Dallas Mavericks - Miami Heat 90:93

Vintage-Dirk reicht den Mavs nicht

Donnerstag, 04.02.2016 | 05:09 Uhr
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Die Dallas Mavericks (28-24) haben in einem Krimi zuhause gegen die Miami Heat (28-22) verloren. Beim 90:93 ist Dirk Nowitzki zwar der beste Mann auf dem Court, doch die Chance zum Ausgleich nimmt ein anderer. Miami bleibt ein Angstgegner für Dallas.

Durch die Heimpleite hat Dallas nunmehr neun der letzten zehn Spiele gegen Miami verloren. Dabei hatte es kurz vor Schluss noch nach einem Comeback ausgesehen, als Nowitzki (28 Punkte, 10/21 FG, 3 Blocks) einen Dreier zum Anschluss traf und Dwyane Wade (18 Punkte, 6/19 FG) nur einen seiner zwei Freiwürfe traf, die Mavs also noch eine Chance hatten. Doch Raymond Felton (11 Punkte) setzte den letzten Dreierversuch auf den Ring.

Neben Nowitzki und Felton punkteten bei den ersatzgeschwächten Mavs noch Chandler Parsons (12 Punkte), J.J. Barea (11) und Zaza Pachulia (10, dazu 15 Rebounds) zweistellig, insgesamt traf Dallas aber nur schwache 39,1 Prozent aus dem Feld. Bei den Heat waren es ebenfalls bloß 42 Prozent, dennoch reichte es knapp. Die Topscorer neben Wade waren Chris Bosh (20 Punkte), Luol Deng (15) und Rückkehrer Hassan Whiteside (10, dazu 9 Rebounds und 5 Blocks).

Dallas bleibt trotz der Niederlage im Westen auf Platz 6, der Abstand zu den siebtplatzierten Rockets (26-25) ist jedoch geringer geworden. Die Heat machen im Osten wieder einen Sprung auf Platz 5.

Die Reaktionen:

Dwyane Wade (Heat): "Ich glaube, ich habe Anfang des Spiels neun Layups danebengelegt. Daher wusste ich im Anschluss natürlich, dass ich den Ball gegen so ein Team auch mal etwas häufiger im Korb unterbringen musste."

Erik Spoelstra (Coach Heat) über Hassan Whiteside: "Er hat uns mehr gegeben, als ich gedacht hätte. Wir haben darüber gesprochen, ihn einzusetzen, und ich dachte mir 'Warum nicht'. Wir schauen einfach im zweiten Viertel mal, wie es aussieht, und sehen danach weiter."

Rick Carlisle (Coach Mavericks): "Ich hätte eine Auszeit nehmen und irgend ein Play aufschreiben sollen. Ich dachte, wir hatten genug Zeit für einen schnellen Dreier, oder einen Zweier, wonach uns noch ein Steal oder ein Foul hätte gelingen können."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Den Mavs fehlen zwei Point Guards: Deron Williams und Devin Harris fallen aus, dafür beginnt Barea neben Matthews, Parsons, Nowitzki und Pachulia. Die Heat können nach sechs Spielen Pause mal wieder auf Whiteside zurückgreifen, dennoch startet wieder Stoudemire auf Center neben Dragic, Wade, Deng und Bosh.

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4.: Parsons ist gut drauf - erst punktet er selbst per Dreier und von der Linie, dann füttert er Zaza am Korb. Bosh kontert per Jumper, Wade dagegen hat schon drei Korbleger verfehlt. 9:6 für die Mavs.

8.: Hach, JaVale... McGee bekommt den Ball auf Höhe der Freiwurflinie, überlegt kurz und setzt dann zum Jumper an... Airball! Dennoch läuft es für Dallas dank einem starken Parsons. Wade steht mittlerweile bei 0/7. 16:9.

12.: Das erste Viertel kommt einem Privatduell gleich - Parsons hat 12 Punkte, Bosh steht bei 10. Abgesehen von den beiden wirft allerdings fast jeder nur Backsteine, auch Dirk verfehlt seine ersten drei Jumper. Da geht... mehr. 21:21.

18.: Es hat gedauert, aber jetzt darf Whiteside dann doch mal ran und tobt sich direkt mal aus: 2 schnelle Blocks, dann prügelt er auch noch einen Dunk über McGee durch die Reuse für die erste Heat-Führung! 33:32.

24.: Zum Ende der Hälfte trifft Wade endlich seinen ersten Wurf - beim neunten Versuch! Dementsprechend gibt's den erleichterten Blick gen Himmel. Whiteside räumt erst Barea ab, beim nächsten Angriff lässt er aber ein And-One von Pachulia zu. 47:46 Miami zur Pause.

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32.: Beide Teams scheinen den offensiven Winterschlaf hinter sich zu haben! Bei den Mavs hat Dirk seine Punkteausbeute binnen weniger Minuten mehr als verdoppelt, doch dann taut Wade auf und führt die Heat zu einem schnellen 12:0-Run. Carlisle nimmt die Auszeit, 67:59 Miami.

