Freitag, 05.02.2016

New Orleans Pelicans - L.A. Lakers 96:99

Kobe erdolcht New Orleans

Die Los Angeles Lakers (11-41) haben bei den New Orleans Pelicans (18-31) knapp mit 99:96 gewonnen. Sie führten lange Zeit zweistellig, doch am Ende wurde es dank Chaos auf beiden Seiten noch einmal eng - ehe Kobe Bryant das Spiel entschied. Anthony Davis dominierte zwar, fand aber zu wenig Unterstützung.

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Es war das Duell zweier Generationen: Die scheidende Legende Kobe Bryant auf der einen Seite gegen den werdenden Superstar Anthony Davis auf der anderen. Am Ende siegte der Altmeister, der in der Schlussphase die Nerven behielt und von Downtown das Spiel entschied. So kam Bryant auf 27 Punkte (4/11 3FG), 12 Rebounds und 2 Assists, wobei er vor allem im ersten Durchgang von Jordan Clarkson (18 Punkte) unterstützt wurde.

Anthony Davis war zeitweise in der Offensive auf sich allein gestellt und erzielte bärenstarke 39 Punkte (16/25 FG) und 11 Rebounds, konnte das Übel aber nicht abwenden. Denn auch The Brow unterliefen entscheidende Flüchtigkeitsfehler.

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Die Reaktionen:

Kobe Bryant (Lakers, über seine Rolle als "Crowd Silencer" in der Schlussphase): "Dieses Gefühl werde ich am meisten vermissen. Es macht einfach Spaß, am Ende den Druck zu spüren und die Emotionen und Nervosität der Fans, die man dann zum Schweigen bringen kann."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: New Orleans schickt Norris Cole und den jungen Brye Dejean-Jones im Backcourt aufs Feld, für Tyreke Evans (Knie) hat es noch nicht gereicht. Den Frontcourt bilden Alonzo Gee, Anthony Davis und Omer Asik. Auf der anderen Seite setzt Byron Scott auf folgende fünf Jungs: Jordan Clarkson, Lou Williams, Kobe Bryant, Julius Randle und Roy Hibbert.

4.: Ganz schwacher Start der Pelicans. 7 der ersten 8 Würfe verfehlen ihr Ziel, auch AD ist noch nicht da. Bei den Lakers läuft's besser: Kobe und Clarkson geben Gas und sorgen für eine 11:2-Führung.

8.: Jetzt meldet sich auch The Brow zum Dienst! Erst trifft er aus der Halbdistanz, dann zieht er hart zum Korb und hebt ab. Hibbert umarmt ihn zwar noch ganz lieb, kann den Dunk mit Foul aber nicht verhindern. Trotzdem steht's noch 12:21.

15.: Ryan Anderson läuft hier mal wieder heiß! Zwei Bomben von der imaginären Vierpunkte-Linie sind nur Formsache, auch ein Hookshot (zumindest so etwas in der Art) aus dem Post sitzt. Die Pelicans jetzt mit 36:34 vorne.

21.: Kurzer Kobe-Check ein paar Minuten vor der Pause: 13 Punkte, 7 Rebounds, 2 Assists. Nicht so übel. Das gilt auch für die restliche Lake-Show: Sie hat sich vom kleinen Zwischentief erholt und führt jetzt wieder mit 52:42.

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29.: Fahriger Start auf beiden Seiten nach dem Pausentee. Nur Anthony Davis kommt so langsam in Fahrt und schließt einen Ein-Mann-Fastbreak ab. Allerdings: Wirklich schrumpfen will der Rückstand nicht. L.A. hält gut dagegen und führt mit 65:57.

34.: Das sehen wir hier heute nicht zum ersten Mal! Swaggy P. täuscht einen Dreier an, Alonzo Gee fällt drauf ein und schenkt ihm drei Freiwürfe, die alle sitzen. Auf der anderen Seite setzt Davis mit einem Alley-Oop-Dunk ein Ausrufezeichen, ehe D'Angelo Russell den Floater auspackt. Dann folgen ein paar Ballverluste auf beiden Seiten, es kann also eine 77:69-Lakers-Führung festgehalten werden.

