Chicago Bulls - Cleveland Cavaliers 105:102

Die Bulls bleiben am Leben

Von Philipp Jakob
Sonntag, 10.04.2016 | 05:30 Uhr
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Was für ein Krimi in Chicago! Nach einer engen und hart umkämpften Partie setzen sich die Chicago Bulls (40-40) gegen die Cleveland Cavaliers (56-24) durch und gewinnen mit 105:102 (BOXSCORE). Die Bulls-Reservisten drehen angeführt von einem Unbekannten auf, die Cavs halten mit einem Dreierregen dagegen. Ein wildes Finish entscheidet die Partie.

Jubel in Chicago: Die Playoff-Hoffnungen der Bulls bleiben vorerst bestehen. Mit dem Sieg gegen die Cavaliers haben die Bulls weiterhin eine kleine Chance, die Post-Season zu erreichen. Dafür müssen sie selbst aber die beiden verbleibenden Partien gewinnen und gleichzeitig auf Patzer der Pacers hoffen. Cleveland verpasste es andererseits, den ersten Platz in der Eastern Conference perfekt zu machen.

Dabei legten die Cavs eigentlich eine recht überzeugende Leistung auf's Parkett. LeBron James führte sein Team mit 33 Punkten (13/17 FG), 7 Rebounds und 3 Assists an (Highlights im Video), Kevin Love steuerte 20 Zähler und 13 Rebounds bei. J.R. Smith präsentierte sich heiß wie Frittenfett und hämmerte den Bulls 7 Dreier (Highlights im Video) um die Ohren für 24 Punkte (dazu 6 Rebounds, 4 Assists).

Doch der Dreierregen der Cavaliers (19/40 Dreier) war einfach nicht genug. Die zweite Garde von Chicago drehte mächtig auf und überrumpelte Cleveland. Jimmy Butler kam noch als bester Starter der Bulls auf 21 Punkte und 6 Assists, über die Ehrung als besten Spieler durfte sich aber Cristiano Felicio freuen. Mit 16 Punkten und 5 Assists führte er die enorm starke Bank der Bulls (44:11) an.

Die Reaktionen:

Pau Gasol (Chicago Bulls): "Das zeigt unseren Charakter, das zeigt unseren Stolz. Es ist aber auch frustrierend. Wenn wir so eine Leistung jeden Abend gezeigt hätten, wären wir nicht in dieser Situation."

Kevin Love (Cleveland Cavaliers): "Ich bin damit zufrieden, wo wir gerade stehen. Wenn wir eine win-or-die-Mentalität haben, dann sind wir richtig, richtig schwer zu schlagen."

LeBron James (Cleveland Cavaliers) über die letzte Aktion: "Egoistisch gesehen hätte ich den letzten Wurf natürlich gerne genommen, so wie ich heute getroffen habe. Er hätte nur herüberpassen müssen, aber [Dellavedova] hat den Airball geworfen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Keine Experimente auf beiden Seiten. Die Bulls starteten mit Derrick Rose, Mike Dunleavy, Jimmy Butler, Nikola Mirotic und Pau Gasol. Auf der anderen Seite standen Kyrie Irving, J.R. Smith, LeBron James, Kevin Love und Tristan Thompson von Beginn an auf dem Parkett.

1. Viertel: Die Cavs erlebten einen Start nach Maß. In der Offensive wollte fast alles gelingen - vor allem für Love, der im ersten Abschnitt 13 Zähler auflegte. So erarbeitete sich Cleveland einen 11-Punkte-Vorsprung, der aufgrund eigener Turnover und der starken Bulls-Bank aber wieder dahinschmolz. 31:27 für die Cavs.

2. Viertel: Die Bulls-Reservisten machten weiter Dampf und übernahmen dank eines 13:2-Laufs sogar die Führung. Doch die Starter waren weiterhin nicht ganz auf der Höhe. Zumindest setzten sich die Cavaliers wieder ein wenig ab. Am Ende verkürzte aber Mirotic auf 52:54 aus Sicht der Bulls.

