Die Mavs nach der Niederlage gegen Cleveland

"Der Tiefpunkt ist erreicht"

Mittwoch, 11.03.2015 | 13:28 Uhr
Dirk Nowitzki (l.) sah gegen Cleveland ein Top-Team - es war aber nicht seins
© getty
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Die Dallas Mavericks gehen gegen die Cleveland Cavaliers sang- und klanglos unter - Rick Carlisle spricht von der schlechtesten Saisonleistung. Mittlerweile ist nicht mehr von einem Trend zu sprechen. Sogar die Playoffs sind jetzt in Gefahr. Einem Neuzugang platzt der Kragen.

Wochenlang hatte sich nahezu jeder in Dallas in Ausreden geflüchtet. Erklärungen präsentiert, warum das Team ein wenig beeindruckendes Bild abgab und im Westen zunehmend an Boden verlor. Warum die Offense beständig schlechter wurde.

Warum es auch gegen vermeintliche Außenseiter teilweise ein Krampf war, warum die spielerische Leichtigkeit der ersten Saisonwochen nahezu komplett verloren wurde. Davon war am frühen Mittwochmorgen nach der katastrophalen Leistung gegen Cleveland nichts mehr zu sehen.

Analyse Cavs watschen Mavs ab

"Nach dem ersten Viertel war das unsere schlechteste Saisonleistung, ohne Frage", ließ Rick Carlisle verlauten. "Wir haben einfach fürchterlich gespielt. 41 Punkte im zweiten Viertel, zu viele Aussetzer, zu viele Konzentrationsfehler, die uns nicht passieren dürfen. Aber das geht auf mich und ich fühle mich hundeelend deswegen."

Es spricht für den Coach, dass er sich auch diesmal vor seine Mannschaft stellen wollte und die Schuld auf sich nahm. Er sprach sogar davon, als Trainer einen "schrecklichen Job" gemacht zu haben. Allerdings kann auch er wenig daran ändern, dass Spieler ohne Mut, Energie, Konzentration und Einsatz auftraten.

"Kam hierher, um zu gewinnen"

Die deutlichsten Worte für die peinliche Vorstellung fand ausgerechnet der Spieler, der bisher die kürzeste Zeit mit dem Team verbracht hat. Und Amar'e Stoudemire ließ kein gutes Haar an sich und seinen Mannschaftskameraden.

"Ich kam hierher, um zu gewinnen, und jetzt trennen uns nur 4,5 Spiele von Platz neun. Das ist inakzeptabel", sagte der Big Man. "Wir können das Spiel nicht betrügen. Wir können in Spielen und Trainingseinheiten nicht mehr witzig sein und rumalbern, und trotzdem denken, dass wir Spiele gewinnen. Wir sind bei den Profis hier. Auf dem höchsten Basketballlevel überhaupt. So müssen wir uns auch benehmen."

Stoudemire sprach dabei einen Punkt an, der in Dallas viel zu lange ignoriert wurde. Bei allen offensichtlichen Problemen ging man jederzeit fest davon aus, dass die Playoff-Teilnahme immerhin sicher wäre. Doch geht diese Rechnung überhaupt auf?

Fakt ist: Die Mavs haben die Hälfte ihrer letzten 30 Spiele verloren und wurden im Zuge der Niederlage gegen die Cavs von den Spurs überholt. Auf Platz 7 trennen sie jetzt noch 4,5 Spiele von OKC und den Pelicans, die beide deutlich besser drauf sind. Insbesondere New Orleans profitiert von Anthony Davis' Rückkehr und hat acht seiner letzten zehn Spiele gewonnen.

Nowitzki ist ratlos

"Jetzt werden wir herausfinden, woraus wir wirklich gemacht sind", kündigte Carlisle an. "Der Tiefpunkt ist erreicht, jetzt müssen wir uns ganz schnell zusammenreißen." Der Coach versprach zudem, sich bis zum Spiel am Freitag gegen OKC jede Menge Fragen zu stellen und Videoanalysen durchzuführen.

Das wird jedoch lange nicht reichen, wenn sich nicht auch die Spieler hinterfragen. Dirk Nowitzki etwa sagte, er wisse nicht, "ob es am Einsatz lag, an der Achtsamkeit oder an der Kombination von beidem."

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Erneut war es Stoudemire, dessen Fehleranalyse den meisten Inhalt hatte. "Wir haben Fehler gemacht, wie sie Rookies oder Zweitjahresprofis machen. Wir müssten es besser wissen. Wir sind ein Team aus Veteranen. Wir müssen dringend unsere Mentalität ändern."

"Den Schwanz eingezogen"

In jedem Fall ist in dieser Partie eins klar geworden. Beide Teams weisen exakt die gleiche Bilanz auf (41:25), dennoch könnte die Lücke zwischen Cleveland und den Mavericks nicht größer sein. Das eine Team hat sich gefunden, das andere taumelt durch die letzten Saisonwochen und läuft dem eigenen Anspruch weit hinterher.

"Wir sind gegen ein Team angetreten, das um die Meisterschaft spielt", sagte Stoudemire. "Wir hätten die Herausforderung gegen sie annehmen müssen. Stattdessen haben wir den Schwanz eingezogen."

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