Freitag, 22.01.2016

Cleveland Cavaliers - Los Angeles Clippers 115:102

Cavs rehabilitieren sich gegen Clippers

Die Cleveland Cavaliers (30-11) haben sich für ihre deftige Pleite gegen die Golden State Warriors rehabilitiert. Gegen die Los Angeles Clippers (27-15) glänzte LeBron James als Passgeber, die Cavs überzeugten beim 115:102-Sieg (BOXSCORE) als Team und profitierten von Hack-a-Jordan.

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Reife Vorstellung des Vize-Champions. Die Cavaliers hatten anscheinend ihre Lehren aus der Niederlage gegen die Warriors gezogen und glänzten gegen die Clippers mit Effektivität und Vielseitigkeit. Vorreiter war der selbsternannte King persönlich: LeBron James war überall zu finden und legte mit 22 Punkten und 12 Assists ein starkes Double-Double auf.

Kyrie Irving, der bei der Wahl der All-Star-Starter knapp den Kürzeren gegen Kyle Lowry zog, machte offensiv ein starkes Spiel und steuerte 21 Punkte (8/18 FG) bei. Insgesamt punkteten alle Starter bei Cleveland zweistellig. Kevin Love erzielte mit 18 Punkten und 16 Rebounds ebenfalls ein Double-Double, J.R. Smith erzielte, wie James, 22 Punkte (6/7 FG).

Bei den Clippers erhielt Chris Paul dagegen nur wenig Unterstützung. Der Point Guard überragte zwar mit 30 Punkten (11/19 FG) und 9 Assists, musste aber zu viel Last auf seinen Schultern tragen, was auch daran lag, dass sich DeAndre Jordan (10 Punkte, 13 Rebounds) an der Freiwurflinie wieder schwer tat und hier nur 6 seiner 15 Versuche verwandelte.

Neben Paul und Jordan punkteten bei Los Angeles J.J. Redick (17 Punkte), Cole Aldrich (11) und Jamal Crawford (16) zweistellig.

Die Reaktionen:

LeBron James (Cavaliers): "Wir haben am Montag gegen die Warriors zwei oder drei Schritte zurückgemacht, aber wir haben in den letzten beiden Spielen eben auch wieder Schritte nach vorne gemacht und beide gewonnen. Darauf kommt es mir an."

David Blatt (Trainer Cavaliers): "Ich mag die Hack-a-Jordan-Taktik immer noch nicht. Heute Abend hat es für uns gepasst, aber ich mag diese Taktik nicht."

Doc Rivers (Trainer Clippers): "Wir haben nicht gut gespielt, hatten aber trotzdem unsere Chance. Das können wir uns als Fazit für das nächste Spiel mitnehmen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Keine großen Neuigkeiten auf beiden Seiten. Die Clippers müssen weiterhin auf Blake Griffin verzichten und treten daher wieder einmal mit Paul, Redick, Pierce, Mbah a Moute und Jordan an. Bei den Cavs starten mit Irving, Smith, James, Love und Mozgov ebenfalls die üblichen Verdächtigen.

5.: Es läuft gut an für die Cavs, die immer wieder in den Fastbreak kommen und dort einfache Punkte machen. Doch dieses Mal ist es Love, der einen schwachen Pass spielt und damit den Clippers-Fastbreak ermöglicht. Redick schließt freistehend per Layup ab. Trotzdem führen die Cavs zu Beginn mit 14:10.

12.: Ausgeglichener Beginn beider Teams. Bislang tut vor allem Chris Paul den Cavs weh. Der Clippers-Spielmacher steht schon bei 12 Punkten und bedient nun Crawford mit einem tollen Pass, doch Dellavedova antwortet mit einem schnellen Layup. 26:25 Clippers.

19.: Paul geht in Richtung Korb und zieht das Foul gegen Irving. Für den Cavs-Spielmacher ist es bereits das dritte Foul, er wandert erst einmal auf die Bank. Paul verwandelt seine Freiwürfe und hält das Spiel spannend. 43:42 Cavaliers.

23.: Die Cavs komen langsam etwas ins Rollen und Los Angeles trifft nur noch wenig. So steht es nach einer tollen Kombination über mehrere Stationen und dem daraus folgenden Mozgov-Layup plötzlich 55:46 für Cleveland.