36.: Ein Whiteside-Dunk bringt Miami die 10-Punkte-Führung, doch Matthews ist nach längerer Durststrecke mit einem Layup zur Stelle. Anderson rupft Dragic, Felton trifft zumindest einen Freiwurf. Bosh trifft nochmal einen irren Jumper zum 74:65 für die Gäste.

39.: Wow, Justin Anderson! Der Rookie rupft erst Winslow mit seinem zweiten Block der Partie, dann wird er in der Ecke freigespielt und haut den Dreier rein, während er ins Aus fällt. Nur noch 76:75 für die Heat, Spoelstra nimmt die Auszeit.

43.: Bosh und Udrih vergrößern den Abstand wieder etwas, dann hat Dallas Glück, dass Winslow einen offenen Layup danebenwirft. Und dann ist Dirk-Time! Post-Up, Fadeaway, Swish - und dann noch das Foul! 82:79 für Miami.

48.: In der Crunchtime wacht Felton auf und trifft zwei Floater, dann blockt Nowitzki Wade. Felton verkürzt an der Freiwurflinie auf 2 Zähler Rückstand, dann trifft Deng für 3 aus der Ecke. 18 Sekunden vor Schluss haut Dirk den Dreier von weit draußen rein! Wade trifft nur einen seiner zwei Freiwürfe, 15 Sekunden noch... Dirk kommt nicht frei, Felton versucht es von draußen... doch der Wurf ist nicht drin. Sieg Miami!

Mavericks vs. Heat: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Chris Bosh. Lange Zeit lief bei den Heat richtig wenig zusammen, die einzige wirklich verlässliche Option war der Lefty. In der Crunchtime übernahm dann offensiv zwar Wade die Kontrolle, doch es waren Bosh und Winslow, die beim letzten Mavs-Angriff verhinderten, dass Nowitzki noch einmal an den Ball kam.

Der Flop des Spiels: Raymond Felton. Über weite Strecken des Spiels sah man fast überhaupt nichts vom Point Guard, der nur durch eine ziemlich schlechte Wurfauswahl auffiel. Im vierten Viertel wurde er dann offensiv doch noch zum Faktor (11 Punkte, 4/12 FG) und rehabilitierte sich etwas, aber: Dass er bei 15 Sekunden Zeit für den letzten Angriff der einzige Mavs-Spieler war, der den Ball überhaupt berührte, war suboptimal. Da musste einfach ein besserer Wurf drin sein als ein Pull-Up-Dreier über die ausgestreckten Arme eines Seven-Footers. Bizarr, dass er nicht einfach eine Auszeit nahm.

Das fiel auf:

  • Ohne Williams fiel bei Dallas noch mehr Ballhandling-Verantwortung auf Parsons zurück - und das lief zu Beginn richtig gut. Der Forward wusste immer dann zu gefallen, wenn er das Spiel schnell machen konnte, und punktete entweder selbst oder fand seine Teammates. Im ersten Viertel schmiss er die Mavs-Offense nahezu komplett im Alleingang. Kurios: Danach gelang ihm dann fast überhaupt nichts mehr, dementsprechend wurde er von Carlisle in der Crunchtime zum Zuschauen verdammt.
  • Gegen sortierte Defense ging bei Dallas zunächst überhaupt nichts zusammen. Im Setplay machte Dallas das Spiel zu häufig unnötig langsam und geriet mehrmals in Not, da am Ende der Shotclock schlechte Würfe erzwungen wurden. Carlisle ließ das zweite Viertel daher mit Barea und Felton im Backcourt beginnen, was endlich etwas mehr Dynamik und Fluss in die Offense brachte.
  • Die kam ihnen dann aber ähnlich schnell wieder abhanden und das hatte neben den eigenen Fehlern auch mit einem Rückkehrer zu tun: Whiteside musste bis Mitte des zweiten Viertels auf seine erste Einwechslung warten, sodass man schon dachte, sein Comeback würde sich noch verzögern. Doch kaum kehrte der Center zurück, bekamen die Mavs offensiv aufgrund seiner Präsenz riesige Probleme. Und auch am anderen Ende des Feldes machte der werdende Free Agent Pachulia mit seinem Plus an Athletik das Leben schwer. Gut für die Mavs, dass Whiteside sich selbst durch viele dumme Fouls um Spielzeit beraubte.
  • Obwohl die Heat im Gegensatz zu Dallas den zweiten Teil eines Back-to-Backs bestreiten mussten, wirkten die Gäste über weite Strecken etwas frischer. Das lag unter anderem allerdings auch an ihrer Tiefe: Carlisle ließ nur eine 8-Mann-Rotation (Starter plus McGee, Anderson und Felton) spielen und erhielt damit lange nicht die gewohnte Bank-Produktion. Erst am Ende drehte Felton noch ein wenig auf.

Der Spielplan im Überblick

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