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Das Kryptonit der Heat

Von Philipp Dornhegge
Donnerstag, 13.03.2014 | 03:26 Uhr
Paul Pierce trug seine Brooklyn Nets zu einem beeindruckenden Sieg in Miami
© Getty
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Die Miami Heat (44-18) haben auch ihr drittes Saisonduell mit den Brooklyn Nets (33-30) verloren. In der heimischen American Airlines Arena kassierte der Meister eine 95:96-Schlappe (BOXSCORE).

Mit 29 Punkten (17 davon im dritten Viertel) avancierte Paul Pierce zum Topscorer und Matchwinner der Partie und traf unter anderem fünf Dreier.

Mirza Teletovic steuerte 17 Punkte und 3 Blocks von der Bank bei, Shaun Livingston kam auf 13 und Andray Blatche auf 11 Zähler. Deron Williams verbuchte nur 6 Punkte und 8 Assists, traf allerdings den letztlich entscheidenden Jumper rund 36 Sekunden vor Schluss.

Auf Seiten der Heat war Dwyane Wade in grandioser Form (22 Punkte, 8/11 Field Goals), Chris Bosh (24) traf mehrere wichtige Würfe. Allerdings verbockte er mit 3,5 Sekunden auf der Uhr auch den Einwurf zum letzten möglichen Wurf, als er LeBron James suchte und nicht fand.

James wiederum legte ordentliche Zahlen auf (19 Punkte, 5 Rebounds, 7 Assists), hatte aber auch 5 Ballverluste und wurde die meiste Zeit exzellent verteidigt.

Mario Chalmers trug 14 Punkte und 9 Rebounds bei.

Die Reaktionen:

Paul Pierce (Nets)...

... über die Bedeutung des Spiels: "Psychologisch ist das ein wichtiger Sieg. Wir wissen, wenn wir als Team auftreten und gut verteidigen, dass wir sie auch in Miami schlagen können. Wenn man sich die letzten Playoff-Runs anschaut, dann hat man das Gefühl, dass die Heat einige Spiele gewonnen haben, weil der Gegner schon vorher eingeschüchtert war. Wir haben jetzt das Gefühl, dass es für uns dafür keinen Grund gibt, sollten wir in den Playoffs auf sie treffen."

... über sein drittes Viertel: "Ich habe in der ersten Hälfte zu viele Wurffinten gezeigt, anstatt einfach draufzuhalten. Und sie sind nicht drauf eingegangen. Coach Kidd hat in der Halbzeit gemeint, dass ich einfach werfen soll, wenn der Ball herumgepasst wird und den Weg zu mir findet. Das habe ich dann gemacht, und so hat sich hinten raus auch der Weg zum Korb für mich geöffnet."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Die Heat starten mit ihrem üblichen Lineup aus Chalmers, Wade, James, Battier und Bosh. Die Nets verzichten auf Garnett (Rückenprobleme), dafür steht zum siebten Mal in Folge Plumlee neben Williams, Livingston, Johnson und Pierce in der Starting Five. Auch Kirilenko (Knöchel) und der langzeitverletzte Lopez stehen nicht zur Verfügung.

3.: Williams schmeißt den Alley-Oop-Pass in die fünfte Reihe, Livingston wirft die Kugel Cross-Court ins Aus. Wir erleben hier einen schlampigen Start. Es steht 4:4.

6.: Klasse Pass auf den sträflich freistehenden Bosh, der per krachendem Dunk abschließt. Auf der anderen Seite taucht Livingston nach einem Backdoor Cut ähnlich frei unter dem Korb auf. 11:10 Heat.

12.: Beasley mit einer Fahrkarte von draußen, auf der anderen Seite zieht Williams mit seinem Drive die Defense auf sich. Schöner Durchstecker auf Blatche, der endlich mal abschließt. 21:20 Heat.

14.: Blatche ist hier gerade der Mann, der das Spiel der Nets bestimmt. Der Big Man bekommt in jedem Angriff den Ball, ist von einem Mann kaum zu stoppen und findet bei Double Teams verlässlich den freien Mann. Nach sechs eigenen Punkten legt er jetzt einen Teletovic-Dreier auf. 29:24 Nets.

19.: Super Sequenz für die Nets! Nach einem Rebound drückt LeBron aufs Tempo, die Heat scheinen auf dem Weg zu leichten Punkten. Doch Brooklyn stoppt die erste Fastbreak-Welle - und als Miami den Ball laufen lässt, fängt Blatche einen Pass auf James ab. Auf der anderen Seite sammelt Teletovic einen verpassten Johnson-Dreier ein und erhöht auf 40:34 Nets.

24.: LeBron spielt bisher eine miserable Partie, aber das ist doch mal ein Statement! Der MVP zieht gegen drei Mann zum Korb, findet eine kleine Lücke und stopft zum 42:42. Das ist allerdings der erste LeBron-Treffer innerhalb der Zone.

27.: Das macht einen selbstbewussten Shooter aus: Johnson war bisher eiskalt, nicht einmal seine Pässe waren präzise. Aber er macht immer weiter, wenn er freisteht. Mit ablaufender Uhr nagelt der Zweier endlich einen Dreier rein, erst sein zweiter Treffer. Derweil ist Pierce plötzlich heiß wie Frittenfett! Mit seinen Punkten acht, neun und zehn allein im dritten Viertel erhöht er auf 55:49 für Brooklyn.

