Samstag, 13.12.2014

San Antonio Spurs - Los Angeles Lakers 110:112 OT

Kobe und Swaggy schocken die Spurs

Die Los Angeles Lakers (7-16) haben in einem verrückten Krimi überraschend bei den San Antonio Spurs (16-7) gewonnen. Beim 112:110-Sieg bleibt der von Vielen erwartete Meilenstein von Kobe Bryant aus, dafür erhält die Black Mamba vor allem von der Bank jede Menge Unterstützung. Tim Duncan überholt Jerry West in der All-Time-Scoring-Liste.

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Die Spurs hätten kaum einen besseren Start ins Spiel erwischen können - nach gerade einmal zweieinhalb Minuten führten sie bereits mit 10:0. Einige Unkonzentriertheiten in der Offense des Meisters, 9 Punkte von Bryant und eine gut aufgelegte Lakers-Bank sorgten jedoch dafür, dass die Gäste schnell ins Spiel zurückfinden konnten und noch im ersten Viertel zum ersten Mal in Führung gehen konnten.

Bis zur Pause hielten die Lakers eine Führung von vier Punkten, weil vor allem vom Perimeter alles ging - 9 Dreier zur Pause sind in dieser Saison Franchise-Bestwert. Vor allem Nick Young (5/6 3FG in Halbzeit eins) war in dieser Phase nicht zu stoppen, während bei den Spurs vor allem Tim Duncan dagegen hielt.

Popovich reagierte, indem er nach der Pause Tiago Splitter statt Matt Bonner in die Starting Five stellte. Die Lakers ließen sich davon aber nicht beirren und bauten ihre Führung zum Ende des Durchgangs auf 11 Punkte aus.

Auch im letzten Viertel blieben die Lakers lange vorne, doch ein 8:0-Run kurz vor Schluss brachte den Meister kurz vor Schluss zum Ausgleich. Da weder Bryant noch Duncan ihre Würfe trafen, ging es in die Verlängerung. Dort gingen die Spurs zwar erstmals seit dem zweiten Viertel in Führung, ein wilder Dreier von Young (29 Punkte) brachte den Lakers jedoch den Sieg.

Bryant (22 Punkte, 7/22 FG, 9 Assists, 5 Steals) hat Michael Jordan damit nicht überholt, noch 8 Punkte fehlen ihm auf Platz drei. Anhand des Sieges wird ihm das aber egal sein. Neben Bryant und Young punkteten auch Jeremy Lin (14 Punkte, 8 Assists), Jordan Hill (14 Punkte, 10 Rebounds), Carlos Boozer (14 Punkte, 13 Rebounds) sowie Wesley Johnson zweistellig (13).

Bei den Spurs war Duncan mit 19 Punkten und 18 Rebounds der beste Mann, Unterstützung bekam er in erster Linie von Danny Green (19 Punkte), Manu Ginobili (18) und Cory Joseph (16).

Die Reaktionen:

Kobe Bryant (Lakers) über seinen Führungsstil: "Wir können alle meinen Führungsstil kritisieren, aber ich mache das seit der Highschool. Ich habe fünf Meisterschaften gewonnen. Es hat für mich also bisher gut funktioniert."

Nick Young (Lakers): "Ich bin glücklich, dass der Ball am Ende in meinen Händen gelandet ist. Es gibt nichts Schöneres als solche Würfe."

Gregg Popovich (Coach Spurs): "Die Lakers haben das heute sehr gut gemacht. Sie waren aggressiver und wollten den Sieg definitiv mehr als wir. Unsere Leistung war bemitleidenswert."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Bei den Spurs ist Kawhi Leonard zum zweiten Mal in Folge nicht dabei - Gregg Popovich lässt dafür Kyle Anderson starten. Neben dem Rookie sind Rückkehrer Tony Parker, Danny Green, Tim Duncan und Matt Bonner von Anfang an dabei. Byron Scott lässt derweil erneut Ronnie Price als Point Guard starten, zudem beginnen Kobe Bryant, Wesley Johnson, Ed Davis und Jordan Hill.

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3.: Alles blickt auf Kobe - aber das ist den Spurs natürlich völlig egal. Nach zwei Dreiern von Green sowie jeweils zwei Punkten von Duncan und Bonner geht der Meister direkt mit 10:0 in Führung, Scott nimmt die erste Auszeit!