LeBron James: Die besten Bilder
LeBron James Karriere begann in seiner Heimat Ohio. Mit den Cavs reichte es allerdings nicht zum Titel, sodass er 2010 nach Miami wechselte
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Zusammen mit Dwyane Wade und Chris Bosh bildete James in Miami die "Big Three"
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Der beste Basketballer des Planeten liebt nicht nur das Spiel, sondern auch das ganze Drumherum
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Wo er hinkommt, da ist die Hölle los. LeBron James, das Reporterziel Nummer eins
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Seine sportlichen Qualitäten sind allerdings unbestritten. Schon heute gilt er als einer der größten Basketballer aller Zeiten
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An Titeln mangelt es ihm auch nicht (mehr). 2012 und 2013 führte er die Heat zur Meisterschaft
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Insgesamt vier MVP-Trophäen hat er nebenher auch noch einsammeln können
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Auch mit der Nationalmannschaft blieb der Erfolg nicht aus. In London und in Peking gewann "The Chosen One" Gold
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Marketingtechnisch ist James mittlerweile ebenfalls die Nummer eins unter den Basketballern in den USA
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Sportstars unter sich: Dwyane Wade und LeBron James 2013 zusammen mit US-Open-Gewinner Rafael Nadal
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Auf Football hätte der 28-Jährige auch irgendwann Lust. Er hofft mindestens einmal in der NFL spielen zu können
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Auch privat läuft es für James nicht übel: Am 14. September heiratete er seine langjährige Freundin Savannah Brinson
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Den Threepeat mit den Heat verpasste er aber in diesem Jahr. Gegen San Antonio unterlag man in fünf Spielen
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Nach der Finals-Niederlage im Juni gegen die Spurs entschied sich James dann, nach Cleveland zurückzukehren
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Dabei wird er auch wieder die 23, und nicht wie bei den Heat die 6 tragen
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Beim Traum, die erste Meisterschaft nach Ohio zu holen, soll auch Kevin Love helfen
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28.: Die Cavs haben defensiv einen Gang höher geschaltet. James macht die Schotten dicht und blockt Pierce beim Layupversuch weg. Den Clippers fällt wenig ein, also muss es Paul im One-on-One selber machen und trifft aus der Mitteldistanz zum 57:67 aus Clippers-Sicht.

34.: Die Clippers kommen einfach nicht ran. Zwar verwandelt DeAndre Jordan zur Abwechslung mal einen Freiwurf, doch auf der Gegenseite erhält James den Screen von Thompson und knallt den offenen Dreier aus dem Dribbling rein. 82:70 Cavs.

40.: Die Clippers lassen einfach zu viele Möglichkeiten liegen. Crawford vergibt den offenen Korbleger im Fastbreak, Rivers schnappt sich den Rebound, leistet sich dann aber das Offensivfoul. So bleiben die Cavaliers mit 88:75 in Front.

44.: So langsam kämpft sich Los Angeles angeführt von Paul wieder etwas heran und spielt sich frei, dann allerdings greifen die Cavs zu einem altbewährten Mittel: Sie schicken DeAndre Jordan absichtlich an die Freiwurflinie. Der scheitert immer wieder und nimmt seinem Team den Rhythmus. Auf der Gegenseite knallt Love den Dreier zum 101:88 rein.

46.: Die Cavs legen einen letzten Spurt ein und enteilen den Clippers dank zweier Smith-Dreier vollständig. Zwei Minuten vor Schluss kann David Blatt beim Stand von 113:95 schließlich seine Stars vom Feld nehmen.

Los Angeles vs. Cleveland: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: LeBron James. Der vierfache MVP schien seine Schlüsse aus der Pleite gegen die Warriors gezogen zu haben und agierte gegen die Clippers wesentlich variabler und effektiver. Heißt: Gutes Low-Post-Play, kluge Pässen, starke Cuts und clevere Screens für seine Mitspieler wechselten sich ab. Dass die Cavs so stark aus der Distanz agierten (13/28 Dreier) lag vor allem daran, dass James immer wieder Platz für seine Mitspieler schaffte und diese dann mustergültig freispielte.

Der Flop des Spiels: DeAndre Jordan. Natürlich holte Jordan ein Double-Double, am Ende schadete der Center seinem Team aber mehr, als dass er diesem nützte. Als die Clippers kurz vor Schluss auf dem Weg zum Ausgleich waren, war es Jordans Freiwurfschwäche, die das Team wieder aus dem Rhythmus brachte. Zudem strahlte der Big Man dieses Mal nicht die gewohnte Präsenz unter dem Ring aus und holte sich keinen Block.