41.: Die Lakers-Offense gerät etwas ins Stocken, der Ball wird jetzt wenig bewegt. Die Pelicans können das aber noch nicht nutzen, da sie viele Punkte an der Freiwurflinie liegen lassen und von draußen einfach gar nichts reinfällt. Dann kommt Kobe und zeigt, wie es geht: Sein Treffer von Downtown sorgt für die 88:79-Führung.

45.: Eieieiei... Davis kann das Ding mit einfachen Punkten wieder eng machen, stopft den Spalding im Fastbreak aber nicht durch, sondern auf den Ring. Russell sagt "danke" und schließt seinerseits einen Schnellangriff zum 95:88 ab. Strukturiert ist das hier nicht mehr, um es mal vorsichtig auszudrücken.

48.: Kobe ist das egal! Anderson begeht erst Majestätsbeleidigung, indem er über die Mamba zum 92:95 dunkt. Doch dieser bleibt cool und lötet auf der anderen Seite einen wilden Wurf vom Parkplatz rein! Anschließend schwächelt er zwar an der Linie, doch New Orleans kann das nicht bestrafen. Sieg L.A.!

Die NBA-Champions der letzten 25 Jahre
1991: Chicago Bulls (4-1 gegen L.A. Lakers). Finals MVP: Michael Jordan
© Getty
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1991: Chicago Bulls (4-1 gegen L.A. Lakers). Finals MVP: Michael Jordan
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1992: Chicago Bulls (4-2 gegen Portland Trail Blazers). Finals MVP: Michael Jordan
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1992: Chicago Bulls (4-2 gegen Portland Trail Blazers). Finals MVP: Michael Jordan
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1993: Chicago Bulls (4-2 gegen Phoenix Suns). Finals MVP: Michael Jordan
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1993: Chicago Bulls (4-2 gegen Phoenix Suns). Finals MVP: Michael Jordan
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1994: Houston Rockets (4-3 gegen New York Knicks). Finals MVP: Hakeem Olajuwon
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1994: Houston Rockets (4-3 gegen New York Knicks). Finals MVP: Hakeem Olajuwon
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1995: Houston Rockets (4-0 gegen Orlando Magic). Finals MVP: Hakeem Olajuwon
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1996: Chicago Bulls (4-2 gegen Seattle Supersonics). Finals MVP: Michael Jordan
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1996: Chicago Bulls (4-2 gegen Seattle Supersonics). Finals MVP: Michael Jordan
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1997: Chicago Bulls (4-2 gegen Utah Jazz). Finals MVP: Michael Jordan
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1997: Chicago Bulls (4-2 gegen Utah Jazz). Finals MVP: Michael Jordan
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1998: Chicago Bulls (4-2 gegen Utah Jazz). Finals MVP: Michael Jordan
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1998: Chicago Bulls (4-2 gegen Utah Jazz). Finals MVP: Michael Jordan
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1999: San Antonio Spurs (4-1 gegen New York Knicks). Finals MVP: Tim Duncan
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1999: San Antonio Spurs (4-1 gegen New York Knicks). Finals MVP: Tim Duncan
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2000: L.A. Lakers (4-2 gegen Indiana Pacers). Finals MVP: Shaquille O'Neal
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2001: L.A. Lakers (4-1 gegen Philadelphia 76ers). Finals MVP: Shaquille O'Neal
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2002: L.A. Lakers (4-0 gegen New Jersey Nets). Finals MVP: Shaquille O'Neal
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2003: San Antonio Spurs (4-2 gegen New Jersey Nets). Finals MVP: Tim Duncan
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2004: Detroit Pistons (4-1 gegen L.A. Lakers). Finals MVP: Chauncey Billups
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2004: Detroit Pistons (4-1 gegen L.A. Lakers). Finals MVP: Chauncey Billups
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2005: San Antonio Spurs (4-3 gegen Detroit Pistons). Finals MVP: Tim Duncan
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2006: Miami Heat (4-2 gegen Dallas Mavericks). Finals MVP: Dwyane Wade
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2007: San Antonio Spurs (4-0 gegen Cleveland Cavaliers). Finals MVP: Tony Parker
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2008: Boston Celtics (4-2 gegen L.A. Lakers). Finals MVP: Paul Pierce
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2009: L.A. Lakers (4-1 gegen Orlando Magic). Finals MVP: Kobe Bryant
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2010: L.A. Lakers (4-3 gegen Boston Celtics). Finals MVP: Kobe Bryant
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2011: Dallas Mavericks (4-2 gegen Miami Heat). Finals MVP: Dirk Nowitzki
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2011: Dallas Mavericks (4-2 gegen Miami Heat). Finals MVP: Dirk Nowitzki
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2012: Miami Heat (4-1 gegen Oklahoma City Thunder). Finals MVP: LeBron James
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2013: Miami Heat (4-3 gegen San Antonio Spurs). Finals MVP: LeBron James
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2014: San Antonio Spurs (4-1 gegen Miami Heat). Finals-MVP: Kawhi Leonard
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2015: Golden State Warriors (4-2 gegen Cleveland Cavaliers). Finals-MVP: Andre Igoudala
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Der Star des Spiels: Kobe Bryant. Die Mamba hat nahtlos an ihre Gala gegen die Wolves angeknüpft und am Ende das Spiel entschieden. Immer, wenn es kritisch wurde, hatte Kobe die Antwort - vor allen seine drei Dreier im letzten Viertel brachten die Pels zur Verzweiflung. Dazu mit starker Rebound-Arbeit.

