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Brooklyn beendet das Raptors-Märchen

Von Philipp Jakob
Sonntag, 04.05.2014 | 22:26 Uhr
Joe Johnson (r.) führte die Nets mit einer starken Leistung in die nächste Runde
© getty
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Die Brooklyn Nets stehen nach einem denkbar knappen 104:103-Erfolg (BOXSCORE) gegen die Toronto Raptors in der nächsten Runde und treffen nun auf die Miami Heat. Joe Johnson führt sein Team letztlich zum Sieg, am Ende müssen die Nets-Fans aber nochmal gewaltig zittern.

Fast hätte Brooklyn diese Partie in der letzten Minute noch aus der Hand gegebenen, doch ein Block von Paul Pierce sicherte in der letzten Sekunde des Spiels dann doch noch den Sieg. Zuvor lieferte der Veteran eine gute Partie ab und kam auf 10 Punkte.

Viel besser machte es allerdings Joe Johnson. Über weite Strecken der Partie war der 32-Jährige einfach überragend und brachte die Nets mit zwischenzeitlich 11 Punkten in Folge auf die Siegerstraße. Am Ende hatte Johnson 26 Punkte, 4 Rebounds und 4 Assists im Boxscore stehen.

Ebenfalls stark war die Leistung der Bank-Spieler von Brooklyn, allen voran Marcus Thornton. 17 Punkte (4/6 3FG) steuerte er zum Sieg bei, Shaun Livingston kam auf 10 Zähler. Und auch Kevin Garnett lieferte mit einem Double-Double (12 Punkte, 11 Rebounds) eine starke Partie ab.

Auf Seiten der Raptors sorgten hauptsächlich zwei Rollenspieler für Furore - ganz besonders Amir Johnson. In nur 22 Minuten legte Johnson ein starkes Double-Double auf (20 Punkte, 10 Rebounds) und hielt die Raptors über weite Strecken im Alleingang im Spiel.

Wenn er nicht die Zone dominierte, dann saß der 27-Jährige allerdings auf der Bank. Aufgrund von Foulproblemen konnte er seinem Team in einem Großteil der Partie nicht helfen. Für ihn sprang Patrick Patterson mit 16 Punkten und 8 Rebounds so gut es ging in die Bresche und Kyle Lowry erzielte starke 28 Zähler (dazu 7 Rebounds). Enttäuschend war dagegen der Auftritt von DeMar DeRozan (18 Punkte, 6 Assists), von dem lange Zeit nichts zu sehen war.

Damit endet also das Playoff-Märchen der Toronto Raptors, die weiterhin erst eine Serie in ihrer Franchise-Geschichte gewinnen konnten. Für die Nets geht es nun in der nächsten Runde gegen den Titelverteidiger aus Miami.

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Vor dem Tip-Off: Raptors-Coach Dwane Casey schickt die wohlbekannte Starting Five auf's Parkett. Für Totonto starten also Kyle Lowry, DeMar DeRozan, Terrence Ross, Amir Johnson und Jonas Valanciunas. Auf Seiten der Gäste stehen Deron Williams, Alan Anderson, Joe Johnson. Paul Pierce und Kevin Garnett auf dem Court.

4.: So schnell kann der Schmerz vergehen. Nachdem Amir Johnson sich am Knöchel verletzt hatte, antwortet der 27-Jährige mit 8 Punkten und einem schönen Putback-Dunk. Die Nets liegen momentan aber dennoch mit 12:10 in Führung.

8.: Und da ist die erste Führung für Toronto. DeRozan macht seine ersten Punkte der Partie, indem er aggressiv zum Korb zieht. Die Fans sind komplett aus dem Häuschen - 20:18 für die Raptors!

15.: Toronto doppelt konsequent jedes Post-Up von Joe Johnson. Doch wenn durch die Rotation Greivis Vasquez Kevin Garnett verteidigen muss, dann kann das kein gutes Ende nehmen. Nimmt es auch nicht. Drittes Foul für Vasquez und And-One für Garnett - 35:34 Nets.

20.: Offensiv läuft bei den Raptors aktuell nicht wirklich viel, doch jetzt trifft Kyle Lowry den erst zweiten Dreier für Toronto und bringt sein Team damit wieder in Schlagdistanz - 47:44 Brooklyn.

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26.: Kevin Garnett macht im wichtigsten Spiel auch sein bestes! Der Veteran hat bereits 10 Punkte und 7 Rebounds auf dem Konto und verwandelt auch den nächsten Jump-Shot traumwandlerisch - 63:55 für Brooklyn.

31.: Jetzt wo Amir Johnson mit 5 Fouls auf der Bank sitzt, muss bei den Raptors jemand anderes für Furore sorgen. DeRozan und Lowry bringen ihr Team auch wieder heran, doch dann verwirft Ross einen weit offenen Dreier. Immerhin gibt das Publikum weiter alles. Es steht nur noch 69:63 für die Nets.

36.: Die Nets können sich erneut absetzen. Bisher finden die erfahrenen Veteranen immer die richtige Antwort auf einen Raptors-Run. Jetzt hämmert DeRozan den Nets allerdings einen Dreier zum Abschluss des dritten Viertels um die Ohren - 81:73 Brooklyn.

40.: Toronto will einfach noch nicht aufgeben! Lowry versetzt die Fans erneut mit einem Dreier in Ekstase. Doch kurz darauf pfeifen die Referees das 6. Foul gegen Amir Johnson, der damit draußen ist. Großer Verlust für die Raptors, die immer noch mit 82:90 zurück liegen.

44.: Joe Johnson läuft gerade unglaublich heiß. Für 11 Punkte in Folge ist der 32-Jährige jetzt verantwortlich. Die Raptors bleiben aber weiterhin dran und lassen sich nicht abschütteln - 97:89 Brooklyn.

