Mittwoch, 04.12.2013

Miami Heat - Detroit Pistons 97:107

Pistons beenden Miamis Streak

Die Miami Heat (14-4) verlieren nach zehn Siegen in Folge mit 97:107 (BOXSCORE) gegen die Detroit Pistons (8-10), da ihr Comeback zu spät kommt. Dabei leistet sich der Meister viel zu viele Ballverluste und wird beim Rebound dominiert (34:46). Bei den Pistons treffen gleich sieben Spieler zweistellig, Dwyane Wade schaut nur zu.

LeBron James (M.) konnte die Heat gegen Detroit nicht zum 11. Sieg in Folge führen
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LeBron James (M.) konnte die Heat gegen Detroit nicht zum 11. Sieg in Folge führen

Der Shooting Guard pausierte aufgrund von Knieproblemen zum vierten Mal in dieser Saison. Für ihn startete James Jones, der ohne Punkt blieb. Von der Starting Five Miamis erreichte nur LeBron James ansatzweise Normalform (23 Punkte), allerdings machte er den Großteil davon im zweiten Viertel und leistete sich gleich 6 Turnover. Chris Bosh, Mario Chalmers und Shane Battier enttäuschten.

Topscorer Miamis war neben James Michael Beasley, der von der Bank kommend ebenfalls 23 Punkte und damit seinen Saisonbestwert auflegte. Ray Allen kam auf 12 Punkte, Norris Cole auf 9.

Bei den Pistons punkteten sieben Spieler zweistellig. Topscorer war Kyle Singler mit 18 Punkten (4/7 3FG), Greg Monroe und Rodney Stuckey machten jeweils 16. Brandon Jennings (15 Punkte) leistete sich zwar 7 Turnover, am Ende traf er jedoch den vorentscheidenden Dreier und holte einen ganz wichtigen Steal.

Josh Smith kam ebenfalls auf 15 Punkte, brauchte dafür allerdings auch 21 Würfe. Andre Drummond brachte mit 10 Punkten und 18 Rebounds das einzige Double Double der Partie, obwohl er aufgrund von Foulproblemen nur 22 Minuten auf dem Parkett verbrachte und am Ende ausfoulte. Rookie Kentavious Caldwell-Pope machte ebenfalls 10 Punkte.

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off:

Beim Blick auf die Starting Five des Meisters fällt das Fehlen von Dwyane Wade ins Auge - dem Shooting Guard wird zum vierten Mal in dieser Saison eine Pause gegönnt, da er sich mit leichten Knieproblemen rumplagt. Für "Three" beginnt James Jones, zudem stehen Mario Chalmers, LeBron James, Shane Battier und Chris Bosh auf dem Platz.

Die Pistons versuchen es heute mit Brandon Jennings, Rookie Kentavious Caldwell-Pope und den drei großen Jungs Josh Smith, Greg Monroe und Andre Drummond.

4.: Guter Start für die Pistons hier. Beide Teams gehen ziemlich sorglos mit dem Ball um, für die Gäste sprechen allerdings die wesentlich bessere Arbeit beim Rebound und Caldwell-Pope, der sich mit vier schnellen Punkten und einem Assist direkt gut einführt. Jetzt holt sich Drummond, der in den ersten drei Minuten alleine sechs Rebounds geholt hat, allerdings Foul Nummer zwei und muss auf die Bank. 11:4 für Detroit!

9.: Ganz normaler Arbeitstag für Smith bisher - innerhalb weniger Minuten liefert er unter anderem einen Posterdunk über Bosh, zwei haarsträubend wilde verlegte Layups, hinten ein Goaltending und den obligatorischen Backstein von draußen. Macht aber alles nichts, da Detroit (auch dank Smith) die Bretter weiterhin kontrolliert und Miami den Ball entweder zum Gegner, ins Aus oder daneben wirft. 20:10 für Detroit, jetzt geht LeBron auch noch mit seinem zweiten Foul auf die Bank.

15.: Was für Miami schlecht begann, geht noch schlechter weiter: Die Heat treffen weiterhin nichts und schalten regelmäßig nur sehr behäbig auf Defense um, Drummond kann einen Offensivrebound nach dem anderen holen (11 Rebounds in 8 Minuten Spielzeit!). Nach einem 12:3-Run führt Detroit mittlerweile schon mit 15 Punkten, 36:21.

