Dienstag, 17.05.2016

Game 1: Warriors - Thunder 102:108

Thriller! Thunder klauen Spiel 1

Was für ein Auftakt in die Western Conference Finals! Nach einem packenden Krimi gewinnen die Oklahoma City Thunder Spiel 1 gegen die Golden State Warriors mit 108:102 (BOXSCORE). Die Dubs sehen lange Zeit wie der sichere Sieger aus, doch dann dreht Russell Westbrook auf! Die eigentliche Stärke geht Golden State abhanden.

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Nachdem die Warriors zwischenzeitlich mit 14 Zählern in Front lagen, rechneten wohl nur die wenigsten mit einem Comeback der Thunder. Vor allem, da Russell Westbrook in der ersten Halbzeit so gar keine Bindung zum Spiel fand. Nach einem enttäuschenden Auftritt in Halbzeit eins drehte der 27-Jährige allerdings das Blatt - und die Partie!

Mit 27 Punkten, 12 Assists, 7 Steals und 6 Rebounds führte Westbrook sein Team schließlich zum Sieg. Kevin Durant steuerte 26 Zähler und 10 Rebounds bei, Steven Adams kam auf 16 Punkte sowie 10 Rebounds. Entscheidend war dabei das letzte Viertel, das OKC mit 23:14 gewinnen konnte.

Dem hatte selbst Stephen Curry wenig entgegenzusetzen. Der MVP erzielte die meisten seiner 26 Punkte (dazu 10 Rebounds, 7 Assists, aber auch 7 Turnover) in den ersten 36 Minuten. Im Schlussabschnitt war weder von ihm, noch von Klay Thompson (25 Punkte, 9 Rebounds) oder Draymond Green (23 Zähler) viel zu sehen. Damit stehen die Warriors bereits in Spiel 2 der Western Conference Finals in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag unter starkem Druck.

Die Reaktionen:

Kevin Durant (Oklahoma City Thunder): "Wir haben in der Defense mitgehalten und als wir gegen Ende der Partie eigene Würfe bekommen haben, waren wir fokussiert und haben sie versenkt. Wir sind eine robuste Truppe und kämpfen bis zum Ende."

Stephen Curry (Golden State Warriors): "Wir waren überhastet und haben Home Runs probiert. Manchmal klappt das. Defensiv konnten wir uns genug Stops und Rebounds erarbeiten. Wir werden daraus lernen."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Gute Nachrichten aus dem Warriors-Lager. Trotz Hüftproblemen konnte Andrew Bogut von Beginn an auflaufen. Der Australier startete gemeinsam mit Curry, Thompson, Barnes und Green. Auch die Thunder schickten ihre gewohnte Starting Five bestehend aus Westbrook, Roberson, Durant, Ibaka und Adams auf's Parkett.

1. Viertel: Das eigentlich erwartete Offensiv-Feuerwerk kam zunächst nicht so wirklich ins Rollen. In Sachen Wurfquote kratzten beide Teams gerade so an der 30-Prozent-Hürde, bis Curry nach sechseinhalb Minuten endlich seinen ersten Jumper versenkte. Anschließend lief es für Golden State besser - 27:21 für die Dubs.

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2. Viertel: Nachdem Golden State den Vorsprung früh im zweiten Abschnitt auf 13 Zähler ausbauen konnte, antworteten die Thunder mit Kevin Durant und einem 7:0-Lauf. Dann lief allerdings Thompson auf der anderen Seite heiß. 13 Zähler legte der Splash Brother allein in diesem Viertel auf, Curry steuerte zwei Dreier in den letzten Minuten bei und die Warriors lagen mit 60:47 in Front.

3. Viertel: Westbrook meldete sich endlich mal zu Wort und führte die Thunder mit 8 schnellen Punkten zu einem 14:2-Lauf. Damit verkürzte OKC auf 2 Zähler, doch die Antwort der Dubs ließ nicht lange auf sich warten: Curry hämmerte den Gästen zwei Dreier in Folge um die Ohren. Doch dank der RW0-Show (19 Zähler in diesem Abschnitt) blieben die Thunder in Schlagdistanz - 88:85 für Golden State.

