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NBA

Ein Finale für die Ewigkeit

Von SPOX
Die Dubs müssen in erster Linie die Kreise vom King einengen
© getty

Nach deutlichen Conference Finals steht nun das Finale an. Mit den Golden State Warriors und den Cleveland Cavaliers, den beiden besten Teams der Liga. Mit Stephen Curry und LeBron James, den zwei besten Spielern der Association - und etlichen, weiteren spannenden Geschichten.

Golden State Warriors (West 1) - Cleveland Cavaliers (East 2)

Saisonbilanz: 1-1

Ausgangsposition: Nach einer Saison, in der sich etliche Superstars schwer verletzten und einer Postseason, die zeitweise schlicht zu wenig Spannung bot, geht es in die Finals. Dort können die Warriors und Cavaliers all das vergessen lassen. In den Hauptrollen: LeBron James und Stephen Curry. Auf der einen Seite ein viermaliger MVP, der dominanteste Spieler der Welt, auf der anderen der aktuelle MVP und spektakulärste Spieler der Association.

Doch auch in den Nebenrollen sind mit Kyrie Irving und Klay Thompson (All Stars 2015), Draymond Green und Andrew Bogut (All-Defensive Teams 2015), Andre Iguodala (All-Defensive Team 2014) und J.R. Smith (Sixth man of the Year 2013) jede Menge Starspieler auf dem Parkett. Und das, obwohl mit Kevin Love ein All Star von 2014 verletzungsbedingt ausfällt und es David Lee (All Star 2013) kaum noch in die Rotation von Steve Kerr schafft.

Schlussendlich geht es für beide Teams um nicht weniger, als den Eintrag in die Geschichtsbücher. Golden State schielt auf den ersten Titel seit 1975, den zweiten seit dem Umzug in Bay Area (1962). Die Warriors, die in der regulären Saison 67 Siege holten, wollen sich auch unter den besten Teams der NBA-Geschichte einreihen: Sie sind erst das achte Team, das seine Spiele in einer Saison mit einem Durchschnitt von plus 10 Punkten gewinnen konnte. Sechs der sieben Mannschaften, die das schafften, gewannen auch die Larry O'Brian Trophy. Auch die erfolglose Vergangenheit von Steve Kerr und Alvin Gentry, die es mit den Phoenix Suns nie ganz an die Spitze schafften, könnte ad acta gelegt werden.

Cleveland hingegen lechzt nach dem ersten Titel seiner 45-jährigen Franchise-Geschichte. Dabei will wohl besonders LeBron James seinen ganz persönlichen Kreis schließen, der ihn erst zwei Titel in Miami holen ließ, um jetzt seinem Heimatstaat Ohio zu einer Championship-Parade zu verhelfen. Ebenjener James ist durch seine sechste Finalteilnahme jetzt auch auf einer Stufe mit Michael Jordan, durch seine fünften Finals in Folge sogar an His Airness, Larry Bird, Magic, Shaq, Kobe und Tim Duncan vorbeigezogen. Nur durch einen Sieg kommt er den genannten Legenden aber näher, da sein ganz persönlicher Record durch eine Niederlage bei 2:4 stünde.

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Auch das Matchup an der Seitenlinie ist an Spannung kaum zu überbieten. Auf der einen Seite steht mit Steve Kerr der ultimative NBA-Insider, auf der anderen Seite führt mit David Blatt ein absoluter NBA-Outsider Regie. Kerr hat während seiner Karriere bereits fünf Ringe gewonnen, wobei er 1997 mit den Bulls Spiel 6 und damit die Finals gegen die Jazz per Gamewinner durch einen Assist von His Airness himself entschied. Nach seiner Karriere arbeitete er als Analyst und und im Front Office der Phoenix Suns, ehe er ohne große Probleme auf dem Trainerstuhl der Dubs Platz nahm.

Blatt hat dagegen keine vergleichbare Vita vorzulegen. Er geht in die Finals, ohne jemals zuvor in der NBA gespielt oder gecoacht zu haben. In den letzten 30 Jahren arbeitete er allerdings äußerst erfolgreich als Spieler und Trainer in Israel und Russland. Am Ende führte er seine Mannschaft zu einer Saison mit 53 Siegen, wobei er besonders Timofey Mozgov, Iman Shumpert und Smith gut integrierte und erfolgreich auf die Verletzungen von Anderson Varejao, Love und Irving reagierte.