21.: Jetzt kommt immerhin James ins Spiel. Dreier, Layups - die letzten zehn Heat-Punkte hat der MVP im Alleingang erzielt. Auch nicht unwichtig: Beim Zug zum Korb hat er soeben Drummond sein drittes Foul angehängt, der abermals auf der Bank Platz nimmt. Im nächsten Angriff bedient er Allen für einen ganz weit offenen Dreier und auf einmal ist das Ganze wieder einstellig. 43:34 für die Pistons.

27.: Ach, Chris Bosh ist auch dabei?! In Halbzeit eins ließ sich der Big Man quasi überhaupt nicht blicken, jetzt hängt er binnen zweier Minuten Drummond dessen viertes Foul an, stopft den Ball mit Autorität und trifft dann zwei Jumper. Gutes Zeichen für Miami, wenn Bosh hier auch mal aufwacht. Defensiv läuft aber weiterhin wenig - vor allem wie bei den Pistons Kyle Singler heiß läuft und mal eben seine Dreier drei und vier einstreut. 66:50 für Detroit!

34.: Zum ersten Mal an diesem Tag sind die Heim-Fans richtig zu hören - erst trifft Norris Cole einen Dreier und erzielt damit seinen 1000. Karrierepunkt, dann stopft Beasley und hinten nimmt der Birdman ein Offensivfoul an. Für kurze Zeit ist sogar mal defensive Intensität bei den Heat zu erkennen, bis alles wieder seinen (heute) gewohnten Gang geht: Turnover Miami, Offensiv-Rebound/Tip-In Singler, Layup Stuckey, Dunk Jerebko - und wieder 15 Punkte Führung für Detroit.

36.: Defensive Intensität? War wohl ein Tippfehler...drei Sekunden vor Ende des Viertels foult Miami, sodass Detroit von der Seite einwerfen muss. Eigentlich macht man das ja, damit der Gegner nicht so leicht zu Punkten kommt, das hat aber offenbar niemand Andersen erzählt. Der stellt sich nämlich so ungeschickt an, dass Monroe nach dem Einwürf einen komplett freien Leger erhält. Unglaublich.

39.: Jetzt holt Detroit die Heat einfach wieder zurück ins Spiel! Drei Angriffe in Folge enden im Turnover, im Fastbreak spielt dann Cole seine Schnelligkeit aus. Sechs Punkte in Folge für den kleinen Point Guard, 85:76.

42.: Unfassbar, wie die Pistons den Ball hier jetzt herschenken. Vorne enden die Angriffe alle entweder per Ballverlust oder mit erzwungenen Würfen am Ende der Shotclock, hinten ist von der größten Stärke - Rebounds - nichts mehr zu sehen. Andersen kann sogar nach einem vergebenen Freiwurf noch den Tip-Dunk anbringen. 20:6-Run Miami, es steht 91:88 für Detroit...

46.: Das Blatt scheint sich wieder gewendet zu haben. Erst trifft Jennings einen Wahnsinnsdreier am Ende der Shotclock, dann produziert Chalmers drei unnötigen Turnover in Folge. Einer endet mit zwei verwandelten Freiwürfen von Stuckey, einer mit einem 1-gegen-0-Dunk von Smith und der letzte mit einem Layup für Monroe. 100:91! Die Entscheidung?

Miami Heat vs. Detroit Pistons: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Die Bank der Pistons. Rodney Stuckey ist über die Saison gesehen Topscorer der Pistons und es wird von ihm erwartet zu scoren, heute machte aber auch Kyle Singler eine ganz starke Partie. Aufgrund der Foulprobleme von Drummond bekam der Sophomore deutlich mehr Minuten als sonst und wusste sie zu nutzen. Insbesondere sein gutes Händchen von Downtown wurde zur Waffe für die Pistons, die ansonsten ja nicht unbedingt mit Shootern gesegnet sind.

Jonas Jerebko spielte zwar nur 9 Minuten, in dieser Zeit bot er allerdings ebenfalls Entlastung. Die starke Bank sorgte dafür, dass die Pistons ihre Gegner das ganze Spieler über auf Distanz halten konnten - auch wenn die Pistons den Sieg am Ende fast noch verschenkt hätten.

Der Flop des Spiels: Chris Bosh. Es ist kein Zuckerschlecken, als einziger Big Man gegen die wesentlich kräftigeren Pistons-Bigs Drummond und Monroe dagegenhalten zu müssen. Trotzdem muss von einem mehrfachen All Star einfach mehr kommen, insbesondere wenn ein Teil der Big Three nicht dabei ist.

Dass er bei den Rebounds Probleme kriegen würde, war zu erwarten, allerdings konnte er seine Vorteile am anderen Ende des Courts nicht ausspielen und agierte viel zu passiv, obwohl er mit seiner Wurfstärke und seiner Schnelligkeit seinerseits Matchup-Probleme für seine Gegner hätte kreieren können.

Das fiel auf:

  • Die Small-Ball-Aufstellung der Heat hat natürlich ihre Vorzüge, gegen ein Team wie Detroit mit seinem Überangebot an Big Men werden allerdings auch die Nachteile offensichtlich. So konnten sich die Pistons-Bigs aufgrund mangelnder Länge (oder teilweise mangelnder Motivation) der Heat immer wieder am offensiven Brett bedienen und zweite, dritte oder sogar vierte Wurfoptionen kreieren.
  • Nach zehn Siegen in Folge ging Miami es heute deutlich zu locker an - keiner hatte zu Anfang Lust, mit den großen Jungs der Pistons um Rebounds zu kämpfen oder mal zum Korb zu ziehen. Stattdessen suchten sie ihr Heil fast ausschließlich vom Perimeter, sogar Chris Andersen versuchte einen seiner seltenen Dreier. Es fiel jedoch zunächst nichts, am Schluss waren es 9 Dreier bei 28 Versuchen. Zudem passten die Heat einfach nicht auf den Ball auf, verloren ihn mehrmals völlig ohne Grund. Die Bilanz nach zwölf Minuten spricht Bände: 7 Field Goals, 8 Turnover.
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    2008: Boston Celtics (4-2 gegen L.A. Lakers). Finals MVP: Paul Pierce
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    2009: L.A. Lakers (4-1 gegen Orlando Magic). Finals MVP: Kobe Bryant
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    2010: L.A. Lakers (4-3 gegen Boston Celtics). Finals MVP: Kobe Bryant
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    2014: San Antonio Spurs (4-1 gegen Miami Heat). Finals-MVP: Kawhi Leonard
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    2015: Golden State Warriors (4-2 gegen Cleveland Cavaliers). Finals-MVP: Andre Igoudala
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  • LeBron James drehte im zweiten Viertel auf und sorgte fast im Alleingang dafür, dass Detroit nicht mit 20 oder mehr Punkten Vorsprung in die Kabine gehen konnte. Nach einem schwachen ersten Durchgang erkannte James als Erster, dass es nicht reichen würde, immer nur von außen zu werfen, und suchte daher vermehrt den Weg zum Korb. Seiner Schnelligkeit konnte Gegenspieler Smith dabei trotz aller Athletik wenig entgegensetzen. Der MVP muss sich allerdings vorwerfen lassen, dass er dies in Halbzeit zwei nicht konsequent genug durchgezogen hat.
  • Trotz seiner Foulprobleme konnte Andre Drummond sein immenses Potenzial unter Beweis stellen. Neben der Dominanz beim Rebound fiel auch seine Schnelligkeit auf, teilweise brachte er den Ball sogar im Fastbreak nach vorne. Allerdings wurden auch seine Schwachstellen - Freiwürfe und Foulanfälligkeit - mal wieder mehr als deutlich.
  • Brandon Jennings und Josh Smith spalten die NBA-Szene. Beide zeigten gegen Miami, warum das so ist. Jennings leistete sich 7 teilweise komplett unnötige Ballverluste und brachte sein Team am Ende nochmal ernsthaft in Gefahr. Dann war er es jedoch selbst, der per Dreier, Assist und Steal die spielentscheidenden Plays machte und den Sieg nach Hause fuhr. Bei Smith blitzten ebenfalls sowohl Genie als auch Wahnsinn mehrmals auf, insbesondere seine Wurfauswahl (7/21 FG) hätte Pistons-Fans wohl zur Weißglut getrieben, wenn Detroit das Spiel nicht gewonnen hätte.
  • Kentavious Caldwell-Pope agierte von Anfang an mit viel Selbstvertrauen und verhalf Detroit mit zwei Field Goals sowie einem Assist in den ersten Minuten zu einem guten Start - keine Spur von Ehrfurcht beim ersten Spiel in Miami. Am Ende standen für den Rookie sehr solide 10 Punkte (4/7) und 4 Rebounds in 19 Minuten zu Buche.

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

Ole Frerks

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