Coaching-Legende Ettore Messina im Interview

"Das wäre arrogant und dumm von mir"

Donnerstag, 23.10.2014 | 13:07 Uhr
Ettore Messina (l.) ist seit dem Sommer Assistant Coach von Gregg Popovich
© getty
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Ettore Messina ist eine der großen Coaching-Legenden im europäischen Basketball. Viermal gewann der Italiener die Euroleague-Championship, jetzt ist er in die NBA gewechselt und arbeitet als neuer Top-Assistant von Gregg Popovich bei den San Antonio Spurs. Im SPOX-Interview spricht der 55-Jährige über seinen Start beim Champion, die mögliche Pop-Nachfolge und macht eine Liebeserklärung an Manu Ginobili.

SPOX: Herr Messina, wie lange haben Sie überlegt, als Gregg Popovich Sie im Sommer angerufen und Ihnen den Job als Assistant angeboten hat?

Ettore Messina: Es gab keinen Entscheidungsprozess, ich habe ihm in fünf Minuten zugesagt. Wir hatten schon in früheren Zeiten über die grundsätzliche Möglichkeit gesprochen, dass ich sein Assistent werden könnte. In diesem Sommer hat es jetzt einfach gepasst - ich hatte überhaupt keinen Zweifel, ob ich das mache oder nicht. Es war völlig klar, dass ich sage: Pop, ich komme!

SPOX: Sie kennen sich ja auch schon viele Jahre.

Messina: Richtig. Ich kenne Pop, seit die Spurs damals Manu Ginobili in Bologna gescoutet haben. Der Kontakt ist danach nie abgerissen. Mit Manu war ich eh immer in Kontakt und ich habe immer ganz genau verfolgt, wie die Spurs ihren Weg gehen. Ich war schon immer ein großer Bewunderer der Spurs und ihrer Philosophie. Die Spurs sind ohne Zweifel das teamorientierteste und damit europäischste Team der NBA.

Gregg Popovich im Interview: "Europa hat uns eine Lektion erteilt"

SPOX: Popovich ist der Mann, der diese Philosophie verkörpert. Wahrscheinlich ist er aktuell DER Trainer im gesamten US-Sport. Für jemanden wie Sie, der ihn so lange kennt und verfolgt: Was macht ihn so besonders?

Messina: Wir müssen nicht darüber sprechen, dass er ein unglaubliches Basketball-Fachwissen besitzt. Aber was ihn so speziell macht, ist etwas anderes. Es ist seine Persönlichkeit und die Art und Weise, wie er sich um jeden einzelnen Spieler kümmert. Ich gehe sogar weiter: Er kümmert sich so nicht nur um alle seine Spieler, sondern um den gesamten Staff, der für die Spurs arbeitet. Jeder Einzelne ist ihm wichtig. Er legt einen großen Fokus darauf, dass die Chemie stimmt und dass es ein enormes Zusammengehörigkeitsgefühl gibt. So hat er es geschafft, dass die Spurs eigentlich einem College-Team viel ähnlicher sind als einem Profi-Team. In einer Profi-Mannschaft kommen normalerweise die einen durch die Tür hinein, die anderen gehen hinaus, in San Antonio ist das anders, viel stabiler. Pop hat Tim Duncan, Tony Parker und Manu Ginobili zu Persönlichkeiten geformt, die die Werte der Spurs leben und weitertragen - und das jeden Tag, in jedem Training, in jedem Spiel.

SPOX: Popovich meinte kürzlich, dass es eine Zeit gab, in der Europa den USA eine Lektion erteilt hat, u.a. was Ballmovement anbelangt. Jetzt haben die USA in diesem Bereich aber aufgeholt. Was kann Europa tun, um sich irgendwo wieder einen Vorteil zu verschaffen?

Messina: Es wird extrem schwierig sein für Europa, sich nochmal so einen Vorteil zu verschaffen. In den USA hat sich das Spiel auch weg von totalem Isolation Basketball entwickelt, sie haben verstanden, wie wichtig es ist, den Ball zu bewegen. Inzwischen haben sie ihren Stil viel besser an den internationalen Basketball angepasst und kombinieren den Ballmovement-Gedanken sehr gut mit ihren enormen physischen Skills.

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SPOX: Wie würden Sie denn Ihre Coaching-Philosophie beschreiben? Was ist Ihnen besonders wichtig?

Messina: Das Wichtigste ist, eine Balance im Spiel zu haben. Was du in der Offense machst, beeinflusst immer auch deine Defense. Wenn du zum Beispiel schlechte Würfe nimmst, wirst du wahrscheinlich eine schlechte Transition Defense haben und einfache Körbe zulassen. Auf der anderen Seite beeinflusst deine Defense wieder deine Offense. Wenn du eine gute, solide Verteidigung spielst, wird es dir Möglichkeiten zum Scoren eröffnen. Egal welchen Stil du spielst, was am einen Ende des Courts passiert, hat immer Einfluss auf das, was am anderen Ende des Courts passiert, das muss man wissen.

SPOX: Wie wichtig ist es, die richtige Mischung an Charakteren im Kader zu haben?

Messina: Ich bin der festen Überzeugung, dass man nicht gewinnen kann, wenn deine Schlüsselspieler nicht auf dem Court zu jeder Zeit das Heft in der Hand haben. Deine Schlüsselspieler müssen in der Lage sein, ihre Teamkollegen zu leiten und zu pushen. Es geht immer darum, Spieler zu finden, die bereit sind, diese Verantwortung anzunehmen. Denn es ist eine große Verantwortung. Ich hatte in meiner Karriere das Glück, bei meinen Stationen immer Spieler zu haben, die diese Rolle hervorragend ausgefüllt haben. Ich konnte nur so eine Karriere machen, weil ich großartige Spieler zur Verfügung hatte.

SPOX: Sie haben unzählige Erfolge gefeiert, viermal sind Sie Euroleague-Champion geworden. Welcher Titel ragt für Sie heraus?

Messina: Normalerweise sagt man ja, dass der nächste Sieg oder Titel immer der wichtigste ist. Wenn ich zurückblicke, muss ich sagen, dass zwei Triumphe besonders herausstechen. Zum einen der erste Euroleague-Titel mit Bologna 1998, weil es der erste in der Geschichte des Klubs war. Und zum anderen der Euroleague-Titel mit ZSKA Moskau 2006, weil es der erste Titel für ZSKA seit 35 Jahren war. Das waren ganz spezielle Momente.

SPOX: Was nicht viele wissen: Während Sie bei ZSKA Coach waren, spielte auch eine gewisse Becky Hammon für ZSKA, die jetzt ebenfalls neu zum Coaching-Staff der Spurs gehört...

Messina: (lacht) Ja, wir haben uns zwar nie getroffen, aber ich habe sie in der Zeit einige Male spielen sehen. Becky ist eine sehr kluge junge Frau, wenn sie das nicht wäre, hätte sie auch nicht so eine tolle Karriere als Spielerin gehabt. Ich bin sehr beeindruckt, wie schnell und reibungslos sie es geschafft hat, nicht mehr als Spielerin, sondern als Coach zu denken. Ich bin sicher, dass sie eine tolle Trainerin wird.

Seite 1: Messina über Coach Pop, die Spurs und Becky Hammon

Seite 2: Messina über Manu Ginobili, Dirk Bauermann und die Zukunft

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