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Denver Nuggets - Oklahoma City Thunder 101:88

Nuggets schießen Thunder ab

Von Martin Gödderz
Freitag, 10.01.2014 | 07:31 Uhr
Ty Lawson (2. v.r.) legte wieder einmal ein Double-Double auf
© getty
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Eine wirkliche Chance hatten die Oklahoma City Thunder (23-5) eigentlich nie. Weil Kevin Durant völlig allein gelassen wird, funktioniert die Offensive nicht. Die Denver Nuggets (18-17) profitieren davon und feuern einen Dreierregen ab, der zum deutlichen 101:88-Sieg reicht (BOXSCORE).

Die Thunder luden die Nuggets zum Werfen ein und die nahmen dankend an. Insbesondere Randy Foye erlebte einen traumhaften Abend. Der Shooting Guard traf 6 seiner 9 Dreierversuche aus teils abenteuerlichen Positionen und war mit 24 Punkten Top-Scorer seines Teams.

Wie gewohnt glänzten die Nuggets aber als Kollektiv. Ty Lawson schrammte mit 16 Punkten, 14 Assists und 7 Rebounds nur knapp am Triple-Double vorbei, Evan Fournier zeigte mit 19 Punkten und 4 von 7 versenkten Dreier ebenfalls seine Treffsicherheit von außen. Kenneth Faried (9 Punkte, 14 Rebounds) wäre beinahe ein Double-Double gelungen.

Bei Oklahoma City begann Kevin Durant überragend. Der Small Forward machte alleine 16 Punkte im ersten Viertel. Am Ende stand er bei 30 Punkten in nur 28 Minuten Spielzeit. Dabei traf Durant auch nur 7 seiner 18 Würfe, dafür aber 15 von 16 Freiwürfen.

Reggie Jackson konnte seinen Kollegen noch am ehesten unterstützen. Der Westbrook-Ersatz kam auf 13 Punkte und 5 Assists. Derek Fisher (12) holte in der Garbage Time noch einige Punkte. Jeremy Lamb erlebte einen grauenhaften Abend und traf nur 1 seiner 12 Feldwurfversuche.

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Die Reaktionen:

Brian Shaw (Trainer Denver Nuggets): "Das war von Anfang bis Ende eine tolle Vorstellung von uns sowohl in der Offensive wie auch in der Verteidigung."

Randy Foye (Denver Nuggets): "Gegen so ein Team zu gewinnen, vor allem ohne Wilson Chandler und so vielen jungen Spielern, während man nicht gerade tief auf der Bank besetzt ist, das ist schon etwas Großes. Sobald ich die gegnerische Hälfte betrete, fühle ich mich in Reichweite, um den Korb zu treffen. Ich nehme solche Würfe jeden Tag, auch in der Vorbereitung."

Scott Brooks (Trainer Oklahoma City Thunder): "Ich dachte, wir hätten einen guten Job dabei gemacht, das Spieltempo zu kontrollieren, aber heute haben wir offensiv kaum Möglichkeiten kreiert und haben den Ball nicht gut genug bewegt. Wir haben jede Menge Würfe ohne Timing genommen."

Kevin Durant (Oklahoma City Thunder): "Ich habe zu wenig getan, um meinen Mitspielern zu helfen. Ich habe zu oft selbst geworfen. Es liegt nicht an meinen Mitspieler. Ich habe zu viele Dreier genommen und nicht ausgeholfen. Ich muss mehr für andere kreieren, ich kann nicht immer nur an mich denken."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Die Thunder reisen in der gewohnten Westbrook-losen Starting Five nach Denver. Jackson, Sefolosha, Durant, Ibaka und Perkins beginnen. Bei den Nuggets startet Quincy Miller für den verletzten Wilson Chandler. Lawson, Foye, Miller, Faried und Hickson gehen von Beginn an aufs Feld.

6.: Durant zieht mit ganz viel Schwung zum Korb und setzt zum spektakulären Slam Dunk an, doch J.J. Hickson hat etwas dagegen und blockt Durant einfach weg. Wahnsinn! Auf der Gegenseite versenkt Foye dann den Dreier und Scott Brooks nimmt die erste Auszeit. 15:12 Nuggets.

13.: Durant hat mal eben 16 Punkte im ersten Viertel aufgelegt. Jetzt sind aber die Reservisten gefragt. Jeremy Lamb haut gleich zwei Würfe daneben und Derek Fisher vergibt den Korbleger. 27:26 Nuggets.

18.: Ohne Durant hat Oklahoma City gleich mal federn lassen. Die Nuggets treffen zwar auch nicht so gut, sind aber mit schnellen Händen zur Stelle. Nächster Fast Break. Robinson rennt alleine auf den Korb zu. Wer sich aber auf einen Flummi-Dunk eingestellt hat, wird enttäuscht. Einfacher Korbleger. Nächste Thunder-Auszeit. 42:35 Nuggets.

24.: Wow! Reggie Jackson umkurvt erst einmal zwei Gegenspieler und bringt dann einen phänomenalen Monster Slam über die Arme von Kenneth Faried. Irrer Dunk des kleinen Mannes, Trotzdem steht es 57:49 für die Nuggets.

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29.: Schrecklicher Start der Thunder in die zweite Hälfte. Durant vergibt die ersten vier Würfe und auch ansonsten fällt nichts. Gerade mal 2 Punkte nach 5 Minuten im dritten Viertel. Dafür punkten die Nuggets aber munter weiter. Lawson mit dem Dreier und Quincy Miller mit dem nächsten Fast-Break-Dunk. 67:53 Nuggets.

