Mittwoch, 05.02.2014

NBA-Schlaglichter

Charlotte erstickt die Warriors-Offense

Die Warriors finden gegen die Bobcats-Defense kein Mittel und bleiben fast 30 Punkte unter ihrem Saisonschnitt. Jefferson überragt. Die Pacers besiegen einen Fluch, bangen aber um Stephenson. Die Lakers haben schon wieder zwei Verletzte und die Bulls zeigen in Phoenix die richtige Reaktion.

Andre Iguodala (r.) und die Warriors konnten sich gegen die Bobcats-D kaum durchsetzen
© getty
Andre Iguodala (r.) und die Warriors konnten sich gegen die Bobcats-D kaum durchsetzen

Atlanta Hawks (25-22) - Indiana Pacers (38-10) 85:89 (BOXSCORE)

Zwölf Mal in Folge hatten die Pacers in der Regular Season in Atlanta verloren. Diese Serie ist vorbei - vor allem dank David West (22 Punkte, 10 Rebounds). "An diesem Ort war es immer schwer für uns, aber heute sind wir mit der richtigen Motivation ins Spiel gegangen", kommentierte der Power Forward. Coach Frank Vogel freute sich: "Jetzt muss ich zu diesem Thema keine Fragen mehr beantworten."

Ein neues potenzielles Ärgernis für den Pacers-Coach ergab sich allerdings im dritten Viertel: Lance Stephenson (10 Punkte) landete nach einem Foul von Paul Millsap unglücklich auf Schulter und Hüfte und musste die letzten 16 Minuten des Spiels von draußen verfolgen. Ob Vorsichtsmaßnahme oder Schlimmeres, ist noch nicht bekannt.

Offensiv blieb Paul George (18 Punkte, 7 Rebounds) in dieser Partie verhältnismäßig ruhig, der Trumpf der Pacers war aber ohnehin wie so oft die Defense. Kein einziger Starter der Hawks kam auf 10 Punkte, von den Bankspielern gelang dieses "Kunststück" auch nur Mike Scott (15) und Elton Brand (12). Dennis Schröder kam in seinen 10 Minuten Einsatzzeit auf 4 Punkte, 2 Assists und 1 Rebound, einer seiner zwei Ballverluste war indes bitter, da George dadurch im vierten Viertel einen vorentscheidenden Windmill zur 82:74-Führung versenken konnte.

Scott fasste es passend zusammen: "Sie sind sehr gut. Darum sind sie das beste Defensiv-Team der Liga. Wir konnten den Ball einfach nicht in den Korb befördern." Beeindruckend: 23 Mal die Pacers den Gegner in dieser Saison unter 90 Punkten gehalten. Ihre Bilanz bei diesen Spielen? 23-0.

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Minnesota Timberwolves (24-24) - Los Angeles Lakers (16-32) 109:99 (BOXSCORE)

Das Verletzungspech bleibt den Lakers treu. Da kommen die beiden Steves (Nash und Blake) nach langer Zeit endlich zurück, und schon verletzen sich mit Jodie Meeks (Knöchel) und Jordan Hill (Nacken) die nächsten beiden - schon im ersten Viertel! Pau Gasol nahm mit einer Leistenverletzung gar nicht erst an der Partie teil, er könnte wohl bis zum All-Star Break ausfallen. Entsprechend einseitig lief die Partie.

Im ersten Viertel sorgte Kevin Martin mit 14 seiner 32 Punkte schnell für klare Verhältnisse, während der ersten Halbzeit lag die Lakeshow teilweise bereits mit 20 Punkten zurück. Angeführt von ihrer überragenden Bank (70 Punkte) starteten die Lakers in Halbzeit zwei zwar mehrere Comeback-Versuche, insbesondere Kevin Love (31 Punkte, 17 Rebounds) schien jedoch immer die richtige Antwort zu finden, sodass nie wirklich Spannung entstand.

Bei den Wolves kamen Corey Brewer und J.J. Barea jeweils auf 11 Punkte, Ricky Rubio punktete zwar kaum (4), legte dafür aber 13 Assists auf. Erdrückend war die Überlegenheit Minnesotas beim Rebound: Love und Co. holten satte 15 Rebounds mehr (53:38) als ihre Gegner. Bei den Lakers überzeugten vor allem die Bankspieler Nick Young (24 Punkte), Manny Harris (19 Punkte, 8 Rebounds) und Wesley Johnson (15 Punkte, 9 Rebounds). Robert Sacre punktete als einziger Starter zweistellig (14).

Die Lakers haben jetzt 15 Spiele hintereinander mehr als 100 Punkte zugelassen. Das ist die längste Serie seit der Saison 1986/1987 - damals waren es 17, am Ende waren Magic Johnson und Co. trotzdem Meister. Man muss indes nicht davon ausgehen, dass sich diese Geschichte wiederholen wird.