Doch ganz abgesehen von all diesen Geschichten treffen sich ab Donnerstag die zwei besten Teams ihrer jeweiligen Conference. Seit dem 23. Januar, dem Datum, als sich die Cavs als Team gefunden hatten, haben die Dubs mit 33-9 die beste Bilanz, dicht gefolgt von Cleveland, das 30 Spiele gewann und neun verlor.

Auch offensiv gibt es in den diesjährigen Finals die Creme de la Creme zu sehen. Seit besagtem Datum schlossen die Cavs die Liga mit der besten Offense (109,6) ab, wenig überraschend folgt Golden State mit 109,1 Punkten knapp dahinter. In den Playoffs hatten beide Franchises so gut wie keine Probleme: Cleveland gewann den Osten mit einer Bilanz von 12:2, die Warriors mussten eine Niederlage mehr hinnehmen und standen am Ende bei 12:3.

Der Basketball dieser Serie sollte also extrem viel Spaß machen. Beide Teams werden von MVPs angeführt, die in diesen Playoffs schon ihre Clutchness unter Beweis gestellt haben. Beide Roster sind mit Stars und passenden Rollenspielern beladen. Beide Teams werfen gern von draußen. Beide Teams können groß und klein spielen. Beide Teams können ohne Ende Punkte aufs Scoreboard zaubern. Beide Teams trauen sich auch unkonventionelle Lineups zu. Beide Teams haben zu großen Teilen auf die unsägliche Hack-a-Strategie verzichtet. Und beide Teams sind besonders in der eigenen Arena extrem stark.

Key-Matchup: Draymond Green vs. Tristan Thompson. Wer hätte das noch vor ein paar Wochen gedacht? Ein Key-Matchup mit den Namen Green und Thompson? Love war gesetzt und wurde immer nur kurz durch seinen Backup ersetzt. Jetzt hat der Kevin aber Schulter, Tristan wurde in die Starting Five gespühlt und zerstörte in der Folge erst die Bulls und dann die Hawks am Brett. Jetzt scheint es so, als hätte er erstmalig in dieser Postseason einen ebenbürtigen Gegner.

Alle Playoff-Matchups im Überblick!

Denn Green lässt sich auch von größeren und schwereren Spielern (siehe Marc Gasol, Anthony Davis) nicht überpowern. Sein Boxout gehört zum besten, was die NBA unter dem Korb zu bieten hat, und zur Not kann sein Buddy Andrew Bogut immer aushelfen. Auch offensiv wird er Thompson vor große Probleme stellen, da er im Laufe der Saison mit seinem Spiel immer weiter an den Perimeter gerückt ist. So wird er TT, und dessen Fähigkeiten, zu rebounden und den Korb zu schützen, aus der eigenen Zone fernhalten, wodurch sich große Lücken für etwaige Penetrationen oder Cuts ergeben werden.

X-Faktor: Harrison Barnes belegt in den diesjährigen Playoffs einmal mehr, dass er vor drei Jahren zu Recht an Position sieben gedraftet wurde. Sein Player Efficiency Rating ist im Vergleich zur Regular Season von 11,4 auf 12,8 gestiegen, zeitweise übernimmt er offensiv sogar die volle Verantwortung und in der Verteidigung hat er keinen Geringeren als James Harden zur Verzweiflung getrieben. Im Finale brauchen die Dubs jetzt den besten Barnes, das heißt er muss als Spot-Up-Shooter und Cutter unruhe in der Cavs-D stiften und hat die Ehre, Mr. LeBron James zu verteidigen.

Bei den Cavs wird der Erfolg besonders mit der Gesundheit von Kyrie Irving zusammenhängen. Sein Körper ist gezeichnet von der langen Saison. Der Point Guard hat große Probleme mit dem linken Knie und auch anderweitig scheint bei weitem nicht alles rund zu laufen. Doch als reiner Spot-Up-Shooter wird er seinen Cavs nicht wirklich viel bringen, da es die Variation aus Zug zum Korb und Wurf ist, die Irving so gefährlich macht. Für eine erfolgreiche Titeljagd benötigt Cleveland alles, was Uncle Drew zu bieten hat. Ob er das liefern kann, bleibt weiter fraglich.

Prognose: Die Warriors-Maschine läuft aktuell so unglaublich rund, dass sich Curry und Co. eigentlich nur selbst schlagen können. Bei den Cavs gibt es auch zu viele Fragezeichen. Wie fit ist Irving? Findet LeBron seinen Jumper? Hat Thompson Vorteile gegen Green? Zusätzlich sind die Dubs das deutlich tiefere und talentiertere Team. Warriors in 6.

Die Serie auf einen Blick

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