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Mit John Wall über Fußball gesprochen

SID
Donnerstag, 24.07.2014 | 10:52 Uhr
Daniel Theis (M.) überzeugte in der Summer League für die Washington Wizards
© getty
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In seinem SPOX-Tagebuch schreibt Daniel Theis über seine Erfahrungen in den USA. Die Summer League ist mittlerweile vorbei. Anstregende und doch erfolgreiche Wochen. Dank starker Leistungen machen NBA-Offizielle Mut. John Wall erkundigt sich nach Fußball und die Nationalmannschaftskollegen bekommen wohl den einen oder anderen Spruch zu hören.

Liebe SPOX-Community, liebe Basketball-Fans!

Es ist kaum zu glauben, aber die Summer League ist schon wieder vorbei. Natürlich muss sich alles, was ich in den letzten drei Wochen erlebt habe, erst einmal setzen. Eines ist allerdings jetzt schon klar: Es war eine unglaubliche Zeit. Eine tolle Erfahrung. Und es war auch genau richtig, ein paar Tage vor meinem ersten Training mit den Wizards nach Washington zu reisen. Wir sind ja schon am Donnerstag angekommen, die erste Teameinheit war für Montag angesetzt.

So hatte ich noch ein wenig Zeit, mit meiner Frau Lena ein wenig die Gegend zu erkunden und mir Washington anzusehen. Eine unglaublich schöne Stadt. Fast ein bisschen europäisch. Zudem hatten wir unseren Trip ziemlich perfekt getimt. Immerhin waren wir ausgerechnet am Independence Day in D.C. Da herrscht eine ganz spezielle Stimmung. Abends sind wir zum Washington Monument gefahren und haben uns dort das Feuerwerk angesehen. Ein beeindruckendes Schauspiel

Hier geht's zur Facebook-Seite von Daniel Theis

Es war einfach gut, am Anfang ein paar Dinge abseits des Basketballs mitzunehmen, die man sonst eigentlich nie erlebt. Das hat mich ein wenig gelassener gemacht und mir den Einstieg erleichtert. Am Ende drehte sich meine Reise aber natürlich um Basketball. Klar. Und dem konnte ich mich auch relativ schnell widmen.

Ein etwas komisches Gefühl

Am Samstag stand bereits das erste Individualtraining an, das Team habe ich am Montag getroffen. Ihr müsst Euch das so vorstellen: Du kommst in die Halle und triffst dort auf 15 Leute, die du noch nie zuvor gesehen hast, mit denen du aber schnellstmöglich zu einer Mannschaft zusammenwachsen musst. Irgendwie war das ein etwas komisches Gefühl, das sich allerdings ziemlich schnell gelegt hat.

Es hat einfach gepasst. Keiner von uns hat nur auf sich geschaut, sondern wollte Erfolg mit dem Team haben. Selbst ein Otto Porter oder Glen Rice Jr., die ja bereits in der NBA spielen, waren ganz normal. Da gab es keine Allüren. Wir sind alle miteinander umgegangen, als würden wir uns ewig kennen. Das zu erleben, hat schon gut getan. Schließlich wusste ich nicht, wie all die NBA-Spieler so drauf sein würden.

Eine andere Hausnummer

Noch besser wurde es dann, als Wizards-Coach Randy Wittman höchstpersönlich bei den Einheiten dabei war und sie teilweise auch geleitet hat. Ein Training unter einem gestandenen NBA-Coach zu absolvieren, ist schon etwas Besonderes. Und da war ja auch noch Sam Cassell, unser Summer-League Coach, der 16 Jahre lang selbst in der Liga gespielt und auch noch drei Meisterschaften gewonnen hat. Al Harrington war ebenfalls da. Unglaublich!

Zeit, groß zu staunen, blieb allerdings nicht. Die Einheiten waren nämlich unglaublich intensiv. Zwei Mal am Tag haben wir zweieinhalb bis drei Stunden trainiert. Das ist noch mal eine andere Hausnummer. Zumal das Spiel schon eine Ecke schneller ist als bei uns. Bei jeder Einheit waren ungefähr zehn Coaches dabei, die natürlich auf alles Mögliche achten konnten. In den Pausen haben sie uns dann direkt erklärt, was wir verbessern oder ändern sollten.

