Montag, 09.02.2015

Jeff Teagues All-Star-Premiere

Der Kopf der Schlange

Jeff Teague nimmt 2015 zum ersten Mal in seiner Karriere am All-Star Game teil. Die Ehrung ist hochverdient, auch wenn der Floor General der Atlanta Hawks immer noch gern übersehen wird. Dabei ist er auf dem Weg, ein neuer Tony Parker zu werden, der beim besten Team der Liga die größte Hoffnung auf einen tiefen Playoff-Ritt darstellt.

Jeff Teague nimmt in diesem Jahr zum ersten Mal am All-Star Game teil
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Jeff Teague nimmt in diesem Jahr zum ersten Mal am All-Star Game teil

Es ist ein Spielzug, den die Golden State Warriors in dieser Saison immer wieder nutzen. Stephen Curry wechselt an der Dreierlinie die Seiten und bekommt ungefähr auf der Mitte ein Dribble-Hand-Off von Andrew Bogut. Der MVP-Kandidat fängt den Ball in der Bewegung und steigt sofort hoch, ohne zu dribbeln.

Normalerweise ist dieses Play bares Geld für die Dubs - Boguts Präsenz erschwert es dem Verteidiger, den Wurf zu stören, zumal Curry ohnehin kaum Zeit braucht, um seinen Wurf loszuwerden. Diesmal jedoch hat Jeff Teague den Braten gerochen.

Schon bevor das Hand-Off kommt, beginnt Teague zu sprinten. Als Curry den Ball loslässt, ist Teague da - und blockt den Wurf. Kyle Korver sammelt den Ball ein und spielt ihn direkt weiter auf Teague, der durchgestartet ist und die Sequenz mit einem Dunk im Break abschließt.

Fokus auf die kleinen Dinge

Es ist nur eine kurze Szene aus dem faszinierenden Spiel der beiden besten Teams der Liga am Freitag, aber gleichzeitig eine, die sinnbildlich für Teagues Entwicklung in dieser Saison steht. In seinem sechsten NBA-Jahr legt er nicht nur etliche Career Highs auf, er wirkt auch reifer denn je.

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Sein Spielverständnis ist enorm gewachsen. "Das Spiel ist für ihn definitiv langsamer geworden", erklärt Sekou Smith von "NBA.com", "die Hawks wären ohne ihn als Point Guard mit Sicherheit nicht das beste Team im Osten."

Das drückt sich nicht unbedingt immer in Statistiken aus. 17,3 Punkte und 7,5 Assists pro Spiel sind sehr gute Werte, sie schreien indes jedoch nicht gerade "Superstar!", vor allem auf der in der Liga herausragend besetzten Eins. Bei Teague sind es aber - sowohl offensiv als auch defensiv - die kleinen Dinge, die ihn für Atlanta so wertvoll machen. Wie eben bei der Aktion gegen Golden State.

Team braucht, Teague liefert

"Er macht so viele Dinge, die von den Leuten gar nicht wahrgenommen werden", bestätigt Coach Mike Budenholzer. "Es lässt sich statistisch nicht festhalten, wie hart er spielt und wie er jede Herausforderung annimmt."

Der Coach vertraut seinem Floor General mittlerweile komplett und sagt nur noch selten Spielzüge an. Er weiß, dass das gesamte Team den Ansatz des immerwährenden Ball Movements verinnerlicht hat und dass Teague realisiert, wann er attackieren muss.

