Drazen Petrovic im Porträt

Der Mozart des Basketballs

Von Andreas Dieterle
Freitag, 07.11.2014 | 17:26 Uhr
Drazen Petrovic zieht gegen John Starks (r.) zum Korb
© getty
Advertisement
MLB
Live
Mariners @ Rays
MLB
Live
Diamondbacks @ Twins
MLB
Nationals @ Padres
MLB
Cardinals @ Pirates
MLB
Twins @ White Sox
MLB
Athletics @ Orioles
MLB
Red Sox @ Indians
MLB
Diamondbacks @ Mets
MLB
Mariners @ Braves
NFL
Giants @ Browns
MLB
Marlins @ Phillies
MLB
Dodgers @ Pirates
MLB
Blue Jays @ Rays
MLB
Twins @ White Sox
MLB
Marlins @ Phillies
MLB
Blue Jays @ Rays
MLB
Cubs @ Reds
MLB
Twins @ White Sox
MLB
Marlins @ Phillies
MLB
Blue Jays @ Rays
MLB
Yankees @ Tigers
MLB
Red Sox @ Indians
MLB
Cubs at Reds
MLB
Mariners at Yankees
MLB
Cubs at Phillies
MLB
Twins @ Blue Jays
MLB
Padres at Marlins
MLB
Orioles @ Red Sox
MLB
Mariners @ Yankees
MLB
Twins @ Blue Jays
MLB
Orioles @ Red Sox
MLB
Padres at Marlins
NFL
Chargers @ Rams
NFL
Bears @ Titans
NFL
Bengals @ Redskins
MLB
Indians @ Yankees
MLB
Marlins @ Nationals
MLB
Indians @ Yankees
MLB
Marlins @ Nationals

Drazen Petrovic gilt bis heute als einer der besten Shooting Guards aller Zeiten. Er war ein Pionier in der NBA und Superstar in seinem Land. Als er am Höhepunkt seines Schaffens steht, beendet ein tragischer Unfall sein Leben. Doch er bleibt als eine Legende des Sports in Erinnerung.

"Drazen Petrovic ist der beste Shooter, den ich in meinem ganzen Leben gesehen habe." "Besser als Ray Allen?" "Der beste Shooter, den ich je in meinem Leben gesehen habe."

Diese Worte stammen nicht von irgendwem, sondern von keinem Geringeren als Reggie Miller, selbst einer der besten Schützen in der NBA. Er sollte also wissen, wovon er spricht, wenn er solche Lobeshymnen auf einen Spieler hält.

Petrovic gilt bis heute als einer der besten Shooting Guards aller Zeiten. Viele fragen sich, wie seine Karriere verlaufen wäre, wenn es am 7. Juni 1993 auf der A9 in der Nähe von Ingolstadt nicht zu diesem tragischen Unfall gekommen wäre, der sein Leben früh beendete.

Alles beginnt in Sibenik

Drazen Petrovic wird am 22. Oktober 1964 in Sibenik geboren und fängt schon von klein auf an, sich mit dem Basketball auseinanderzusetzen. Bei seinem Heimatverein, dem KK Sibenik, in der ersten jugoslawischen Liga, entwickelt er sich rasend schnell, spielt schon mit 15 Jahren gegen viel ältere Profis und in der jugoslawischen Nationalmannschaft.

Dabei zeigen sich schon früh Eigenschaften, die ihn seine ganze Karriere begleiten werden: Harte Arbeit und unermüdlicher Trainingseifer. "In Sibenik hatte er die Schlüssel für die Halle. Um sechs Uhr morgens stand er auf und wollte immer allein trainieren. Er stellte Stühle auf und umdribbelte sie. Jeden Tag hängte er sich an die Tür, weil er größer werden wollte. Ständig sprang er durch das Haus, wollte jeden Tag spielen und besser werden. Er hatte nur Basketball im Kopf", berichtet Petrovic' Mutter von dessen Besessenheit.

