Die wichtigsten Trades und ihre Konsequenzen

Pimp My King

Von Max Marbeiter
Dienstag, 27.01.2015 | 13:02 Uhr
Iman Shumpert (l.) wechselte aus New York zu LeBron James und den Cavs
© getty
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Bereits Wochen vor der Trade-Deadline hat sich einiges getan. Die Cleveland Cavaliers haben LeBron James zusätzliche Hilfe an die Seite gestellt, die Grizzlies ein möglicherweise entscheidendes Puzzlestück verpflichtet. In Oklahoma City besteht Konfliktpotential. SPOX beleuchtet die wichtigsten Trades der Saison.

Cleveland Cavaliers

Zugänge: Iman Shumpert, J.R. Smith, Timofey Mozgov

Abgänge: Alex Kirk, Lou Amundson, Dion Waiters

Auswirkungen: Was wurde vor der Saison nicht alles geredet. Abgesehen von Anderson Varejao hätten die Cavs zu wenig Länge im Kader, was die Rim-Protection wiederum deutlich einschränken würde. Dazu sei der Brasilianer unglaublich verletzungsanfällig, was die Rim-Protection im Zweifelsfall wiederum Richtung Nichtexistenz drängen würde.

Schwarzmalerei, könnte man nun behaupten. Sollte man aber nicht. Denn erstens riss sich Varejao an Weihnachten die Achillessehne, wird nun tatsächlich für die gesamte Saison ausfallen, und zweitens zählen die Cavs bereits seit Saisonbeginn zu den schwächeren Teams der Association, wenn es darum geht den eigenen Korb zu beschützen. So erlaubte Cleveland im Dezember in Ringnähe Quoten von 62,6 Prozent und lag ligaweit damit auf einem eher ausbaufähigen 27. Platz.

Vom möglichen Titelgewinn musste so niemand träumen. Also verpflichteten die Cavs am 7. Januar Timofey Mozgov und gaben im Gegenzug zwei First-Round Picks nach Denver ab. Während derlei Deals die Herren Hinkie und Ainge wohl spontan in die Embryonalstellung gezwungen hätten, haben die Cavs augenscheinlich aber alles richtig gemacht. In Cleveland denkt schließlich niemand an Erfolge in drei, vier, fünf oder 15 Jahren. Mit LeBrons Rückkehr kam nicht nur Glamour zurück nach Ohio, auch der Druck des Gewinnenmüssens ist wieder da.

Schließlich kann James im Sommer aus seinem Vertrag aussteigen und ist zudem kürzlich auf der falschen Seite der 30 angelangt. Endlos wirken die guten Jahre des vierfachen MVP also nicht mehr. Auftritt, Mozgov. Auch mit dem Russen ist Clevelands Big-Man-Rotation zwar alles andere als Respekt einflößend, dennoch vermag er Varejaos Lücke zu schließen.

Sehr gut sogar. Allein der Eye-Test bestätigt Mozgovs positiven Einfluss in der Zone. Die Statistiken untermauern ihn. Nun sind 61,2 Prozent gegnerische Quote am Ring (Rang 22) in neun Spielen mit Mozgov immer noch viel, aber nicht herausragend, am Ende ist der Center aber auch erst seit kurzem Teil der Cavs - und hat dennoch einen, wenn auch statistisch kleinen, positiven Effekt.

Ähnlich sieht es bei J.R. Smith aus. Richtig, J.R. Smith fügt sich gut ein in Cleveland. Seit der Shooting Guard in Ohio angekommen ist, ist das Offensive Rating deutlich höher als im Saisondurchschnitt (111 gegenüber 106,7). Ligaweit liegt man während der vergangenen 10 Spiele damit knapp hinter den Hawks (112,9 Punkte/100 Possessions) auf Rang vier.

Nun hängt all das natürlich nicht einzig und allein mit der Verpflichtung des J.R. Smith zusammen. Dass LeBron nach überstandenen Knie- und Rückenproblemen wieder spielt, als besäße die Liga wirklich keinen Besseren, dürfte ebenfalls einen nicht unwesentlichen Beitrag leisten. Dennoch trifft Smith hochprozentiger als in New York (41,7 Prozent FG, 38,8 Prozent 3FG) und - noch wichtiger - scheint sich mit seiner Rolle als Spot-up-Shooter hervorragend anfreunden zu können.

Gerade dieser Umstand hilft Clevelands Offense ungemein und hebt Smith damit vom im Zuge des Trades gen OKC gezogenen Dion Waiters ab. Zumal Smith, kommt er erst einmal von der Bank, die bessere Instant Offense liefern dürfte.

Iman Shumperts Einfluss lässt sich dagegen lediglich erahnen. Zwei Spiele reichen definitiv nicht aus, um irgendeine Statistik als Richtwert zu bemühen. In der Theorie kann Shumpert den Cavs jedoch etwas liefern, was ihnen Kritiker bereits zu Saisonbeginn gänzlich absprachen und wozu Shawn Marion kaum noch imstande ist. Gute Flügelverteidigung. Der Ex-Knick gilt als durchaus fähiger Perimeter-Defender und dürfte so auch etwas Druck von Kyrie Irving nehmen.

Fazit: Die Cavs haben nahezu das Maximum aus zwei Trades herausgeholt, einige Baustellen geschlossen und sind mit Waiters obendrein einen unzufriedenen Spieler losgeworden. Mit Mozgov, Smith und Shumpert wirkt das Roster besser ausbalanciert als noch zu Saisonbeginn.

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