Legendäre Duelle: Bird vs. Wilkins '88

Ein Shootout für die Ewigkeit

Donnerstag, 28.04.2016 | 13:48 Uhr
Larry Bird (l.) und Dominique Wilkins (r.) spielten 1988 beide wie von Sinnen
© getty
Advertisement
Erlebe
deinen Sport
live
MLB
Mi01:10
Red Sox -
Twins
MLB
Do01:10
Red Sox -
Twins
MLB
Do18:10
Indians -
Rangers
MLB
Fr02:10
White Sox -
Yankees
MLB
Sa01:10
Reds -
Cubs
MLB
Sa02:10
White Sox -
Rangers
MLB
Sa02:15
Royals -
Twins
MLB
Sa04:07
Angels -
Mariners
MLB
Sa20:10
White Sox -
Rangers
MLB
Sa22:10
Brewers -
Marlins
MLB
So04:07
Angels -
Mariners
MLB
So19:10
Reds -
Cubs
MLB
So20:10
Astros -
Yankees
MLB
So20:10
White Sox -
Rangers
MLB
So20:10
Brewers -
Marlins
MLB
Di00:05
Nationals -
Mets
MLB
Di01:05
Yankees -
Blue Jays
MLB
Di01:15
Cardinals -
Marlins
MLB
Di02:10
Twins -
Angels
MLB
Di19:05
Yankees -
Blue Jays
MLB
Di20:15
Cardinals -
Marlins
MLB
Di20:20
Cubs -
Bay Rays
MLB
Mi19:05
Yankees -
Blue Jays
MLB
Do01:35
Braves -
Astros
MLB
Do02:15
Cardinals -
Marlins
MLB
Do04:10
Mariners -
Royals
MLB
Do19:45
Cardinals -
Marlins
MLB
Fr01:05
Nationals -
Braves
MLB
Fr01:07
Blue Jays -
Astros
MLB
Fr02:10
Twins -
Orioles
MLB
Sa01:07
Blue Jays -
Astros
MLB
Sa04:10
Mariners -
Athletics
MLB
Sa04:15
Giants -
Marlins
MLB
Sa19:05
Yankees -
Brewers
MLB
So01:15
Cubs -
Pirates
MLB
So19:05
Yankees -
Brewers
MLB
So19:07
Blue Jays -
Astros
MLB
So21:05
Rangers -
Angels

Die Atlanta Hawks und Boston Celtics liefern sich derzeit eine der besten Serien der ersten Playoff-Runde. Beide Franchises haben über die Jahrzehnte allerdings schon etliche Schlachten geschlagen. Die denkwürdigste ereignete sich am 22. Mai 1988 mit zwei legendären Protagonisten - SPOX blickt zurück.

Es gibt so Tage, da passt einfach irgendwie alles zusammen.

Jeder Basketballer kennt das: Die ersten Würfe fallen, dann probiert man es mit einigen schwierigen Würfen, einfach um zu sehen, wie weit man das eigene Glück ausreizen kann. Heat Check. Fällt auch dabei alles rein, ist man ganz offiziell dort angekommen, wo jeder Spieler am liebsten ständig sein würde: in the zone. Auf einmal wirkt der Korb weit wie ein Ozean.

Es kommt selten genug vor, dass ein Spieler in einem siebten Spiel diesen trance-artigen Zustand erreicht. Noch seltener stellen beide Teams zum selben Zeitpunkt einen derartigen Flammenwerfer. Insofern darf es kaum verwundern, dass Spiel 7 der Eastern Conference Semifinals 1988 als vielleicht größtes Privatduell der Geschichte in die NBA-Annalen einging.

"Es war schon irre. Ich hatte schon 60-Punkte-Spiele gesehen, aber nie mit so einer Gegenwehr", erinnerte sich Celtics-Legende und -Kommentator Tom Heinsohn in einer Oral History von 2013 zurück. "Es ging nur um die Willenskraft der beiden. Es ging nicht darum, dass die Coaches irgendwelche Plays aufschrieben. Es hieß: 'Ich spiele gegen dich und werde dir in den Hintern treten.'"

