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Reif für die Playoffs?

Von Bob Hemmen
Dienstag, 02.09.2014 | 21:56 Uhr
Anthony Davis (M.) gilt als eines der größten Talente der NBA
© getty
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Mit Anthony Davis, einem kommenden Superstar, im Kader, drei potenziellen All-Stars und einigen überdurchschnittlichen Rollenspielern soll es für die New Orleans Pelicans in die Playoffs gehen. Doch ist das Team bereits reif für den nächsten Schritt?

Als die New Orleans Pelicans in der Draft-Night 2013 ihren Erstrundenpick Nerlens Noel zu den Philadelphia 76ers tradeten und im Gegenzug All-Star Jrue Holiday und einen Zweitrundenpick erhielten, war die angegebene Richtung klar.

Der Rebuild nach dem Trade von Chris Paul im Jahr 2011 sollte endlich abgeschlossen werden, der Erfolg schnell in den Big Easy zurückkehren. "Anthony Davis und die Pelicans sind dazu bestimmt, den Durchbruch zu schaffen", gibt der größte Pelicans Blog "The Bird Writes" mittlerweile auch selbstbewusst die Richtung vor.

"Unibrow" an erster Stelle

Den Grundstein für die Zukunft legten die Pelicans allerdings bereits ein Jahr zuvor. 2012 durfte man im Draft als erstes Team seinen Wunschspieler wählen. Und New Orleans entschied sich für Anthony Davis. Jenen Big Man, der in Kentucky unter Coach John Calipari eine hervorragende Ausbildung genossen hatte. Und - so viel ist mittlerweile klar - New Orleans hat sich richtig entschieden. Denn die Entwicklung des Power Forwards verlief trotz Verletzungsproblemen rasant. Heute zweifelt niemand mehr am künftigen Superstar-Status Davis'.

So kommt ihm im Team USA bereits bei der Weltmeisterschaft in eine tragende Rolle zu. Lange Aufenthalte am Ende der Bank wie noch während der Olympischen Spiele 2012 gehören der Vergangenheit an. Zu Recht, meinen auch Davis' Mitspieler. "Ich weiß, wie gut Davis jetzt ist, aber ich weiß ebenfalls, wie gut er werden wird. Er hat MVP-Kaliber. Ich freue mich darauf, zu sehen, wie es bei ihm weitergeht. Er ist auf dem richtigen Weg", sagte beispielsweise Kevin Durant bevor er sich aus dem Trainingscamp der USA verabschiedete.

Davis überzeugt

Derartiges Lob vom amtierenden MVP verdiente sich Davis spätestens in der abgelaufenen Saison. 20,8 Punkte, 10 Rebounds und 2,8 Blocks (Ligaspitze!) legte die Unibrow durchschnittlich auf. Und das in seiner erst zweiten NBA-Saison. Gerade offensiv machte er noch einmal einen großen Schritt nach vorne, sorgt dank verbessertem Midrange-Spiel mittlerweile nicht mehr nur unter den Brettern für Gefahr.

Auch deshalb ist Davis erst der fünfte Spieler der NBA-Geschichte, der zehn Win Shares im Alter von 20 verbuchen konnte. Damit befindet er sich in illustrer Gesellschaft von Shaquille O'Neal, Magic Johnson, Chris Paul und Lebron James. Nun werden die Erwartungen dadurch nicht kleiner. Davis soll die Pelicans tragen. Defensiv wie offensiv. Nicht weniger.

Allerdings lässt sich inzwischen auch der Supporting Cast durchaus sehen. Um die Defensive zu stärken, kam aus Houston Ömer Asik zu den Pelicans. Für den türkischen Center opferte New Orleans den Firstrounder im kommenden Draft. Coach Monty Williams freut sich dennoch: "Wir haben in den letzten beiden Jahren darüber gesprochen, einen Big Man zu holen, der etwas Druck von Davis und Anderson nehmen kann." Exakt diese Rolle soll der Defensivspezialist übernehmen und gleichzeitig gemeinsam mit Davis die Zone dichtmachen.

Spacing ein Problem?

Die Frage wird jedoch sein, ob die beiden auch offensiv harmonieren. Mit Asik auf dem Feld könnten Spacing-Probleme auftreten. Der Türke ist offensiv limitiert und wird die Effizienz des Teams reduzieren. Die desaströse Freiwurfquote gibt den Gegnern zudem die Chance, weiterhin den eigenen Center auf Davis anzusetzen. Schließlich kann der Vierer Asik notfalls mit einem Foul stoppen.