33.: Die Thunder treffen tatsächlich auch zwei Dreier durch Jackson und Durant, aber prompt kommt die Antwort der Nuggets, Foye trifft den Distanzwurf von ganz weit hinter der Dreierlinie und Fournier lässt den nächsten Dreier folgen. 78:61 Nuggets.

37.: Die Nuggets ballern immer weiter. Insbesondere Foye trifft aus allen Lagen. Durant startet erst gar nicht in den letzten Durchgang. Fraglich, ob Brooks ihn überhaupt noch einmal aufs Feld schickt. 91:66 Nuggets.

45.: Die Reservisten holen noch ein wenig auf. Perry Jones kann sich ein wenig auszeichnen und blockt gleich mehrere Würfe, aber ansonsten ist natürlich schon alles gelaufen. 96:81 Nuggets.

48.: Jeremy Lamb versucht sich zum Schluss noch einmal am undedeutenden Buzzer-Beating-Dreier. Bezeichnenderweise fällt auch dieser Wurf nicht. Mit 101:88 gewinnen die Nuggets ihr Heimspiel.

Nuggets vs. Thunder: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Ty Lawson. Eine beträchtliche Anzahl an Point Guards schlägt sich derzeit mit Verletzungen herum. Ob Chris Paul, Eric Bledsoe oder eben Russell Westbrook - sie alle fallen wohl verletzungsbedingt beim All-Star-Game aus. Dass Lawson in der Gunst der Fans und Trainer nicht schon längst weiter oben liegt, ist wenig verständlich.

Gegen die Thunder zeigte er wieder, dass er zu den besten Spielmachern der Liga zählt. 16 Punkte und 14 Assists legte er auf, dazu leistete er sich nur einen Ballverlust und schnappte sich 3 Steals. Lawson ist schon längst der Dreh- und Angelpunkt des variablen Spiels der Nuggets.

Der Flop des Spiels: Serge Ibaka. Gerade vom Spanier könnte man erwarten, dass er Durant in der Offensive unterstützt. Es wird allerdings immer häufiger deutlich, dass Ibaka dafür zu limitiert ist. Er besitzt zwar mittlerweile einen guten Mitteldistanzwurf, einen Wurf selbst kreieren kann er sich aber nicht.

Wenn er nicht die richtigen Zuspiele erhält, ist Ibaka offensiv kaum vorhanden. Traf nur 3 seiner 11 Wurfversuche und war in der Offensive leider zu ideenlos.

Das fiel auf:

  • Ohne Westbrook scheint es so, als würden die Thunder all ihr Glück in die Hände Durants legen. Frei nach dem Motto "Mach mal", war Durant ziemlich auf sich gestellt. Nur 7 Assists verteilten die Thunder in der ersten Hälfte, 3 davon verteilte Durant selbst. Flüssig lief die Offensive von Beginn an nicht.
  • In der ersten Halbzeit leisteten sich die Thunder 7 Ballverluste und kassierten 12 Fast-Break-Punkte. Sie machten es den Nuggets zu einfach. Denver hatte selbst Probleme mit dem Wurf, kam aber immer wieder zu einfachen Korblegern. Die Thunder dagegen trafen noch schlechter, (0/7 Dreier zur Halbzeit) und leisteten sich mehr Turnover. Im Spiel blieben sie nur dank Durant.
  • Schon zur Halbzeit deutete sich aber an: Wenn die Nuggets ihre Würfe treffen, dann ziehen sie davon, da das Problem in der Thunder-Offensive demgegenüber viel tiefgehender war. Und genau so kam es. Im dritten Viertel fiel der Dreier und prompt bauten die Nuggets einen riesigen Vorsprung auf, während die Thunder noch schlechter wurden und noch weniger trafen. Die Quoten am Ende waren erschreckend.
  • Randy Foye legte eine unglaubliche Vorstellung aus der Distanz hin. Kein Wurf war dem Shooting Guard zu weit. Gegen die enge Deckung von Sefolosha zog er sich immer weiter zurück, um irgendwann dann abzudrücken. Gerade diese Würfe wollten auch bei Durant nicht fallen. Der Superstar kam am Ende nur auf 1 von 7 verwandelten Dreiern. Zum Vergleich: Randy Foye verwandelte 5 seiner 7 Würfe aus der Distanz.
  • Obwohl Brian Shaw aufgrund von Verletzungsproblemen (Chandler) und internen Streitereien (Miller) nur eine kleine Rotation aufbot, glänzten die Nuggets wieder in der Breite. Die Bank Denvers erzielte 39 Punkte. Die Thunder-Bank kam am Ende auf lediglich 27 Punkte, obwohl sie das gesamte letzte Viertel aufgrund der Garbage Time auf dem Feld stand.
  • Das Offensivsystem der Thunder war insgesamt erschreckend einfallslos. Scott Brooks scheint damit überfordert zu sein, Spielzüge zu kreieren, die auch auf andere Spieler zugeschnitten sind, die vielleicht nicht ganz so talentiert sind wie Durant und Westbrook. Eine Offensive, die nur daraus besteht, dem Star den Ball in die Hand zu geben und den Weg frei zu machen, bringt langfristig eben Probleme mit sich.

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

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