Montag, 20.04.2015

Playoffs, 1. Runde, Spiel 1: Clippers - Spurs 107:92

Spurs Favorit? Niemals!

Machtdemonstration, die erste. Die Los Angeles Clippers (56-26) überrollen die San Antonio Spurs (55-27) beim 107:92-Sieg und sichern sich Spiel 1. In der ersten Hälfte war es noch spannend, doch als Chris Paul und Blake Griffin in den sechsten Gang schalteten, gab es für den amtierenden Champion nichts mehr zu melden.

Die Clippers spielten im ersten (30), dritten (30) und vierten Viertel (28) überragenden Offensivbasketball, auf den der Gegner aus Texas keine Antworten hatte. Auch defensiv bot das Team von Doc Rivers eine herausragende Leistung. Chris Paul lieferte mit 32 Punkten, 7 Rebounds und 6 Assists eine Sahne-Vorstellung ab. Jamal Crawford (17 Punkte, 7/10 FG) spielte von der Bank kommend stark.

So sehen die Playoff-Paarungen aktuell aus!

Bei den Spurs erzielte Tim Duncan ein Double-Double (11/11), Kawhi Leonard avancierte mit 18 Punkten zum Topscorer seiner Mannschaft. Tony Parker blieb bis auf einen kurzen Moment im dritten Viertel blass und beendete die Partie mit 10 Punkten bei 4 von 11 aus dem Feld.

Die Reaktionen:

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Doc Rivers kann gegen die Spurs auf seine beste Fünf zurück greifen. Er schickt Chris Paul, J.J. Redick, Matt Barnes, Blake Griffin und DeAndre Jordan aufs Parkett. Gregg Popovich hat auch wieder alle Fünf zur Verfügung, Tiago Splitter meldet sich fit. Ihm zur Seite stehen Tony Parker, Danny Green, Kawhi Leonard und Tim Duncan.

3.: Nach einigen Fahrkarten beider Teams scoren erst Green und Griffin. Dann stoppt Paul im Fastbreak an der Dreierlinie ab und versenkt den Triple. Duncan kontert auf die schwere Weise und punktet in der Zone, and one, verwirft aber den Freebie. Die Clippers sind 5:4 in Führung.

8.: Boom shakalaka. Da ist das Ball-Movement der Spurs. Nach unzähligen Pässen findet Boris Diaw Aron Baynes, der mit Autorität und plus Foul stopft. Der Freiwurf sitzt, die Spurs kämpfen sich zurück. 15:20 aus Sicht der Gäste.

13.: Patty Mills trifft den ersten Dreier für den Champion. Diaw legt einen schönen Floater und einen Layup obendrauf. Die Bankspieler der Clippers treffen gerade nicht mehr. Der nächste Dreier von Manu Ginobili bringt San Antonio auf 28:30 heran.

19.: Die Clippers können aktuell aus den Fehlern der Spurs kein Kapital schlagen. Dann übernimmt San Antonio halt zum zweiten Mal die Führung. Duncan schließt einen 7:0-Lauf per Layup ab, der seinem Team die 37:35-Führung bringt.

24.: In den letzten Minuten sind die Clippers wieder davongezogen. Die Spurs haben seit vier Minuten nicht gescort. Jetzt haut Leonard aber den Dreier rein. Dann wird Hack-a-Jordan gespielt, einer sitzt. Diaw findet dann wieder Baynes für den Dunk. Zur Pause steht es 49:43 für die Clippers.

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28.: Was für eine Pace hier im dritten Viertel! Die Spurs haben aber Angst vor dem Big Man in the middle. Jordan blockt und beeindruckt. Gefühlt hat San Antonio schon zehn freie Korbleger danebengelegt. Nach etlichen Freiwürfen steht es 52:47 für die Clips.

33.: Barnes trifft einen Dreier aus der Ecke und kämpft danach gegen Baynes um den Ball. Und nicht etwa der Forward sondern der Center landet im Publikum. Griffins Layup nach schönem Spin-Move sitzt nicht. Aber der ganz wilde Dunk danach über Baynes sitzt. Aber sowas von! 64:54 Clippers.

36.: Jetzt läuft es bei den Clippers. Nach einem Dreier von Jamal Crawford steht die höchste Führung der Partie bei 16 Punkten. Leonard punktet zwar nochmal, aber Griffin stellt die alte Führung durch den zweiten verrückten Dunk des Viertels wieder her. Paul legt einen Layup nach und das Staples Center explodiert, 79:61.