Gut möglich, dass deshalb Davis und Sixth Man Ryan Anderson häufig gemeinsam auf dem Feld stehen werden. Ist der Power Forward fit, gehört er immerhin zu den besten Stretch-Fours der Liga.

Die Rolle als Energizer von der Bank entdeckte nach Andersons Bandscheibenvorfall Tyreke Evans für sich. Gerade nach dem All-Star-Break übernahm der ehemalige King Verantwortung und avancierte zum Leistungsträger.

Evans muss konstanter werden

Der Rookie of the Year von 2010 muss aber endlich konstanter werden. Evans leistet sich noch immer zu viele Ballverluste (2,4), verbesserte seine Wurfquote nach dem All-Star Game aber immerhin (46,6 Prozent) deutlich.

Durch den Abgang von Al-Faruq Aminu zu den Mavs könnte Evans in der kommenden Saison sogar starten. Damit entstünde zwar ein Loch in der Bank-Rotation, um selbiges zu stopfen, wurde jedoch John Salmons verpflichtet. Zumal der Second Unit der Pelicans weitere Scorer neben Anderson fehlen. Der Forward ist ein guter Dreierschütze, der aggressive Zug zum Korb fehlt aber. Wie viele andere Flügelspieler der Pelicans, hat er zudem das Problem in der Defense.

Probleme im Backcourt

Auch im Backcourt gibt es durchaus Optimierungsbedarf. Austin Rivers, der mit großen Vorschusslorbeeren vom College kam, wartet weiterhin auf den Durchbruch. Eine leichte Verbesserung ist beim Sohn von Clippers-Coach Doc Rivers zwar zu erkennen, doch um eine ordentliche Rolle im Roster zu spielen, fehlt weiter eine Menge.

Mit Jimmer Fredette holten sich die Pelicans einen weiteren Spieler ins Team, dessen NBA-Karriere überhaupt noch nicht ins Rollen gekommen ist. Sowohl bei den Kings, als auch in Chicago konnte der Shooter nicht überzeugen. Jetzt startet er in New Orleans einen neuen Anlauf, um endlich den Durchbruch zu schaffen.

Zudem fehlt New Orleans nach dem Abgang von Brian Roberts ein verlässlicher Backup auf der Aufbau-Position. Rookie Russ Smith wird sicher Zeit benötigen, um sich zu akklimatisieren - auch wenn sich Manager Dell Demps bereits auf den Neuzugang freut: "Ich beobachte ihn seit letztem Jahr", sagt er, "es hat mich beindruckt wie er zusammen mit Peyton Siva in Louisville verteidigte."

Was passiert mit Gordon?

Ein Fragezeichen steht auch hinter Eric Gordon. Der verletzungsanfällige Combo-Guard hinkt den Erwartungen hinterher. Andererseits haben die Pelicans Gordon noch nicht abgeschrieben und hoffen vielmehr, dass er seinen Aufwärtstrend fortsetzt.

"Wir sind nicht daran interessiert, Eric zu traden", äußerte sich Demps zur Situation um den 25-Jährigen. Auch Gordon selbst hat das Kapitel Pelicans noch längst nicht zugeschlagen. "Die letzten Jahre waren hart für mich", sagt er, "ich musste mich in jedem Sommer um meine Verletzungen kümmern. Jetzt kann ich mich endlich normal vorbereiten und mich verbessern."

Holiday zurück

Dabei gab es bereits vergangene Saison positive Signale. Zwar machte Gordon weniger Punkte, dafür steigerte er seine Wurfquote und reduzierte die Ballverluste. An der Seite des Shooting Gurards wird Jrue Holiday starten, der ebenfalls von einer Verletzung zurückkommt und nun das Team führen soll.

Dass er das kann, bewies er zu Saisonbeginn. Holiday legte sehr ordentlich los (14,3 Punkte, 7,9 Assists), ehe ihn eine Stressfraktur im rechten Bein ausbremste. Lange war fraglich, ob er überhaupt zum Saisonstart fit sein würde, doch aktuell sieht es so aus, als wäre er im Training Camp dabei.

Verletzungen überwunden

Das unglaubliche Verletzungspech in der abgelaufenen Spielzeit war das Hauptproblem der Pelicans. Mehrere wichtige Leistungsträger fielen lange aus, die Rotation musste Woche für Woche neu aufgebaut werden.

Anderson kam nur auf 22 Spiele in der gesamten Saison. Holiday spielte nur 34 Partien. Insgesamt verpassten die sechs besten Spieler zusammen über 200 Spiele. Das Hauptaugenmerk liegt daher erst einmal darauf, gesund zu werden und vor allem zu bleiben. Denn mit gesunden Pelicans ist definitiv zu rechnen.

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