Die Mavs vor Spiel fünf

Regel sucht Ausnahme

Dienstag, 28.04.2015 | 16:09 Uhr
Dirk Nowitzki überzeugte im vierten Spiel mit 10 Punkten im letzten Durchgang
© getty
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Die Dallas Mavericks wollen etwas erreichen, das vor ihnen noch niemand erreicht hat. Die Chance ist gering, von den Houston Rockets ist in der eigenen Halle zudem eine Reaktion zu erwarten. Die Ausgangslage kann für Dallas aber sogar von Vorteil sein: Raum für Fehler gibt es nicht mehr.

112:0. 112 Teams haben in der NBA-Geschichte versucht, eine Best-of-Seven-Serie nach einem 0:3-Rückstand noch zu drehen. Nicht eins von ihnen hatte Erfolg. Um zu verstehen, wie schlecht die Chancen der Mavericks gegen Houston aussehen, muss man sich nur diese Bilanz vor Augen führen: 112 zu null.

Die Mavs wollen dieses eine Team werden, das aus der perfekten Bilanz der 3:0-Führenden ein 112:1 macht - ein historischer Ausrutscher, könnte man sagen. "Es ist unvermeidbar, dass diese Serie irgendwann reißt", behauptete Rick Carlisle. Den Zusatz 'Warum also nicht wir?' sprach er zwar nicht aus, er lag am Montag aber zweifelsohne in der Luft.

Zumal die Serie ja nicht mehr bei 0:3 steht. Durch den Sieg aus Spiel vier sind die Mavs nun in einer Situation, die Carlisle schon einmal erlebt hat. "Ich habe ein Team trainiert, das nach einem 1:3-Rückstand noch gewonnen hat", erinnerte sich der Coach an die Playoffs 2003 zurück, in denen er mit den Pistons gegen Orlando gewinnen konnte. "Ich weiß also, dass zumindest das möglich ist."

Smith: "Sehr lethargisch"

Es ist ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass Carlisle diese Erfahrung vorzuweisen hat - denn auch ein Comeback nach 1:3-Rückstand haben bisher gerade einmal acht Teams geschafft. Und die Mavs nehmen verständlicherweise jeden Strohhalm, an den sie sich klammern können, mit Kusshand.

Schließlich spricht auf dem Papier nicht viel für sie. Houston hat in Spiel fünf wieder Heimrecht, das Publikum wird die Mavs nicht wieder stellenweise tragen können. Zudem ist es relativ unwahrscheinlich, dass das beste dreierschießende Team der NBA erneut nur sieben von 31 Triples trifft oder sich erneut nach Strich und Faden am Brett dominieren lässt.

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Die Rockets bekamen in Spiel vier eine Lektion in Sachen Einsatz erteilt, wie Josh Smith anerkannte: "Sie haben gespielt wie ein Team mit der Chance, die Serie klarzumachen. Wir spielten dagegen, als würden wir nach Hause gehen. Sehr lethargisch. Das darf nicht sein." Auch Trevor Ariza betonte, es habe an Leidenschaft gefehlt.

Die Offense legt ihre Fesseln ab

Houston ist noch ein Stück davon entfernt, unter echtem Druck zu stehen - das Team von Kevin McHale wird aber garantiert verhindern wollen, dass eine solche Situation entsteht. Sollten die Mavs ein sechstes Spiel in Dallas erzwingen können, wird die Serie nämlich richtig interessant.

Rockets vs. Mavs: Die Serie im Überblick

Spiel vier offenbarte, dass die Mavs endlich eine Starting Five gefunden haben, die den Rockets Probleme bereiten kann: Mit Wirbelwind JJ Barea, mit Vorzeige-Hustler Al-Farouq Aminu, ohne Rajon "Gone-Do", wie Rondo in Dallas bereits genannt wird. Ein Defensiv-Bollwerk sieht freilich anders aus, dafür legte die Offense ihre Fesseln ab und erinnerte wieder mehr an das Powerhouse der ersten Saisonmonate.

Das lag zum Großteil auch daran, dass Monta Ellis - wie in Spiel drei, das Dallas ebenfalls hätte gewinnen können - endlich wieder in der Lage war, nach seinem Geschmack zu spielen. Als primärer Ballhandler, mit dem Fuß auf dem Gaspedal. Vom Stil her passt der ebenfalls ständig rennende Barea einfach besser zu ihm als Rondo.

"Das ist essenziell für uns, einfach immer zu attackieren", analysierte Ellis, der in den letzten beiden Spielen kombiniert 28 von 46 getroffen hat. "Immer in die Zone kommen. Dort können wir vieles kreieren. Unser Plan muss gleich bleiben: Attacke, Attacke, Attacke! Wenn wir dieselbe Energie zeigen wie in Spiel vier, dann haben wir auch im fünften eine Chance. Alles ist möglich."

"Der Druck liegt bei uns"

Tyson Chandler stimmte dem Guard zu, merkte aber auch an, dass er ein noch härteres Spiel erwarte: "Wir spielen auswärts, und sie werden mehr Energie darauf investieren, diese Serie zu beenden. Ich bin mir sicher, dass sie nicht wieder nach Dallas kommen wollen. Es wird härter werden - wir müssen all das nutzen, was uns in Spiel vier geholfen hat, und uns noch weiter steigern."

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An Einsatz wird es den Mavs sicherlich nicht mangeln. Sie sind das Team, das mit dem Rücken zur Wand steht. Für das jedes noch anstehende Spiel ein Game 7 ist. "Der Druck liegt bei uns. Wir können uns keinen Ausrutscher leisten", sagte Ellis. "Am Ende des Tages gehen wir nun mal nach Hause, sobald wir ein Spiel verlieren."

So einfach ist das. Win or go home.

Der Kader der Dallas Mavericks im Überblick

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