8.: Die Bank holt die Lakers zurück ins Spiel. Jeremy Lin und Carlos Boozer machen 6 Punkte in Folge, dann packt Hill den Jump-Hook aus - 19:15 für die Spurs.

11.: Swag-Alert! Nick Young schließt einen Fastbreak per Dreier ab, der nächste Spurs-Angriff endet mit einem Turnover. Dann zieht Kobe die Aufmerksamkeit auf sich und spielt den Pass aus dem Double-Team. Wer steht an der Dreierlinie völlig frei? Young! Sein zweiter Dreier in Folge bringt die Lakers erstmals in Führung, 23:21!

17.: Was ist denn mit Young los? Fünf von fünf Dreiern für Swaggy P in der Anfangsphase! Die Lakers führen mit 43:38, wer hätte das erwartet.

23.: Unfassbar, diese Fußarbeit von Kobe! Erst lässt er Green mit einem Hesitation-Dribble ganz schlecht aussehen, dann verschafft er sich per Spin-Move Platz gegen Duncan. Werfen tut er aber nicht, stattdessen bedient er Johnson in der Ecke. Der swisht den Dreier zum 54:48 für L.A.!

28.: Kuriose Szene: Nachdem ein Dreier von Kobe vom Ring wegspringt, kämpfen Davis und Anderson um den Rebound. Der Rookie tippt den Ball dabei aus Versehen in den eigenen Korb, Davis zeigt wiederum an, der Korb wäre sein Werk gewesen. Ja nee, ist klar. 69:61, Lakers!

34.: Bryant wird von Diaw und Ginobili gedoppelt, kann aber beide abschütteln - Manu schickt er sogar auf die Bretter. Per Baseline-Jumper macht er seine Punkte 18 und 19. 77:72, Lakers.

36.: Was für eine dumme Aktion von Belinelli - zwei Sekunden vor dem Ende des Viertels steigt Young zum Dreier hoch, der Italiener tut ihm den Gefallen und foult. Und so gehen die Gäste mit 11 Punkten Führung ins letzte Viertel.

41.: Unglaublich wilde Minuten mit Turnovern, Blocks und Fehlwürfen auf beiden Seiten. Pop nutzt die Gelegenheit zur Auszeit und will sein Team zu mehr Konzentration ermahnen. 90:83 für die Lakers.

46.: UNFASSBAR! Die Lakers spielen die Uhr herunter und vergessen, dass da irgendwann noch jemand werfen sollte. Als Hill es merkt, sind noch zwei Sekunden auf der Uhr. Er spielt einen wilden Pass auf Bryant, der weit hinter der Dreierlinie steht - und natürlich trotzdem trifft. Mit dem Buzzer. 101:92 für die Lakers!

48.: Unglaubliche Schlussphase! Bryant wird gedoppelt und muss einen weiten Pass spielen, den Joseph aber abfängt. Im Gegenzug komplettiert Green per Dreier einen 8:0-Run und bringt die Spurs auf einen Punkt ran. Dann zieht Ginobili Freiwürfe - trifft aber nur einen! Sekunden vor Schluss hat Kobe die Chance zum Game-Winner, trifft aber nicht. Auf der anderen Seite verfehlt Duncan mit der Sirene. Overtime!

53.: Mehr Wahnsinn geht nicht. Die Lakers sind mit einem hinten und haben den Ball. Die Spurs verteidigen so eng, dass scheinbar kein guter Wurf zu bekommen ist. Die Uhr tickt langsam runter, dann kriegt Young den Ball weit hinter der Dreierlinie. Er trifft! Ginobili vergibt die letzte Chance zum Ausgleich. Lakers win!

San Antonio Spurs vs. Los Angeles Lakers: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Die Bankspieler gewannen die Partie für die Lakers. Jeremy Lin scheint sich mittlerweile besser damit anfreunden zu können, die Second Unit anzuführen. Kombiniert mit dem Scoring vom überragend aufgelegten Nick Young und Carlos Boozer sowie dem Hustle von Robert Sacre war das ein echter Vorteil für die Lakers - und das gegen den tiefsten Kader der Liga. Der Bench-Mob sorgte für 61 von 112 Punkten der LakeShow.

