Montag, 17.03.2014

NBA-Schlaglichter

Mavericks schießen Thunder ab

Ohne Russell Westbrook ist OKC vor eigenem Publikum gegen gut aufgelegte Mavericks chancenlos. Anthony Davis setzt gleich mehrere Bestmarken, die Warriors drehen ein schon verloren geglaubtes Spiel. Die L.A. Clippers und die San Antonio Spurs bauen ihre Serien weiter aus. Am Abend gelingt den Phoenix Suns ein wichtiger Sieg bei den Toronto Raptors. Gary Neal glänzt bei seiner Rückkehr nach Milwaukee und führt die Charlotte Bobcats zum Sieg bei den Bucks.

Monta Ellis (r.) legt klug ab auf Center Samuel Dalembert
© getty
Monta Ellis (r.) legt klug ab auf Center Samuel Dalembert

Milwaukee Bucks (13-54) - Charlotte Bobcats (33-34) 92:101 (BOXSCORE)

Wirklich glücklich wurde Gary Neal in Milwaukee nie. Nun kehrte er mit den Bobcats zurück und schenkte den Bucks direkt 18 Punkte ein. Speziell im Schlussviertel war der Ex-Spur kaum zu stoppen, erzielte 10 Zähler und hatte somit durchaus seinen Anteil am Erfolg, der Charlotte bis auf 1,5 Spiele an die Brooklyn Nets heranbringt.

"Ich bin jetzt ein Bobcat", wollte sich Neal gar nicht erst großartig mit seiner Vergangenheit beschäftigen. "Darauf konzentriere ich mich jetzt. Wir haben das Spiel gut beendet - speziell in den letzten drei Minuten." Und das war auch nötig, brachte Khris Middleton Milwaukee knapp sechs Minuten vor dem Ende doch wieder bis auf einen Zähler heran.

Der starke Al Jefferson (20 Punkte, 16 in der zweiten Halbzeit, 7 Rebounds) antwortete jedoch umgehend, Charlotte zog Punkt für Punkt davon, bis Neal von draußen schließlich für die Entscheidung sorgte. Kemba Walker steuerte für die Bobcats 21 Punkte bei, ebenso wie Brandon Knight für die Bucks.

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Toronto Raptors (37-28) - Phoenix Suns (38-28) 113:121 (BOXSCORE)

59:11. Neunundfünfzig zu elf! Phoenix' Bank distanzierte ihr kanadisches Pendant derart deutlich, dass die Raptors-Starter schon ein kleines Wunder hätten vollbringen müssen, um das Spiel doch irgendwie zu gewinnen. Und sie unternahmen einiges. Kyle Lowry verteilte 13 Assists und legte 28 Punkte auf. Terrence Ross (22 Punkte), Amir Johnson (20), DeMar DeRozan (17) und Jonas Valanciunas (15) scorten ebenfalls zweistellig.

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Allein, es war nicht genug. Seit Eric Bledsoe zurück ist, können sich die Suns schließlich den Luxus erlauben, Gerald Green von der Bank zu bringen. Der erlebte zuletzt zwar einige schwache Abende (6/23 FG in den letzten beiden Spielen), explodierte im Air Canada Center aber förmlich. Green erzielte 28 Punkte, 13 im Schlussviertel, traf gerade von Downtown beinahe alles (5/8 3FG) und hatte mit 5 Zählern zu Beginn der finalen 12 Minuten großen Anteil an Phoenix' 11:2-Run, den Toronto schlussendlich nicht mehr zu kontern vermochte.

"Wenn Gerald so spielt, ist er nicht zu stoppen", lobte Coach Jeff Hornacek. "Er kann auf so viele Arten scoren. Sobald er ins Rollen kommt, profitieren dann unsere anderen Jungs." Vielleicht hätte Lowry sogar noch deutlicher dagegenhalten können, hätte ihn P.J. Tucker 2 Minuten vor dem Ende nicht gleich zwei Mal unglücklich mit dem Knie am Kopf getroffen. Der Point Guard konnte nach kurzer Behandlung zwar weitermachen, Torontos erste Heimniederlage nach zuvor vier Siegen im Air Canada Center in Folge aber nicht mehr verhindern.

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New Orleans Pelicans (27-39) - Boston Celtics (22-45) 121:120 OT (BOXSCORE)

Es hätte ein so wunderbarer Tag werden können für Kris Humphries. Der Big Man der Celtics war drauf und dran, den Helden zu spielen: Anthony Davis hatte die Pelicans eine Sekunde vor Schluss mit einem langen Jumper zum 112:110 gebracht, die Halle tobte. Aber dann: Rondo mit dem Pass auf Humphries an der rechten Baseline, der mit dem Verzweiflungswurf - drin! Problem: Zum Dreier und damit zum Sieg fehlten leider ein paar Zentimeter, und eben diesen Sieg holte sich New Orleans dann in der Overtime.

So blieben für Humphries am Ende 16 Punkte, 12 Rebounds und 3 Blocks auf dem Zettel stehen. "Das ist eine bittere Pille", sagte sein Teamkollege Jared Sullinger. "Als er uns in die Overtime gebracht hat, dachten wir, dass wir gewinnen. Am Ende hat es aber nicht gereicht." Und das trotz 39 Punkten von Jeff Green.

