San Antonio Spurs - Cleveland Cavaliers 125:128 OT

Die Schlacht von Alamo 2.0

Von Philipp Jakob
Freitag, 13.03.2015 | 06:12 Uhr
Kyrie Irving (l.) erzielte gegen die Spurs 57 Punkte
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Was für eine Wahnsinns-Partie! Die Cleveland Cavaliers (42-25) setzen sich nach Overtime mit 128:125 (BOXSCORE) gegen die San Antonio Spurs (40-24) durch. Die können sich nicht für eine insgesamt starke Leistung belohnen, sondern müssen mit ansehen, wie Kyrie Irving eine Monster-Performance hinlegt und das Spiel entscheidet.

Der Point Guard der Cavaliers war definitiv der Mann des Spiels und stellte gleich mehrere Bestmarken auf. Während LeBron James (31 Punkte, 7 Assists, 5 Rebounds) vor allem zu Beginn mit der starken Verteidigung der Spurs zu kämpfen hatte, hielt der 22-Jährige sein Team im Alleingang in der Partie. Insgesamt überragte Irving mit 57 Punkten (20-32 FG).

Davon kamen 11 Zähler in der Overtime plus ein Buzzer-Beater von Downtown, der Cleveland überhaupt erst in die Overtime rettete. Zuvor konnten sich die Spurs in der regulären Spielzeit dank tollem Team-Basketball und starker Defense einen leichten Vorteil erspielen. Dieser war allerdings dahin, nachdem San Antonio in den letzten 33 Sekunden einen 6-Punkte-Vorsprung verschenkte.

Dabei setze der ansonsten starke Kawhi Leonard (24 Punkte, 9 Rebounds, 7 Assists) in den Schlusssekunden der regulären Spielzeit 2 Freiwürfe an den Ring, die den sicheren Sieg gebracht hätten. Schließlich war aber auch Tony Parker (31 Zähler) gegen die Irving-Show machtlos, sodass San Antonio nach sechs Siegen in Folge die erste Niederlage einstecken musste. Der Höhenflug der Cavaliers ging dagegen weiter und Cleveland festigte Rang 2 in der Eastern Conference.

Die Reaktionen:

Kyrie Irving (Cleveland Cavaliers): "Ein paar dieser Würfe habe ich einfach aus meiner Hand losgelassen und irgendwie Richtung Ring geworfen. Da habe ich Glück gehabt, dass sie rein gegangen sind. Das war so ein tolles Spiel. Das Publikum war laut, die Arena ausverkauft. Sie sind gekommen, um ein großartiges Spiel zu sehen und es war eins."

LeBron James (Cleveland Cavaliers) über Irving: "Das Kind ist was besonderes. Wir alle wissen es, wir alle sehen es. So eine Performance wie er sie gezeigt hat ist einfach unglaublich."

Kawhi Leonard (San Antonio Spurs) über die verworfenen Freiwürfe: "Ich weiß, ich habe das Spiel weggegeben. Aber das passiert jedem mal. Ich muss nach vorne schauen und ich weiß, dass ich bereits wichtige Würfe und wichtige Freiwürfe verwandelt habe."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Auf beiden Seiten sind die wohlbekannten Starting Fives zu sehen, keine Überraschungen also. Coach Gregg Popovich schickt Tony Parker, Danny Green, Kawhi Leonard, Tim Duncan und Tiago Splitter auf's Parkett. Für Cleveland starten Kyrie Irving, J.R. Smith, LeBron James, Kevin Love und Timofey Mozgov.

3.: Das geht ja mal gut los. Beide Teams treffen so gut wie alles aus dem Feld und jetzt holt LeBron auch noch einen Monster-Slam zum 7:7 raus. So kann es weitergehen.

9.: Und genauso geht es auch weiter. Die Spurs und Cavs versenken hier fleißig ein Field Goal nach dem anderen - und dass auch noch mit einem ungeheuren Tempo. Jetzt bringt Irving die Gäste mit einem hübschen Floater mit 26:24 in Führung.

14.: Das Privatduell zwischen LeBron und Leonard ist bisher recht ausgeglichen. Jetzt macht Kawhi aber auf sich aufmerksam, zieht an LBJ vorbei und stopft den Spalding durch die Reuse - 37:35 Cavaliers.

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18.: Kaum ist LBJ auf der Bank, dreht Leonard auf. Der Finals-MVP von 2014 führt die Spurs zu einem 11:2-Lauf und überzeugt dabei in bekannter Manier sowohl in der Offense als auch in der Defense. San Antonio übernimmt die Führung - 48:43.

22.: Aus Leonard/James wurde mittlerweile Irving/Parker. Die beiden Point Guards liefern sich ein heißes Duell - Irving hat sogar die letzten 14 Punkte der Cavs im Alleingang erzielt. Der Franzose hält mit insgesamt 17 Zählern dagegen. Die Spurs liegen immer noch mit 56:55 in Front.

30.: Die Spurs legen jetzt in der Defensive einen Zahn zu. Und offensiv? Da läuft es weiterhin wie geschmiert. Allerdings finden sie kein Mittel gegen Kyrie Irving. Der kann von Downtown auf 75:71 verkürzen.

33.: Mit einem Dreier aus dem Fastbreak heraus erhöht Leonard sein Punktekonto auf 21 - sein sechstes Spiel in Folge mit mindestens 20 Zählern. Ganz nebenbei bringt er die Spurs damit bis auf 7 Punkte weg. Für San Antonio läuft es aktuell recht gut - 80:73.

38.: Die Spurs zeigen extrem viel Einsatz und kämpfen um jeden Ball. So sichert sich Splitter den Offensiv-Rebound, anschließend verwandelt der 30-Jährige zwei Freiwürfe zum 88:81 für San Antonio. LeBron sieht weiterhin kein Land gegen die starke Spurs-Defense.

42.: Dank Kyrie kämpfen sich die Cavs zwar wieder heran, doch jetzt hämmert Danny Green gnadenlos einen Dreier durch die Reuse. Im nächsten Angriff erhöht Duncan auf 97:90 für San Antonio.

45.: Jetzt bestehen die Angriffe der Cavs fast nur noch aus Isolations. Die Spurs setzen dagegen weiterhin auf Team-Basketball in Reinkultur und werden dafür belohnt: Green versenkt seinen nächsten Dreier und bringt San Antonio mit 104:95 in Führung.

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48.: Zwar bringt Irving sein Team mit einem unglaublichen Dreier nochmal bis auf 3 Punkte heran, doch mit einem Offensiv-Rebound macht Leonard letztlich den Deckel zu - denkt zumindest jeder! Leonard verwirft beide Freiwürfe und gibt den Cavs damit eine letzte Chance. Die nutzt wer? Natürlich Kyrie Irving. Der Point Guard hämmert den dreier zum Ausgleich durch die Reuse. Es geht in die Overtime. Wahnsinn!

50.: Irving liefert schlicht und einfach ein fantastisches Spiel ab. Mit seinem sechsten Dreier der Partie sorgt der 22-Jährige erneut für den Ausgleich. Die Cavaliers haben mittlerweile auch in der Defensive einen Gang höher geschaltet - 113:113.

53.: Jetzt trifft auch noch LeBron alles, was er will. Mit einem ansatzlosen Pull-Up-Dreier sorgt der King für den 125:120-Vorsprung für Cleveland. Die höchste Führung für die Gäste in der gesamten Partie. Davon kann sich San Antonio nicht mehr erholen.

San Antonio Spurs vs. Cleveland Cavaliers: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Kyrie Irving. Wo soll man nach dieser fantastischen Leistung von Kyrie Irving nur mit den Lobeshymnen anfangen? Zum einen hielt der 22-Jährige sein Team phasenweise im Alleingang im Spiel, versenkte dann den Buzzer-Beater zum Ausgleich, nur um den Spurs schließlich 11 Punkte in der Overtime um die Ohren zu hauen und die Cavs zum Sieg zu führen. Insgesamt erzielte der Point Guard 57 Punkte (20/32) und verwandelte jeden einzelnen seiner 7 Versuche von Downtown.

