Sonntag, 12.10.2014

Die Cavs nach dem Sieg über Miami

Der Blick geht nach vorne

Das erste Aufeinandertreffen mit seinem ehemaligen Team liegt hinter LeBron James und den Cavaliers. Der Sieg gegen die Heat könnte ein Vorgeschmack auf mehr sein und dürfte David Blatt vorerst zufrieden stellen. Doch auch Miami nimmt Positives aus Rio mit. Chris Bosh und Co. geben sich kämpferisch.

LeBron James kehrte nach vier Jahren Abwesenheit zu den Cavaliers zurück
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LeBron James kehrte nach vier Jahren Abwesenheit zu den Cavaliers zurück

Gerade mal eine Minute war die Partie zwischen den Cavaliers und Heat in Rio alt, da war es passiert. Eine Aktion, die am Tag darauf bereits in jedem Highlight-Clip der Partie enthalten war und die die Vergangenheit von LeBron James in Miami und seinem Neuanfang in Cleveland kaum besser hätte verdeutlichen können.

Norris Cole und Udonis Haslem setzen zum Pick and Roll an, der Power Forward rollt schnell ab, während Cole in Richtung Zentrum zieht. Matthew Dellavedova setzt nach - und bleibt in einem Screen hängen. Einem Screen von LeBron James. Seinem Mitspieler.

Kühle Atmosphäre

Ob der viermalige MVP sich tatsächlich noch nicht an die neuen (alten) Trikotfarben seines Teams gewöhnt hatte oder sich bei der Verteidigung des Angriffs nur unglücklich positioniert hatte, spielte keine Rolle. Das Video der kuriosen Defense machte im Internet schnell die Runde, Experten und Journalisten hatten ein Bild nach ihrem Geschmack.

Ein Bild, das James' Vergangenheit und die Brisanz dieses Preseason-Spiels sogar nochmal zusätzlich verdeutlichte. Abgesehen von diesem kleinen Detail deutete nämlich nur wenig darauf hin, dass dort ein zweimaliges Meisterteam auf dem Feld stand, das plötzlich gegen seinen besten und wichtigsten Spieler der vergangenen Jahre antreten musste.

Freundschaftliche Umarmungen blieben vor dem Tip-Off ebenso aus wie ein Zeigen der kalten Schulter gegenüber dem neuen Konkurrenten, obwohl es sich viele Medien wohl insgeheim erhofft hatten. James und seine neuen Mitspieler blieben unter sich. Vielleicht auch weil der Forward seine Lehren aus seinem ersten Spiel gegen die Cavs gezogen hatte, nachdem er mitsamt seiner Talente an den South Beach gezogen war.

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Love macht Lust auf mehr

Die Heat geben sich angesichts des Neuanfangs in Miami betont kämpferisch. "Jeder sollte sehen, dass wir nach vorne schauen und weitermachen können", erklärte Chris Bosh. "Wir sind darüber hinweg, dass LeBron nun bei einem anderen Team spielt." Und auch Dwyane Wade lieferte mit seiner Aussage, ihm habe die letzte Saison mit James keine Freude bereitet, Stoff, der zumindest als Spitze gegen den ehemaligen Teamkollegen interpretiert werden konnte.

James zeigte sich zwar offen überrascht von den Aussagen, richtet den Blick jedoch nach vorne: Auf seine Zukunft mit den Cavaliers. Eine Zukunft, die nach den ersten Eindrücken durchaus vielversprechend zu sein scheint. Schon in der zweiten Begegnung unter Coach David Blatt lief der Ball in Clevelands Offensive flüssig und es wurde deutlich, welche Möglichkeiten sich durch die Kombination aus LeBron James und Kevin Love im Angriff ergeben können.

Der ehemalige Timberwolf war in seinen 26 Minuten Spielzeit nahezu überall zu finden. Love schloss per Hookshot im Low-Post ab, zog die Defense immer wieder auseinander, traf herausragend von Downtown und stellte bei seinem Anspiel auf Tristan Thompson im ersten Durchgang zusätzlich seine Pass-Fähigkeiten unter Beweis.

Was wird aus Irving und Waiters?

Die erste Halbzeit gegen die Heat dürfte somit nur ein Vorgeschmack auf das gewesen sein, was James und Love gemeinsam im Stande zu tun sein könnten. "Ich habe mit den Coaches und LeBron geredet. Sie haben mir gesagt, was sie von mir erwarten. LeBron hat versucht, mir auf dem Feld behilflich zu sein", zeigte sich auch Love, der drei direkte Assists von James in Halbzeit eins verwertete, nach der Partie zufrieden.

Die ersten Ansätze bei den Cavaliers lassen also durchaus auf einen erfolgreichen Start in die Saison hoffen, dennoch hat Coach Blatt noch so einige Punkte auf seiner persönlichen To-Do-Liste mit dem Team. Aktuell ganz oben: Die Integration von Kyrie Irving. Ohne den MVP der Weltmeisterschaft, sowie mit einem zurückhaltenden James, blieben genug Abschlüsse für Love, Dion Waiters und zu Beginn sogar Anderson Varejao. Mit der Rückkehr des Point Guards dürften sich die Anteile in der Offensive allerdings erneut verschieben.