41.: Das gibt es einfach nicht. Man darf die Spurs einfach nie abschreiben. Nach Dreiern von Patty Mills, Marco Bellinelli und Green sind sie wieder bis auf neun Punkte herangekommen. Nach der Auszeit ist Griffin aber mit dem Dreipunktspiel zur Stelle. Die Clips sind mit 93:81 vorne.

48.: Aus dem Comeback wurde dann doch nichts. Am Ende waren die Clippers einfach den Tick stärker. Die Clippers gewinnen mit 107:92.

Los Angeles Clippers vs. San Antonio Spurs: Hier geht's zum BOXSCORE

© spox

Die Stars des Spiels: DeAndre Jordan/Blake Griffin: Jordan war ein Beast in der Zone. Auf dem Statistikbogen stehen 4 Blocks, aber er vereitelte mit seiner schieren Präsenz unzählige Möglichkeiten der Spurs. Nur weil er in der Nähe war legten Duncan, Splitter, Green und Co. reihenweise Layups daneben. Zudem griff er sich gewohnt sicher die Abpraller (14). Ohne Jordan als defensiver Anker hätte das Spiel auch ganz anders ausgehen können.

Griffin dagegen war in der Offensive der Fixpunkt. Er machte mit dem Frontcourt der Spurs, was er wollte. Midrange-Jumper, Layups plus Foul oder Dunks, die an einen Griffin von vor zwei Jahren erinnerten, in diesem Spiel fehlte eigentlich nur der Dreier in seinem Arsenal an Möglichkeiten. Seine Zahlen: 26 Punkte, 12 Rebounds, 5 Assists.

Der Flop des Spiels: Wo war Danny Green eigentlich in diesem Spiel? Der Shooting Guard spielte an beiden Enden des Feldes überhaupt keine Rolle. Seine Defense war schwach, sein Wurf war schwächer. Er traf nur klägliche 2 von 11 aus dem Feld und 1 von 7 vom Perimeter. Das nennt man wohl Totalausfall.

Das fiel auf:

  • Die Clippers schafften es von Beginn an ihre Emotionen in gute Offensivaktionen umzumünzen. Sie kamen unfassbar heiß aus der Kabine und trafen sieben ihrer ersten elf Würfe, davon drei Dreier. So erspielten sie sich schon nach sechs Minuten eine Führung von zehn Punkten. Auch das Tempo im ersten Viertel gefiel eher den Clippers als den Spurs. Es wurde Hochtempo-Basketball gespielt. Das nutzte der Gastgeber durch sieben Fastbreak-Punkte im ersten Viertel.
  • Im zweiten Viertel fiel der Wurf der Spurs auf einmal. Die ersten Dreier fanden ihr Ziel, der Fastbreak der Clippers wurde gestoppt und die Spurs kamen zurück ins Spiel. Aber da Basketball ein Spiel der Runs ist, war die Führung von San Antonio nicht von langer Dauer. Angeführt von Jamal Crawford und Jordan, der unbeeindruckt von Hack-a-Jordan seine Freiwürfe in dieser Phase versenkte, schloss Los Angeles die Halbzeit mit einem 14:6-Lauf ab.
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  • Das es in den Playoffs besonders körperlich zur Sache geht musste Tony Parker einige Male leidvoll erfahren. Erst knickte er mit dem linken Knöchel um, dann rammte ihm Chris Paul sein Knie in den Oberschenkel. Beide Male blieb der Franzose kurz auf dem Hardwood liegen, spielte aber weiter.
  • Aron Baynes spielte eine solide Partie, musste aber auch erfahren, wie sich Playoff-Basketball für einen Center anfühlen kann. In einer Zeitspanne von 1:30 Minuten im dritten Viertel wurde er erst von Barnes in die dritte Reihe befördert, dann beim Kampf um den Rebound zu Boden gerissen, nur um wenige Momente später den fiesen Face-Jam von Griffin zu kassieren. Ein paar Minuten später fand sich der Australier noch einmal auf der falschen Seite des Posters wieder, als er erneut von Griffin per Highlight-Dunk gedemütigt wurde. Welcome to the Postseason.
  • Die Verteidigung der Clippers war schon in den letzten Wochen wirklich mehr als beachtlich, die Defensivleistung gegen die Spurs ist aber trotzdem nicht hoch genug einzuschätzen. Sie hielten den Champion bei einer Quote von 36,6 Prozent. Alle Rädchen klickten, die Rotationen und dementsprechend die Kommunikation war großartig. Können die Clippers diese Leistung durch die gesamten Playoffs halten, dann sind sie einer der Topfavoriten auf den Titel.

Der Spielplan im Überblick

Philipp Scherping

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