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Zu klein, zu langsam, zu statisch

Montag, 19.05.2014 | 13:18 Uhr
LeBron James (l.) und die Miami Heat fanden in Spiel 1 nicht in die Spur
© getty
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Die Miami Heat werden in Spiel 1 (Analyse + Re-Live) von den Indiana Pacers kalt erwischt. Der Meister wirkt schläfrig und Coach Erik Spoelstra muss sich kritischen Fragen stellen. Miamis Reaktion dürfte folgen. Das zeigt die Statistik.

LeBron James schwor sein Team vor dem Spiel in den Katakomben ein: "Sie mögen uns nicht, wir mögen sie nicht. Also lasst uns rausgehen und gewinnen." Der Plan war simpel, die Umsetzung gestaltete sich schwierig.

Miami ließ sich düpieren. Dabei waren es die Heat, die immer wieder predigten, dass man Indiana trotz ihrer Achterbahnfahrt durch das letzte Saisondrittel auf dem Zettel haben musste. Und Geheimnisse zwischen diesen Teams gibt es ohnehin nicht mehr. Dafür traf man einfach zu häufig aufeinander.

"Jedes Mal, wenn wir gegen sie gespielt haben, vor allem in dieser Halle hier, haben sie den Ball gut bewegt und gut getroffen. Wir haben das also schon erwartet", erklärte Shane Battier zwar, aber das gesamte Spiel vermittelte das komplette Gegenteil.

Schläfrige Heat-Defense

Die Heat waren nicht bereit und wirkten geradezu lethargisch. "Do your job", mahnte Coach Erik Spoelstra während einer Auszeit gleich mehrfach und eindringlich. Miami kam in der Verteidigung regelmäßig zu spät und hatte im Pick'n'Roll fast immer das Nachsehen.

Dabei ist doch das Unterbinden von solchen Situationen eigentlich eine Stärke der Heat. "Wir haben das ganze Spiel nur reagiert. Wir müssen viel mehr Initiative ergreifen", klagte Ray Allen. Spoelstra bezeichnete die Defensiv-Leistung sogar als "möglicherweise unsere schlechteste".

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Der Coach muss sich aber die Frage gefallen lassen, ob er nicht selbst etwas zu der Misere beigetragen hat. Spo vertraute weiterhin seiner Small-Ball-Aufstellung mit Battier, James und Chris Bosh, ließ Center Greg Oden auf der Inactive List und nahm auch nicht Power Forward Udonis Haslem in die Starting Five.

Ein Schritt, den nicht wenige Experten erwartet hatten und als logisch ansahen, um die wuchtige Präsenz von Roy Hibbert und David West unter den Brettern einzudämmen. Doch stattdessen setzte er James auf West an und stellte den langsamen Battier gegen Paul George. "Ich hatte Battier gegen mich. Ich glaube, ich bin ein bisschen schneller. Es war jetzt nicht so die große Bedrohung für mich", sagte George verschmitzt.

James reibt sich gegen West auf

Und James? Der rieb sich gegen den West auf und verbrauchte Körner, die ihm in der Offensive fehlten. "Es ist klar, ihr Frontcourt ist äußerst physisch. Das müssen wir im Kollektiv lösen. Wir alle müssen dort runterkommen und uns gegenseitig helfen", erklärte der Superstar.

Dabei war es nicht so, dass Miami die Help Defense komplett verweigerte. Sie kam nur häufig zu spät. Hibbert und West hatten so genug Zeit, den offenen Teamkollegen am Perimeter zu finden und die trafen häufiger, als man es von den Pacers gewohnt ist.

Mit Beginn der zweiten Hälfte durfte Haslem dann ran, aber da war Indiana und vor allem Hibbert schon so im Flow, dass der Forward der Heat nichts mehr ausrichten konnte. Zumal der Reservist sich auch nicht gerade mit Ruhm bekleckerte.

Beinahe bei jeder Offensiv-Aktion durfte Hibbert an die Freiwurflinie. Den Center zu foulen, war phasenweise Miamis einziges Mittel. Die Pacers standen insgesamt 37 Mal an der Linie, Miami dagegen nur 15 Mal.

Die Heat zeigten sich offensiv ungewohnt passiv. Die sonst so gefürchteten Drives von LeBron oder auch Wade in die Zone sah man viel zu selten. Eine Folge der aufreibenden Verteidigung? Möglich. Ganze fünf Freiwürfe im ganzen Spiel bekamen die beiden Superstars zusammen. Normalerweise steht James alleine doppelt so häufig an der Linie.

Dumme Aktion von Chalmers

Miami wirkte zunehmend frustriert. Mario Chalmers, der einen rabenschwarzen Abend erlebte, fand schließlich in C.J. Watson sein Ventil zum Dampf ablassen. Mit einem völlig unnötigen Foul beförderte er den Guard unter den Kommentatorentisch hinter dem Korb. Watson konnte froh sein, unverletzt zurück aufs Parkett gekommen zu sein.

Es war eine sinnbildliche Szene, denn Chalmers kam zuvor wieder einmal zu spät, ehe er zulangte. Bosh ist für solche Szenen nicht bekannt, eine Off-Night hatte der dritte der Big Three aber dennoch. Immer wieder versuchte er sich der Bewachung von Hibbert zu entziehen, indem er außerhalb der Zone agierte. Allerdings wollte beim Center gar nichts fallen.

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Und so fehlte zu James' guter und Wades sehr guter Offensiv-Performance die Unterstützung eines dritten Heat-Spielers. Während bei Indiana gleich sechs Spieler zweistellig punkteten, waren es bei Miami nur noch Chris Andersen und Allen.

LeBron gelobte gleich nach Spielende Besserung: "Wir sind ein Team von Veteranen. Wir werden uns das Spiel noch mal anschauen, die Fehler analysieren und im zweiten Spiel besser vorbereitet sein." Die Vergangenheit gibt ihm dabei durchaus Recht. In der Big Three Ära hat Miami vier Mal das erste Spiel einer Serie verloren, jede Serie wurde anschließend gewonnen.

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