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Das ewige Duell

Von Philipp Jakob
Montag, 12.05.2014 | 17:00 Uhr
Paul Pierce (r.) und LeBron James haben sich schon einige Playoff-Schlachten geliefert
© getty
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The Truth vs LBJ! Die Beiden haben schon einige Playoff-Schlachten ausgetragen und auch in den Eastern Conerence Semifinals liefern sie sich ein erbittertes Duell. Dabei hat der Sieg in Spiel drei den Brooklyn Nets wieder viel Selbstvertrauen gegeben, doch eins darf man nie unterschätzen: Das Herz eines Champions!

Paul Pierce hat in seiner Karriere schon einige Playoff-Schlachten geschlagen und vor allem im Duell gegen LeBron James entstanden Legenden. In den Jahren 2008 und 2010 - damals noch im Trikot der Celtics - hatte der mittlerweile 36-Jährige in zwei extrem engen Serie noch das bessere Ende auf seiner Seite, nach dem Wechsel von James in den Sonnenstaat sah es allerdings nicht mehr so rosig aus.

2011 scheiterten die Celtics schon in fünf Spielen gegen Miami, im darauffolgenden Jahr gingen die Eastern Conference Finals dagegen in sieben Partien verloren. Doch jede dieser Serien war etwas ganz spezielles und viele wurden von einem Duell ganz besonders geprägt - Paul Pierce vs. Lebron James.

In diesem Jahr ist allerdings einiges anders. Pierce - und auch Kevin Garnett - läuft nicht mehr im Celtics-Grün auf, sondern spielt für die Brooklyn Nets. Während James sich mittlerweile als wahrscheinlich bester Spieler der ganzen Welt etablieren konnte, befindet sich The Truth schon etwas länger auf dem langsam absteigenden Ast.

Des Weiteren verzichtete Nets-Coach Jason Kidd in Spiel eins der Serie gegen die Heat weitestgehend auf ein direktes Duell zwischen Pierce und James und setzte hauptsächlich Shaun Livingston in der Defense auf den viermaligen MVP an - mit mäßigem Erfolg.

Pierce hat keine Angst

Mit seinen 22 Punkten bei hervorragenden Feldwurfquoten von 66,6 Prozent (10/15 FG) führte King James den Titelverteidiger zu einem deutlichen und überzeugende Sieg. Die Reaktion von Pierce? Im Gespräch mit seinem Coach forderte er das Duell gegen James, bekam es in Spiel zwei und drei und überzeugte. Vor allem beim Heimsieg vor wenigen Tagen.

Zwar dominierte James das erste Viertel (16 Punkte), im restlichen Spielverlauf kam er aber nur noch auf 12 Zähler und wurde von Pierce sehr gut in Schach gehalten - soweit das bei James denn überhaupt möglich ist. Ein wichtiger Faktor ist dabei, dass sich die beiden durch die vielen Aufeinandertreffen in und auswendig kennen. Und, dass sich Pierce einfach nicht einschüchtern lässt.

"Wenn du gegen die Besten spielst, dann werden viele Serien einfach durch den Angst-Faktor oder persönliche Zweifel entschieden. Wenn du nicht an dich glaubst, dann hast du keine Chance", so Pierce. "Ich versuche in der Kabine ständig, meinen Mitspielern klar zu machen, dass wir dieses Team besiegen können. Sie sind nicht unschlagbar."

Starke Defense der Nets

Das stellten die Nets in Spiel drei eindrucksvoll unter Beweis, besonders durch ihre Dominanz unter den Brettern. Das Big-Men- und vor allem Rebounding-Problem der Heat ist wohlbekannt und endlich konnte Brooklyn daraus Profit schlagen.

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Mit 43:27 entschied man das Rebound-Duell mehr als deutlich für sich, auch dank einer - etwas überraschend - starken Leistung von Andray Blatche, der 15 Punkte erzielte und sich 10 Rebounds schnappte. Entscheidend war allerdings die Teamleistung und das Defensiv-Konzept von Head Coach Jason Kidd, der die eigene Zone nahezu komplett zustellte.

Nachdem Miami die Nets in Spiel eins noch mit den Points in the Paint zerstörten (52), gelangen dem Titelverteidiger in der Niederlage nur noch 26 Punkte in direkter Ringnähe. Liegt hier also das Geheimnis der Nets, um die Heat weiter zu ärgern?

Dreierregen macht den Unterschied

Unter anderem, denn bekanntermaßen muss man auch selber ein wenig punkten, wenn man ein Spiel gewinnen will. Dies gelang vor den eigenen Fans am besten von Downtown. Angeführt von Joe Johnson (5/7 3FG) hämmerten die Nets insgesamt 60 Prozent ihrer Dreier durch die Reuse (15/25 3FG).

