Die turbulente Saison der Sacramento Kings

Boogie und die Großbaustelle

Von Ole Frerks
Dienstag, 07.01.2014 | 16:37 Uhr
DeMarcus Cousins ist in dieser Saison bester Scorer und Rebounder der Sacramento Kings
© getty
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Neuer Besitzer, neue Spieler und ein Bekenntnis zum großen Enigma: Kein Team hat vor und während der laufenden Saison so viel am Kader herumgeschraubt wie die Sacramento Kings. Ein Blick auf die Situation in der Hauptstadt Kaliforniens lässt indes nur folgenden Schluss zu: Vivek Ranadive und Co. sind noch lange nicht fertig. Nur der designierte Franchise Player hat derzeit einen sicheren Arbeitsplatz.

Am 9. Dezember sorgten die Kings für Aufsehen. Nicht auf sportlicher Ebene; mit einer Bilanz von fünf Siegen und 13 Niederlagen waren sie - wie fast immer seit 2006 - eine Randnotiz der Liga.

Abgesehen von den imposanten Boxscores von DeMarcus Cousins oder öffentlichen Streitereien im Team (nicht selten ebenfalls mit Beteiligung von Cousins) gab es einfach nicht allzu viel, was die Kings in Sachen Nachrichten relevant gemacht hätte.

An diesem Tag hingegen erreichte General Manager Pete D'Alessandro ein großes mediales Echo - wenn auch kein besonders positives. Die Entscheidung, Chuck Hayes, Patrick Patterson, John Salmons und Greivis Vasquez für Quincy Acy, Aaron Gray und vor allem Rudy Gay (mitsamt seinem gigantischen 18-Millionen-Dollar-Vertrag) nach Toronto zu schicken, wurde von Experten eher belächelt, mitunter auch offen verhöhnt.

Sein Gegenüber Masai Ujiri in Toronto hingegen wurde gefeiert. Schließlich galt der schießwütige (und dabei nicht gerade treffsichere) Gay als einer der überbezahltesten Spieler der Liga, Berichten zufolge wollte kein anderer Personaler einen Deal mit Ujiri einfädeln - außer eben D'Alessandro.

Viele neue Gesichter

Auch wenn man die Absicht dahinter nicht verstehen muss: Niemand kann dem Manager unterstellen, er sei nicht fleißig. Knapp zwei Wochen zuvor hatte er bereits Derrick Williams im Trade für Luc Mbah a Moute aus Minnesota geholt, der als Starter vielversprechende Ansätze zeigte, unter anderem mit einem Career-High (31 Punkte) beim Sieg gegen die Dallas Mavericks.

Vor der Saison wurde mit Tyreke Evans ein vermeintlicher Leistungsträger des Teams in einem Drei-Team-Trade nach New Orleans verfrachtet. Zudem bekannte sich die Franchise zu seinem umstrittenen Jungstar Cousins in Form eines neuen Vertrags über vier Jahre und 62 Millionen Dollar.

Mit dem 7. Pick des Drafts kam Shooting Guard Ben McLemore aus Kansas. Schon vor der Saison war also klar, dass der neue Head Coach Michael Malone alle Hände voll zu tun haben würde: Neue Gesichter, ein extrem junges Team und nicht unbedingt einfache Charaktere, zudem der Druck durch den neuen Besitzer Vivek Ranadive - entspanntes Arbeiten sieht anders aus.

Miese Abstimmung, miese Defense

Von der Starting Five aus dem ersten Saisonspiel ist gut zwei Monate später beispielsweise nur noch "Boogie" übrig. Marcus Thornton kommt mittlerweile von der Bank, alle anderen spielen in Kanada.

Es kann niemanden überraschen, dass es bei diesem Stühlerücken Mängel in Sachen Abstimmung und Teamchemie gibt. Das zeigt sich zum Beispiel bei der Defense: Mit einem Defensiv-Rating von 109,5 sind die Kings das zweitschlechteste NBA-Team in dieser Kategorie, zudem kassieren sie mit 104,5 die zweitmeisten Punkte pro Spiel.

"Um ehrlich zu sein, sind wir kein besonders gutes Team", sagt Cousins überraschend deutlich, "und es wird darauf hinauslaufen, dass Teams hier herkommen und uns als genau das sehen. Wir werden Underdogs sein, egal, gegen wen es geht. Wir müssen endlich mit einer besseren Mentalität spielen."

Mit einer Bilanz von 10-22 sind die Kings im Westen ebenfalls Vorletzter. Dabei ist Talent im Kader durchaus vorhanden: Cousins liefert mit 23,2 Punkten und 11,4 Rebounds pro Spiel sowie einem Player Efficiency Rating von 25,9 Zahlen eines Superstars, Point-Guard-Winzling Isaiah Thomas darf seit dem Gay-Trade starten und spielt mit 19,3 Punkten sowie 6,2 Assists seine mit Abstand beste Saison.