Mit John Wall über Fußball geredet

Natürlich haben wir auch den Locker Room der Wizards benutzt. Allerdings nicht allein, John Wall und Marcin Gortat waren da. Wahnsinn! Beide waren ganz normal. Überhaupt nicht arrogant oder distanziert. Sie sind dann auch immer zu mir gekommen und wollten über Fußball sprechen. Nach dem WM-Titel der Deutschen haben mir dann alle sogar gratuliert. Das war schon irgendwie cool.

Die Spiele zusammen geschaut haben wir allerdings nicht. Die Jungs haben sich mehr für die Ergebnisse als das Spiel an sich interessiert. Das Finale habe ich mit meiner Frau und meinem Manager Ademola Okulaja gesehen. Da waren wir natürlich schon in Vegas - und ich mittendrin in der Summer League. Unfassbar, wie das alles gelaufen.

Denn am Anfang war ich nicht wirklich zufrieden. Ausgerechnet gegen die Hawks und Dennis Schröder durfte ich nur ein paar Minuten aufs Feld, was mich schon ein wenig geärgert hat. Die Coaches haben mir dann aber erklärt, dass wir einfach so viele Spieler seien und sie zunächst jedem eine Chance geben wollten. Als es dann aber drauf ankam, war ich immer dabei.

NBA-Offizielle machen Mut

Durch Leistung zu überzeugen und gleichzeitig noch zu sehen, dass ich mithalten kann, war schon ein unbeschreibliches Gefühl. Immerhin waren auch einige Ausnahmespieler mit dabei. Die NBA bleibt deshalb weiter das Ziel. Zumal mir unsere Coaches und einige Offizielle richtig Mut zugesprochen haben. Wenn ich so weitermache, meinten sie, würde ich in den kommenden Jahren auf jeden Fall einen Vertrag bekommen. Unglaublich, oder? Das gibt mir ein positives Gefühl für den Heimweg.

Noch besser wäre es natürlich gewesen, hätten wir das Turnier auch gewonnen oder zumindest das Finale erreicht. Im Halbfinale gegen die Kings haben wir zu Beginn aber einfach nicht unser Spiel gespielt und das Comeback nicht mehr ganz geschafft.

Immerhin hatte ich so aber noch einen Tag Zeit für meine Frau. Die war die ganze Zeit dabei, was richtig gut getan hat. Gerade in einem fremden Land ist es schön, abends im Hotel ein bekanntes Gesicht zu sehen. Zudem gibt sie mir auch immer wieder den einen oder anderen wertvollen Ratschlag. Ihr wisst ja, sie spielt selbst Basketball. Natürlich wird dann auch mal diskutiert, aber im Grunde ist es einfach gut, eine externe Meinung zu bekommen.

Essen mit Dennis Schröder

Glücklicherweise hatten wir aber auch Zeit, einige Dinge abseits des Sports zu unternehmen. Wir haben uns eine Show von Chris Angel angesehen, was ziemlich beeindruckend war, und haben uns mit Dennis Schröder und seiner Freundin zum Essen getroffen. Auch das Shopping kam natürlich nicht zu kurz. Schließlich kann ich nicht ohne Geschenke nach Hause kommen.

Abgesehen von der Halle waren die Malls eh einer der besten Orte in ganz Vegas. Die waren nämlich klimatisiert. In der Wüste ist es momentan so unglaublich heiß, dass man sich kaum draußen aufhalten kann. Vegas als Stadt ist übrigens unfassbar hektisch. Überall ist irgendetwas los, da freut man sich schon ein wenig auf die Heimat. Dennoch haben wir jeden einzelnen Tag genossen.

Viel Zeit, zurückzublicken bleibt allerdings nicht. Jetzt geht es direkt zur Nationalmannschaft, wo ich auch auf ein paar Kollegen aus Vegas treffe. Die werden sich eventuell den einen oder anderen Spruch anhören müssen. Immerhin habe ich die deutschen Duelle in der Summer League allesamt gewonnen. Viel wichtiger ist aber ohnehin, dass uns die EM-Quali gelingt.

Drückt uns dafür die Daumen!

Bis bald!

Euer Daniel

Daniel Theis im Steckbrief

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