Samstag, 30.04.2016

Playoff Check, West Semifinals

Das Warten auf den MVP

In der zweiten Runde der Playoffs treffen die Golden State Warriors ohne den verletzten MVP Steph Curry auf die Portland Trail Blazers (Spiel 1 am Sonntag ab 21.30 Uhr im LIVESTREAM FOR FREE). Im zweiten Duell der Western Conference bekommen es die San Antonio Spurs mit den Oklahoma City Thunder zu tun. SPOX macht den Check.

Stephen Curry wird den Warriors noch einige Zeit fehlen und kann nur nach vorn schauen
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Stephen Curry wird den Warriors noch einige Zeit fehlen und kann nur nach vorn schauen

Golden State Warriors (1) - Portland Trail Blazers (5)

Saisonbilanz: 3:1

Ausgangslage: Steph Curry ist verletzt. Für seine Rückkehr gibt es lediglich einen ungenauen Zeitplan. Zwei Wochen dauert es in der Regel, bis sich ein Spieler von einer Meniskus-Verletzung dieser Art erholt hat. Dabei darf nicht vergessen werden, dass auch der Knöchel des MVP lädiert ist und nicht gerade zur Stabilität des Knies beiträgt.

Die Warriors zeigten eine starke Reaktion und fertigten Houston in fünf Spielen ab, direkt nach Currys Verletzung drehte der Rest des Teams auf und nahm die Rockets im dritten Viertel von Spiel 4 auseinander. Das ist ein gutes Zeichen für Steve Kerr. Auch in Spiel 5 dominierten die Dubs ohne Curry, doch der Gegner war eben auch nur Houston.

Die Blazers profitierten schon gegen die Los Angeles Clippers von Verletzungen und konnten die Serie nach den Ausfällen von Chris Paul und Blake Griffin drehen. Damian Lillard und C.J. McCollum schultern das Team bisher auch in der Postseason und vertrauen dabei auf einen ordentlichen Supporting Cast. Schon jetzt ist Rip City DIE Überraschung der Saison.

Portland hat Golden State diese Saison bereits einmal geschlagen, Lillard spielte dabei groß auf und erzielte 51 Punkte. Steve Kerr adelte den Point Guard anschließend mit den Worten: "Er hat ausgesehen wie Steph Curry."

In der Serie gegen die Clippers spielte Center Mason Plumlee eine wichtige Rolle und legte 8 Punkte, 13,5 Rebounds (gegen DeAndre Jordan), 5,7 Assists, 1,0 Steals und 1,0 Blocks pro Spiel auf. In 29 Minuten. Dazu agierte er oft als Ballhandler am Elbow oder aus dem Post, von wo er Lillard und McCollum viele Würfe auflegte.

Der bevorstehende Abgang von Luke Walton bringt etwas Unruhe in das ansonsten so eng verbundene Dubs-Team, doch Golden State ist professionell genug, um sich davon nicht ablenken zu lassen. In Portland hat derweil die Euphoriewelle Einzug erhalten und der Erfolg der Blazers sorgt für gute Stimmung überall. Einziges Problem: Gegen Curry hätte das Team von Terry Stotts frei aufspielen können und nichts zu verlieren gehabt. Nun fangen sie auf einmal an, darüber nachzudenken, dass die Serie eventuell offen sein könnte. Das hat den wenigsten Underdogs gut getan.

Key Matchup: Klay Thompson vs. C.J. McCollum. Shootout! Dass die beiden Scharfschützen viele Würfe nehmen werden, ist so sicher wie der nächste Schrittfehler von LeBron James. Doch es wird darauf ankommen, wer von beiden effizienter agiert. Nirgendwo sind Possessions kostspieliger als in der Postseason, Thompson und McCollum werden in dieser Serie im Rampenlicht stehen.

Lillard ist die defensive Priorität der Warriors, neben Shaun Livingston wird Kerr vermutlich auch Iguodala gegen Dame stellen. Daher wird McCollum gezwungen, Plays für sein Team zu machen. Nun kann er zeigen, dass er mehr als nur ein Scorer ist und den MIP-Award verdient hat. Thompson muss das Team nach Currys Ausfall gemeinsam mit Draymond Green führen. In der Offensive kommt ihm dabei eindeutig die größere Rolle zu. Wenn er einen schlechten Tag hat, beginnen die Probleme der Dubs.

Underdog? Von wegen!
1975: Warriors (1) - Bullets (2) 4:0 - Einen Sweep hatte viele Beobachter erwartet, allerdings für Washington. Schließlich hatte man vorher den Champion zurück nach Boston geschickt. Auch beim 0:3 glaubten noch viele an die Bullets - beim 0:4 nicht mehr
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1975: Warriors (1) - Bullets (2) 4:0 - Einen Sweep hatte viele Beobachter erwartet, allerdings für Washington. Schließlich hatte man vorher den Champion zurück nach Boston geschickt. Auch beim 0:3 glaubten noch viele an die Bullets - beim 0:4 nicht mehr
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1984: Nets (6) - Sixers (3) 3:2 - Das war's mit dem Traum von Repeat. Der Champion aus Philly ging in der ersten Runde gegen New Jersey raus - trotz Dr. J, Moses Malone und Mo Cheeks
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1984: Nets (6) - Sixers (3) 3:2 - Das war's mit dem Traum von Repeat. Der Champion aus Philly ging in der ersten Runde gegen New Jersey raus - trotz Dr. J, Moses Malone und Mo Cheeks
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1987: Sonics (7) - Mavericks (2) 3:1 - 151 Punkte legte Dallas beim Sieg in Spiel 1 auf, vielleicht wurde ihnen das zum Verhängnis. Rolando Blackman, Derek Harper und Co. verloren drei Partien gegen Seattle, das in Runde 2 auch noch Houston ausknockte
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1987: Sonics (7) - Mavericks (2) 3:1 - 151 Punkte legte Dallas beim Sieg in Spiel 1 auf, vielleicht wurde ihnen das zum Verhängnis. Rolando Blackman, Derek Harper und Co. verloren drei Partien gegen Seattle, das in Runde 2 auch noch Houston ausknockte
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1991: Warriors (7) - Spurs (2) 3:1 - Run TMC mit Tim Hardaway, Mitch Richmond und Chris Mullin überliefen in Runde eins die Spurs um David Robinson. Danach war aber gegen die Lakers Endstation
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1991: Warriors (7) - Spurs (2) 3:1 - Run TMC mit Tim Hardaway, Mitch Richmond und Chris Mullin überliefen in Runde eins die Spurs um David Robinson. Danach war aber gegen die Lakers Endstation
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1994: Nuggets (8) - SuperSonics (1) 3:2 - Der erste Upset eines No.-8-Seeds beförderte Detlef Schrempf und die 63-Siege-Sonics aus den Playoffs, weil Denver nach zwei Pleiten zum Start noch das für unmöglich gehaltene Wunder gelang
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1994: Nuggets (8) - SuperSonics (1) 3:2 - Der erste Upset eines No.-8-Seeds beförderte Detlef Schrempf und die 63-Siege-Sonics aus den Playoffs, weil Denver nach zwei Pleiten zum Start noch das für unmöglich gehaltene Wunder gelang
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1995: Rockets (6) - Jazz (3) 3:2 - Die Rockets hatten zwar Olajuwon und Drexler, waren aber der Underdog gegen die Ultra-Kombo der Jazz, Stockton und Malone. In Spiel 5 lag Houston mit 13 zurück - und zog sich das Ding noch! Am Ende stand der Repeat
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1995: Rockets (6) - Jazz (3) 3:2 - Die Rockets hatten zwar Olajuwon und Drexler, waren aber der Underdog gegen die Ultra-Kombo der Jazz, Stockton und Malone. In Spiel 5 lag Houston mit 13 zurück - und zog sich das Ding noch! Am Ende stand der Repeat
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1999: Knicks (8) - Heat (1) 3:2 - Allan Houston wurde mit seinem Gamewinner zum Helden, als New York Miami in der Lockout-Postseason in der ersten Runde rauswarf - genau wie im Jahr zuvor! Für die Knicks war erst in den Finals gegen San Antonio Schluss
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1999: Knicks (8) - Heat (1) 3:2 - Allan Houston wurde mit seinem Gamewinner zum Helden, als New York Miami in der Lockout-Postseason in der ersten Runde rauswarf - genau wie im Jahr zuvor! Für die Knicks war erst in den Finals gegen San Antonio Schluss
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2001: Hornets (6) - Heat (3) 3:0 - Yeah, Baby! Der 21-jährige Baron Davis führte Charlotte zum Upset über Miami. Es war das dritte Mal in vier Jahren, dass die Jungs vom South Beach als Favorit ausschieden. Harter Tobak
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2001: Hornets (6) - Heat (3) 3:0 - Yeah, Baby! Der 21-jährige Baron Davis führte Charlotte zum Upset über Miami. Es war das dritte Mal in vier Jahren, dass die Jungs vom South Beach als Favorit ausschieden. Harter Tobak
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2004: Pistons (3) - Lakers (2) 4:1 - Der Durchmarsch war fest eingeplant, doch dann stand auf einmal Detroit im Weg und vermasselte L.A. den sicher geglaubten Titel. Finals-MVP Chauncey Billups und Co. läuteten das Ende der Kobe/Shaq-Ära ein
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2004: Pistons (3) - Lakers (2) 4:1 - Der Durchmarsch war fest eingeplant, doch dann stand auf einmal Detroit im Weg und vermasselte L.A. den sicher geglaubten Titel. Finals-MVP Chauncey Billups und Co. läuteten das Ende der Kobe/Shaq-Ära ein
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2007: Warriors (8) - Mavericks (1) 4:0 - Dirks dunkelste Stunde. Als Liga-MVP ausgezeichnet und mit der besten Bilanz verlieren Nowitzki und die Mavs gegen Golden State um Baron Davis und den späteren Maverick Monta Ellis
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2010: Spurs (7) - Mavericks (2) 4:2 - Der nächste Anlauf auf Mavs-Wiedergutmachung nach den Finals 2006 wurde gestoppt, dieses Mal von den Spurs. Parker, Duncan und Ginobili waren in der ersten Runde 2010 zu viel für den Dirkster
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2010: Spurs (7) - Mavericks (2) 4:2 - Der nächste Anlauf auf Mavs-Wiedergutmachung nach den Finals 2006 wurde gestoppt, dieses Mal von den Spurs. Parker, Duncan und Ginobili waren in der ersten Runde 2010 zu viel für den Dirkster
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2010: Celtics (4) - Cavaliers (1) 4:2 - Die Cavs lagen nach einer 61-Siege-Saison bereits 2:1 gegen die C's in Front, doch Boston holte drei Siege in Folge zum Einzug in die Conference Finals. Ohne diese Pleite wäre LeBron James vielleicht nie gegangen...
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2011: Grizzlies (8) - Spurs (1) 4:2 - Memphis hatte zuvor nicht ein einziges von zwölf Playoff-Spielen gewonnen, doch unter der Führung von Zach Randolph holten sie sich als Underdog gleich die komplette Serie gegen völlig geschockte Spurs
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2012: Sixers (8) - Bulls (1) 4:2 - Es war der Anfang der unschönen Verletzungsmisere von Derrick Rose. Nach seinem Kreuzbandriss in Game 1 witterte Philly die Chance und siegte in sechs Spielen. In der nächsten Runde gegen die Celtics war dann Schluss
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X-Faktor: Stephen Curry. Den Über-MVP als X-Faktor zu bezeichnen, wäre normalerweise eine Beleidigung, doch angesichts seines Gesundheitszustands ist es ein Sonderfall. Sollte Curry rechtzeitig zurückkommen, kann er das Momentum der Serie schlagartig verändern.

