Sonntag, 07.02.2016

NBA-Schlaglichter

Warriors furios zum nächsten Rekord

Die Golden State Warriors legen gegen die Houston Rockets ein unfassbares erstes Viertel hin, müssen sich am Ende für den nächsten Rekord aber strecken. Sein Antonio läutet bei den Heat erfolgreich den Rodeo Road Trip ein, die Wizards vermiesen den Knicks das Debüt von Kurt Rambis. Und: kuriose Schlussphase zwischen Boston und Milwaukee.

Stephen Curry lieferte sich in Houston ein Scoring-Duell mit James Harden
© getty
Stephen Curry lieferte sich in Houston ein Scoring-Duell mit James Harden
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Miami Heat (29-24) - San Antonio Spurs (44-8) 101:119 (BOXSCORE)

Die Spurs stehen am Anfang eines acht Spiele andauernden Roadtrips - und was gibt's da schöneres als einen Sieg? So ähnlich verlief wohl auch der Gedankengang von LaMarcus Aldridge, der mit 28 Punkten und 10 von 16 Würfen aus dem Feld einmal mehr bewies, dass er endgültig in Texas angekommen ist.

Allerdings ging der Sieg nicht so locker über die Bühne, wie es das Endergebnis vermuten lässt. Die Spurs zeigten zwar gewohnt hochklassigen Basketball, lagen gegen treffsichere Heat (57,1 Prozent FG) knapp zehn Minuten vor Schluss aber nur mit 87:80 vorne. Dann brachte allerdings eine einzige Possession mit 7 Punkten die Entscheidung.

Wie das geht? Nun. Den Anfang machte Patty Mills mit einem Vierpunktspiel. Bei seinem Freiwurf ließ sich dann Miamis Center Hassan Whiteside zu einem Ellbogenstoß gegen Boban Marjanovic hinreißen und wurde daraufhin zu Recht disqualifiziert. Der Spurs-Rookie versenkte anschließend einen Freiwurf (5. Punkt), ehe Kawhi Leonard nach dem folgenden Einwurf noch einen Jumper (6. und 7. Punkt) traf.

"Wir haben so etwas schon einmal mit ihm durchgemacht. Das ist einfach enttäuschend und hat nichts mit Basketball zu tun", kritisierte Head Coach Erik Spoelstra seinen Übeltäter nach dem Spiel scharf. Auch Dwyane Wade (20 Punkte, 5 Assists) zeigte sich wütend: "So etwas schadet uns und wird Konsequenzen haben, mit denen er leben muss."

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New York Knicks (23-32) - Washington Wizards (23-27) 108:111 (BOXSCORE)

Alles hätte so schön sein können für die Knicks. Neuer Head Coach, Aufbruchsstimmung, Heimspiel, kein übermächtiger Gegner...da könnte doch was gehen? Leider nicht. Denn die Wizards hatten andere Pläne und entführten einen knappen Sieg aus dem Big Apple.

Dazu legten die Gäste furios los und erspielten sich einen schnellen 16-Punkte-Vorsprung, der aber nicht von langer Dauer war. Denn die Knicks bewiesen beim Debüt von Kurt Rambis an der Seitenlinie Moral und kamen wieder ran. Mehr noch: Sie gingen im letzten Viertel sogar mit einem Punkt in Führung.

Doch besonders Washingtons Backcourt ließ sich davon nicht beeindrucken und hatte immer wieder die richtige Antwort parat. John Wall legte allein im letzten Viertel 15 Punkte auf und brachte die Gastgeber mit seiner Nervenstärke von der Freiwurflinie zur Verzweiflung. Bradley Beal (26 Punkte) streute wichtige Dreier ein.

Apropos Dreier: Mit einem solchen hätte Langston Galloway das Spiel beinahe noch in die Verlängerung geschickt, doch sein Versuch war zu kurz. Kurios: Eigentlich sah der Plan der Wizards vor, den Knickerbocker mit einem Foul von einem Dreipunktwurf abzuhalten - ohne Erfolg. Aber das spielt ja jetzt keine Rolle mehr.