Vor allem in der Transition-Offense positionierten sich die Distanzschützen um Johnson und Mirza Teletovic (4/7 3FG) sehr geschickt, wurden hervorragend bedient und versenkten die offenen Würfe eiskalt. Aber auch im Halbfeld funktionierte das Spacing und das Ball-Movement auf Seiten der Nets exzellent.

Einen großen Anteil daran hatte auch Deron Williams. Gut, der Wurf wollte immer noch nicht fallen (3/11 aus dem Feld) und auch sonst lief in Sachen Scoring nicht allzu viel (nur 9 Punkte), aber der 29-Jährige stellte endlich mal wieder seine Spielmacherqualitäten unter Beweis und überzeugte mit 11 Assists.

Kann D-Will überzeugen?

Als noch viel wichtiger könnte sich das gewachsene Selbstvertrauen erweisen. "Wir hatten ein wenig Erfolg in der regulären Saison. Wir haben gut gegen sie gespielt und wir haben das Gefühl, dass wir gut gegen sie aufgestellt sind", so Williams, von dem vor der Serie viel erwartet wurde.

Immerhin spielt er gegen Mario Chalmers oder Norris Cole, die - bei allem Respekt - nicht in der Point-Guard-Elite anzusiedeln sind. Doch gehört Williams selbst überhaupt noch in diese Kategorie? Schwierig zu sagen, doch die Statistiken sprechen gegen D-Will. Sein aktueller PER in den Playoffs von 14,0 ist der schlechteste Wert in seiner Karriere - ebenso wie die 14,4 Punkte und 5,9 Assists pro Partie.

Und wie gesagt, seine Gegenspieler in den Eastern Conference Semifinals sind Chalmers und Cole. Wenn Williams nicht gegen die beiden dominieren kann, gegen wen sonst? Andererseits ist Basketball immer noch ein Teamsport und wenn er so wie in Spiel drei den Spalding gut verteilt, dann nimmt er bei den Nets eine ganz wichtige Rolle ein.

"Wenn wir unser bestes Spiel zeigen, wenn wir stark in der Defense spielen, so wie im letzten Spiel, dann sind wir in einer guten Position, um zu gewinnen", weiß auch Williams, der definitiv nicht den Kopf in den Sand stecken wird.

Probleme bei Miami

Genauso wenig wie Miami, die sich nach einer schwachen Partie nicht noch einmal die Chance auf einen Big Point und riesigen Schritt in Richtung Conference Finals entgehen lassen möchten. "Wir waren einfach unterlegen, an beiden Enden des Courts", bringt es Heat-Coach Erik Spoelstra auf den Punkt und macht klar, dass das nicht noch einmal passieren wird.

"Heute liefen so viele Dinge nicht in unserem Sinn", meinte Spoelstra nach der Partie und spielte damit zum Beispiel auf die schwache Dreierquote an. Nur 8 der 24 Versuche fanden den Weg durch die Reuse (33,3 Prozent), auf eine ähnliche Quote von Ray Allen und Co. darf man sich in den kommenden Partien aber nicht verlassen.

Hand in Hand geht damit die Produktion der Bankspieler. In der Niederlage in Spiel drei steuerten die Reservisten nur magere 25 Punkte bei. Viele davon kamen sogar erst in der Garbage Time. Wenn die Bankspieler nicht ein wenig zulegen und die Big Three unterstützen, dann könnte es eventuell eng werden.

Must-Win für Brooklyn

Darauf hofft natürlich auch Paul Pierce. Er wird sich allerdings auch der Tatsache bewusst sein, dass die Heat in der letzten Post-Season auf jede Niederlage die richtige Antwort fanden und das darauffolgende Spiel immer gewinnen konnten.

"Sie haben zwei Championships gewonnen, es gibt nichts, was sie noch nicht erlebt haben. Eine Sache, die man immer hört, ist: Du darfst das Herz eines Champions nicht unterschätzen" warnt The Truth deshalb. Dennoch werden er und die Nets sich in Spiel vier natürlich nicht verstecken.

Für Brooklyn ist es ein Must-Win. Das Team von Jason Kidd darf sich nicht erlauben, mit einem 1:3-Rückstand zurück nach Miami zu reisen. Denn sonst könnte das Duell zwischen Pierce und LeBron schon wieder vorbei sein, bevor es richtig begonnen hat.

Die Playoffs im Überblick

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