Die Erfolge der Portland Trail Blazers

Plötzlich Topteam

Von Max Marbeiter
Dienstag, 17.12.2013 | 18:09 Uhr
Die Portland Trail Blazers sind derzeit das beste Team der Western Conference
© getty
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Vergangene Saison verpasste Portland die Playoffs - auch wegen der schwächsten Bank der Liga. Inzwischen zählen die Blazers zu den heißesten Teams der Liga und führen den Westen an. Aber weshalb?

Da steht er. 24 Sekunden vor dem Ende muss LaMarcus Aldridge noch einmal an die Linie. Die Blazers führen mit 5. Die Tendenz stimmt, endgültig entschieden ist das Spiel damit aber noch nicht. Dennoch entschließen sich die Fans in Portland, ihrem LA eine ganz spezielle Ehre zuteilwerden zu lassen. "MVP, MVP", schallt es durch das Moda Center.

Aldridge bekommt den Ball - "MVP" - er geht in die Knie - "MVP - immer wieder: "MVP, MVP". Der eine oder andere mag sogar ein leichtes Grinsen auf seinem Gesicht entdeckt haben. Den Freiwurf trifft er dennoch. Am Ende bezwingt Portland nach den Pacers mit den Thunder den nächsten Titelkandidaten. Aldridge selbst liefert mit 38 Punkten und 13 Rebounds tatsächlich eine MVP-würdige Performance, ist damit aber lediglich die Speerspitze eines erneut herausragenden Blazers-Teams.

Beste Bilanz im Westen

Ob man es nun glauben mag oder nicht, die Portland Trail Blazers sind derzeit das wohl heißeste Team der Liga. Nicht nur, dass Teams wie OKC, Indiana oder auch die Spurs mittlerweile regelmäßig bezwungen werden, derzeit führt Rip City sogar den so starken Westen an. 21 Siege. 4 Niederlage. Eine solche Bilanz war nach der vergangenen Saison, selbst noch im Sommer oder zu Beginn der Regular Season niemals zu erwarten gewesen.

Schließlich fanden die Playoffs 2013 ohne Beteiligung aus dem Staate Oregon statt. Mal wieder. Ein wenig ausweglos erschien die Situation. Denn Portland besaß zwar eine der produktivsten Starting Fives der gesamten NBA, Unterstützung von der Bank suchten Aldridge und Co. jedoch vergebens.

Die Starter mussten schier endlose Minuten abreißen und diesem Pensum in der zweiten Saisonhälfte schlussendlich Tribut zollen. Zwar hatte GM Neill Olshey bereits erklärt, "zunächst die ersten Fünf und erst danach die Bank" stärken zu wollen. Allein es fehlte der Glaube, dass dies auch in kürzester Zeit zu bewerkstelligen sei.

Aldridge mit Trade-Gedanken

Auch Aldridge kamen Zweifel. Mit 28 seine besten Jahre bei einem mittelmäßigen Team verschwenden? Abwarten, ob Besserung eintritt? Derartige Fragen dürften den Big Man beschäftigt haben. Jedenfalls kamen im Sommer Gerüchte auf, Aldridge wolle einen Trade forcieren, wolle weg aus Portland.

Ob nun wahr oder nicht - der Power Forward blieb. Und hat damit, Stand jetzt, alles richtig gemacht. Denn Olshey hielt Wort. Für einige Second-Round-Picks holte er den ehemaligen Nummer-5-Pick Thomas Robinson aus Houston. Den nächsten Second-Rounder verwendete Olshey im Paket mit Jeff Withey, um Robin Lopez via Drei-Team-Deal nach Portland zu bekommen. Dazu wurden die Veteranen Mo Williams, Earl Watson und Dorell Wright verpflichtet, C.J. McCollum sowie Allen Crabbe gedraftet.

