Montag, 15.12.2014

Miami Heat - Chicago Bulls 75:93

Keine Offense, keine Chance für Miami

Durch ein desaströses drittes Viertel bringen sich die Miami Heat um jegliche Chance auf einen Sieg gegen die Chicago Bulls und verlieren am Ende deutlich mit 75:93. Zwar haben die Bulls zu Beginn ebenfalls Probleme, überrennen die Gastgeber zu Beginn der dritten zwölf Minuten aber förmlich. Speziell Mike Dunleavy ist nicht zu stoppen.

Derrick Rose (l.) gewann mit den Chicago Bulls deutlich bei den Miami Heat
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Derrick Rose (l.) gewann mit den Chicago Bulls deutlich bei den Miami Heat

Vielleicht hatten sich die Heat ein wenig zu sehr auf ihre Defense konzentriert. Ohne den verletzten Chris Bosh schien ihnen schließlich nichts anderes übrig zu bleiben, der Plan zu Beginn sogar aufzugehen. Dank starker Arbeit am hinteren Ende des Feldes blieb Miami dran, ließ Chicago keinen Rhythmus finden.

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Während die Bulls ihre Offense jedoch Mitte des zweiten Viertels ins Laufen bekamen, fand Miami vorne jedoch einfach nicht statt. Die Heat erarbeiteten sich schlicht zu wenige Punkte. Sogar so wenige wie noch nie in dieser Saison - und mussten im dritten Viertel deshalb abreißen lassen. Deshalb - und wegen Mike Dunleavy.

Heimlich, still und leise lief Chicagos Small Forward heiß und befeuerte so den letztlich den entscheidenden Run. Zwar kamen die Heat im Schlussviertel immer wieder ein wenig heran, Derrick Rose, dem offensiv während der ersten 36 Minuten kaum etwas gelungen war, brachte den Bulls jedoch immer wieder wichtige Punkte, sodass ein Heat-Run nie wirklich zustande kam. Topscorer der Partie war am Ende Mike Dunleavy mit 22 Punkten.

Die Reaktionen:

Mike Dunleavy (Bulls): "Mit allem, was wir haben, sollte es eigentlich keine Nächte geben, an denen wir offensiv Probleme haben. Wenn der Wurf von draußen nicht fällt, haben wir viele Wege, innen zu scoren, und wir können das Tempo anziehen. Wir haben viele Optionen"

Dwyane Wade (Heat) über Chris Bosh: "Einer wie Chris ist nicht zu ersetzen. Alles, was wir wollen und hoffen ist, dass er so schnell wie möglich zurückkommt, wenn er gesund ist."

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Vor dem Tip-Off: Die Heat müssen aufgrund einer Wadenzerrung kurzfristig auf Chris Bosh verzichten. Zudem fehlt Josh McRoberts mit einer Knieprellung. Norris Cole, Dwyane Wade, Luol Deng, Udonis Haslem und Justin Hamilton bilden deshalb Miamis Starting Five. Die Bulls haben ebenfalls einen nicht unwesentlichen Ausfall zu kompensieren. Joakim Noah muss wegen Knöchelproblemen erneut zusehen. Anstelle des Defensive Player of the Year startet Taj Gibson neben Derrick Rose, Jimmy Butler, Mike Dunleavy und Pau Gasol.

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5.: Chicago dominiert die ersten Minuten, die Heat tun sich zunächst arg schwer. Nach dem Pick-and-Roll bekommt Hamilton jedoch den offenen Layup - drin! Deng legt kurz darauf den nächsten Leger nach - 10:6 Bulls!

10.: Über fünf Minuten hat's gedauert. Dafür wird's nun umso schöner. Nachdem den Bulls offensiv lange überhaupt nichts gelingt, wird der Ball vorne schöne bewegt, Mirotic cutted Richtung Korb, bekommt den Ball und beendet Chicagos Durstrecke per Dunk - 15:14 Heat!

14.: Miamis aggressive Defense zeigt Wirkung. Die Bulls leisten sich Turnover um Turnover. Hinten wird Ennis jedoch gleich zwei Mal abgeräumt und auch vorne sieht's jetzt ein wenig besser aus. Brooks trifft zwei Dreier in Folge und legt dann auch noch den Floater nach - 22:20 Bulls!

19.: Der nächste Ballverlust der Bulls, diesmal kann allerdings auch nicht die Defense nicht aushelfen. Hamilton ist unter dem Korb völlig frei und trifft den Layup - und Miamis Big Man legt direkt nach. Tom Thibodeau nimmt die Auszeit.

22.: Nun hat es auch Rose geschafft. Per Transition-Layup vollendet Chicagos Playmaker sein erstes Field Goal des Spiels. Offensiv tun sich beide Teams dennoch weiterhin ungemein schwer - 37:30 Bulls!

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27.: Schönes Ding von Wade! Flash trifft den Baseline-Fadeaway über Butler. Dunleavy antwortet jedoch per Turnaround-Jumper und legt nach Wades Ballverlust gleich noch den Runner oben drauf. Die Bulls führen mit 11, Erik Spoelstra nimmt die Auszeit.