Ein Hoffnungsschimmer für L.A.: Steve Nash zeigte in 25 Minuten eine absolut solide Vorstellung und legte neben seinen 7 Zählern 9 Assists auf. Steve Blake blieb in 32 Minuten hingegen ohne Punkt. "Ich fühle mich ein bisschen egoistisch, aber es ist großartig, wieder in der NBA zu spielen", sagte Nash.

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Phoenix Suns (29-19) - Chicago Bulls (24-24) 92:101 (BOXSCORE)

Rehabilitation geglückt: Nach der grausamen Partie in Sacramento (nur 70 Punkte bei 28%iger Feldwurfquote) haben die Bulls in Phoenix ihr wahres Gesicht gezeigt und den Season-Sweep gegen die Suns eingefahren. Mit dem üblichen Rezept: Ausgewogenheit in der Offense (5 Spieler in Double Figures) und erstickende Defense (die Suns erzielen normalerweise 105 Punkte pro Partie). "Wir haben in New Orleans auf die Fresse bekommen, wir haben in Sacramento auf die Fresse bekommen. Heute wollten wir einfach 48 Minuten lang Gas geben, um das zu verhindern", kommentierte Joakim Noah.

Insbesondere Gerald Green (5 Punkte, 2/13 FG) und Markieff Morris (12 Punkte, 4/13 FG) kamen mit der Defense nicht gut zurecht. Eine starke Partie machte dagegen abermals Goran Dragic (24 Punkte, 7 Rebounds), allerdings konnte auch er die Partie nicht mehr drehen, als er statt von Kirk Hinrich auf einmal von Jimmy Butler verteidigt wurde. Ebenfalls solide bei Phoenix: Leandro Barbosa (13 Punkte), Channing Frye (18 Punkte und 8 Rebounds, aber nur 6/16 FG) und Miles Plumlee (8 Punkte, 10 Rebounds, 3 Steals).

Bei Chicago war Carlos Boozer mit 19 Punkten Topscorer, zudem griff er sich 12 Rebounds. Jimmy Butler und D.J. Augustin machten jeweils 18, Mike Dunleavy steuerte 11 Punkte dazu. Joakim Noah, der am Vorabend aus der Partie geworfen wurde von der NBA eine Strafe aufgebrummt bekam, zeigte mit je 14 Punkten und Rebounds genau die richtige Reaktion. Die technischen Fouls sammelten dagegen die Suns (Green, Dragic, Morris) ein.

Wie frustriert Dragic nach der Partie war, zeigte folgende Aussage: "Wir haben so viele einfache Punkte zugelassen. Keine Energie, keine intelligenten Plays. Sie haben uns nichts erlaubt. Es war extrem schwer, zu passen und zum Korb zu kommen."

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Golden State Warriors (29-20) - Charlotte Bobcats (22-28) 75:91 (BOXSCORE)

103,5 Punkte pro Spiel erzielen die Warriors in dieser Saison, bei Quoten von 46 Prozent aus dem Feld und 38,3 von der Dreierlinie. Gegen die Bobcats? 75 Punkte, 31,2 Prozent Field Goals und 20 Prozent Dreier. Eins der besten Offense-Teams der Liga fand vorne einfach nicht statt und hatte hinten keinerlei Mittel gegen "Big Al" Jefferson.

Der Center dominierte Andrew Bogut (seines Zeichens einer der besseren Defensiv-Center) nach Belieben und zeigte die ganze Palette seiner Post Moves. Am Ende standen für ihn 30 Punkte und 13 Rebounds zu Buche. "Wir haben sehr auf das Pick'n'Roll geachtet, weil Dreier für diese Jungs wie Layups sind", erklärte Jefferson das Defensivkonzept der Bobcats.

Die Bobcats konnten sich neben dem Sieg über die Rückkehr von ihrem Point Guard freuen. Kemba Walker, der die letzten 7 Spiele mit einer Knöchelverletzung aussetzen musste, spielte 33 Minuten lang und legte dabei ansprechende 7 Punkte, 7 Assists und 6 Rebounds auf. Für die Gäste ebenfalls stark: Gerald Henderson (17 Punkte, 8 Rebounds und 6 Assists) und Anthony Tolliver (11 Punkte von der Bank, 3/3 3FG). Michael Kidd-Gilchrist blieb vorne unauffällig, leistete mit starker Defense auf dem Flügel aber dennoch einen wichtigen Beitrag.

Bei den Warriors erreichte nur Stephen Curry mit 17 Punkten und 11 Assists ansatzweise Normalform, allerdings versemmelte auch der All-Star 6 von 7 Dreiern. Ganz schwach waren David Lee (8 Punkte, 3/13 FG und nur 3 Rebounds) sowie Klay Thompson (12 Punkte, 5/13 FG). Von der Bank kam abgesehen von Harrison Barnes (8 Punkte, 7 Rebounds) und Jermaine O'Neal (9 Punkte, 8 Rebounds) ebenfalls viel zu wenig. "Offensiv waren wir von vorne bis hinten grauenhaft", ärgerte sich Lee.

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