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"Das wäre für LeBron der Horror"

Von Marc-Oliver Robbers, Max Marbeiter und Ole Frerks
Mittwoch, 03.06.2015 | 18:15 Uhr
LeBron James steht zum fünften Mal in Folge in den Finals
© getty
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Celtics @ Bucks (Spiel 4)
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Warriors @ Spurs (Spiel 4)
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Thunder @ Jazz (Spiel 4)

Die Finals stehen an und die Golden State Warriors sind deutlicher Favorit. Aber holen die Dubs tatsächlich den Titel? Wie sehr sollten sie sich um LeBron Sorgen? Hat Steve Kerr wirklich einen Vorteil. Und ist Stephen Curry am Ende sogar der beste Spieler der Liga? Die SPOX-Redakteure Marc-Oliver-Robbers, Max Marbeiter und Ole Frerks diskutieren mit Handballstar Mimi Kraus.

LeBron sollte nicht Golden States Hauptsorge sein

Max Marbeiter: Grundsätzlich würde ich mir als Gegner immer Sorgen wegen LeBron machen. Allerdings gibt es tatsächlich einige Coaches, die der Meinung sind, dass Golden State James einfach machen lassen und nicht doppeln sollte. Das mag für Steve Kerr kein angenehmes Szenario sein, allerdings sehe ich das ähnlich. Clevelands Offense baut in den Playoffs auf LeBron-Isolations auf, aus denen heraus dank gegnerischer Double-Teams dann auf die offenen Schützen abgelegt wird. Der Fokus auf LeBron hilft allen. Ohne einen fitten Kyrie hat Cleveland eigentlich keinen Spieler, der sich dauerhaft seinen eigenen Wurf kreieren kann. Vielleicht noch J.R. Smith, wirklich erstrebenswert ist Hero-Ball mit J.R. allerdings nicht. Deshalb ist es auch keine üble Idee, die Defense so auszurichten, dass LeBron möglichst wenige Plan Bs zur Verfügung hat, sollte der eigene Abschluss nicht klappen. Zumal die Warriors mit Harrison Barnes und Draymond Green zwei Defender haben, die es wenigstens halbwegs mit James aufnehmen können. Ganz allein würde ich sie allerdings nicht ihrem Schicksal überlassen. Situativ sollten die Warriors durchaus doppeln. Speziell da ihre Defense nicht zwingend zum Einsturz verdammt ist, sobald ein Big Man aushilft. Die Warriors rotieren derart geschickt und intuitiv, dass sie Passwege trotz faktischer Unterzahl bestens schließen können.

Mimi Kraus: Das sehe ich durchaus so. Man sollte auch auf J.R. Smith und einen hoffentlich wiedergenesenen Kyrie Irving achten. Wenn J.R. in den Finals heiß läuft, wird es für die Warriors extrem schwer. Man muss sich nur LeBrons Stats ansehen. Er spielt extrem viele Assists, kreiert also für seine Teamkollegen. Dazu holt er sehr viele Offensivrebounds, was ein weiterer Faktor ist. Grundsätzlich kann man LeBron - gerade in den Playoffs - ohnehin nicht stoppen. Da ist es egal, ob Steve Kerr Green, Barnes oder Iguodala gegen ihn stellt. LeBron ist nicht aufzuhalten. Das soll aber natürlich nicht heißen, dass die Warriors schlechte Verteidiger hätten. Sie haben sogar sehr gute.

Ole Frerks: Jein. Natürlich muss der beste Spieler des Gegners, der nahezu jede Aktion im Angriff entweder initiiert oder selbst abschließt, am meisten im Fokus stehen und die größte Rolle in den Planungen von Steve Kerr und seinem Team stehen. Ich würde der These trotzdem zustimmen, wenn man sie in "LeBrons Scoring sollte nicht die Hauptsorge sein" umformuliert. LeBron ist dann am stärksten, wenn er seine Teammates involvieren kann. Double-Teams kann er mit seiner sensationellen Übersicht zu leicht bestrafen. Daher würde ich es die meiste Zeit über mit Single Coverage versuchen, ähnlich wie die Spurs im letzten Jahr. "Dare him to shoot", vor allem bei seiner aktuellen Wurfkrise - das limitiert die Chancen für offene Dreier und auch Offensiv-Rebounds der Cavs, also zwei ihrer größten Stärken. LeBron darf von mir aus 40 Punkte im Schnitt auflegen; wenn die restlichen Optionen weitestgehend aus dem Spiel genommen werden können, sind die Dubs trotzdem klar im Vorteil. Das sähe etwas anders aus, wenn er dazu auch noch weiter über 20 Punkte pro Spiel durch Assists generiert.

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Marc-Oliver Robbers: Richtig, Max. LeBron James ist immer die Hauptsorge. Allein seine Präsenz ändert das Spiel der Cavs. Das hat er im einzigen Aufeinandertreffen in dieser Saison eindrucksvoll unter Beweis gestellt, als er ihnen 42 Punkte einschenkte und damit der Matchwinner war. Die Punkte allein schmerzen nicht, aber wenn James gleichzeitig noch einen Haufen Assists verteilt und am Brett wütet, dürften sich recht schnell Sorgenfalten auf Coach Kerrs Stirn bilden. In seiner jetzigen Form sollten sich alle immer sorgen. Wenn James es nicht unlängst selbst getan hätte, würde ich jetzt glatt behaupten, dass wir aktuell den besten LeBron aller Zeiten sehen. Und wer sich um den keine Sorgen macht, wird ganz schnell sein blaues Wunder erleben. Es geht für Golden State also darum, seine Wucht abzufedern, ihn von seinen Sweet Spots fernhalten, Isolations erzwingen und hoffen, dass er hin und wieder einen menschlichen Abend erwischt. Dieses Gerede von der Wurfkrise halte ich zudem für komplett überbewertet, Ole. Schließlich musste er über weite Strecken der Postseason das Team offensiv tragen. Er nimmt in den diesjährigen Playoffs 8 Würfe mehr als im Vorjahr und die werden sicher nicht einfacher gewesen sein. Ohne Love und Irving liegt der Fokus nun mal mehr auf ihm.

These 1: LeBron sollte nicht Golden States Hauptsorge sein

These 2: Kerr hat keinen Coaching-Vorteil

These 3: Klay Thompson muss explodieren

These 4: Der Titel des besten Spielers der Liga steht auf dem Spiel

These 5: ...holt den Titel, weil...

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