Wenn Golden State in zehn Tagen im Matchup vorn liegt, wird Steve Kerr das Risiko nicht eingehen, Curry einzusetzen und ihn stattdessen für die Conference Finals schonen, die hart genug werden. Sollten die Blazers allerdings auf dem Weg zum Upset sein, wird Curry spielen. Auch wenn er nicht bei 100 Prozent ist, sollte seine Präsenz die Blazers-Defense binden und Freiräume für die Teamkollegen schaffen.

Prognose: Es müsste schon ziemlich viel richtig laufen, wenn die Blazers in die Conference Finals einziehen sollten. Lillard und McCollum haben die Fähigkeiten, das geschwächte Warriors-Team zu ärgern, doch ein Sieg in der Serie ist äußerst unwahrscheinlich - zumal Kerr noch die Trumpfkarte Curry im Ärmel hat. Golden State in 6.

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Martin Klotz

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Martin Klotz(Redaktion)

Martin Klotz, Jahrgang 1988, ist seit Anfang 2014 bei SPOX.com. Den gebürtigen Bremer zog es zuletzt immer weiter Richtung Süden. Nach vier Jahren beim NDR in Hannover und einem Journalistik-Studium an der Uni Leipzig kam er nach Unterföhring. Als Volontär Mitglied der NBA-Redaktion und darüber hinaus zuständig für die Euroleague.

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