4. Viertel: Langsam aber sicher nahmen die Thunder das Spiel in die Hand. Die Führung der Warriors hielt nicht mehr lange an, vielmehr lag Oklahoma City auf einmal mit 8 Zählern vorne. Doch Golden State gab natürlich nicht auf. Trotz teils schlechter Wurfauswahl kämpften sich die Dubs zurück und kamen bis auf 1 Zähler heran. Das reichte aber nicht. Nachdem Durant seine letzten 7 Würfe daneben setzte, war er endlich wieder erfolgreich. KD erhöhte den Vorsprung mit einem Jumper auf 5 Punkte. Anschließend verkürzten die Dubs zwar nochmal, doch nachdem ein klarer Schrittfehler von Westbrook nicht gepfiffen wurde, brachte er das Spiel von der Freiwurflinie nach Hause. Golden State war geschlagen - 108:102 für die Thunder.

Golden State Warriors vs. Oklahoma City Thunder: Hier geht's zum BOXSCORE

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Der Star des Spiels: Russell Westbrook. Die erste Halbzeit des Thunder-Guards war absolut zum Vergessen. Der Wurf wollte schlicht und einfach nicht fallen, der 27-Jährige hatte zur Pause nur 3 magere Zähler vorzuweisen. Doch dann drehte RussWess auf! Westbrook dominierte das dritte Viertel und stellte mit 19 Zählern allein in diesem Abschnitt ein neues Playoff-Career-High für die meisten Punkte in einem Viertel auf. Quasi im Alleingang brachte er OKC zurück ins Spiel und führte die Gäste mit 27 Punkten, 12 Assists, 6 Rebounds sowie 7 Steals zum Sieg.

Der Flop des Spiels: Die Warriors-Bank. Eigentlich ist die Tiefe der Dubs eine der großen Stärken des amtierenden Champions. Doch an diesem Abend ging bei den Reservisten der Gastgeber nicht viel. Weder Shaun Livingston, der vor allem Probleme mit seinem Wurf hatte (2/7 FG), noch Andre Iguodala oder Festus Ezeli konnten überzeugen. So entschieden die Thunder das Duell der Bänke sogar mit 21:16 für sich.

Stephen Curry: Die Karriere in Bildern
Das Basketballspielen wurde Stephen Curry in die Wiege gelegt, schließlich war schon sein Vater Dell Curry in der NBA aktiv.
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Bereits bei seinem eher unbekannten College-Team, den Davidson Wildcats, war der Point Guard nur schwer zu stoppen. In drei Uni-Jahren legte er im Schnitt aber mehr als 25 Punkte auf
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Auch wenn ihn aufgrund seines schmächtigen Körpers viele eher kritisch sahen, hinderte das die Golden State Warriors nicht daran ihn 2009 an 7. Stelle zu draften
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Dort wurde er mit dem 2011 gedrafteten Klay Thompson zusammengeführt, mit dem er seitdem die Splash Brothers bildet. Logisch, dass ein Spitzname bei dem starken Shooting der beiden nicht lange auf sich warten ließ
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Nach seinem zweiten Platz beim Rookie of the Year Award 2010 war er auch als Sophomore weiter erfolgreich. In seiner zweiten Saison gewann er die NBA Skills Challenge und zeigte, dass mit dem Ball nur wenige so gut umgehen können, wie er
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Doch gleich mehrere Knöchelverletzungen ließen Zweifel an Currys Profisport-Tauglichkeit aufkommen. In der Saison 2011/2012 konnte er nur 26 Spiele bestreiten
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Aber die Warriors glaubten an ihn und Curry unterschrieb eine Rookie-Extension über vier Jahre und 44 Mio. Dollar, die für das Team nicht ohne Risiko war. Doch in der Saison 2012/2013 folgte der endgültige Durchbruch...
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Curry wurde die Ehre zuteil, bei seinem ersten All-Star-Game direkt zu starten. Schnell zog er in der Gunst der NBA-Fans an Point-Guard-Liebling Chris Paul vorbei
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In der Postseason 2013 sorgten die Dubs für Aufsehen, als sie die Spurs um Spielmacher-Legende Tony Parker an den Rand der Niederlage brachten
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Durch seine starken Leistungen in der besten Basketballliga der Welt wurde Curry auch beim Team USA einer der wichtigsten Spieler. Zwar fehlt ihm noch Olympiagold, aber zwei Weltmeistertitel darf er bereits sein Eigen nennen
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Dass Curry der beste Distanzschütze der Association ist, stellte er beim Dreier-Contest 2015 unter Beweis. Mit 286 getroffenen Longballs in der Saison verbesserte er zudem seinen eigenen Rekord
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Auch privat läuft es für den Superstar. 2011 Heiratete er seine langjährige Freundin Ayesha Alexander...
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... 2012 kam Tochter Riley zur Welt. Und bei einigen Pressekonferenzen stahl ihm das extrovertierte Mädchen mit Leichtigkeit die Show
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Nach einer Saison mit 76 Siegen spielten sich die Warriors 2015 in die Finals, wo es zu einem erbitterten Kampf mit den Cleveland Cavaliers kam
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Am Ende siegte Golden State mit 4-2 und holte die erste Championship seit 40 Jahren nach Oakland. Andre Iguodala, der die Kreise von LeBron James enorm einengte, wurde zum Finals-MVP gekürt - und Curry freute sich mit ihm
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2015/2016 läuft noch besser: Die Warriors jagen aktuell den 72-Siege-Rekord der Bulls (1995/1996) und haben schon 59 Erfolge auf dem Konto
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In dieser Saison hat sich Curry noch einmal verbessert und schon bis Anfang März 300 Dreier eingenetzt. Und das bei einer Quote von 46 Prozent
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Auch individuell stößt Curry in neue Sphären vor: Mit 30,4 Punkten pro Spiel, einem PER von 32,2, einem True Shooting von 67,9 Prozent sowie 13,9 Win Shares ist der MVP auf dem Weg zu einer historischen Saison
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Zum besten Spieler des Planeten hat es Curry vor allem dank seines Arbeitseifers geschafft. Und die Konkurrenz hat jetzt schon Angst davor, der Chef könnte in den nächsten Jahren noch stärker werden...
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Das fiel auf:

