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Petri Heil, Roy!

Donnerstag, 08.05.2014 | 16:05 Uhr
Indianas Center Roy Hibbert legte gegen Washington sein bestes Spiel seit Monaten hin
© getty
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Mit einer bärenstarken Partie im zweiten Spiel gegen die Washington Wizards machte Roy Hibbert seine Kritiker mundtot. Die Indiana Pacers versuchten zuvor mit allen Mitteln, ihren Center aus der Krise zu bekommen. Doch die Wende zum Guten ist längst nicht geschafft.

Umrahmt von Paul George und George Hill präsentierte Roy Hibbert stolz seinen Fang. Es war das Erfolgserlebnis vor dem Erfolgserlebnis. George nahm den verunsicherten Center mit auf einen Angeltrip unweit seines Hauses. Und Hibbert bekam tatsächlich einen Barsch an die Angel.

Doch hat ein Angel-Trip mit Teamkollegen gereicht, um Hibbert wieder in die Spur zu bringen? Wohl kaum. Dennoch lobte er George für diese Idee.

"Paul war derjenige, der mir am meisten geholfen hat. Er hat mich auf diesen Angel-Trip eingeladen und wir haben nicht über Basketball geredet, sondern einfach über Gott und die Welt und versucht, Barsche zu fangen. Das hat mir sehr geholfen, auf andere Gedanken zu kommen."

Wohlfühloase für Hibbert

Der Superstar der Pacers war nicht der einzige, der in den vergangenen Tagen probierte, die Blockade des Centers zu lösen. Coach Frank Vogel nahm sich den Center über eine Stunde zur Seite, auch Teamkollege David West redete auf ihn ein. Sogar Hibberts ehemaliger College-Coach John Thompson III kam extra aus Washington geflogen und saß während des Spiels dicht an der Pacers-Bank.

Wochenlang wirkte Hibbert wie ein Schatten seiner selbst. Nichts war mehr von dem dominanten Center der ersten Saisonhälfte zu sehen, der reihenweise gegnerischen Spieler allein mit seiner Präsenz Respekt einflößte.

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Gleich mehrfach blieb er in den letzten Wochen ohne Punkt, ohne Rebound und eben auch ohne Selbstbewusstsein. Seine Verfassung? Ein einziges Rätsel! Hohn und Spott prasselte auf ihn ein. Selbst Ex-Kollegen wie Gilbert Arenas oder Tracy McGrady spotteten via Twitter über den sensiblen 2,18-Meter-Riesen, der abseits des Courts häufig so schüchtern und bedächtig wirkt.

So auch auf der Pressekonferenz nach dem Spiel, mit dem Unterschied, dass er sich dieses Mal nicht für eine schwache Leistung rechtfertigen musste, sondern von seiner starken 28-Punkte-Performance berichten konnte.

Doch Hibbert holte keinesfalls zum Rundumschlag aus. Vielmehr lobt er seine Teamkollegen für die aufgebrachte Geduld. "David hat mir gesagt: 'Stell dir vor, du bist ein Schiffbrüchiger, der einsam auf dem Meer treibt. Nur du selbst kannst dich retten. Niemand wird dir einen Rettungsring zuwerfen.' Ich muss es selbst schaffen."

Guter Start bringt Selbstbewusstsein

Die Worte schienen gefruchtet zu haben. Doch es waren eben nicht nur Worte, alle waren auch auf dem Feld darauf bedacht, Hibbert wieder zu integrieren. Die ersten fünf Pacers-Punkte gingen auf das Konto des Centers und schon lief es fast von alleine. Die Zuschauer nahmen die Vorlage dankend auf und bejubelten jede Aktion frenetisch - selbst seinen ersten Rebound.

Plötzlich fielen auch schwierige Jumper oder Hakenwürfe. Wizards-Coach Randy Wittman attestierte ihm ein "Wahnsinnsspiel" und auch bei den Spielern war der Respekt wieder da. "Er erhält jetzt unsere Aufmerksamkeit. Wir müssen uns auf ihn fokussieren und den Roy Hibbert verteidigen, den wir kennen", sagte Drew Gooden.

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Doch Hibbert versuchte gleich wieder die Erwartungen zu bremsen. Der Center ist schlau genug, zu wissen, dass die Wizards ihm es nicht noch einmal so leicht machen werden. "Ich versuche das zu kontrollieren, was ich beeinflussen kann. Ich kann die Spielzüge nicht beeinflussen, aber ich kann kontrollieren, wie hart ich spiele, wie schnell ich renne und wie gut ich in der Verteidigung agiere", sagte er und ergänzte: "Ich muss nicht unbedingt viel punkten, um ein gutes Spiel zu zeigen."

Pacers müssen nachlegen

Vielleicht muss er es aber doch. Denn bei aller Euphorie, die die Performance von Hibbert auslöste, darf nicht vergessen werden, dass die Pacers offensiv weiterhin große Probleme haben. Weder George noch Lance Stephenson fanden ihren Rhythmus und legten fürchterliche Quoten hin. Indianas Bank war mit kümmerlichen zwölf Punkten ebenso kein Faktor.

Der Sieg war knapp und hart erkämpft. Washingtons John Wall und Trevor Ariza erwischten keinen guten Tag und trafen nur 4 von 21 Würfen. "Ich glaube, wir haben einige ziemlich offene Würfe liegengelassen. Das passiert mal. Man kann nicht immer alles treffen", analysierte Wittman und verschwieg dabei, dass sich die Pacers dieses Mal mehr auf die Wizards-Schützen konzentriert hatten.

Dennoch hat sich Indiana längst nicht freigeschwommen. Washington wird die Lehren aus der Niederlage ziehen und neue Antworten liefern. So läuft es in den Playoffs. Auf eine Antwort folgt die Gegenantwort und die war in dieser Postseason häufig erfolgreich.

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