Das lag daran, dass sein Gegenüber Davis gleich eine doppelte Karriere-Bestmarke aufstellte. In 48 Minuten Spielzeit kam "The Brow" auf 40 Punkte, 21 Rebounds (und außerdem 3 Blocks, 3 Assists und einen Steal). Ein wahres Monster-Double-Double. "Ich denke, diese Zahlen kann er so 10 bis 15 Mal pro Saison auflegen, weil er einfach so begabt ist und die richtige Einstellung hat", schwärmte sein Coach Monty Williams. Davis ist der achte Spieler in der Geschichte der NBA, der ein 40-20-3 Spiel verbuchen konnte.

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Minnesota Timberwolves (33-32) - Sacramento Kings (23-44) 104:102 (BOXSCORE)

Zehntes Spiel ohne DeMarcus Cousins, zehnte Niederlage für die Kings. Der Center musste mit Knieproblemen passen. Auf der Gegenseite fehlte Nikola Pekovic (Knöchel), also eigentlich wieder pari? Nicht ganz: Der Ersatzmann der Seiten der Wolves machte das (bisherige) Spiel seines Lebens! Rookie Gorgui Deng sammelte 12 Punkte, 11 Rebounds und 5 Blocks und lieferte damit einen entscheidenden Anteil am Erfolg. "Uns hat ein Mann gefehlt, und Gorgui kam einfach rein und hat das gemacht, was wir von ihm brauchten", lobte Kevin Martin, mit 31 Punkten ebenfalls kein Schlechter.

Bester Mann auf Seiten der Hausherren war allerdings wieder einmal Kevin Love (26 Punkte, 10 Rebounds, 5 Assists). Alle fünf Starter der Wolves punkteten zweistellig. Dass es trotzdem kein klarer Sieg wurde, lag am Duo Isaiah Thomas (27 Punkte) und Derrick Williams, der von der Bank kommend 26 Punkte und 11 Rebounds beisteuerte.

So war es am Ende ganz eng: 98:95 führte Minnesota 20 Sekunden vor Schluss, die Kings vergaben von Downtown gleich mehrfach die Chance zum Ausgleich. So konnten Love und Co. den Sieg von der Linie eintüten. Mit den Playoffs hat man allerdings im bockstarken Westen trotzdem nichts mehr zu tun.

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Oklahoma City Thunder (48-18) - Dallas Mavericks (40-27) 86:109 (BOXSCORE)

Auf dem Weg in die Playoffs war dieser Auswärtssieg sicher nicht eingeplant: Seit über zwei Jahren hatten die Mavs nicht mehr gegen OKC gewonnen, zudem wurde man als Titelverteidiger in den Playoffs 2012 gesweept. Diesmal, nach elf Niederlagen in Serie, konnte man dann aber endlich den ersehnten Sieg feiern. Das lag an einer überragenden Teamleistung, einer ganz starken Trefferquote von draußen, aber eben auch am Fehlen von Russell Westbrook.

Der bekam von Coach Scott Brooks eine Pause verpasst. Damit fehlte den Thunder eine wichtige Waffe gegen die kleinen Guards der Mavs und den Fast Break. "Das ist keine Entschuldigung", wehrte Kevin Durant (30 Punkte) ab. "Wir müssen einen Weg finden." Rick Carlisle gab zu, dass seinem Team die Abwesenheit von Russ in die Karten gespielt hatte, betonte allerdings auch: "Man muss immer noch rausgehen und spielen, und sie haben sowohl mit als auch ohne Westbrook eine sehr gute Bilanz. Wir brauchten dieses Spiel."

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Dieses Mantra hatten die Mavs auf dem Court verinnerlicht: Sie gewannen jedes Viertel und waren vor dem Schlussabschnitt auf 91:70 davongezogen. "Ich habe schon viele Spiele in meiner Karriere verloren, in denen Spieler geschont wurden oder verletzt waren", sagte Dirk Nowitzki, der mit 17 Punkten einen relativ ruhigen Arbeitstag erlebte. Ihm zur Seite standen Jose Calderon (16 Punkte), Vince Carter, der mit seinen 18 Zählern die 23.000-Punkte-Marke knackte, und Topscorer Shawn Marion (19). 13 von 24 Dreiern fanden ihr Ziel.

Bei OKC, das nun zwei Spiele Rückstand auf die Spurs vorzuweisen hat, wehrten sich neben Durant lediglich Serge Ibaka (19 Punkte) und Reggie Jackson (13). Resultat: Nicht einmal 37 Prozent aus dem Feld. Dallas dagegen hat sich in der Schlacht um die letzten Playoff-Plätze einen Big Point gesichert. Jetzt warten acht Heimspiele in Folge - vielleicht geht es in der Tabelle sogar noch weiter nach vorn als Rang sieben.