Trotz des Verlusts eines J.J. Hicksons und der Abgänge von Luke Babbitt, Eric Maynor, Nolan Smith und Jared Jeffries, laß sich das neue Blazers-Roster im Anschluss an die Offseason wesentlich positiver als jenes, das Aldridge noch beinahe in die Flucht getrieben hätte. Aber so positiv, dass Portland nach fast einem Drittel der Saison den Westen anführen müsste? Eher nicht.

Neuzugänge bieten neue Optionen

Elf Spiele in Folge ohne Niederlage, erst eine Auswärtspleite oder die Tatsache, dass noch nicht ein einziges Mal zwei Partien in Serie verloren wurden, nötigen Konkurrenz und Beobachtern allerdings gleichermaßen Respekt ab. Das Portland der Saison 2013/14 ist nicht zu vergleichen mit jenem aus der vergangenen Spielzeit.

Allein durch die Neuverpflichtungen bieten sich Terry Stotts völlig neue Optionen. Die dank der stärkeren Bank dosiertere Spielzeit der Starter ist das eine, noch wichtiger aber ist vielleicht die Möglichkeit, nun verschiedene, ähnlich effektive Formationen aufs Parkett zu schicken oder aber, gleich mehrere Starter gleichzeitig auf die Bank zu setzen, ohne sofort abreißen lassen zu müssen.

Damian Lillard spielt in dieser Spielzeit beispielsweise knapp drei Minuten weniger als noch vor einem Jahr. So geht der Point Guard ausgeruhter in die Crunchtime. Ein nicht unwichtiger Fakt, ruft man sich Lillards herausragende Zahlen ins Gedächtnis. Seit er in der Liga ist, trifft er in der Overtime unglaubliche 78,9 Prozent seiner Würfe - den letzten am Sonntag zum Sieg gegen Detroit.

Der Jumper als gefährlichste Waffe

Bezeichnenderweise zog der Einser dabei nicht in die Zone, er nahm den Jumper. Natürlich. Denn die Blazers anno 2013 definieren sich durch den Sprungwurf, speziell den Dreier. Nur fünf Teams drücken häufiger von Downtown ab, einzig die Golden State Warriors treffen verlässlicher (41,6 Prozent gegen 41,2 Prozent). Hinter Klay Thompson und Steph Curry belegen Lillard und Wesley Matthews die Ränge drei respektive vier in Sachen verwandelte Dreier (68 und 64). Nicolas Batum folgt auf Rang neun.

So können gegnerische Defense-Reihen Portlands Schützen zu keiner Zeit offen stehen zu lassen, müssen sie ständig im Auge behalten - und LaMarcus Aldridge sagt artig "Danke".

Aldridge profitiert von Schützen

"Der Gegner muss sich die Frage stellen, ob er Dreier oder Zweier zulassen will", erklärt Aldridge. "Sobald sie anfangen, ihre Dreier zu treffen, treffen sie auch wirklich. Deshalb lassen einige Teams lieber den Zweier zu. Wenn ich dann noch ins Rollen komme, doppeln sie mich - und plötzlich bekommen wir beides."

Dass Theorie und Praxis in diesem Fall eine äußerst effektive Symbiose eingehen, belegen die Zahlen. Mit 107,9 Punkten im Schnitt stellen die Blazers die gefährlichste Offense der Liga, Aldridge legt Karrierehöchstwerte bei den Punkten (23,5), Rebounds (10,9) und Assists (2,7) auf.

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Seine Dankeskarten sollte er allerdings nicht allesamt an die Schützen "verschwenden". Auch Robin Lopez hat die eine oder andere verdient. Musste Aldridge neben dem kleineren Hickson noch häufig auf der Fünf aushelfen, regelmäßig gegnerische Center verteidigen, so kann er dank Lopez "endlich das sein, was er ist, ein phänomenaler Power Forward", erklärt Neil Olshey. Als Sevenfooter bringt Lopez die nötige Präsenz unter den Körben mit, kann gegnerische Center verteidigen, Aldridge muss sich dagegen nicht mehr an körperlich überlegenen Fünfern aufreiben.