Dennis Schröder: #TheGoldenPatch
Dennis Schröder wird 23 Jahre alt! Zeit, um noch einmal auf seine Karriere zurückzublicken, die einst in Braunschweig begann
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Bereits als 11-Jähriger wurde er auf einem Braunschweiger Freiplatz entdeckt. 2010 lief er schon für die SG Braunschweig in der Pro B auf
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Schnell wurde der Point Guard mit gambischen Wurzeln auch für die Juniorenteams des DBB nominiert. 2011 spielte er bei der U18-EM
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Auch in der BBL fasste der Spielmacher schnell Fuß. 2011 gab Schröder bei den New Yorker Phantoms Braunschweig sein BBL-Debüt.
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Schon damals ließ er sein Talent aufblitzen. In diesem Fall hechelt Nationalspieler Heiko Schaffartzik dem Guard hinterher
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In der Saison 2012/13 machte Schröder einen großen Satz. 12 Punkte legte er im Schnitt auf. Das bescherte ihm viel Respekt
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Bei der Wahl zu Braunschweigs Sportler des Jahres landete Schröder auf dem dritten Platz. Dafür wurde er zum Most Improved Player in der BBL gewählt
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Beraten wird das Supertalent vom ehemaligen deutschen Nationalspieler Ademola Okulaja
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Zu den Stärken Schröders zählt aufgrund seiner Schnelligkeit das Pick-n-Roll-Spiel und das Eins-gegen-Eins
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Das blieb auch den NBA-Scouts nicht verborgen. Beim Nike Hoop Summit in den USA durfte er sich beweisen und überzeugte
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Dort machte auch Dirk Nowitzki 1999 auf sich aufmerksam und führte die europäischen Talente mit 33 Punkten zum Sieg
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Schröder gelangen 18 Punkte und 6 Assists. Damit hatte er großen Anteil am Sieg der Weltauswahl gegen die USA. Kurz danach gab Schröder bekannt, dass er am NBA-Draft 2013 teilnehmen wird
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Schröder gelangen 18 Punkte und 6 Assists. Damit hatte er großen Anteil am Sieg der Weltauswahl gegen die USA. Kurz danach gab Schröder bekannt, dass er am NBA-Draft 2013 teilnehmen wird
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Die Atlanta Hawks sicherten sich die Dienste von Schröder. Die Franchise wählte ihn an 17. Stelle aus
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Auch Coach Mike Budenholzer und der damalige General Manager Danny Ferry halten große Stücke auf den Youngster
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In der Summer League beeindruckte Schröder dann auch die letzten Zweifler. Der Point Guard erzielte durchschnittlich 10,8 Punkte und 5,6 Assists
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In der Summer League beeindruckte Schröder dann auch die letzten Zweifler. Der Point Guard erzielte durchschnittlich 10,8 Punkte und 5,6 Assists
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Kein Wunder, dass Dennis Schröder in den USA schon Everybody's Darling ist. Das Posen hat er auf jeden Fall drauf
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Kein Wunder, dass Dennis Schröder in den USA schon Everybody's Darling ist. Das Posen hat er auf jeden Fall drauf
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Auch seine Spannweite ist für einen Guard beeindruckend. Der Playmaker trägt die 17 bei den Atlanta Hawks
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Auch seine Spannweite ist für einen Guard beeindruckend. Der Playmaker trägt die 17 bei den Atlanta Hawks
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In seinem ersten NBA-Spiel kam es gleich zum Aufeinandertreffen mit Dirk Nowitzki. Atlanta spielte zum Start gegen die Dallas Mavericks
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In seinem ersten NBA-Spiel kam es gleich zum Aufeinandertreffen mit Dirk Nowitzki. Atlanta spielte zum Start gegen die Dallas Mavericks
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Die zweite Saison begann vielversprechend: Mit einem krachenden Dunk gegen die Spurs flog er erstmals in die Top 10 und machte gehörig auf sich aufmerksam
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Die zweite Saison begann vielversprechend: Mit einem krachenden Dunk gegen die Spurs flog er erstmals in die Top 10 und machte gehörig auf sich aufmerksam
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Gegen die Lakers erzielte Schröder am 17.12.2014 mit 24 Punkten ein neues Career High in der Regular Season, zudem verteilte er 10 Vorlagen
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Gegen die Lakers erzielte Schröder am 17.12.2014 mit 24 Punkten ein neues Career High in der Regular Season, zudem verteilte er 10 Vorlagen
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Ende 2014 gelang Schröder gegen Cleveland sein erstes Double Double - in nur 22 Spielminuten
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Im Rahmen des Allstar Games 2015 nahm Schröder an der Taco Bells Skills Challenge teil - und schlug sich durchaus beachtlich
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Im Rahmen des Allstar Games 2015 nahm Schröder an der Taco Bells Skills Challenge teil - und schlug sich durchaus beachtlich
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Beim Spiel der Internationals gegen die US-amerikanischen Rookie und Sophomores glänzte Schröder mit 13 Punkten und 9 Assists
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Beim Spiel der Internationals gegen die US-amerikanischen Rookie und Sophomores glänzte Schröder mit 13 Punkten und 9 Assists
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Auch in den Playoffs vertraute Coach Bud auf Dennis, Gegen Washington und Cleveland leistete Schröder einen wertvollen Beitrag
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Auch in den Playoffs vertraute Coach Bud auf Dennis, Gegen Washington und Cleveland leistete Schröder einen wertvollen Beitrag
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Bei der Wahl zum Most Improved Player 2015 erhielt Schröder von den US-Journalisten vier Stimmen - der Weg geht weiter nach oben
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Bei der Wahl zum Most Improved Player 2015 erhielt Schröder von den US-Journalisten vier Stimmen - der Weg geht weiter nach oben
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Anschließend glänzte Schröder bei der EuroBasket auf internationalem Parkett
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Anschließend glänzte Schröder bei der EuroBasket auf internationalem Parkett
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Insgesamt legte Schröder in der Vorrunde des Turniers im Schnitt 21 Punkte, 4,6 Rebounds und 6 Assists auf
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Insgesamt legte Schröder in der Vorrunde des Turniers im Schnitt 21 Punkte, 4,6 Rebounds und 6 Assists auf
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In seine dritten NBA-Saison hat sich Schröder endgültig in Atlanta etabliert
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In seine dritten NBA-Saison hat sich Schröder endgültig in Atlanta etabliert
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Bei der Wahl zum Sixth Man of the Year 2016 landete Schröder mit 17 Punkten auf Platz 9
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Bei der Wahl zum Sixth Man of the Year 2016 landete Schröder mit 17 Punkten auf Platz 9
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Auch privat läuft es für den Deutschen super. Schröder eröffnete unlängst in Atlanta die "#DS17 Lounge"
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Doch kommen wir zurück zum Sportlichen. In Spiel 1 der zweiten Playoff-Runde erzielt Schröder mit 27 Punkten ein neues Career High. Es läuft...doch trotzdem schieden die Hawks mit 0-4 aus
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Doch kommen wir zurück zum Sportlichen. In Spiel 1 der zweiten Playoff-Runde erzielt Schröder mit 27 Punkten ein neues Career High. Es läuft...doch trotzdem schieden die Hawks mit 0-4 aus
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In der anschließenden Offseason wurde sein Vorgesetzter Jeff Teague zu den Indiana Pacers getradet....
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In der anschließenden Offseason wurde sein Vorgesetzter Jeff Teague zu den Indiana Pacers getradet....
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Das heißt: Wachablösung! In der kommenden Saison 2016/17 wird Schröder der Starter auf der Eins sein
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Das heißt: Wachablösung! In der kommenden Saison 2016/17 wird Schröder der Starter auf der Eins sein
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Was die Hawks auch brauchen, Teague liefert es. Abgesehen von den Splash Brothers und seinem Backcourt-Partner Korver hat kein Starting Guard der Liga ein höheres Net Rating als er - und das nicht von ungefähr. Die Nummer 0 ist der unangefochtene Chef beim derzeit erfolgreichsten Team der Liga.