48.: Toronto ist nur noch 6 Punkte hinten und die Nets haben aktuell etwas zu kämpfen. Patterson bringt sein Team von der Freiwurflinie noch näher heran, Brooklyn wirkt irgendwie nervös. Lowry ist eiskalt von der Linie - nur noch 2 Punkte hinten: 101:99 Brooklyn.

48.: Williams trifft dagegen nur 1 seiner 2 Freiwürfe. Im nächsten Angriff sorgt Lowry mit einem Korbleger für 2 schnelle Punkte. Hier ist noch lange nichts entschieden! Doch Livingston macht es besser als Williams und verwandelt zwei Freiwürfe. Unglaublich! Ross verkürzt erneut und erzwingt auf der anderen Seite den Turnover der Nets! Ein letzter Versuch also noch für die Raptors. Lowry schnappt sich den Ball, zieht zum Korb und wird von Pierce geblockt! Wahnsinn! Die Nets stehen in der nächsten Runde.

Toronto Raptors vs. Brooklyn Nets: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Joe Johnson. Eiskalt! Was der 32-Jährige auf dem Parkett ablieferte war einfach nur eiskalt. Für 26 Punkte zeichnete sich Johnson am Ende verantwortlich und führte die Nets im vierten Viertel fast im Alleingang zum Sieg. Bei Brooklyn lief im Schlussabschnitt nahezu jeder Angriff über Johnson, der entweder mit einem eiskalten Pull-Up-Jumper die Fans im Air Canada Centre zum Schweigen brachte oder die Mitspieler intelligent einsetzte. Des Weiteren wusste er seine Matchup-Vorteile exzellent auszunutzen.

Der Flop des Spiels: Jonas Valanciunas. Beim Litauer lief überhaupt nichts zusammen. Er erzielte nur 3 Punkte (1/5 FG), holte sich nur magere 5 Rebounds und hatte den mit Abstand schlechtesten Plus/Minus-Wert aller Akteure vorzuweisen (-23). Da Amir Johnson mit Foulproblemen lange auf der Bank saß, hätte man von Valanciunas viel mehr unter den Brettern erwarten können.

Das fiel auf:

  • Die Reservisten der Nets spielten eine riesige Rolle in dieser Partie. Gegen Ende des zweiten Viertels waren es die Jungs um Marcus Thornton (17 Punkte) und Shaun Livingston (10 Punkte), die Brooklyn zu einer komfortablen Halbzeitführung brachten. Am Ende entschied die Bank der Nets das Duell der Reservisten mit 38 zu 23 für sich.
  • Wichtig war dabei ganz besonders die Dreiergefahr, die Thornton und auch der Rest des Teams von Beginn an ausstrahlten. Thornton traf in der ersten Hälfte 3 seiner 4 Versuche von Downtown und Pierce stand bei 2 von 3 aus der Distanz. Am Ende kühlten die Nets aber ein wenig ab und trafen insgesamt 8 ihrer 23 Dreier.
  • Da konnte Toronto überhaupt nicht mithalten. In den ersten 24 Minuten fanden nur 25 Prozent ihrer Würfe aus der Distanz den Weg durch die Reuse (2/8 3FG) - viel zu wenig! Da half auch die Dominanz in der Zone nicht besonders viel. Den 56 Punkten in der Zone auf Seiten der Raptors, standen nur 40 Zähler der Nets gegenüber.
  • Einen großen Anteil an dem Vorteil unter den Brettern hatte Amir Johnson. Der 27-Jährige machte wahrscheinlich das Spiel seines Lebens und pulverisierte mit seinen 18 Punkten schon in der ersten Halbzeit sein Playoff-Career-High. Insgesamt erzielte Johnson 20 Punkte, holte sich 10 Rebounds (davon 5 am offensiven Brett) und blockte 1 Wurf. Allerdings hatte er auch mit Foulproblemen zu kämpfen und stand deshalb nur 22 Minuten auf dem Parkett.
  • Wie es schon in der gesamten Serie zu beobachten war, stellte Joe Johnson ein enormes Matchup-Problem für Toronto dar. Brooklyn suchte den 2,01-Meter-Mann regelmäßig im Post und Raptors-Coach Dwane Casey schickte sofort einen zweiten Mann zur Hilfe. Doch anstatt eine Aktion gegen zwei Mann zu erzwingen, spielte Johnson eigentlich in jeder Situation einen klugen Pass zu einem freien Mitspieler. Zwar hatte der Shooting Guard am Ende "nur" 4 Assists auf dem Konto, dazu kamen aber auch noch eine Menge Hockey-Assists.
  • Beide Teams verstanden es sehr gut, auf den Spalding aufzupassen. Zur Halbzeit leisteten sich beide Teams nur jeweils 3 Turnover. Zwischenzeitlich waren die Nets sogar 23 Minuten am Stück ohne einen einzigen Ballverlust! Am Ende hatte Brooklyn 8 und Toronto 9 Turnover im Boxscore stehen.
  • Zeitgleich zu Spiel 7 der Raptors wurde am Sonntag ein Marathon in Toronto ausgetragen. Auch Raptors-Coach Dwane Casey wurde vom daraus resultierenden Verkehrschaos nicht verschont und fand sich schnell in einem kilometerlangen Stau wieder. Kurzer Hand beschloss der 57-Jährige umzukehren, sein Auto zu Hause abzustellen und mit der U-Bahn zur Arena zu fahren. Für Casey war das das erste Mal seit dem vergangenen Sommer, dass er die U-Bahn benutzte. "Es ist toll, ich kann es jedem empfehlen. Nur vielleicht nicht zu einem Spiel 7", so Coach Casey.

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