Zwei Teams am Scheideweg

Eine bessere Bühne hätte es für diesen Shootout nicht geben können. Ebenso wenig hätten sich zwei Superstars finden lassen, die vom Spiel her weiter voneinander entfernt waren, was sich auch an ihren jeweiligen Teams ablesen ließ.

Dominique Wilkins und seine Hawks standen für Individualismus, Athletik, Highlights, jugendliche Energie. Larry Birds Celtics waren von Finesse und Spielintelligenz geprägt, von Team-Basketball. Und sie waren in die Jahre gekommen - Mitte der 80er noch das beste Team der Liga, gingen die Kelten zunehmend verletzungsgeplagt dem Ende einer Ära entgegen.

Larry Bird: Ein Großmeister auf dem Court

Dementsprechend hatten sie auch mit den jüngeren Hawks deutlich größere Probleme als in den Jahren zuvor. Nach zwei Siegen zum Auftakt holte Atlanta drei Siege in Serie, einen davon sogar im legendären Boston Garden. Aufgeben war jedoch keine Option, also holten sich Bird und Co. Spiel 6 in Atlanta. Für die Entscheidung ging es wieder nach Hause - und Bird war wieder selbstbewusst wie eh und je.

Garantien von Bird und Wilkins

"Bird hatte vor Spiel 7 garantiert, dass die Celtics gewinnen würden", erinnerte sich Wilkins später. "Tree Rollins hatte mich darauf aufmerksam gemacht. Ich sagte zu ihm: 'Wenn du nicht bereit bist zu kämpfen, dann komm gar nicht erst mit. Denn wer immer sich heute mit mir anlegt wird einen langen Abend erleben.'"

Spiel 7 begann, und Wilkins hielt Wort. 31 Punkte hatte er nach drei Vierteln bereits gesammelt, während Bird sich mit 14 Zählern bis dahin noch eher zurückhielt und Kevin McHale (33 Punkte) die Arbeit machen ließ. Das Spiel blieb trotzdem die ganze Zeit über knapp, vor dem letzten Viertel führte Boston mit 84:82. Und dann leistete sich Kevin Willis einen folgenschweren Fehler.

Wilkins: "Wir rannten das Feld herunter, Kevin, Bird und ich. Kevin streckte seinen Arm aus und sagte: 'Lass' den Penner keinen Punkt mehr machen!' Larry war ja in Hörweite. Ich dachte mir nur, was zum Teufel machst du da? Larrys Augen wurden auf einmal riesengroß. Ich wusste, dass es jetzt losgehen würde. Das hat ihn aufgeweckt. Dann begann der Shootout."

"Wie ein Spiel HORSE"

Und genau so kam es. Beide schaukelten sich binnen weniger Minuten dermaßen hoch, dass es die Zuschauer und Bankspieler im Kollektiv von den Sitzen riss. Alles ging - auf beiden Seiten.

Boxscore: Celtics - Hawks, Spiel 7, 1988

Ein Layup im Stolpern, mit der linken Hand über die ausgestreckten Arme zweier Verteidiger von Bird. Ein Dreier von Wilkins. Ein Leaner von Bird. Ein Jumper von Wilkins über McHales Gorilla-Arme. Ein Bird-Floater mit der Linken. Jumper Wilkins, Jumper Bird. Baby-Hook Wilkins, Jumper Bird. Es ging rauf und runter!

"Es war wie ein Spiel HORSE", erinnerte sich Hawks-Guard Cliff Levingston. "Wieder und wieder überboten sie sich gegenseitig. Im Grunde war es wie Eins-gegen-Eins über das ganze Feld. Alle anderen waren nur dafür da, den Ball abzugeben und aus dem Weg zu gehen."

Seite 1: Der große Fehler des Kevin Willis

Seite 2: Das dramatische Finale

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung