Oklahoma City Thunder - Los Angeles Clippers 119:117

Am Rande der Blamage

Von Philipp Jakob
Freitag, 01.04.2016 | 06:35 Uhr
Russell Westbrook (M.) schrammt dieses Mal nur knapp am Triple-Double vorbei
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Was für ein Shootout! In einem wahren Offensiv-Feuerwerk schlagen die Oklahoma City Thunder (53-23) das B-Team der Los Angeles Clippers (47-28) denkbar knapp mit 119:117 (BOXSCORE).Von Defense ist wenig zu sehen, gefühlt jeder Wurf sitzt und Rivers und Crawford sind im Curry-Mode. Am Ende zittern sich die Thunder zum Sieg.

Schon von Beginn an ließen beide Teams nichts anbrennen und versenkten einen Jumper nach dem anderen. Besonders die Clippers, die gleich drei Startern eine Pause gönnten und mit einem B-Team antraten, präsentierten sich vor allem von Downtown unglaublich heiß. Der neue Starting-Backcourt um Austin Rivers und Jamal Crawford spielte sich in einen Curry-Mode.

Ein Dreier nach dem anderen fand den Weg durch die Reuse, sodass die Clippers am Ende starke 16 der 29 Versuche aus der Distanz im Korb unterbrachten. Rivers (7/9 Dreier) und Crawford (5/8) waren dabei mit jeweils 32 Zählern (Career-High für Rivers) am stärksten. Zum Sieg reichte es aber dennoch nicht ganz.

Denn diese Blamage wollten sich Russell Westbrook und Kevin Durant nicht antun. Das Star-Duo der Thunder überzeugte ebenfalls, allerdings schrammte Westbook knapp an seinem 17.Triple-Double vorbei. Mit seinen 26 Punkten, 11 Assists, 8 Rebounds sowie 4 Steals war er aber dennoch bester Mann bei den Gastgeber. Durant steuerte 31 Zähler und 8 Rebounds bei und kam damit im 60. Spiel in Folge auf mindestens 20 Punkte. Die Thunder sollten mit diesem Sieg den dritten Platz in der Western Conference vor den Clippers sicher haben.

Die Reaktionen:

Kevin Durant (Oklahoma City Thunder): "Das war ein komisches, verrücktes Spiel. Aber ich bin glücklich, dass wir gewonnen haben."

Steven Adams (Oklahoma City Thunder) über seinen Gamewinner: "Da hatte ich einfach Glück. Ich hatte zuvor einige Fehler gemacht und war glücklich, dass mir zumindest ein guter Spielzug in einem wichtigen Moment gelungen ist."

Billy Donovan (Thunder-Coach): "Solche Spiele sind hart zu gewinnen, denn das waren nicht die normalen Rotationen. Ihnen gebührt viel Lob. Sie haben extrem gut von der Dreierlinie getroffen. Aber ich möchte unseren Jungs auch ein Lob aussprechen für ihren Kampfgeist."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Für die Clippers steht das vierte Spiel in fünf Nächten an - Grund genug für Head Coach Doc Rivers, gleich drei Starter zu schonen. Paul, Redick und Jordan bekommen eine Pause. Dafür sollen es Rivers, Crawford, Johnson, Mbah a Moute und Aldrich richten. Auf Seiten der Thunder steht die wohlbekannte Starting Five bestehend aus Westbrook, Roberson, Durant, Ibaka und Adams auf dem Parkett.

1. Viertel: Beide Teams starteten ziemlich heiß in die Partie und waren von Beginn an im Rhythmus - für die Thunder lief es allerdings besonders gut. Von den ersten 11 Versuchen aus dem Feld fanden 10 den Weg durch die Reuse. Das reichte für eine frühe 10-Punkte-Führung. Dank Crawford (15 Punkte, 3/3 Dreier) verkürzten die Clippers aber auf 30:37 nach den ersten 12 Minuten.

2. Viertel: Es ging genau da weiter, wo es im ersten Viertel aufgehört hatte: Sowohl die Thunder als auch die Clippers schossen die Lichter aus. Mit einem 15:4-Lauf glich Los Angeles die Partie wieder aus und der weiterhin unglaublich heiße Crawford brachte LAC zur Halbzeitpause mit 69:65 in Front.