Der Flop des Spiels: Kevin Love. Der Power Forward fand trotz eines gelungenen Starts in die Partie nie so richtig die Bindung. Love war extrem selten unter dem gegnerischen Korb zu finden, sondern hielt sich viel zu oft am Perimeter auf. Auch bei einigen Mismatches zog es den 26-Jährigen unverständlicherweise nicht in den Post. Allerdings verpassten seine Mitspieler es aber auch, Love gut einzusetzen. So kam der Power Forward nur auf 8 Punkte (alle im ersten Viertel) und traf nur 2 seiner 10 Würfe aus dem Feld. Zu guter Letzt musste er große Teile des vierten Viertels auf der Bank schmoren.

Das fiel auf:

  • Mit so einem Offensiv-Feuerwerk hatten wohl eher die wenigsten gerechnet. Doch beide Teams drückten von Beginn an gnadenlos auf die Tube, sodass den Fans ein extrem temporeiches Spiel dargeboten wurde. Die vielen Möglichkeiten in der Transition-Offense sowie die allgemein starken Quoten aus dem Feld (52,3 Prozent Cavs, 61,4 Prozent Spurs zur Halbzeit) sorgten für ein High-Scoring-Game in der ersten Hälfte.
  • Sobald LeBron James auf der Bank Platz nahm, bekam zumeist auch Kawhi Leonard seine wohlverdiente Pause. Die beiden lieferten sich mal wieder ein packendes Privatduell und fanden sich nur äußert selten einem anderen Gegenspieler gegenüber. Insgesamt konnte sich aber Leonard durchsetzen, der nicht nur offensiv überzeugte, sondern auch LBJ größtenteils in Schach halten konnte.
  • Dennoch wurde das Duell zwischen Leonard und James teilweise von einem anderen in den Schatten gestellt: Vom Duell der beiden Point Guards. Besonders im zweiten Viertel lieferten Kyrie Irving und Tony Parker eine spektakuläre Show ab und schenkten sich reihenweise Körbe ein. Beide Einser verstanden es sehr gut, in die gegnerische Zone zu penetrieren und entweder per Korbleger mit einer Menge Körperkontakt oder mit einem wunderbaren Floater abzuschließen.
  • Sowohl die Cavs als auch die Spurs standen defensiv nicht immer gut, doch vor allem bei Cleveland machten sich Probleme bemerkbar. Das Team von David Blatt swichte relativ häufig bei gegnerischen Pick & Rolls, was zu einigen Mismatches führte. Dadurch hatte zum Beispiel Parker immer wieder leichtes Spiel gegen die Big Men der Cavs. Auch war die anschließende Help-Defense oft zu spät, ebenso wie die Defensiv-Rotationen.
  • Ein ganz anderes Vorgehen war bei den Spurs zu beobachten. San Antonio switchte nur in äußersten Notfällen, dank hervorragender Leistungen von Kawhi Leonard oder auch Danny Green waren diese Situationen aber begrenzt. So hatte Cleveland im Halbfeld des Öfteren große Probleme und die Angriffe wirkten uninspiriert - abgesehen von Irving. Der war immer in der Lage, sich einen Wurf zu kreieren und den dann meistens auch zu versenken, wenn auch meistens aus der Isolation heraus.
  • Mal ganz abgesehen von der Defense fehlt den Cavs noch eine ganz entscheidende Sache, um ein wahres Top-Team zu werden: Eine starke Bank. Mit nur 23,5 Punkten pro Partie liegen die Reservisten der Cavs damit auf dem abgeschlagenen letzten Platz in Sachen Bench-Production. Auch gegen die Spurs konnte keiner der Reservisten überzeugen.
  • Mit seinen 57 Zählern verbesserte Irving seinen eigenen Rekord (55) für Punkte in der aktuellen Spielzeit. Es sind laut Elias Sports Bureau die meisten Punkte gegen den amtierenden Champion seit Wilt Chamberlain den Celtics 62 Zähler in der Saison 1961-62 einschenkte. Nie hat ein Teamkollege von LeBron mehr Punkte gemacht, nie hat ein Spieler mehr Punkte gegen Popovich' Spurs erzielt. Außerdem ist er der erste Spieler seit Kobe Bryant, der mehr als eine +55-Performance in einer Saison abliefert. Nur zwei Spieler (Rick Barry und James) schafften dies ebenfalls im Alter von 23 Jahren. Beeindruckend.

Der Spielplan im Überblick

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