Der Flop des Spiels: Norris Cole. Der Starting Point Guard erwischte einen Katastrophen-Start und konnte sich aus diesem Loch auch nicht mehr befreien. Er traf 1 von 10 aus dem Feld, hatte Probleme mit der Spielgestaltung und in der Verteidigung gegen Russell. Folgerichtig sah Jrue Holiday deutlich mehr Minuten.

Pelicans vs. Lakers: Hier geht's zum BOXSCORE

Das fiel auf:

  • In der Anfangsphase lief bei den Pelicans so gut wie alles über Norris Cole. Der Guard hatte im Handumdrehen 5 Abschlüsse auf dem Konto, traf davon aber nur einen. Einen Vorwurf konnte man ihm daraus aber nicht machen, denn abseits des Balles fand kaum Bewegung statt. Auch Anthony Davis brachte sich nicht in Position.
  • Besser wurde es, als die Lakers ihr kleines Lineup aufs Feld schickten, während Davis das komplette erste Viertel auf dem Parkett blieb. Nach schwachem Start nutzte er nun seine körperliche Überlegenheit im Post und im Pick-and-Roll, um zu einfachen Punkten zu kommen. Das steckte auch seine Kollegen an, die flugs aus einem zweistelligen Rückstand eine knappe Führung machten.
  • Die Lakers legten ihre punktreichste erste Halbzeit bei einem Auswärtsspiel hin (59 Zähler). Bezeichnend war bis dato die Leistung von Jordan Clarkson, der mit 16 Punkten und 7 von 7 aus dem Feld fehlerlos blieb - woran auch die passive Pels-Defensive nicht ganz unschuldig war. Besonders in der Transition brauchten sie lange, um sich zu sortieren und ermöglichten dadurch offene Würfe. Die Lakers, normalerweise mit der schlechtesten Feldwurfquote der Liga unterwegs, trafen aber auch ungewohnt hochprozentig (48% FG, 35% Dreier).
  • Während die Hausherren besonders im dritten Viertel auf ihre Ein-Mann-Armee namens Davis setzten, verteilten die Lakers ihre offensive Last auf mehreren Schultern. Dabei attackierten sie die Defense meistens von der Davis-fernen Seite, um den limitierten Anderson in Post-ups oder Pick-and-Rolls zu involvieren.
  • Die Schlussphase glich einem Chaos-Festival. Die Pelicans ließen viele einfache Chancen liegen, um das Spiel entscheidend zu kippen - Davis und Cunningham setzten freie Dunks auf den Ring, Freiwürfe (14/26) wurden verschenkt. Auf der anderen Seite machten sich die Lakers das Leben selbst schwer, indem sie ihr strukturiertes Halbfeld-Spiel für unnötige Fastbreaks und schnelle Würfe aus der Isolation aufgaben. Dass die Pelicans am Ende 20 Sekunden zu lange brauchten, um in der Endphase zu foulen, passte da perfekt ins Bild.

Der Spielplan im Überblick

Thorben Rybarczik

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