Die Gesamtausbeute von Wall betrug letztendlich übrigens 28 Punkte und überragende 17 Assists, während auf der anderen Seite Carmelo Anthony 33 Punkte (12/22 FG) sowie 13 Rebounds verbuchte. Letzterer war mal wieder mit dem Start seines Teams nicht einverstanden: "Es kann nicht sein, dass wir allen unseren Gegnern 30 oder mehr Punkte im ersten Viertel erlauben. Dann kostet es einfach zu viel Kraft, noch einmal zurückzukommen und diese Kraft fehlt am Ende."

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Milwaukee Bucks (21-32) - Boston Celtics (31-23) 112:111 (BOXSCORE)

Solche Schlussphasen gibt es auch nicht alle Tage. Beim Stand von 109:109 bekam Greg Monroe unter dem Korb den Ball und versenkte einen Hookshot zum vermeintlichen Gamewinner bei noch einer verbleibenden Sekunde. Doch natürlich nahmen die Celtics die Auszeit und wollten beim anschließenden Einwurf Kelly Olynyk ins Spiel bringen - der dann prompt von den Bucks gefoult und ohne Zeitverlust an die Linie geschickt wurde.

Dort behielt er die Nerven und glich das Spiel wieder aus. Das Prozedere ging nun also von vorne los, diesmal mit Auszeit und Einwurf für Milwaukee. Die Celtics hingegen hatten sich derweil wohl ein Vorbild an ihrem Gegner genommen und leisteten sich ebenfalls ein Foul. Der Nutznießer: Khris Middleton, dem ein Treffer von der Linie genügte, um das Spiel zu entscheiden (diesmal wirklich).

Das letzte Foul beging übrigens der ansonsten starke Avery Bradley (18 Punkte), der die Schlüsselszene wir folgt analysierte: "Ich habe versucht, gut und aggressiv zu verteidigen. Der Schiedsrichter hat sich dann einen großartigen Pfiff geleistet." Sarkasmus? Man weiß es nicht.

Die Randgeschichte des Spiels lieferte im Übrigen Monroe, der etwas überraschend zu Beginn auf er Bank Platz nehmen musste - eine völlig neue Rolle für den Center. Doch mit 29 Punkten (13/21 FG) und 13 Rebounds zeigte er, dass er damit umgehen kann: "Es geht nur darum, das Spiel zu gewinnen und dass ich meinen Teil dazu beitrage, wenn ich auf dem Court stehe."

Golden State Warriors (47-4) - Houston Rockets (27-27) 123:110 (BOXSCORE)

Wer sich ein Bild von den Warriors der Saison 2015/2016 machen möchte, dem sei das erste Viertel gegen die Rockets ans Herz gelegt. Kurz die Zahlen: 42 Punkte, 68 Prozent aus dem Feld, 60 Prozent von der Dreierlinie. Der Anteil daran von Stephen Curry: 19 Punkte, 7 von 8 aus dem Feld, 5 von 6 von Downtown. Mehr geht quasi nicht.

Jedoch hatten sich die Rockets dazu entschlossen, sich nicht über die volle Strecke vorführen zu lassen und legten ein ähnlich starkes zweites Viertel hin, das die Geschichte wieder spannend machte. Und da die Warriors nach dem Pausentee auch ein paar menschliche Züge zeigten, gingen die Texaner zwischenzeitlich sogar in Führung.

Es blieb allerdings wild - und die Warriors können wild. Also drehte der Champion ein letztes Mal auf und wies seine Gäste in die Schranken. Curry kam dabei am Ende auf 35 Punkte (7/16 3FG), 5 Rebounds sowie 9 Assists, Harrison Barnes legte 19 Zähler auf. Auf der anderen Seite präsentierte sich James Harden aufmüpfig und hielt mit 37 Punkten (6/10 3FG) dagegen.

Golden State hat damit nicht nur den zehnten Sieg in Folge eingefahren, sondern nun auch 47 der ersten 51 Saisonspiele gewonnen - NBA-Rekord! Die 1996-er Bulls standen während ihrer 72-10-Saison zum selben Zeitpunkt bei 46 Siegen und 5 Niederlagen.

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