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San Antonio Spurs (50-16) - Utah Jazz (22-45) 122:104 (BOXSCORE)

Platz da, here come the Spurs! Gut, es waren "nur" die Jazz, die da zu Besuch kamen, aber die muss man trotzdem erst einmal so aus der eigenen Halle blasen. 10 von 16 aus der Distanz schossen Gregg Popovichs Mannen. Macht 62,5 Prozent. Und weil's so schön war, traf man alles in allem gleich 62,8 Prozent aus dem Feld. Und hat damit zum 15. Mal in Serie die 50-Siege-Marke geknackt.

"Sie sind einfach ein toller Klub, man muss ihnen ein Kompliment machen", staunte Jazz-Coach Tyrone Corbin. "Sie nehmen die richtigen Würfe. Sie hatten 31 Assists, als lassen sie den Ball laufen. Die Jungs von der Bank trafen schwere Würfe. Wir haben gekämpft, aber sie sind derzeit einfach besser." Es war der zehnte Sieg in Serie für San Antonio, das in Manu Ginobili (21) und Tony Parker (18) seine besten Schützen hatte. Und natürlich spielte niemand länger als 30 Minuten.

Aber sie wären nicht die Spurs, wenn sie sich nicht trotzdem verbessern wollen würden. "Wir waren heute defensiv nicht so gut", monierte Ginobili. "Wir haben zu viele Fehler gemacht und viele Punkte in der Zone zugelassen." Davon profitierte vor allem Derrick Favors (28 Punkte, 10 Rebounds). Aber Pop, was sagen Sie denn eigentlich zu den 50 Siegen? "Ist mir eigentlich wurscht. Ihr müsst ja etwas haben, worüber ihr schreiben könnt, schätze ich. Naja, besser als 50 Spiele zu verlieren." Da hat der Mann nicht ganz unrecht!

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Portland Trail Blazers (43-24) - Golden State Warriors (42-26) 112:113 (BOXSCORE)

Warriors-Coach Mark Jackson war begeistert! "Einen besseren Sieg hatten wir in den letzten drei Jahren nicht. Ich bin unheimlich stolz auf die Jungs. Wir hätten ohne Weiteres aufgeben können." Das lag daran, dass die Blazers (6 Spieler punkteten zweistellig) im dritten Viertel schon mit 18 Punkten davongezogen waren - und das ohne den verletzten LaMarcus Aldridge.

"Wir müssen das Ding einfach nach Hause bringen", ärgerte sich Wesley Matthews (13 Punkte). "Aber Spieler wie Steph und Klay können heißlaufen - und das taten sie dann auch." Damit meinte er Curry und Thompson. Die "Splash Brothers" machten ihrem Namen alle Ehre: Nach 20 punktlosen Minuten schaffte Curry trotzdem noch 37 Zähler, sein kongenialer Partner steuerte 27 Punkte bei, darunter den entscheidenden Dreier zum 113:111, 20 Sekunden vor Schluss. "Cooler geht's nicht", lobte Jackson Thompson, der gerade erst von der Beerdigung seines Opas zurückgekehrt war.

Dabei hatten die Blazers, die nur eines der letzten sechs Spiele gewinnen konnten, noch die Chance auf Overtime: Nicolas Batum wurde 5 Sekunden vor Schluss gefoult, konnte aber den zweiten Freiwurf nichts in Ziel setzen, ein Verzweiflungswurf mit der Sirene fiel ebenfalls nicht. "Wir dürfen unseren Fuß einfach nicht vom Gaspedal nehmen", monierte Coach Terry Stotts. Portland steht aufgrund der schwachen letzten Wochen nun in Gefahr, im Westen weiter abzurutschen.

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Los Angeles Clippers (48-20) - Cleveland Cavaliers (26-41) 102:80 (BOXSCORE)

Viel heißer als die Clippers geht eigentlich nicht. Los Angeles feierte den 25. Geburtstag von Blake Griffin mit dem elften Sieg in Serie - und der war eigentlich nie in Gefahr: Die Clips machten die ersten 11 Punkte des Spiels, nach 24 Minuten stand es 52:38. "Sie sind ein großartiges Team", musste Cavs-Coach Mike Brown anerkennen. "Sie können den Titel holen. Ihr Kader ist so tief."

Ohne Jamal Crawford, Darren Collison und J.J. Redick verzeichneten die Clippers lediglich 5 Turnover und hielten die Cavs bei einer Trefferquote von knapp über 39 Prozent. Sieben Spieler punkteten zweistellig, angeführt von Griffin (21 Punkte, 11 Rebounds). Auch DeAndre Jordan (15 und 11) und Chris Paul (16 Punkte, 15 Assists) verzeichneten Double-Doubles. Da blieb den Fans sogar noch Zeit, im zweiten Viertel ein "Happy Birthday" anzustimmen.

Zu feiern gab es bei den Cavaliers dagegen nichts - im Gegenteil: Nach 10 gespielten Minuten stieß Kyrie Irving mit Griffin zusammen und verletzte sich am Bizeps. Für ihn war das Spiel beendet. Neuzugang Spencer Hawes musste nach zwei technischen Fouls vorzeitig zum Duschen und winkte dem Referee beim Abgang sarkastisch zu. "Ich hab heute Abend schon genug Geld verloren, also sage ich nichts mehr dazu", war sein Kommentar.

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