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Triangle Offense: Der NBA-Talk

"Schröders Problem heißt Carroll"

Von Philipp Dornhegge, Haruka Gruber und Florian Regelmann
Mittwoch, 22.01.2014 | 15:24 Uhr
Ex-NBA-Profi Steve Smith (r.) diskutiert mit den Experten der Triangle Offense
© getty
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Kann Devin Harris die Defensivprobleme der Mavericks beheben? Könnte Al Horfords Verletzung Dennis Schröder mehr Minuten bescheren? Entpuppen sich die Brooklyn Nets als Miamis Alptraum? Sollte DeMarcus Cousins zu All-Star-Ehren kommen? Und ist Kyrie Irving die Enttäuschung der Saison? Die SPOX-Redakteure Philipp Dornhegge, Florian Regelmann und Haruka Gruber diskutieren diese Fragen in der aktuellen Triangle Offense mit Ex-NBA-Profi Steve Smith.

These: Devin Harris wird Dallas' Defensivprobleme lösen.

Haruka Gruber: Nicht lösen, aber zumindest etwas lindern. Monta Ellis und Jose Calderon sind vermutlich das am miesesten verteidigende Starting-Backcourt der NBA. Beide sind nicht besonders interessiert an der Defense, dazu ist der eine für seine Position zu klein (Ellis) und der andere für seine Position zu langsam (Calderon). Und als Backup zeigt Shane Larkin endlich erste Ansätze, aber mehr ist es nicht. Daher ist Harris ein Upgrade - zumindest ein kleiner. Shaun Livingston zeigt, dass ein vermeintlich überschätzter Point Guard trotz Verletzungen zurückkommen kann als wertvoller Rollenspieler. Zumal Harris auch offensiv mit seinem Drive etwas beiträgt. Von Ellis und Vince Carter abgesehen hatte Dallas keinen, der mal zum Korb zieht. Aber klar ist auch: Ein Devin Harris macht Dallas nicht plötzlich zum Defense-Überteam, dafür verteidigen die Mavs vor allem gegen die echten Topteams einfach zu schlecht: In den letzten 8 Spielen gegen Teams mit positiver Bilanz kassierten sie 117 Punkte im Schnitt! 117!

Florian Regelmann: Es kommt nicht häufig vor, aber ich muss dir zustimmen, Hari. Man kann es ja gar nicht schönreden: Offensiv macht es Spaß, Dallas zuzuschauen, aber ein Kern aus Calderon, Ellis und Nowitzki, der dann auch noch keinen Rim Protector hat, das ist schon absolut verheerend. Sobald es gegen die guten Teams geht, wird Dallas praktisch immer übelst fertig gemacht. Im Vergleich zu Calderon und Ellis ist Dirk nicht mal der schlechteste Teil dieses No-Defense-Trios. Calderon und Ellis können im Prinzip keinen Spieler in der NBA alleine stoppen. Die These, dass Harris da irgendwie großartig helfen kann, würde ich aber nicht unterschreiben. Der Harris, den ich in Erinnerung habe, war ein anständiger Verteidiger, aber er war nichts Besonderes in der Defense, auch weil er nicht mehr so schnell ist wie früher. Dazu kommt, dass die größten Defense-Probleme der Mavs die Pick'n'Roll- bzw. vor allem Pick'n'Pop-Situationen sind. Und sie geben unglaublich viele Second-Chance-Points nach Offensiv-Rebounds ab, weil außer DeJuan Blair niemand reboundet. Da kann ihnen Harris auch nicht helfen. Die Stats beweisen auch, dass Dallas gegen Spot-up-Shooter noch ganz okay aussieht in der Defense, aber gerade auf dem Gebiet war Harris in seiner Hawks-Zeit am schwächsten. Kurzum: Harris kann hier gar nichts lösen.

Devin Harris im Interview: "Bin froh, dass Dirk da ist"

Steve Smith: Also ich denke, dass Harris hier ein wenig zu schlecht wegkommt. Was er als Point Guard mit den Führungsqualitäten eines Veteranen wirklich tun wird, ist eine Menge Druck auf den Ball auszuüben. Er wird ganz klar defensiv Druck auf den gegnerischen Point Guard machen. Wir nennen das "cut off the head of the snake". Dabei ist es völlig egal, ob er von der Bank kommt, starten wird oder sogar zusammen mit Jose Calderon auf dem Feld stehen wird. Er wird richtig Druck machen. Mit seiner Schnelligkeit und seiner Spielweise wird er Dallas vor allem defensiv helfen, aber auch offensiv eine Hilfe sein. Harris kann scoren und beschäftigt so auch die gegnerische Defensive. Zudem ist er auch kein schlechter Rebounder und kann damit Fastbreaks initiieren. Seine Defense hilft dadurch auch offensiv.

Philipp Dornhegge: Ich bin voll bei Smitty und kehre gern noch mal zu Flos Ausführungen zurück: Harris ist kein überragender Verteidiger, aber ein ordentlicher. Und das allein ist schon ein Gewinn im Vergleich mit Calderon und Ellis. Die vielen Offensivrebounds kommen nicht nur dadurch zustande, dass Dalembert und Co. ihre Männer nicht ausboxen. So kommen auch und vor allem dadurch zustande, dass die Flügelspieler und Guards fast ohne Gegenwehr in die Zone kommen, wodurch die Big Men rotieren und ihre eigenen Männer verlassen. In den ersten Spielen hat man schon gesehen, dass Harris an den gegnerischen Pick'n'Rolls viel besser arbeitet als seine Guard-Kollegen - und er ist noch nicht mal richtig fit. Und er hat die Bereitschaft gezeigt, nach Rotationen unter den Korb zu gehen und sich beim Reboundkampf reinzuhängen. Da bringt er genug Erfahrung und Athletik mit, um zumindest den einen oder anderen Offensivrebound zu verhindern. Ich bin aber auch der Meinung, dass Larkin schon auf einem guten Weg ist, seine Defense ist nicht zu verachten.

These 1: Devin Harris wird Dallas' Defensivprobleme lösen

These 2: Al Horfords Verletzung ist Dennis Schröders Chance

These 3: Die Brooklyn Nets sind Miamis Angstgegner

These 4: DeMarcus Cousins muss ins All-Star-Team

These 5: Kyrie Irving ist die Enttäuschung der Saison

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