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Der Flop des Spiels: Tony Parker. Vier Spiele hatte der Franzose mit einer Oberschenkelverletzung aussetzen müssen. Bei seiner Rückkehr war ihm der Rost deutlich anzumerken. In der ersten Halbzeit blieb er ohne Punkt und ging auch sonst völlig unter, nach der Pause wurde es auch nicht viel besser, zumal er sich einige unnötige Ballverluste leistete. Hatte seinen Anteil daran, dass die Spurs-Offense ausnahmsweise mal nicht wie eine perfekt geölte Maschine daherkam. Als Popovich ihn durch Cory Joseph ersetzte, lief es deutlich besser.

Das fiel auf:

  • Der Ausfall vom an der Hand verletzten Kawhi Leonard nahm den Spurs ihren besten Flügel-Verteidiger, also musste Danny Green den Part des "Kobe-Stoppers" übernehmen. Green ist zwar auch defensivstark, mit dem aggressiven Bryant hatte er jedoch Probleme - nach gerade einmal vier Minuten hatte er schon zwei Fouls und musste auf die Bank. Insbesondere die virtuose Fußarbeit der Mamba ließ Green mehrfach schlecht aussehen. In der zweiten Halbzeit machte er allerdings weitestgehend einen sehr guten Job und leistete sich auch keine Fouls mehr.
  • Die Spurs begannen im Angriff extrem unkonzentriert. Gleich 7 Turnover waren es im ersten Viertel, insbesondere die sonst so produktive Bank warf den Ball ein ums andere Mal ins Leere. Das Paradoxe dabei: Wenn sie ihre Sets normal durchspielten, kamen sie nahezu jedes Mal zu offenen Würfen oder sogar Layups, die Lakers-Defense ist schließlich nicht von ungefähr eine der schwächsten der Liga.
  • Popovich war in der ersten Halbzeit keineswegs zufrieden mit der Defense seines Teams. Der Coach reagierte daher und ließ den bis dahin gar nicht eingesetzten Tiago Splitter statt Matt Bonner als Center beginnen, um die Zone besser abzuriegeln. Das Konzept ging allerdings nicht auf, weil die Lakers weiterhin stark von draußen trafen. Im dritten Viertel machten sie am Ende sogar 32 Punkte.
  • Die Lakers liefen in der ersten Hälfte unglaublich heiß von der Dreierlinie. Vor allem Young stach mit seinen fünf Dreiern heraus, aber auch Lin und Wesley Johnson trafen jeweils zwei von zwei - insgesamt traf das Team überragende 64,3 Prozent vom Perimeter.
  • Da sich nahezu jeder für Kobes Jagd auf MJ in der Scoring-Liste konzentriert hatte, ging es fast unter, dass auch Tim Duncan einen Meilenstein vor Augen hatte. The Big Fundamental überholte Jerry West tatsächlich und steht nun auf Platz 18 der besten Scorer aller Zeiten. Ganz abgesehen davon legte Duncan auch sein viertes Double-Double hintereinander auf und war auf seine stille Art und Weise wieder mal die große Konstante bei den Spurs. An ihm lag es nicht, dass die Spurs erneut gegen ein vermeintlich mieses Team verloren.
  • Man kann von Kobe Bryant halten, was man will - auch in diesem Spiel war seine Wurfauswahl nicht gut, was die Trefferquote von 31,8 Prozent auch reflektiert. Fakt ist aber, dass die Lakers abgesehen von Lin außer ihm keinen Spieler haben, der so für seine Mitspieler offene Würfe kreieren kann und der die Defense gleichzeitig auch in seiner 19. Saison noch vor so große Schwierigkeiten stellt. Darum ist er Kobe, und darum waren sogar in San Antonio genug Lakers-Fans in der Halle, dass jeder seiner Punkte fast genauso laut bejubelt wurde wie die Treffer der Spurs. Am Ende bekam er sogar Standing Ovations.

Der Spielplan im Überblick

Ole Frerks

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Ole Frerks(Redaktion)

Ole Frerks, Jahrgang 1990, ist seit 2013 bei SPOX.com. Nach dem Abitur im Jahre 2008 studierte er in Hamburg und sammelte verschiedene Arbeitserfahrungen in den Bereichen Journalismus und Online-Marketing. Bei SPOX.com Bestandteil der NBA-Redaktion, außerdem zuständig für Basketball, Tennis und Fußball.

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