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"Man braucht diese Panik"

Von Ole Frerks
Samstag, 24.05.2014 | 15:43 Uhr
LeBron James will in Spiel 3 die Kontrolle über die Serie übernehmen
© getty
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In 76 Prozent der Serien, die nach zwei Spielen ausgeglichen sind, entscheidet das dritte Spiel über den späteren Sieger. Vor dem Schlüsselspiel haben die Indiana Pacers ihren Forward Paul George zurück, dennoch bleiben einige Fragen offen. Die Miami Heat sind trotz der Eroberung des Heimvorteils noch nicht richtig zufrieden.

"Wir haben noch lange nicht so gespielt, wie wir spielen wollen", sagte Dwyane Wade nach Spiel 2, "wir haben mehr drauf, und müssen das nächste Level erreichen."

Die Unzufriedenheit von "Flash" kann nicht wirklich verwundern. Zu knapp waren die Heat vor einem 0:2-Rückstand, zu abhängig mal wieder von der Brillanz von Wade und LeBron James. Der wiederum konnte den Schalter erst umlegen, nachdem sein Gegenspieler George am Kopf getroffen wurde und ihm "schwarz vor Augen" wurde, wie er später sagte.

George sagte außerdem, dass die Pacers das Spiel sonst gewonnen hätten. Und auch wenn Wade ihm da kaum zustimmen wird, erkannte auch er viel Verbesserungspotenzial bei seiner Mannschaft. Wie so oft in den letzten Jahren brauchten die Heat lange, um den Schalter umzulegen. Einen On/Off-Switch zu haben, ist generell zwar ein Luxus, es birgt jedoch auch Gefahren.

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"Wir müssen den Basketball spielen, der uns auszeichnet. Ihr wisst ja, wie das aussieht, wenn wir alle in einem Rhythmus spielen", warnte Wade daher. Davon war recht wenig zu sehen. Und so lag es mal wieder am One-Two Punch des Meisters, den Ausgleich zu schaffen.

Dominanz im vierten Viertel

James und Wade erzielten 22 der 25 Heat-Punkte im vierten Viertel, auch defensiv frustrierten sie die Pacers. Es war eine Demonstration des Umstands, dass eine frühere Schwäche des Teams mittlerweile zur Stärke geworden ist: die Performance in der Crunchtime.

Seit dem Kollaps in den 2011er Finals gegen die Dallas Mavericks hat Miami sukzessive daran gearbeitet, in engen Situationen die Oberhand zu behalten. Mittlerweile dominieren sie den Gegner, wenn es um "Clutch Situations" geht, also die letzten fünf Minuten eines Spiels, wenn die Mannschaften fünf Punkte oder weniger auseinander liegen.

In dieser Postseason haben sie in solchen Situationen ein Punkteverhältnis von 41:17. Fast noch beeindruckender: Miami schießt dabei Quoten von 65 Prozent aus dem Feld sowie 43 Prozent vom Perimeter, beim Gegner sind es 21 und 20! James und Wade, der sich derzeit in der besten Form seit Jahren befindet, übernehmen dann die Verantwortung und ergänzen sich mittlerweile so gut, dass selbst eine Defense wie die der Pacers völlig überfordert aussehen kann.

"Es geht einfach darum, die Herausforderung anzunehmen, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht", erklärte James. "Mit 0:2 in Rückstand zu geraten, war keine Option. Mit dieser Einstellung sind wir ins Spiel gegangen. Wir wussten einfach, dass wir gewinnen müssen. Und wir haben das nötige Selbstvertrauen dafür."

Gestählt aus der Niederlage

Die Erklärung klingt nicht gerade bahnbrechend, aber Miami - und vor allem LeBron - hat sich dieses Selbstvertrauen hart erarbeiten müssen. Vor knapp drei Jahren war es schließlich die Schwäche in knappen Situationen, welche die Heat an den Mavs scheitern ließ. In drei der vier Niederlagen hatte Miami damals in den letzten sechs Minuten noch geführt.

Die Heat sind gestählt hervorgegangen. "Der beste Lehrer im Leben ist immer noch Erfahrung, und die haben wir. Es hat uns sehr weh getan. Wir waren damals in einer Position, uns einen Traum zu erfüllen, aber sind gescheitert", blickte James zurück.

Chris Bosh ging noch weiter: "Man braucht diese Panik. Man muss solche Niederlagen erlebt haben, um zu wissen, dass man so etwas nie wieder fühlen möchte. Es war eine dieser Sachen, die dich fertig machen, die dich letztendlich aber stärker machen."

Die Abhängigkeit von George

Geht man nach dieser Logik, bringen auch die Pacers die Voraussetzungen für den großen Wurf mit. Schließlich haben auch sie in den letzten Jahren einige bittere Pleiten gegen Miami eingesteckt. Game 2 reihte sich da ein in eine Liste von Spielen, die man eigentlich hätte gewinnen müssen.

"Sie waren dran, so wie einige Teams in den letzten Jahren nah dran waren", sagte auch Wade, "es hätte jederzeit auch anders ausgehen können." Dass die Pacers es in diesem Jahr schaffen können, scheint derzeit trotzdem unwahrscheinlich.

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Zu viele Fragezeichen bieten sich bei Indiana. Ist George nach seiner Gehirnerschütterung wirklich wieder bei 100 Prozent, wie er selbst sagt? Die Pacers sind von ihrer Starting Five ohnehin abhängig, ganz besonders aber von PG: In den Playoffs machten sie mit ihm auf dem Court 64 Punkte mehr als der Gegner, saß er draußen, kassierten sie 27 Punkte mehr.

Folgende Statistik verdeutlicht die Abhängigkeit ganz besonders: Ohne George produziert die Pacers-Offense pro 48 Minuten grauenhafte 80 Punkte. Ganz zu schweigen von seiner Individualdefense gegen LeBron, die kein anderer Pacers so liefern kann. Wenn dem All-Star auch nur ein paar Prozentpunkte fehlen, kann es für Indiana ganz schnell vorbei sein.

Keine Entlastung von der Bank

Die lange Pause könnte derweil zum Segen werden. Denn alle Starter brauchten die Ruhe, nicht nur George. Jeder von ihnen musste über 40 Minuten ran, gerade David West und Lance Stephenson war die Erschöpfung am Ende von Spiel 2 anzumerken. Von der Bank kommt wie schon in den letztjährigen Conference Finals einfach viel zu wenig.

Eine Mannschaft, die so sehr von ihrem Einsatz und der Defense lebt, kann sich Müdigkeit eigentlich nicht leisten. Zumal vorne ein Spieler fehlt, der mit den LeBrons und Wades dieser Welt um die Wette ballern kann, wenn das Geld auf dem Tisch liegt. Findet Frank Vogel einen Weg, seine Bankspieler doch noch irgendwie einzubinden? Es sieht im Moment nicht danach aus.

Die Starter werden es wohl weiter richten müssen, Pausen sind ihnen kaum vergönnt. Dass sie durchaus dazu in der Lage sind, Spiele gegen Miami eng zu halten, ist klar. Die Frage stellt sich jedoch: Wird die Energie reichen, um drei weitere Spiele zu gewinnen, wenn die beiden Superstars auf der anderen Seite harmonieren wie in Spiel 2?

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