  • Mit Spannung wurde erwartet, welche Matchups die beiden Head Coaches zu Beginn dieser Serie favorisieren würden. Interessanterweise ließ Warriors-Coach Steve Kerr seinen MVP in der Verteidigung gegen Russell Westbrook antreten. Thompson stand Durant gegenüber, während Green Roberson verteidigte. Wobei "verteidigte" nicht der richtige Ausdruck war. Vielmehr konzentrierte sich der 26-Jährige auf die Help-Defense und ließ Roberson meist alleine stehen.
  • Dadurch fiel es den Thunder nicht unbedingt leicht, in der gegnerischen Zone zu punkten. Oft kamen sie auch gar nicht soweit, da GSW zum einen den Weg in die Painted Area sehr gut dicht machte und zum anderen die Thunder zu einer Menge Turnover zwang. Allein zur Halbzeit standen 10 Ballverluste bei OKC im Boxscore aus denen die Warriors mit 15 Zählern Profit schlugen. Allerdings hatte auch Golden State Probleme mit dem Ballhandling (14 Turnover), während die Gäste in der zweiten Halbzeit sehr gut auf den Spalding aufpassten (nur 2 TO).
  • Auf der anderen Seite versuchten die Thunder die vielen Pick & Rolls der Dubs am Perimeter mit Switches unter Kontrolle zu bekommen. Das gelang mehr schlecht als recht. Die Warriors-Guards attackierten gnadenlos die größeren, dafür aber unbeweglicheren Gegenspieler, und penetrierten gut in die Zone. Dort fanden sie entweder selbst den Abschluss oder legten auf den besser positionierten Mitspieler ab (26 Assists).
  • Im vierten Viertel enttäuschte dann allerdings die Offense der Warriors auf ganzer Linie. Nachdem die Thunder die Führung eroberten fielen die Gastgeber unverständlicherweise in Panik und nahmen teils sehr schlechte Würfe. Die überhastete Wurfauswahl machte sich vor allem in der Bilanz von Downtown bemerkbar: Nur 1 der 10 Versuche jenseits der Dreierlinie fanden den Weg durch die Reuse. So kam Golden State im Schlussabschnitt gerade mal auf 14 Zähler.

Der Spielplan im Überblick

Philipp Jakob

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