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Geladen und entsichert

Donnerstag, 03.09.2015 | 11:00 Uhr
Tim Duncan hängt noch eine Saison dran und bildet mit LaMarcus Aldridge den Frontcourt
© getty
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Die San Antonio Spurs haben einen überragenden Sommer erlebt. Mit LaMarcus Aldridge kam der erhoffte dicke Fisch, die wichtigen Spieler konnten gehalten beziehungsweise vom vorzeitigen Ruhestand abgehalten werden. Das Alter ist im System von Gregg Popovich schon lange kein Kritikpunkt mehr. Dafür könnten Aldridges Stil, die Bank und das Matchup-Thema zum Problem werden.

Nach der Meistersaison wurde vergangenes Jahr einiges von den Spurs erwartet. Die Altherren-Truppe enttäuschte seine Fans nicht und zauberte die 16. 50-Siege-Saison in Serie aufs Parkett (55). Dabei hatte es nach einem - gemessen an den Ansprüchen - schwachen Saisonstart (19-14) und mehreren Verletzungen alles nicht wirklich rosig ausgesehen. Tony Parker verpasste 14 Spiele, Kawhi Leonard 18, Tiago Splitter musste sogar 30 Mal zuschauen.

Doch zum Ende der Spielzeit stotterte der Spurs-Motor nicht mehr. Und wie heißt es so schön: Hinten macht die Ente ihren Haufen. Ein Streak von 12 Siegen in Folge sicherte San Antonio im hart umkämpften Westen den Playoff-Platz.

Das Abenteuer Postseason war 2015 allerdings von kurzer Dauer, wurde es doch in der Finals-würdigen ersten Runde von den Los Angeles Clippers in sieben Spielen beendet. Herzliche Grüße an Chris Pauls Gamewinner an dieser Stelle.

Die Saison endete frühzeitig und mit Fragezeichen: Würden Tim Duncan, Manu Ginobili und vielleicht sogar Gregg Popovich ihre Karriere beenden? War es das mit der Spurs-Dynastie? Und was würde aus Free Agent Kawhi werden?

LaMarcus Aldridge: "The Spurs will never die!"

Gut, besser, Spurs

Nachdem am ersten Tag der Free Agency klar war, dass Leonard bleibt, war die Offseason der Spurs bereits als Erfolg zu werten. Als dann auch noch LaMarcus Aldridge seinen Umzug an den Alamo bekanntgab, war der Sommer fantastisch. Mit Danny Greens Zusage und dem vergleichsweise moderaten Vertrag war man beim Begriff sensationell angelangt. Und dann kam das Sahnehäubchen: David West unterschrieb zum Veteranenminimum! Besser ging es nun wirklich nicht.

San Antonio hatte die gesamte Offseason unter der Prämisse agiert, dass sich Duncan noch nicht in den Ruhestand verabschieden würde - da konnte The Big Fundamental sein Team doch nicht im Stich lassen. Timmy blieb, wie auch Ginobili. Beide unterschrieben Verträge für jeweils zwei Saisons mit einer Player Option im zweiten Jahr.

Generationenwechsel vollzogen

Die dicke Kohle machen die beiden Altmeister in Texas nicht mehr - das überlassen sie inzwischen anderen. Leonard verdient bis 2020 insgesamt 94 Millionen Dollar, Aldridge bekommt über die nächsten vier Jahre 84 Millionen überwiesen. Es ist der finanzielle Beleg des vollzogenen Generationswechsels. Doch die Altherren-Riege wird deshalb nicht gleich abtreten. Zum Glück.

Die Vergangenheit hat uns gelehrt, dass jede Prognose, die das Alter der Spurs als Kritikpunkt anführt, einpacken kann. Das liegt vor allem an Pops eisernem Minuten-Management und dem selbstlosen Ball Movement des zweitältesten Teams der Liga.

Alles außer Athletik

Außer den Jungspunden Leonard und Green ist keiner auf seine Athletik angewiesen. Duncan und Ginobili setzen auf ihre Raffinesse, Parker auf seine Fakes, Diaw auf seine unorthodoxen Moves und Bonner parkt sowieso in der Ecke.