Mangelnde Reife

Auch Williams, Gay, Thornton oder McLemore sind durchaus in der Lage, den Ball in den Korb zu befördern, sodass die Kings offensiv immerhin Mittelmaß sind. Dafür kann man sich nur eben nichts kaufen, wenn man den Gegner hinten wieder und wieder im Stile eines Toreros an sich vorbeilaufen lässt.

Dabei lassen die Kings immer wieder Reife vermissen. Das erkennt auch Thomas: "Wenn wir gegen die guten Teams spielen, verlassen wir uns mehr aufeinander, treffen gute Entscheidungen und tun alles, um zu gewinnen. Wenn es gegen Teams geht, die wir für schlechter als uns halten, macht irgendwie jeder sein eigenes Ding."

"In der NBA hat jeder Talent", sagt auch Malone, "was gute von schlechten Teams unterscheidet, sind Vertrauen, Charakter und solche Dinge. Meine größte Aufgabe ist es, dieses Team zusammenzuhalten, solange wir uns schwer tun."

Natürlich sind die Kings noch jung und der Kader wohl kaum "fertig"; trotzdem müssen sich D'Alessandro, Ranadive und Co. die Frage gefallen gelassen, welchen Plan sie eigentlich genau verfolgen.

Gay-Trade: Warum?

Man nehme die beiden Trades während der Saison. Zunächst kam Williams und ließ fast umgehend sein Potenzial durchblicken. Und zwei Wochen später? Setzten ihm die Kings mit Gay einen Spieler vor die Nase, der auf der gleichen Position spielt und ihm einen Großteil seiner Spielzeit direkt wieder wegschnappte. Seitdem Williams wieder von der Bank kommt, scheint sein Selbstvertrauen nicht gerade angestiegen zu sein.

Überhaupt dieser Gay-Trade: Es hat schon seine Gründe, dass sich Ujiri so schwer tat, einen Abnehmer für ihn zu finden. Sowohl Toronto als auch vorher Memphis wurden eher besser, als sie ihn loswurden. Er hat bisher in keiner Saison beweisen können, dass er das viele Geld, das er verdient, wirklich wert ist.

Liefe der Vertrag nach der Saison aus, wäre das kein Problem - Luxussteuer müssen die Kings ohnehin nicht bezahlen, im Sommer würde dann ordentlich Platz unterm Salary Cap frei werden. Bei Gay verhält es sich allerdings so, dass er über eine Spieler-Option für das nächste Jahr verfügt. Die dürfte er wohl aufnehmen, schließlich wird er nirgendwo sonst die 19,3 Millionen Dollar bekommen, die ihm diese Option garantiert.

Boogie: Superstar mit Narrenfreiheit?

Falls Gay nicht irgendwie verschifft wird, ist er in der nächsten Spielzeit der zweite Großverdiener des Teams neben Cousins, dessen Vertragsverlängerung in der Saison 2014/15 einsetzt. Boogie ist selbst ein ganz spezieller Fall: Obwohl er von rohen Talent her vielleicht der vielversprechendste junge Center der gesamten NBA ist, fragen sich nicht wenige, ob es richtig war, ihn zum Franchise Player zu machen.

Denn bisher ist auch Cousins den Beweis schuldig geblieben, dass er ein Team führen kann. Vielmehr fällt er regelmäßig durch miese Körpersprache auf, hat sich schon mit mehreren Coaches angelegt und wird generell als eher unangenehmer Teamkollege beschrieben. Und so überragend er auch phasenweise offensiv agiert: Über seine Defense kann man eigentlich nur den Mantel des betretenen Schweigens decken.

Ob er in Sacramento zum echten Anführer reifen kann, wird bezweifelt. Die den Kings eigentlich zugeneigte Zeitung "Sacramento Bee" etwa veröffentlichte kürzlich einen Blog mit der vielsagenden Überschrift "Superstar Pain in the Ass" über Cousins - in Sacramento scheint er allerdings Narrenfreiheit zu besitzen, Gerüchten zufolge ist er auch der einzige Spieler, den die Kings unter keinen Umständen abgeben wollen.

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Wende per Meeting?

Am Montag dieser Woche bewies Boogie immerhin mal Führungsqualitäten und berief gemeinsam mit Thomas ein Meeting mit den Teamkollegen ein. Dabei wurden vor allem das mangelnde Vertrauen sowie die miese Defense des Teams thematisiert.

"Einige von uns hatten einen Punkt erreicht, an dem man einfach mal Dampf ablassen musste und ohne die Coaches miteinander sprechen mussten. Es war ein wirklich gutes Meeting, das uns viel gebracht hat", sagte Cousins danach.

Vielleicht hatten die Kings dieses Treffen ja wirklich nötig, vielleicht sieht man schon im Heimspiel gegen die Portland Trail Blazers einen Effekt. Grundsätzlich wird man jedoch den Eindruck nicht los, dass die Teile in Nordkalifornien bisher einfach nicht zusammenpassen. Der nächste Move kommt bestimmt.

Der Kader der Sacramento Kings

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