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Das fiel auf:

  • Im Interview am Spielfeldrand nach dem ersten Viertel regte sich Clippers-Coach Doc Rivers über die Fehler seines Teams auf und sprach die Turnover an. Ein wenig wundern konnte man sich über die Meinung des Coaches schon, schließlich bestach sein Team anfangs eher durch Ballsicherheit, leistete sich nur neun Turnover im Spiel, gar nur zwei in den ersten zwölf Minuten und passte in Person von Mastermind Chris Paul vorbildlich auf den Ball auf.
  • Die NBA-Champions der letzten 25 Jahre
    1991: Chicago Bulls (4-1 gegen L.A. Lakers). Finals MVP: Michael Jordan
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    1994: Houston Rockets (4-3 gegen New York Knicks). Finals MVP: Hakeem Olajuwon
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    1995: Houston Rockets (4-0 gegen Orlando Magic). Finals MVP: Hakeem Olajuwon
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    1999: San Antonio Spurs (4-1 gegen New York Knicks). Finals MVP: Tim Duncan
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    2000: L.A. Lakers (4-2 gegen Indiana Pacers). Finals MVP: Shaquille O'Neal
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    2010: L.A. Lakers (4-3 gegen Boston Celtics). Finals MVP: Kobe Bryant
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    2011: Dallas Mavericks (4-2 gegen Miami Heat). Finals MVP: Dirk Nowitzki
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    2014: San Antonio Spurs (4-1 gegen Miami Heat). Finals-MVP: Kawhi Leonard
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    2015: Golden State Warriors (4-2 gegen Cleveland Cavaliers). Finals-MVP: Andre Igoudala
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    2015: Golden State Warriors (4-2 gegen Cleveland Cavaliers). Finals-MVP: Andre Igoudala
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  • Das Problem der Clippers war vielmehr, dass der Dreier dieses Mal nicht so gut fallen wollte wie zuletzt. Beim Overtime-Sieg gegen die Rockets vor zwei Tagen hatte man mit 22 verwandelten Distanzwürfen noch einen Franchise-Rekord aufgestellt, gegen Cleveland nahmen die Clippers auch einige wenig schlaue Versuche, nachzufragen bei Austin Rivers. Das Resultat? Nur 6 von 25 erfolgreiche Dreier.
  • Es war generell aber ein Spiel zweier sehr klug agierender Teams. Auch David Blatt schien seine Lehren gezogen zu haben. Hieß: Weniger Isolations für James, mehr Vielseitigkeit, mehr längere Spielzüge. Der selbsternannte King machte es vor, schon deutlich vor Ende des dritten Viertels hatte die gesamte Starting Five zweistellige Punkte aufgelegt. Zu einer klugen Spielweise gehört mittlerweile auch die Hack-a-Jordan-Taktik, die blendend aufging.
  • Passend zum Spiel entwickelte sich die Cavs-Führung eher unscheinbar. Cleveland spielte sich nicht in einen Rausch oder war phasenweise deutlich überlegen, vielmehr agierte Cleveland einfach effektiver, agierte vorbildlich am Brett (47:35 Rebounds) und nutzte seine Möglichkeiten besser, so dass der Vorsprung mehr und mehr anwuchs, bis die Clippers kaum noch eine Chance hatten ranzukommen.
  • Wieder musste Kyrie Irving gegen einen Elite-Spielmacher ran, wieder tat er sich in der Defense sehr schwer. Wie schon wenige Tage zuvor gegen Curry, hatte er auch mit Paul größere Probleme und war fast immer nur hinten dran. So leistete er sich schon früh im Spiel drei Fouls. Bezeichnenderweise lief es defensiv ohne Irving wesentlich besser für die Cavs, die gegen Ende des zweiten Viertels den spielentscheidenden Run mit ihrem Spielmacher auf der Bank starteten. Interessant: Blatt ließ seinen Schützling die Erfahrung in der Defense machen und zog ihn in der Verteidigung nicht ab. Immerhin überzeugte Irving schließlich offensiv.

Der Spielplan im Überblick

Kobe Bryant

Martin Gödderz

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