber mehr als 25 Punkte auf
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Auch wenn ihn aufgrund seines schmächtigen Körpers viele eher kritisch sahen, hinderte das die Golden State Warriors nicht daran ihn 2009 an 7. Stelle zu draften
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Auch wenn ihn aufgrund seines schmächtigen Körpers viele eher kritisch sahen, hinderte das die Golden State Warriors nicht daran ihn 2009 an 7. Stelle zu draften
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Dort wurde er mit dem 2011 gedrafteten Klay Thompson zusammengeführt, mit dem er seitdem die Splash Brothers bildet. Logisch, dass ein Spitzname bei dem starken Shooting der beiden nicht lange auf sich warten ließ
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Nach seinem zweiten Platz beim Rookie of the Year Award 2010 war er auch als Sophomore weiter erfolgreich. In seiner zweiten Saison gewann er die NBA Skills Challenge und zeigte, dass mit dem Ball nur wenige so gut umgehen können, wie er
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Doch gleich mehrere Knöchelverletzungen ließen Zweifel an Currys Profisport-Tauglichkeit aufkommen. In der Saison 2011/2012 konnte er nur 26 Spiele bestreiten
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Aber die Warriors glaubten an ihn und Curry unterschrieb eine Rookie-Extension über vier Jahre und 44 Mio. Dollar, die für das Team nicht ohne Risiko war. Doch in der Saison 2012/2013 folgte der endgültige Durchbruch...
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Curry wurde die Ehre zuteil, bei seinem ersten All-Star-Game direkt zu starten. Schnell zog er in der Gunst der NBA-Fans an Point-Guard-Liebling Chris Paul vorbei
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In der Postseason 2013 sorgten die Dubs für Aufsehen, als sie die Spurs um Spielmacher-Legende Tony Parker an den Rand der Niederlage brachten
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Durch seine starken Leistungen in der besten Basketballliga der Welt wurde Curry auch beim Team USA einer der wichtigsten Spieler. Zwar fehlt ihm noch Olympiagold, aber zwei Weltmeistertitel darf er bereits sein Eigen nennen
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Dass Curry der beste Distanzschütze der Association ist, stellte er beim Dreier-Contest 2015 unter Beweis. Mit 286 getroffenen Longballs in der Saison verbesserte er zudem seinen eigenen Rekord
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Im Rennen um den MVP Award setzte sich Curry mit einer bockstarken Saison gegen LeBron James und James Harden durch. Adam Silver überreichte ihm die Trophäe während der Playoffs 2015
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Auch privat läuft es für den Superstar. 2011 Heiratete er seine langjährige Freundin Ayesha Alexander...
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... 2012 kam Tochter Riley zur Welt. Und bei einigen Pressekonferenzen stahl ihm das extrovertierte Mädchen mit Leichtigkeit die Show
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Nach einer Saison mit 76 Siegen spielten sich die Warriors 2015 in die Finals, wo es zu einem erbitterten Kampf mit den Cleveland Cavaliers kam
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Am Ende siegte Golden State mit 4-2 und holte die erste Championship seit 40 Jahren nach Oakland. Andre Iguodala, der die Kreise von LeBron James enorm einengte, wurde zum Finals-MVP gekürt - und Curry freute sich mit ihm
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2015/2016 läuft noch besser: Die Warriors jagen aktuell den 72-Siege-Rekord der Bulls (1995/1996) und haben schon 59 Erfolge auf dem Konto
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In dieser Saison hat sich Curry noch einmal verbessert und schon bis Anfang März 300 Dreier eingenetzt. Und das bei einer Quote von 46 Prozent
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Auch individuell stößt Curry in neue Sphären vor: Mit 30,4 Punkten pro Spiel, einem PER von 32,2, einem True Shooting von 67,9 Prozent sowie 13,9 Win Shares ist der MVP auf dem Weg zu einer historischen Saison
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Zum besten Spieler des Planeten hat es Curry vor allem dank seines Arbeitseifers geschafft. Und die Konkurrenz hat jetzt schon Angst davor, der Chef könnte in den nächsten Jahren noch stärker werden...
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Der Star des Spiels: Stephen Curry. Auch wenn der MVP über weite Strecken des Spiels unter seinem Schnitt warf, war er am Ende - natürlich - der Matchwinner. Er konterte in der Crunchtime die wilden Dreier von McCollum mit noch wilderen Würfen, die inzwischen schon zu seinem festen Repertoire zählen - unglaublich. Dazu setzte er stark seine Mitspieler ein und behielt am Ende von der Freiwurflinie die Nerven. Seine Ausbeute: 29 Punkte (10/20 FG, 5/11 Dreier), 11 Assists und 5 Rebounds.

Der Flop des Spiels: Ed Davis. Eigentlich hat dieses Blazers-Team keinen Flop verdient. Aber Ed Davis war der einzige Spieler, der unter seinen Möglichkeiten spielte und offensive Verantwortung scheute.

Das fiel auf:

  • Der Dubs-Motor nahm anfangs - wenn überhaupt - nur stotternd Fahrt auf. Das lag auch an starker Defense der Blazers, die den Schützen eng auf den Füßen standen und wenig freie Abschlüsse erlaubten. Eine starke Helpside-Rotation machte diese Taktik möglich.
  • Ganz anders die Gäste, die deutlich schneller den Abschluss suchten als ihr Gegenüber und damit auch erfolgreich waren. Allerdings hatten sie es teilweise auch recht einfach, da die Abstimmung der Warriors-Defense zu Wünschen übrig ließ. So kamen die Trailer der Blazers des Öfteren zu komplett freien Dreiern, da sich der Champion noch ordnen musste (9/19 Dreier zur Halbzeit). Zudem fand Lillard immer wieder Lücken aus dem Pick'n'Roll, da sich oft kein zweiter Verteidiger zum Ballhandler orientierte.
  • Zwar steigerten die Dubs wenig überraschend die defensive Intensität nach der Pause, doch wie so oft in dieser Serie ließen sich die Blazers davon nicht aus dem Konzept bringen und schraubten nochmals das ohnehin schon atemberaubende Tempo nach oben. Besonders Lillard machte einen klasse Job, wenn es darum ging, im Fastbreak den offenen Mann zu suchen. Crabbe oder Harkless waren oft die Profiteure.
  • Da die Warriors im Schlussabschnitt Lillard gut in den Griff bekamen, legten die Blazers ihre Offensive in die Hände von C.J. McCollum, der diese Aufgabe mit Bravour meisterte. Obwohl er zuvor eher schwach aus dem Feld getroffen hatte, strotzte er vor Selbstvertrauen und punktete aus allen Lagen. 16 seiner 27 Punkte legte er im vierten Viertel auf!

Der Spielplan im Überblick

Thorben Rybarczik

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