Ganz nebenher ist er auch noch ein williger Mentor für Dennis Schröder: "Er ist ein guter Typ, ein Rolemodel für mich, der mir auch neben dem Platz sehr viel hilft und mir viel beibringt", lobt der Deutsche seinen "Vorgesetzten" gegenüber SPOX.

Keine Liebe von den Fans

Zahlt sich all das in Wertschätzung aus? Nicht wirklich. Zumindest nicht bei den Fans. Als die Starter fürs All-Star Game 2015 gewählt wurden, knackte Teague nicht einmal die Top 10 unter den Guards im Osten.

Mit einem Wert von 22,29 weist Teague derzeit das zweitbeste Player Efficiency Rating unter Guards im Osten hinter Dwyane Wade auf - trotzdem landeten so illustre Namen wie Giannis Antetokounmpo, Bradley Beal oder sogar Lou Williams bei den gesammelten Stimmen weit vor ihm.

Es war an den Coaches, diese Ungerechtigkeit wettzumachen - und ebenso wie die Teamkollegen Al Horford und Paul Millsap wurde Teague zurecht als Reservist ins Team geholt. Die Trainer sind es schließlich, die regelmäßig gegen die perfekt geölte Angriffsmaschinerie der Hawks planen müssen.

"Ich habe keine Ahnung, was ein Superstar ist. Aber eins muss ich sagen: Niemand in dieser Liga kann Teague vor sich halten. Niemand", erkennt etwa Celtics-Coach Brad Stevens an. Es sind Teagues herausragender erster Schritt und seine gute Übersicht, die in der Regel die Grundlage für Atlantas Angriffe bilden.

Methodisch statt wild

Dass ihn viele Leute trotzdem gerne weiter übersehen, hat mehrere Gründe. Zum einen spielt er bei den Hawks, einer Mannschaft, die seit dem Abschied von Dominique Wilkins (lang ist's her) nicht unbedingt als hip gilt und die keine allzu große Fan-Base hat. Selbst in dieser Saison kriegen die Hawks ihre Halle längst nicht immer voll.

Zum anderen ist er nicht gerade "flashy", weder spielerisch noch als Person. Er hat keinen coolen Spitznamen, ist kein Sprücheklopfer und das genaue Gegenteil einer Rampensau. Er hat nicht einmal eine blonde Strähne oder einen (für Amerikaner) lustigen Namen wie sein Backup Schröder.

Er ist keine Highlight-Maschine wie John Wall oder Russell Westbrook, läuft nicht heiß wie Curry und hat auch nicht die wilde Bulldoggen-Spielweise eines Kyle Lowry. Er spielt ruhiger, methodischer, effizienter als die meisten seiner Konkurrenten.

Scoring-Explosionen sind bei ihm selten, er hat in dieser Saison noch kein einziges 30-Punkte-Spiel gemacht. Natürlich hat das auch mit dem System zu tun - die Hawks leben wie das große Vorbild aus San Antonio von ihrer Vielseitigkeit, nicht von den Punkten einzelner Spieler. Teague ist der Kopf einer Schlange, die sich unaufhaltsam durch die Verteidigungen der Liga windet.

Parallelen zu Parker

Der Name "Spurs East" haftet den Hawks schon seit der letzten Saison an. Mittlerweile ist aber klar, dass die Parallelen weit über den Stil und die Philosophie von Budenholzer, der 19 Jahre lang in San Antonio arbeitete, hinausgehen. Sie beziehen sich auch auf das Personal, selbst wenn Coach Bud nichts davon wissen will.

"Er will einfach, dass wir uns nicht verstellen", sagt Teague, "er redet eigentlich mehr über Gregg Popovich als über einzelne Spieler, mit denen er dort gearbeitet hat." Trotzdem wird der Point Guard mehr und mehr mit Tony Parker verglichen, der bei den Spurs seit Jahren in ähnlicher Weise unter dem Radar fliegt.

Sowohl Sixers-Coach Brett Brown als auch Raptors-Coach Dwane Casey beispielsweise stimmten zuletzt Loblieder auf Teague an, in denen sie den Vergleich mit Parker zogen. Der hohe Basketball-IQ, die enorme Geschwindigkeit, der starke Midrange-Jumper - all das sind Parallelen, die tatsächlich existieren.

Die Statistiken von Parkers wohl bester Saison (2012/13) ähneln denen von Teague aus dieser Saison (auf 36 Minuten gerechnet) fast schon unheimlich: 22,2 Punkte, 3,3 Rebounds, 8,3 Assists, 0,588 True Shooting, 23 PER, 0,206 Win Shares für Parker, 19,8 Punkte, 3 Rebounds, 8,6 Assists, 0,578 True Shooting, 22,2 PER, 0,199 Win Shares für Teague.

"Big League Teague"

Natürlich ist Teague noch nicht so weit wie Parker, der ihm immerhin vier Meisterschaften und einen Finals-MVP-Award voraushat. Playoff-Erfolge hat er bisher kaum vorzuweisen, ebenso wie sein Team muss er in der Postseason erst noch beweisen, dass er "for real" ist.

Momentan läuft alles perfekt in Atlanta. Das einzige, was bemängelt wird, ist das Fehlen eines Stars, eines Closers, der die Partie an sich reißen kann, wenn das Geld auf dem Tisch liegt. Es ist der springende Punkt, den die anderen Contender den Hawks angeblich voraushaben.

Dabei wird Teague - mal wieder - vergessen. In den sogenannten "Clutch Situations" ist sein True Shooting (61,2) beispielsweise besser als das von renommierten Closern wie Damian Lillard (51,5), Curry (59,3) oder Monta Ellis (57,8).

Laut dem "Player Impact Estimate", das alle positiven wie negativen Aktionen eines Spielers mit einberechnet, sind Curry und James Harden die einzigen Guards, die in der Crunchtime bisher wertvoller für ihr Team waren. Unter Hawks-Fans grassiert daher mittlerweile der Spitzname "Big League Teague" für den 26-Jährigen.

Wenn das Spiel langsamer wird, werden die Hawks noch mehr auf ihren Einser angewiesen sein als ohnehin schon. Bestätigt er seine bisherigen Crunchtime-Leistungen auch am Ende der Saison, sind die Aussichten für Atlanta auch im Mai noch rosig. Vielleicht klappt es dann ja auch mit mehr Wertschätzung.

Jeff Teague im Steckbrief

Ole Frerks

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Ole Frerks(Redaktion)

Ole Frerks, Jahrgang 1990, ist seit 2013 bei SPOX.com. Nach dem Abitur im Jahre 2008 studierte er in Hamburg und sammelte verschiedene Arbeitserfahrungen in den Bereichen Journalismus und Online-Marketing. Bei SPOX.com Bestandteil der NBA-Redaktion, außerdem zuständig für Basketball, Tennis und Fußball.

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