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3. Viertel: Das bärenstarke Backcourt-Duo der Clippers um Rivers und Crawford dachte gar nicht daran, den Fuß vom Gas zu nehmen. Die beiden machten unglaublich Dampf und führten Los Angeles zu einer zwischenzeitlichen 9-Punkte-Führung. Doch Defense war auf beiden Seiten weiterhin Fehlanzeige und so blieb es spannend. 97:93 für die Clippers.

4. Viertel: Die Clippers konnten sich nur ganz leicht absetzen, das reichte gegen OKC aber nicht. Nach einem spektakulären Alley-Oop-Dunk und weiteren leichten Punkten waren die Thunder wieder zurück und lagen knapp in Front. Es blieb jedoch bis in die Schlusssekunden spannend. Nachdem Adams einen weiteren Offensiv-Rebound in eine Zwei-Punkte-Führung umwandeln konnte, scheiterte Rivers allerdings mit einem Layup. Westbrook schnappte sich den Spalding und brachte den Sieg nach Hause. 119:117 für die Thunder.

Thunder vs. Clippers: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Russell Westbrook. Zum 17. Triple-Double reichte es zwar nicht ganz, dennoch war Westbrook der beste Spieler seines Teams und zeigte mal wieder von allem ein bisschen was. Am Ende war es vor allem seine Energie und sein Wille, der den Thunder einige wichtige Rebounds und Steals bescherte. So kam der 27-Jährige neben seinen 26 Punkten auf 11 Assists, 8 Rebounds und 4 Steals (bei 5 Turnover).

Der Flop des Spiels: Jeff Green. Einen wirklichen Flop brachte diese Partie eigentlich nicht hervor. So gut wie jeder Akteur hatte an diesem Abend starke Szenen - so auch Green. Allerdings traf der 29-Jährige nur 1 seiner 5 Dreier und verlegte gerade in den Schlussminuten ein paar wichtige Würfe. Dennoch lieferte auch Green mit seinen 19 Zählern und 3 Rebounds wichtige Unterstützung für Rivers und Crawford.

Das fiel auf:

  • Das Offensiv-Feuerwerk, das beide Teams auf's Parkett zauberten, war schier unglaublich. Nachdem die Thunder ihr bestes erstes Viertel in Sachen Treffsicherheit in dieser Saison ablieferten (71,4 Prozent FG, 3/4 Dreier), ging es im Anschluss genauso weiter. Dabei war in den meisten Fällen die Defense gar nicht mal allzu schlecht - die Offense nur einfach deutlich besser!
  • In der zweiten Hälfte wartete jeder auf den Einbruch beider Teams - der ließ allerdings ziemlich lange auf sich warten. Erst im Schlussabschnitt gingen die Wurfquoten ein klein wenig zurück, blieben aber dennoch auf einem hohen Niveau. Auch die Spannung blieb bis in die Schlusssekunden erhalten, letztendlich setzten sich Durant und Westbrook aber dank ihrer Chlutchness durch. Auf der anderen Seite konnte Crawford und Rivers am Ende der Partie keine Akzente mehr setzen.
  • In bester Warriors-Manier hämmerten die Clippers den Gastgebern einen Dreier nach dem anderen um die Ohren. Zur Halbzeit verwandelte Los Angeles starke 9 ihrer 13 versuche von Downtown. Besonders Austin Rivers (7/9 Dreier) und Jamal Crawford (5/8) präsentierten sich im absoluten Curry-Mode und ließen die Thunder mit dem ein oder anderen ansatzlosen Pull-Up-Dreier verzweifeln. Insgesamt versenkte L.A. starke 16 von 29 Versuche aus der Distanz (55,2 Prozent), während die Thunder in diesem Bereich eher Probleme hatten (10/32 Dreier, 31,3 Prozent).
  • Überraschenderweise konnten die Clippers auch ohne CP3, DeAndre3000 und Redick sehr gut mithalten. Das relativ kleine Lineup, das durch das Fehlen von Jordan recht häufig auf dem Parkett stand, hatte an den Brettern das Nachsehen (46:26 Rebounds für OKC). Da aber die Wurfquoten so hoch waren, wurde das kleine Lineup der Clippers weniger bestraft. Das Offensiv-Rebounding ermöglichte den Thunder aber, im Spiel zu bleiben und mit dem Dreierregen der Clippers mitzuhalten.

Der Spielplan im Überblick

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