32.: Klasse Ball Movement der Nets, das nicht nur einen offenen Wurf generiert, sondern auch den Offensivrebound ermöglicht. Und wieder läuft der Ball gut, am Ende foult Wade Pierce beim Dreier. Der Heat-All-Star beschwert sich - warum eigentlich? - und bekommt obendrauf ein technisches Foul. 65:60 Nets.

42.: Chalmers trifft seinen vierten Dreier der zweiten Hälfte, kommen jetzt die Heat? Nein, denn Teletovic kontert sofort und trifft seinerseits von Downtown - und das auch noch ins Gesicht von LeBron. 87:81, Brooklyn wirkt richtig abgezockt.

46.: Und wieder einmal ist es Bosh, der in wichtigen Momenten die wichtigen Würfe nimmt! Nach gutem Start war der Lefty ordentlich abgekühlt, aber hier in der Crunchtime ist er da. Mit einem Dreier verkürzt er auf 91:92, die Nets nehmen eine Auszeit. 2:51 Minuten noch.

48.: Pierce mit fantastischem Ball Fake und Drive, zwei Angriffe später bittet Williams zum Tanz. Ist das der letzte Nagel im Sarg? Die Nets führen 35,8 Sekunden vor Schluss mit 96:92...

48.: So viel dazu: Bosh nutzt das Mismatch gegen Livingston und tankt sich unter dem Korb durch. Und da ist noch ein Foul im Spiel. 96:95, und die Heat bekommen den Ball wieder! Einwurf in Brooklyns Hälfte, Bosh findet LeBron beim Drive: Aber Livingston fliegt dazwischen die Nets sichern den Ball und den Sieg!

Miami Heat vs. Brooklyn Nets: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Paul Pierce. Wenig Aggressivität, schlechte Körpersprache, schwache Defense: Das war Paul Pierce in der ersten Hälfte in Miami. Und dann das: Pierce explodierte im dritten Viertel, nagelte Dreier um Dreier rein und wirkte auch in der Defense wie neugeboren. Und weil der Gegner den Wurf respektieren musste, konnte Pierce plötzlich auch zum Korb ziehen. Sein Layup in der letzten Minute gegen Bosh zum 94:92 war wichtig - und brachte die Nets endgültig in Front. Am Ende war Pierce mit 29 Punkte deutlich bester Scorer seiner Mannschaft.

Der Flop des Spiels: Ray Allen. Man hat das Gefühl, als könnte man Allen dieser Tage beim Altern zusehen. In der Offense ist der vielleicht beste Shooter aller Zeiten längst zum Stehgeiger mutiert - und traf dennoch nicht einen seiner drei Würfe (1 Punkt per Freiwurf).

In der Defense ließ er die Gegenspieler recht und links ohne Gegenwehr vorbeiziehen, und war meist sogar zu langsam, um zu foulen. In der Transition verweigerte Allen darüber hinaus jeden Einsatz. Insgesamt ein katastrophaler Auftritt, Allen einziger Wert besteht für Miami aktuell im Respekt, den er immer noch beim Gegner genießt - und das dadurch entstehende Spacing in der Offense.

Das fiel auf:

  • Wie schon im ersten Duell traten die beiden Mannschaften mit ihren Nicknames auf den Trikots an. King James und Jesus Shuttlesworth gegen The Truth und D-Will. Wer braucht das?
  • Brooklyns Small-Ball-Lineup sorgte für ein interessantes Matchup: Um Paul Pierce' Kräfte zu schonen, spielte der zukünftige Hall of Famer gegen Shane Battier, dafür bewachte Shaun Livingston LeBron James. Der amtierende MVP hatte einige Mühe mit dem schlaksigen und agilen Point Guard und sah auch gegen Joe Johnson und Mirza Teletovic nicht viel besser aus.
  • Beide Teams verfügen über starke Verteidigungen, dennoch war weder die eine noch die andere in der Lage, die gegnerische Penetration zu verhindern. Brooklyn zog vor allem vom Perimeter, Miami baute sein Spiel aus dem Low Post auf - und da insbesondere über LeBron James und Dwyane Wade.
  • Dass die Nets ein tiefes Team haben, war vor der Saison klar. In Miami zeigten die Reservisten ihre ganze Klasse. Allen voran Mirza Teletovic und Andray Blatche stellten die Heat vor große Probleme, aber auch Marcus Thornton und Alan Anderson leisteten gute Beiträge. In der Offense lief der Ball, aber vor allem in der Defense war die Intensität noch mal eine ordentliche Portion höher als bei den Startern. Zur Halbzeit standen Pierce, Johnson und Williams bei 3/15 Field Goals (9 Punkte) - und doch stand es 42:42.
  • Mit Offensivexplosionen in einzelnen Vierteln kennen sich die Nets bestens aus. Joe Johnson war schon mehrfach ein Kandidat dafür, Mirza Teletovic auch schon. Gegen Miami explodierte Paul Pierce im dritten Viertel. Nach einer unauffälligen ersten Hälfte mit 7 stillen Punkten erwachte The Truth unmittelbar nach der Halbzeit und nagelte sofort einen Dreier rein. Von da an war es eine einzige Pierce-Show. Kein Wurf war plötzlich zu schwer, am Ende trug er Brooklyn mit 17 Punkten durch den Abschnitt. LeBron James hielt 10 dagegen.
  • Wer will in den Playoffs gegen Brooklyn spielen? Wohl niemand, denn die Nets haben nicht nur jede Menge Erfahrung, sondern mit Livingston, Plumlee und Thornton auch Athletik, jede Menge Shooter und inzwischen eine exzellente Chemie. Von der Clutchness gleich mehrerer Spieler ganz zu schweigen.

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