Vor allem Waiters' Rolle scheint derzeit noch unklar zu sein. Als Score-First-Guard passt der 22-Jährige nicht optimal in ein Lineup, in dem mit James und Irving bereits zwei Ballhandler und mit Love ein weiterer fähiger Scorer und Passer stehen. Blatt selbst lässt sich jedoch noch nicht in die Karten schauen und könnte bis zum ersten Aufeinandertreffen der Regular Season mit den Heat weiter an seiner Rotation fellen - ähnlich wie Erik Spoelstra vor ihm.

Die MVPs seit 1980
1980/81: Julius Erving (Philadelphia 76ers)
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1980/81: Julius Erving (Philadelphia 76ers)
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1982 und 1983: Moses Malone (Houston Rockets)
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1982 und 1983: Moses Malone (Houston Rockets)
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1984 bis 1986: Larry Bird (Boston Celtics)
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1984 bis 1986: Larry Bird (Boston Celtics)
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1986/87: Magic Johnson (Los Angeles Lakers)
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1986/87: Magic Johnson (Los Angeles Lakers)
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1987/88: Michael Jordan (Chicago Bulls)
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1987/88: Michael Jordan (Chicago Bulls)
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1989 und 1990 Magic Johnson (Los Angeles Lakers)
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1989 und 1990 Magic Johnson (Los Angeles Lakers)
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1991 und 1992: Michael Jordan (Chiacgo Bulls)
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1991 und 1992: Michael Jordan (Chiacgo Bulls)
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1992/93: Charles Barkley (Phoenix Suns)
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1992/93: Charles Barkley (Phoenix Suns)
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1993/94: Hakeem Olajuwon (Houston Rockets)
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1993/94: Hakeem Olajuwon (Houston Rockets)
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1994/95: David Robinson (San Antonio Spurs)
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1994/95: David Robinson (San Antonio Spurs)
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1995/96: Michael Jordan (Chicago Bulls)
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1995/96: Michael Jordan (Chicago Bulls)
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1996/97: Karl Malone (Utah Jazz)
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1996/97: Karl Malone (Utah Jazz)
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1998/99: Karl Malone (Utah Jazz)
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1998/99: Karl Malone (Utah Jazz)
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1999/2000: Shaquille O'Neal (Los Angeles Lakers)
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2000/01: Allen Iverson (Philadelphia 76ers)
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2002 und 2003: Tim Duncan (San Antonio Spurs)
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2002 und 2003: Tim Duncan (San Antonio Spurs)
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2003/04: Kevin Garnett (Minnesota Timberwolves)
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2005 und 2006: Steve Nash (Phoenix Suns)
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2005 und 2006: Steve Nash (Phoenix Suns)
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2006/07: Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks)
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2007/08: Kobe Bryant (Los Angeles Lakers)
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2009 und 2010: LeBron James (Cleveland Cavaliers)
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2009 und 2010: LeBron James (Cleveland Cavaliers)
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2010/11: Derrick Rose (Chicago Bulls)
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2012 und 2013: LeBron James (Miami Heat)
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2012 und 2013: LeBron James (Miami Heat)
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2014: Kevin Durant (Oklahoma City Thunder)
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2014: Kevin Durant (Oklahoma City Thunder)
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2015 & 2016: Stephen Curry (Golden State Warriors)
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2015 & 2016: Stephen Curry (Golden State Warriors)
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Spoelstra bleibt optimistisch

Auch beim Miami-Coach besteht trotz des bisherigen Preseason-Verlaufs mit drei Niederlagen aus drei Spielen noch kein Grund zur Panik. Im Gegenteil: Auch wenn das Aufeinandertreffen der beiden Starting Fives gegen Cleveland eindeutig an die Cavs ging, konnte der Meister von 2012 und 2013 doch einige Lichtblicke mitnehmen.

So zeigten Shabazz Napier und James Ennis zum Beispiel ansprechende Leistungen und boten sich gleich für einen festen Platz in der Rotation der Heat an. Möglichkeiten zum Experimentieren hat der Meistercoach in jedem Fall erneut genug - zumal auch Josh McRoberts noch ins Team zurückkehren wird.

Das nächste Duell der beiden (neugeborenen) Rivalen wird laut Spoelstra ein anderes Spiel werden. "Diese Begegnung heute war doch relativ seltsam", erklärte er nach der Partie in Rio. "Ich denke, dass es uns beiden gut getan hat, dass wir diese ungewöhnliche Atmosphäre in der Preseason ablegen konnten." Am 25. Dezember wollen beide Teams tatsächlich auf dem Höhepunkt ihrer Form sein. Und dann weiß wohl auch endgültig jeder Spieler, für welches Team er denn nun spielt.

Die Cleveland Cavaliers im Überblick

Jan Dafeld

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