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3. Viertel: Pump-Fake, Drive zum Korb gefolgt von einem spektakulären Dunk über Gasol. Wer war dafür verantwortlich? Kevin Love! Der Dreierspezialist zeigte auch mal andere Qualitäten und brachte die Cavs wieder mit 10 Punkten in Front. Doch erneut waren es die Reservisten, die Chicago in Schlagdistanz brachten. Nur 82:79 für die Cavaliers.

4. Viertel: Bulls-Coach Fred Hoiberg ließ seine Reservisten auch zum Start des Schlussabschnitts auf dem Parkett - und dass vollkommen zu Recht! Chicago setzte sich dank eines 16:2-Laufes mit 12 Zählern ab. Doch die Cavaliers gaben nicht so leicht auf. Dank der Treffsicherheit von Downtown blieb Cleveland in Schlagdistanz, verkürzte sogar noch auf 2 Punkte. Anschließend verwarf J.R. Smith absichtlich einen Freiwurf, schnappte sich den Offensiv-Rebound gleich selbst und ermöglichte Matthew Dellavedova einen Dreierversuch - doch der endete als Airball. Chicago gewann mit 105:102.

Chicago Bulls vs. Cleveland Cavaliers: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Cristiano Felicio. Wer? Cristiano Felicio! Der Brasilianer, der bisher nur 8,6 Minuten pro Spiel ran durfte, machte das Spiel seines Lebens und zauberte eine fabelhafte Leistung auf's Parkett. Mit seiner Energie und seinem Einsatz führte er die starken Reservisten der Bulls an. Zudem erwischte der 23-Jährige sowohl offensiv als auch defensiv einen hervorragenden Abend. Mit seinen 16 Punkten (7/7 FG), 5 Rebounds sowie 2 Blocks war Felicio klar der beste Mann auf dem Court.

Der Flop des Spiels: Die Bank der Cavs. Mal ganz abgesehen von Channing Frye trugen die Reservisten der Gäste absolut nichts zu diesem Spiel bei. Und Frye stand am Ende ebenfalls bei nur 6 Zählern und 1 Rebound. Das sagt schon einiges über die Leistung der Bank-Spieler aus. Insgesamt steuerten Frye, Dellavedova und Co. nur 9 Punkte bei und ließen sich von den Reservisten der Bulls überrumpeln.

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Das fiel auf:

  • Zu Beginn der Partie machten sich die Cavaliers immer wieder selbst das Leben schwer, indem sie sich einen Turnover nach dem anderen leisteten. Zwar lief es offensiv eigentlich ziemlich gut, sodass sich Cleveland eine frühe Führung erspielen konnte. Doch aufgrund der 6 Ballverluste im ersten Viertel war diese wieder schnell dahin. Insgesamt hatten die Cavs 15 Turnover im Boxscore stehen.
  • Von diesen Ballverlusten wusste vor allem die Bulls-Bank zu profitieren. Während die Starter allesamt einen schwierigen Start erlebten, präsentierten sich die Reservisten von Beginn an auf der Höhe. Schon zur Halbzeit hatten Bobby Portis und Co. 21 Zähler auf dem Konto und damit deutlich mehr als die Cavs-Bank (6). Auch im weiteren Spielverlauf wussten die Reservisten zu überzeugen (insgesamt 44:11 Vorteil für Chicago).
  • Auch wenn von den Reservisten nicht viel Unterstützung kam, LeBron James und Co. machten dies mit einem wahren Dreierregen wieder wett. Die Cavs zeigten sich extrem treffsicher und versenkten 19 ihrer 40 Versuche von Downtown (47,5 Prozent). Dabei profitierten sie auch von ihrem guten Ball-Movement. Der besser positionierte Mitspieler wurde immer wieder exzellent eingesetzt, was sich in 24 Assists bemerkbar machte.
  • Doch abgesehen von den Dreiern ging bei Cleveland nicht viel. Die Bulls-Defense verstand es recht gut, den Gästen innerhalb der Dreierlinie jeden Wurf extrem schwer zu machen. Bei jedem Versuch in Ringnähe hatte Cleveland eine oder mehrere Hände im Gesicht, sodass die Cavs in der zweiten Halbzeit gerade einmal 4 von 19 Zwei-Punkte-Versuchen verwandelten. Zudem kamen weitere Ballverluste hinzu. So setzte sich Chicago spielentscheidend ab.

Der Spielplan im Überblick

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