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Aldridge hängt dabei etwas zwischen den Stühlen. Bei den Portland Trail Blazers war er stets Option Nummer eins. Er war es gewohnt, im High Post den Spalding zu bekommen und dann ans Werk zu gehen. Das wird sich in San Antonio ändern. Sein Pick-and-Pop mit Damian Lillard war schon eine gute Vorbereitung auf das Zusammenspiel mit Le Tony - dennoch könnte es eine Weile dauern, bis sich LMA an den neuen Stil gewöhnt hat.

Niemand in der Liga zweifelt daran, dass Coaching-Genie Popovich einen Weg finden wird, Aldridges Effizienz auf dem Court im Laufe der Saison zu steigern und seine Passfähigkeit unter Beweis zu stellen. Wie auch immer das Spacing um den 30-Jährigen aussehen muss - Pop wird es herausfinden.

Umbruch unter dem Korb

Um Platz für die Neuankömmlinge zu schaffen, wurde Tiago Splitter zu den Hawks verschifft, Aron Baynes sicherte sich in Detroit einen lukrativen Vertrag. Durch den Umbruch auf den großen Positionen wird Duncan vermehrt als Center auflaufen. Hinter Backup Diaw kämpft die neueste europäische Spurs-Errungenschaft, Boban Marjanovic, um Minuten.

Der 27-jährige Serbe kommt mit den Lorbeeren der Wahl ins All Euroleague First Team und gibt San Antonio mit 2,21 Meter eine recht große Option unter dem Korb. Er schlug lukrativere Angebote aus Europa aus, weil er sich unbedingt in der NBA beweisen will - und könnte in den USA mit seiner Power und Finesse unterm Korb viele überraschen.

Die SPOX-Offseason: Alle Teams im Überblick

Im Draft sicherten sich die Spurs die Rechte an Nikola Milutinov (26. Pick) und Cady Lalanne (55.). Milutinov wird vorerst in Europa bleiben und bei Olympiakos Piräus an seinem Spiel feilen, Lalanne wird keine ernsthafte Option sein.

Der Abgang von Marco Belinelli, der als Free Agent bei den Kings unterschrieb, ist zu verschmerzen. Denn: Mit Kyle Anderson steht ein vielversprechendes Talent als Backup für The Claw bereit. Schwerer wiegt da schon der Wechsel von Cory Joseph, der seine Brötchen nun bei den Toronto Raptors verdient. Patty Mills und die Neuzugänge Jimmer Fredette und Ray McCallum werden sich von nun an um die Minuten hinter Parker prügeln.

Hauptsache gesund

Unterm Strich hat San Antonio - neben einigen anderen Teams wie den Clippers, Warriors und Cavs - eine der besten Starting Fives der Liga, doch die mit dem Alter steigende Verletzungsanfälligkeit könnte den Spurs einen Strich durch die ansonsten tadellose Rechnung machen.

Als Konsequenz eines Ausfalls müsste entweder ein gealterter Bank-Veteran deutlich mehr Minuten abreißen (Diaw, West, Ginobili) - oder ein jüngerer Spieler mehr Verantwortung übernehmen (Anderson, Mills). Wobei Mills in den Playoffs teilweise schon einen besseren Eindruck hinterließ als der angeschlagene Parker.

Dennoch gibt es möglicherweise ein Matchup-Problem. In einer Western Conference, die überladen ist mit legitimen Contendern (Clippers, Rockets, Warriors, Grizzlies), muss jetzt schon der Blick auf die Postseason gerichtet sein. Mit dem Small Ball aus Golden State könnte man vielleicht dank der guten und flexiblen Flügelverteidiger noch eher mithalten als mit dem Parade-Frontcourt aus L.A. Dennoch könnte sich das Tempo der Warriors für die Oldies als zu hoch erweisen.

Falls es in den Playoffs an solch einem speziellen Matchup scheitern sollte, dann muss man es selbst in San Antonio akzeptieren. Mit der sensationellen Offseason haben die Spurs auf jeden Fall den Grundstein für eine weiteren Angriff auf den Titel gelegt. Nicht wie sonst über den Draft, sondern über die Free Agency. Und dennoch mindestens genau so erfolgreich. Die Waffe ist geladen und entsichert.

Der Kader der Spurs im Überblick

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