Superstar in Kroatien

Doch sein Stammverein ist schon bald zu klein für ihn. Nach einem Jahr Wehrdienst wechselt der Flügelspieler 1985 zu Cibona Zagreb und wird dort endgültig zum Superstar. In vier Jahren bei Zagreb erreicht er einen Punkteschnitt von 37,7. In einem Spiel schenkt er einem Ligakonkurrenten 112 Zähler ein. Bei seinem ersten Europaligaspiel erzielt er gegen Real Madrid 44 Punkte.

"Der Mozart des Basketballs" wird er bald genannt, weil er sein Spiel genau so zelebriert, wie besagter Komponist die Musik. Petrovic führt Cibona zwei Mal zum Europapokal der Landesmeister, sowie zu mehreren Meisterschaften und Pokalen auf Landesebene. Mit seinem Siegeswillen wird er zum Idol eines ganzen Landes: "If Drazen can do it, you can do it, too".

Petrovic erobert Europa

Im Sommer 1988 bildet er mit Dino Radja, Toni Kukoc und Vlade Divac den Kern der Nationalmannschaft, die die Basketballgeschehnisse auf Länderebene auf Jahre hinweg prägen soll. Auch den Mitspielern fällt schon früh die fast manische Besessenheit auf. Petrovic' Qualitätsmerkmal ist gleichzeitig auch eine Schwäche: Er kann sich niemals ausruhen. "Mit Drazen konnte man nur über Basketball reden. Wenn wir über Musik oder irgendetwas anderes reden wollten, kam er immer wieder auf Basketball zurück. Sein Leben war der Basketball ", erzählt Kukoc über seinen Teamkameraden.

Mit Divac teilt er sich ein Zimmer: "Ich habe noch niemanden gesehen, der so fokussiert war. Wir waren eigentlich wie für einander geschaffen: Er zeigte mir, wie man mit harter Arbeit etwas erreichen konnte und ich konnte ihm zeigen, wie man auch mal relaxt."

Nächster Halt: Real Madrid

Bereits 1986 sichern sich die Portland Trail Blazers die Dienste von Petrovic. Für den Shooting Guard geht es aber erst einmal zu den Könglichen nach Madrid. Drazen mutiert direkt zum Leader des Teams. Im legendären Finale der Europapokal der Pokalsieger 1989 schenkt der Flügelspieler Saidero Caserta 62 Zähler ein. Gegner und Mitspieler sind oft gleichermaßen verwundert: Kann Drazen Petrovic überhaupt daneben werfen?

Auch mit dem Nationalteam sammelt er weiter fleißig Titel. Bei der Europameisterschaft 1989 im eigenen Land spielen er und das Team in einer eigenen Liga. Der Lohn ist die Goldmedaille. In überlegener Manier gewinnen die Jugoslawen das Finale gegen Griechenland. Für Petrovic scheint es nur bergauf zu gehen.

Probleme in Portland

1989 folgt der Schritt in die NBA zu den Portland Trail Blazers. Nun will er auch auf dem neuen Kontinent Erfolge feiern. Petrovic interessiert das Geld nicht, er sucht nur die größtmögliche Herausforderung. Je härter der Wettkampf, desto besser. Damals werden europäische Talente in den USA aber noch misstrauisch beäugt. Der damalige Blazers-Coach Rick Adelman sieht das ähnlich.

Hinter Clyde Drexler und Terry Porter sieht er kaum Spielzeit. Als ein Jahr später auch noch Veteran Danny Ainge zum Team stößt, wird es noch härter. "Es begann die schlimmste Zeit seines Lebens, weil er wusste, dass er mit den Besten mithalten kann", berichtet sein Bruder Alexandrow später.

Sein Konkurrent um den Platz in der Starting Five, Draxler sieht es ähnlich: "Wir alle wussten, dass er besser war und er mehr Spielzeit verdient hätte." Als Reaktion macht Petrovic das, was er immer macht, wenn er dem Rest der Welt etwas beweisen will: Er trainiert noch mehr, noch härter.

Seite 1: Superstar in Zagreb und die Probleme in Portland

Seite 2: Aufschwung bei den Nets und ein tragischer Unfall

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung