Golden State Warriors - San Antonio Spurs 90:99

Spurs bauen Serie ohne Duncan aus

Von Martin Gödderz
Sonntag, 23.03.2014 | 06:34 Uhr
Tony Parker (3. v. r.) war in Abwesenheit von Tim Duncan und Manu Ginobili Top-Scorer der Spurs
© Getty
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Die San Antonio Spurs (53-16) sind derzeit einfach nicht zu schlagen. Ohne die geschonten Tim Duncan und Manu Ginobili siegte das derzeit beste Team der NBA auch in Oakland souverän. Mit 90:99 (BOXSCORE) mussten sich die Golden State Warriors (44-27) in der heimischen Oracle Arena geschlagen geben.

Das heißeste und beste Team der NBA leistete sich auch in Oakland keine Pause. Gegen die heimstarken Warriors (8 der letzten 10 Heimspiele gewonnen) brachten insbesondere Tony Parker (18 Punkte, 5 Assists) und Tiago Splitter (17 Punkte, 14 Rebounds) starke Leistungen aufs Parkett und sorgten somit für den 13. Sieg in Folge.

In Abwesenheit von Duncan und Ginobili glänzten die Spurs allerdings wieder mit einer starken Team-Leistung. Marco Belinelli steuerte 15 Punkte (5/9 FG) von der Bank bei, Danny Green (18 Punkte) traf 5 seiner 8 Dreier und Kawhi Leonard spielte trotz Wurfproblemen (5/14 FG) stark. Der Small Forward kam am Ende auf 16 Punkte, 7 Rebounds und 2 Blocks. Einzig Boris Diaw (5 Punkte, 2/14 FG) fiel etwas ab.

Die heimischen Warriors hatten in Stephen Curry (20 Punkte, 5/13 FG) ihren Top-Scorer. Der Point Guard erzielte aber nur 5 Punkte im zweiten Durchgang und kam am Ende auf 6 Turnover. Auch David Lee (13 Punkte, 5/11 FG) agierte unglücklich.

Klay Thompson war der einzige Spieler der Dubs, der sich in normaler Wurfform präsentierte. Der Shooting Guard kam am Ende auf 16 Punkte und verwandelte 7 seiner 16 Feldwürfe. Andrew Bogut (1/7 FG, 2 Punkte) glänzte mit 17 Rebounds und 4 Blocks, Jermaine O'Neal kam auf 9 Punkte, 7 Rebounds und 2 Blocks.

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Die Reaktionen:

Gregg Popovich (Trainer Spurs): "Ich weiß gar nicht, was ich großartig sagen soll. Ich denke mal, unsere Jungs glauben an sich und an unser System. Sie arbeiten hart weiter und haben einen tollen Charakter. Sie haben anscheinend Spaß daran, sich da draußen mit den anderen zu messen. Ich könnte nicht stolzer auf sie sein."

Tony Parker (Spurs): "Heute ist wieder jeder für den anderen eingesprungen. Wenn irgendwer nicht spielt, dann machen es halt andere Jungs. Wir vertrauen uns gegenseitig."

Marc Jackson (Trainer Warriors): "Wir haben einige unnötige Fehler gemacht. Es ist eine sehr enttäuschende Niederlage. Aber sie wird uns besser machen. Ich hoffe mal, wir sehen sie später in dieser Saison noch einmal wieder. Es gibt schon einen Grund dafür, dass sie das beste Team der Liga sind."

Jermaine O'Neal (Warriors): "Du gewinnst nicht einfach so mehr als 50 Spiele ohne eine gute zweite Reihe zu haben. Ihre Reservisten sind heute eingesprungen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Spurs-Coach Gregg Popovich gönnt Duncan eine Pause, nachdem der gestern gegen Sacramento noch 34 Minuten auf dem Feld stand. Also gehen Parker, Green, Leonard, Diaw und Splitter für die Spurs an den Start. Bei den Warriors fehlt Iguodala weiterhin. Deswegen beginnen Curry, Thompson, Barnes, Lee und Bogut.

5.: Die Spurs sind in Shooting-Laune und legen gleich mal los wie die Feuerwehr. Leonard verwandelt erst den Dreier und danach den tollen Fade Away aus der Halbdistanz. Als Danny Green dann den Dreier zum 16:7 versenkt, hat Mark Jackson genug gesehen und nimmt die Auszeit. Alle 7 Warriors-Punkte hat Curry erzielt.

12.: Golden State findet etwas besser ins Spiel. Blake verwandelt den Mitteldistanzwurf, Crawford lässt den Fade Away folgen. Doch Marco Belinelli antwortet eiskalt per Dreier nach Parker-Pass und stellt das Publikum erst einmal wieder ruhig. Es ist keine bahnbrechende Neuigkeiten, doch San Antonios Ball Movement ist fantastisch. 32:21 Spurs.

17.: Patty Mills penetriert, stoppt ab und schickt den freien Wurf aus der Mitteldistanz gen Korb. Der Ball geht nicht rein, doch Mills holt sich gleich den Offensivrebound. Spielt zu Splitter. Der spielt zu Diaw. Der spielt zurück zu Splitter. Der Brasilianer versenkt dann den Korbleger mit Foul. 42:30 Spurs.

24.: Die Warriors finden gegen Ende des zweiten Viertels ins Spiel zurück und starten angeführt von Curry und Thompson einen Lauf. Parker leistet sich den Schrittfehler in der Offensive, doch Green verpasst die Möglichkeit per Dreier zum Ausgleich zu kommen. Und so geht es mit 50:47 in die Umkleide.

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29.: Lee bringt die Warriors mit einem schönen Korbleger erstmals in Führung. Doch Danny Green antwortet gleich mal per Dreier. Kurze Zeit später setzt Curry Barnes mit einem tollen Pass in Szene. Der strauchelnde Forward verwandelt sicher per Layup. 55:54 Spurs.

35.: Das sieht man auch nicht oft! Klay Thompson vernascht Leonard mit einer Körpertäuschung und einem tollen ersten Schritt. Er ist frei durch und vollendet mit dem Dunk. Auf der Gegenseite ist Splitter heute richtig gut drauf. Belinelli spielt den Brasilianer frei und wieder ist er per Korbleger zur Stelle. 69:67 Spurs.

38.: Mills spielt einen guten Pass zu Ayres. Der ist aber viel zu ungestüm und verliert den Ball beim Zug zum Korb. Mit irrer Geschwindigkeit gehen die Warriors in den Fastbreak. Jordan Crawford umkurvt drei Spurs wie Slalom-Stangen und verwertet im Schnellangriff per Korbleger. 76:73 Spurs.

41.: Die Spurs schalten jetzt einen Gang höher und starten den 11:0-Lauf innerhalb von 3 Minuten, den Danny Green mit einem tollen Eckendreier abschließt. Plötzlich ist es ganz ganz still in der Oracle Arena. 87:74 Spurs.

47.: Die Warriors kämpfen sich noch einmal auf fünf Punkte ran. Dann vernarrt sie Parker aber erst mit einem irren Spin-Move, der zu einfachen Punkten per Korbleger führt. Danach bedient der Franzose Danny Green. Dreier. Drin. Kawhi Leonard setzt mit einem Dreier aus der Ecke noch einen drauf. Der Knockout 97:84 Spurs.

Warriors vs. Spurs: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Tiago Splitter. In einem Spurs-Team, das wieder durch mannschaftliche Geschlossenheit glänzte, stach der Center dieses Mal ein wenig heraus. Er verwertete die starken Anspiele seiner Mitspieler hochwertig (6/10), war sogar zweimal per And One zur Stelle und beeindruckte mit herausragender Fußarbeit.

Dem staksigen Brasilianer zuzusehen ist vielleicht nicht immer ein Hochgenuss, doch Splitter spielte enorm effektiv, griff sich neben seinen 17 Punkten auch 14 Rebounds und verteilte 3 Assists aus der Zone heraus. Defensiv hielt er Bogut und O'Neal zusammen bei 4 von 13 Feldwürfen. Kleiner Fakt am Rande: Wenn Splitter mehr als 7 Punkte macht, stehen die Spurs in dieser Saison bei einer Bilanz von 29-0.

Der Flop des Spiels: David Lee. Kollege Harrison Barnes spielte eigentlich noch schlechter, befindet sich aber sowieso im Formtief. Bei Lee verwunderte die schwache Leistung viel mehr, weil der Power Forward neben Curry eigentlich meist als zweite Scoring Option glänzt und absoluter Führungsspieler in Golden State ist.

Auch wenn er noch immer 5 von 11 seiner Würfe aus dem Feld traf, musste einfach mehr von Lee kommen. Etliche schöne Zuspiele von Curry verwertete der Power Forward schlecht und traf einige leichte Korbleger nicht. Stand mit 5 Ballverlusten zudem stellvertretend für die Turnover-Schwäche der Warriors.

Das fiel auf:

  • Die Spurs spielten ein fantastisches erstes Viertel, mit 32 Punkten, fast gänzlich ohne Fehlwurf und vor allen Dingen ohne einen einzigen Turnover. Der Ball lief einfach unfassbar gut durch die eigenen Reihen. Die Warriors gaben da das Gegenbild ab, verließen sich zu sehr auf Curry, verloren den Ball zu häufig und konnten eigentlich froh sein, dass die Spurs nur 10 Punkte Vorsprung hatten.
  • Nach dem starken ersten Viertel verloren die Spurs etwas ihren Touch und warfen deutlich schlechter aus dem Feld, auch weil die Warriors deutlich besser verteidigten. Die Cleverness von Popovichs Team zeigte sich aber daran, dass die Spurs aufgrund ihrer Wurfprobleme häufiger penetrierten und den Kontakt suchten, um an die Freiwurflinie zu gelangen. Das Vorhaben setzte San Antonio gut in die Tat um und marschierte 23 Mal an die Foullinie.
  • Die Spurs überraschen einen immer wieder aufs Neue. Da dachte man, San Antonio wäre im Back-to-Back-Game vielleicht am Ende müde, da starten die Spurs im letzten Viertel mit einem Lineup bestehend aus Patty Mills, Austin Daye und Jeff Ayres einen fantastischen Lauf, der letztendlich den Sieg brachte.
  • Beide Teams warfen ungewohnt schwach aus dem Feld und trafen nur gut 39 Prozent ihrer Feldwürfe. Was den Warriors letztendlich aber das Genick brach, waren die eigenen Ballverluste und der Umgang der Spurs mit eben diesen. 17 Mal verloren Curry (6) und Co den Ball, 27 Punkte machte San Antonio daraus. Zum Vergleich: Golden State kam nur zu 13 Punkten aus den 14 Ballverlusten der Spurs.
  • Andrew Bogut traf zwar nur einen seiner 7 Wurfversuche, dafür hielt er den Laden aber hinten zusammen. Zum achten Mal in dieser Saison holte er sich mindestens 15 Rebounds. Am Ende waren es 17 (6 davon in der Offensive). Zudem räumte er mit 4 Blocks ordentlich auf in seiner Zone und führte eine gut funktionierende Warriors-Defensive an.

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

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