32.: Im dritten Viertel läuft kaum mehr etwas zusammen bei den Heat. Defensiv vermag Miami die Bulls nur selten zu stoppen und da vorne beinahe nichts mehr gelingt, zieht Chicago immer weiter davon. Nach Dunleavys Dreier führen die Gäste mit 20.

38.: Ob's noch etwas hilft? Luol Deng trifft von draußen, Mirotic vergibt von Downtown. Dennoch führen die Bulls weiter mit 20, was angesichts der Schwäche der Heat-Offense nahezu uneinholbar wirkt.

43.: Anderson räumt Rose beim Layup-Versuch unsanft ab - und schon eröffnet sich den Heat die Fast-Break-Chance. Chalmers vergibt jedoch den völlig offenen Dreier. Es geht nicht mehr viel für Miami

Miami Heat vs. Chicago Bulls: Hier geht's zum BOXSCORE

Die NBA-Champions der letzten 25 Jahre
1991: Chicago Bulls (4-1 gegen L.A. Lakers). Finals MVP: Michael Jordan
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Der Star des Spiels: Mike Dunleavy spielte eine unglaubliche zweite Hälfte. Fast im Alleingang ließ er Chicagos 7-Punkte-Halbzeitführung auf über 20 Zähler anwachsen. Dunleavy traf allein im dritten Viertel 7 seiner 8 Würfe, kam so binnen 12 Minuten auf 19 Punkte und sorgte für damit für die Vorentscheidung.

Der Flop des Spiels: Ohne Chris Bosh stellte sich Dwyane Wade eine undankbare Aufgabe. Ausgerechnet gegen die Bulls war Flash nahezu auf sich allein gestellt - und musste sich noch dazu Jimmy Butler unerbittlicher Defense stellen. So konnte Wade die Heat zu keiner Zeit auf seine Schultern nehmen und hübschte seine Statline (7/18 FG, 17 Punkte) erst ein wenig auf, als das Spiel im Grunde entschieden war.

Das fiel auf:

  • Ohne Topscorer Chris Bosh deutete Miami früh an, in welche Richtung sein Spiel gehen würde. Defense war angesagt. Die Heat verteidigten im Grunde mit Beginn des Spiels unglaublich aggressiv. Am Perimeter ließen sie Chicagos Shootern kaum Platz, war ein Defender geschlagen, kam die Hilfe schnell und effektiv. Passwege wurden gut zugestellt. All das, kombiniert mit schnellen Händen stellte die Bulls vor große Probleme. Chicago leistete sich viele unnötige Turnover - allein 12 in der ersten Hälfte - und bekam so lange keinen offensiven Rhythmus zustande.
  • Nun gelten die Bulls allerdings ebenfalls als durchaus fähiges Defensivteam - und deshalb profitieren die Heat auch nur wenig von ihrer starken Leistung am hinteren Ende des Feldes. Zwar bot Chicago Miami durch permanentes Switchen beim Pick-and-Roll immer wieder Mismatches an, die die Heat zu Beginn auch häufig zu nutzen wussten, insgesamt bekamen die Gastgeber aber nur wenig Fluss in ihre Offense. Die Bulls-Defense limitierte Miami in der ersten Hälfte zu lediglich 30 Prozent aus dem Feld.
  • Mit Beginn des dritten Viertels schlug das Momentum deutlich in Richtung Bulls aus. Während Chicago Miami kaum mehr offene Würfe gestattete, hatte man sich mittlerweile offenbar an die Heat-Defense gewöhnt. Chicago bewegte den Ball gut, nutzte seine diversen Offensivoptionen und punktete nahezu nach Belieben. Gleichzeitig hielten die Bulls die defensive Intensität hoch, was Miamis Offense zwischenzeitlich zum Erliegen brachte.
  • Die war wahrlich nicht schön anzusehen. Kaum Ballmovement (12 Assists), schlechte Entscheidungen (13 Turnover), dazu viele Isolationen. Effektiv geht anders. Mangels offener Würfe trafen die Heat unglaublich schwach aus dem Feld und legten schlussendlich sogar die schwächste Field-Goal Percentage der Saison auf (35 Prozent FG, 18,2 Prozent 3FG).
  • Da Derrick Rose offensiv zunächst kaum stattfand, sein erstes Field Goal erst kurz vor Ende des zweiten Viertels zustande brachte, und auch Jimmy Butler lange keinen Rhythmus fand, wurde deutlich, wie viele Optionen die Bulls besitzen. Nachdem Chicago im zweiten Viertel gut fünf Minuten ohne Treffer aus dem Feld geblieben war, brachte Aaron Brooks die Offense mit 8 schnellen Punkten wieder in die Spur. In der zweiten Hälfte übernahm dann Mike Dunleavy und sorgte offensiv nahezu im Alleingang für die Entscheidung.

Der Spielplan im Überblick

Max Marbeiter

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Max Marbeiter(Redaktion)

Max Marbeiter, Jahrgang 1984, ist seit 2012 bei SPOX.com. Während seines Anglistik- und Politikstudiums in Erlangen knapp 3 Jahre lang freier Mitarbeiter bei kicker.de und im Anschluss an ein Praktikum auch einige Monate in der Lokalsportredaktion der Süddeutschen Zeitung. Bei SPOX.com festes Mitglied im Basketball-Ressort. Neben Texten zur NBA zählt der europäische Basketball zum Hauptaufgabenbereich.

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