Mike Brown: "Lopez passt perfekt"

Dazu ist Lopez ein mehr als passabler Rebounder, offensiv sogar einer der besten der Liga (4 Offensiv-Rebounds im Schnitt) - angesichts der vielen Jumper kein zu unterschätzender Fakt. "Lopez passt perfekt", meint auch Clevelands Coach Mike Brown. "Sie brauchten einen großen Körper, der sich für die Drecksarbeit nicht zu schade ist."

Trotz seines keinesfalls herausragenden Skillsets hatte Lopez vergangene Saison zudem das zwölftbeste Player Efficiency Rating aller Center. Noch vor einem Tyson Chandler, Larry Sanders, Joakim Noah oder Roy Hibbert. Der bessere Spieler ist er deshalb zwar nicht, Brooks Zwillingsbruder weiß seine Stärken und Schwächen jedoch offensichtlich einzuschätzen - womit er optimal ins System von Coach Stotts passt.

Die Balance gefunden

Der Coach geht sehr genau auf sein Spielermaterial ein. So sollte Aldridge ursprünglich zur Dirk-Nowitzki-Kopie gemacht werden - Stotts war vier Jahre Rick Carlisles Assistent bei den Mavs - , bis Stotts erkannte, "dass wir sehr unterschiedlich sind", sagt Aldridge. Pick-and-Pop am rechten statt am linken Block, weniger Isolation. Inzwischen habe man eine "sehr gute Balance" gefunden.

Doch nicht nur Aldridge, das gesamte Team wirkt wohl austariert. Jeder kennt seine Rolle, niemand fällt wirklich ab. Selbst die beiden Go-to-Guys teilen ihre Aufgaben in gewissem Sinne, wenn auch nicht strikt, untereinander auf. Aldridge schultert einen Großteil der Scoringlast, in der Crunchtime übernimmt dann Lillard.

Defense als Achillesferse

Trotz allem traut man den Blazers in den Playoffs noch nicht allzu viel zu, selbst ein möglicher Einbruch noch während der Regulären Saison wird immer wieder herbeigeredet. Hauptproblem ist die Defense. Insgesamt lassen nur elf Teams mehr Punkte zu als Portland. Und das, obwohl mit Batum und Matthews zwei mehr als fähige Flügelverteidiger im Roster stehen. Fällt der Wurf nicht, sieht es derzeit nicht danach aus, als könne die Defense den Unterschied ausmachen.

Noch schwerer wiegt angeblich die fehlende Präsenz im Lowpost. Aldridge zieht es eher in die Mitteldistanz, Lopez scort größtenteils nach Putbacks. Auch die Backups Joel Freeland und Thomas Robinson sind keine Zonenmonster. Das, gepaart mit der Unerfahrenheit und der mittlerweile obligatorischen Skepsis gegenüber Jumpshooting-Teams macht die Blazers in den Augen vieler zu keinem ernstzunehmenden Kandidaten für einen tiefen Playoffrun.

Vorbild Mavs?

Dabei haben die Dallas Mavericks anno 2011 durchaus bewiesen, dass es nicht zwingend eines angsteinflößenden Postscorer bedarf, dass ein homogen zusammengestelltes Team, das verlässlich aus der Distanz trifft und als Einheit funktioniert, durchaus Championship-Potential besitzt.

Nun wäre es sicherlich viel zu früh und unangebracht, Portland bereits jetzt mit dem Titel in Verbindung zu bringen. Zudem lassen sich Situationen zweier unterschiedlicher Teams grundsätzlich nur schwer miteinander vergleichen. Dennoch sind die Leistungen der Blazers keinesfalls zu unterschätzen. LaMarcus Aldridges erst recht nicht. Das wissen nicht zuletzt die Fans im Moda Center.

Der Kader der Portland Trail Blazers

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