NBA

"Du musst furchtlos sein"

SID
Damian Lillard legt in dieser Saison durchschnittlich 21 Punkte pro Spiel auf
© getty
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Frage: Sie haben die Defense angesprochen. In den vergangenen Wochen hatten Sie defensiv einige Probleme - speziell nach Wes Matthews' Verletzung. Was haben Sie mittlerweile verändert, um auch ohne Wes bestehen zu können?

Lillard: Die Verletzung war schon ein schwerer Schlag für uns. Er ist schließlich Herz und Seele unseres Teams und hat großen Anteil an allem, was wir an beiden Enden des Courts machen. Der Trade für Arron Afflalo und Alonzo Gee hat es uns aber erleichtert, damit umzugehen. Du kannst Wes natürlich nicht ersetzen. Leute dazuhaben, die es uns erleichtern, ohne ihn auszukommen, ist aber sehr hilfreich. Und genau das machen Gee und Afflalo. Sie passen auch persönlich sehr gut ins Team. Ich denke immer noch, dass wir ein Topteam sind, das sehr weit kommen kann. Wir sehen es einfach als neue Herausforderung und spielen weiter mit Selbstvertrauen.

Frage: Wie wichtig war es, auch in dieser Hinsicht, dass LaMarcus Aldridge seine OP verschoben hat und Robin Lopez von seiner Verletzung zurückgekommen ist?

Lillard: Das war natürlich extrem wichtig. Sie sind schließlich unsere beiden Starter auf den großen Positionen. LA ist unser bester Spieler und sein Opfer zum Wohle des Teams ist unglaublich. RoLo hält unser Team zusammen. Er ist an beiden Enden des Courts ungemein wichtig für uns. Er wird in meinen Augen zu wenig gewürdigt. Ich weiß dagegen sehr gut zu schätzen, was er für unser Team tut.

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Frage: Portland gelangen in dieser Saison die meisten Comebacks, nachdem Sie zuvor bereits zweistellig zurücklagen. Verleiht Ihnen das mit Blick auf die Playoffs zusätzliches Selbstvertrauen?

Lillard: Definitiv. Unsere Fähigkeit, mit Rückständen umzugehen und uns ins Spiel zurückzukämpfen, ist enorm wichtig. Da gehören wir zu den Besten. Es verleiht uns tatsächlich großes Selbstvertrauen, dass wir wissen, dass wir jederzeit zurückkommen können. Wir können uns die Chance auf den Sieg immer wieder erarbeiten. Das haben wir natürlich im Kopf, wenn es Richtung Playoffs geht.

Frage: Vielleicht gelingt Ihnen ja auch wieder ein Gamewinner wie damals gegen die Rockets. Es macht allerdings den Anschein, als seien nur wenige Spieler mit dem Clutch-Gen geboren. Was macht es für Sie aus?

Lillard: Es geht einfach um Selbstvertrauen. Du musst furchtlos sein. Du darfst keine Angst davor haben, den Wurf vielleicht danebenzusetzen. Darum geht es. Um in solchen Momenten aufblühen zu können, musst du daran glauben und hart arbeiten. Wenn du Angst hast, daneben zu werfen, wenn du Angst hast, zu scheitern, hast du keine Chance.

Frage: Was geht in solchen Clutch-Situationen in Ihnen vor?

Lillard: Ehrlich gesagt versuche ich einfach, meinen Kopf völlig freizubekommen. Meistens konzentriere ich mich einfach auf den Moment - keine Sorgen, ob ich nun treffe oder nicht. Einfach rausgehen und es möglich machen. So gehe ich die Sache an und lebe dann einfach damit, ob ich den Wurf treffe oder eben nicht. Dass ich keine Versagensängste habe, gibt mir viel Selbstvertrauen.

Frage: Und wenn sie wählen müssten: wem würden für einen entscheidenden Wurf geben?

Lillard: Steph Curry, James Harden oder Kevin Durant. Denn ich habe bei ihnen bereits gesehen, dass sie Spiele mit viel Selbstvertrauen zu Ende bringen.

Frage: Curry, Sie, Westbrook, Rose: Die Eins ist aktuell eine der tiefsten Positionen. Ist es Zeit, dass die kleineren Spieler ins Rampenlicht rücken und Big Man in die zweite Reihe?

Lillard: Ich würde nicht sagen, dass irgendjemand das Rampenlicht verdient oder ein anderer in die zweite Reihe rücken sollte. Die besten Spieler bleiben immer die besten Spieler. Momentan ist die Eins für mich vielleicht die härteste Position der Liga. Wir haben eine Art Goldenes Zeitalter der Point Guards. Da ist es für jeden tough.

Frage: Sie selbst kommen aus Oakland, einer Stadt, die viele gute Point Guards hervorgebracht hat - unter anderem Gary Payton. Woran liegt das?

Lillard: Das liegt für mich an der Toughness und dem Wettbewerb, dem wir dort ausgesetzt waren. Dort aufzuwachsen, ist einfach anders. Basketball ist der Ausweg. Deshalb sind viele Point Guards aus Oakland so erfolgreich.

Frage: Haben Sie sich früher eigentlich irgendeinen Point Guard zum Vorbild genommen?

Lillard: Ich war ein riesiger Fan von Derrick Rose und Steve Nash. Wenn ich mich aber auf einen festlegen muss, würde ich Nash sagen. Er spielte ja für Santa Clara und da kannte man ihn natürlich in der Bay Area, wo ich aufwuchs. Es war schon verrückt, als ich dann tatsächlich die Chance hatte, gegen ihn zu spielen.

Frage: Fühlten Sie sich eigentlich ein wenig herabgewürdigt, nachdem Sie es nicht ins Team USA geschafft haben? Wären Sie in Zukunft daran interessiert, die USA zu repräsentieren?

Lillard: Ich bin mir nicht sicher. Hätten Sie mich gewollt, wäre ich auch schon im vergangenen Sommer dabei gewesen.

Frage: Mittlerweile sind Sie eines der Gesichter Ihres Ausrüsters und der NBA, haben kürzlich sogar ihren eigenen Signature-Schuh herausgebracht. Was bedeutet Ihnen das und wie können Sie sich durch Ihre eigene Sneaker-Linie ausdrücken? Wie wichtig war es Ihnen zudem, dass er nicht zu teuer wird und damit leichter zu erwerben ist?

Lillard: Das beutet mir sehr viel. Es bekommen ja nicht allzu viele Jungs die Möglichkeit, ihren eigenen Schuh zu haben. Deshalb fühle ich mich geehrt und gesegnet. Der Preis-Aspekt war mir ungemein wichtig. Ich wollte, dass sich so viele Leute wie möglich meine Schuhe leisten können.

Seite 1: Lillard über Rap, Stotts und den Playoff-Kampf im Westen

Seite 2: Lillard über Matthews, das Clutch-Gen und seine Position

Damian Lillard im Steckbrief

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