LIVE-STREAM am So.: Knicks vs. Spurs, 18 Uhr

Boris Diaw: Der X-Faktor

Samstag, 09.11.2013 | 15:08 Uhr
Boris Diaw gewann im Sommer mit Frankreich die Europameisterschaft
© getty
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Am Sonntag gastieren die San Antonio Spurs bei den New York Knicks (18 Uhr im LIVE-STREAM). Auf Seiten der Texaner spielt sich dabei ein Spieler in den Vordergrund, an dem Coach Gregg Popovich schon verzweifelte. Nach den vergangenen Playoffs setzte sich Boris Diaw das Ziel, aggressiver zu sein. Das gelang bei der EuroBasket und auch in der noch jungen NBA-Saison verblüfft der Franzose.

Es war nach dem emotionalen Halbfinal-Sieg gegen Spanien bei der EuroBasket 2013. Fans, Team und selbst die französischen Reporter waren völlig euphorisiert. Endlich hatte man die übermächtigen Spanier geschlagen, endlich war die Revanche für das verlorene Endspiel zwei Jahre zuvor in Litauen gelungen.

Nur einer ließ sich von der Stimmung um ihn herum überhaupt nicht anstecken. Frankreichs Kapitän Boris Diaw betrat die Mixed Zone mit einer versteinerten Miene und diktierte den Journalisten: "Es war ein guter Sieg, aber es ist nur das Halbfinale gewesen. Gerade das war eines unserer Probleme, die wir vor zwei Jahren vor dem Finale hatten."

Die Equipe war damals so glücklich über den Einzug ins Finale. "Wir haben uns den ganzen nächsten Tag gefreut, beim Mittagessen und auch beim Abendessen. Die Spanier, die im gleichen Hotel wohnten, waren hingegen total aufs Finale fokussiert. Dieses Mal müssen wir auch darauf fokussiert sein, das Finale zu gewinnen."

X-Faktor im EM-Finale

Frankreich gewann das Finale gegen Litauen und Kapitän Diaw durfte den EM-Pokal in die Höhe strecken. Diese neue Fokussierung lebte der bullige Forward bereits im Turnier vor. Diaw arbeitete unermüdlich unter den Brettern und verteilte eine Menge Assists. Zu diesen ohnehin bekannten Fähigkeiten kam aber im Turnier auch eine neue Scoring-Mentalität.

Als Tony Parker im Finale lange Zeit kaltgestellt wurde, war Diaw der X-Faktor der Franzosen. Und dieses Scorer-Gen hat der Halb-Senegalese mit in die neue NBA-Saison genommen. Selbst sein Coach Gregg Popovich reibt sich verwundert die Augen ob Diaws neuer Spielweise.

"Er ist weggefahren und hat mit einem Guru in Indien gesprochen oder so. Ich weiß nicht, was er getan hat, aber Boris hat jetzt das Catch-and-Shoot im petto. Ich habe nichts damit zu tun. Ich habe ihn schon angefleht, seit er bei uns ist", sagte Pop nach der starken Leistung des Forwards im ersten Saisonspiel gegen Memphis.

14 Punkte erzielte Diaw dort und wiederholte dies in den beiden folgenden Spielen gegen die Lakers und Portland. Im Gegensatz zur Vorsaison hat der 31-Jährige seine Punktausbeute nahezu verdoppelt (von 5,8 auf 11,7) - und das bei gleichbleibenden Minuten. Sein Player Efficiency Rating bewegt sich auf einem Career High von 17,67.

"Wollte aggressiver sein"

Der Veteran hat eine einfache Erklärung. "Die Euro hat mir auf jeden Fall geholfen. Ich wollte aggressiver sein. Wenn ich auf unsere Playoffs im vergangenen Jahr zurückblicke, denke ich, dass ich mehr hätte helfen können. Mehr meinem Wurf vertrauen und weniger passen."

Gesagt, getan. Und seinem Trainer freut es. "Er ist in der Offensive viel aggressiver. Das ist es, was wir wollen. Ich glaube nicht, dass er das zu irgendeiner Zeit in der Vorsaison war. Er war zu sehr darauf bedacht, andere einzusetzen und war nicht aggressiv genug. Jetzt spielt er mehr so, wie er es bei Frankreich tut", lobte Popovich.

Und das bedeutet, dass der Veteran seine Würfe mit mehr Selbstbewusstsein nimmt, aber auch im Post gefährlich bleibt. Damit macht er das Spiel der Spurs breit, selbst vom Perimeter muss man Diaw im Auge behalten. Dazu kommt eine Stärke, die nur wenige Big Men in der Form besitzen. Diaw kann mit dem Ball umgehen und findet selbst unter Bedrängnis seine Mitspieler. Im Schnitt verteilt er in seiner Karriere 3,8 Assists pro Spiel. Ein außergewöhnlicher Wert für einen Power Forward.

Seine Bedeutung in der Kabine ist seit jeher bekannt. Nicht umsonst ist der Rollenspieler Kapitän der Equipe Tricolore. Stars wie Parker und Batum halten große Stücke auf den Big Man. Und auch bei den Spurs hat sein Wort Gewicht - im internationalen Kader von San Antonio (zehn Nicht-Amerikaner) ein wichtiger Faktor.

Erzieherische Maßnahmen

Doch Coach Pop wäre nicht Coach Pop, wenn er nicht auch etwas zu meckern hätte. Nachdem seine Spurs gegen die Lakers in Halbzeit 1 mit bis zu 15 Punkten zurücklagen, strafte er unter anderem Diaw ab, der für den angeschlagenen Tim Duncan startete, und setzte ihn zum Start der zweiten Hälfte neben dem ebenfalls defensiv indiskutablen Danny Green auf die Bank.

"Wir haben den Leuten eine Message verpasst, die keine gute Defense gespielt haben. In der zweiten Halbzeit lief es dann besser", meckerte Popovich, nachdem sein Team das Spiel noch umgebogen hatte. Die Nachricht kam an. Diaw machte alle seine 14 Punkte nach dem Wechsel und war mit seinem Dreier zum 85:81, 1:41 Minuten vor dem Ende, maßgeblich am Turnaround beteiligt.

Diaw ist durchaus ein fähiger Verteidiger, brauchte in der Vergangenheit aber häufig einen Tritt in den Hintern. Und betrachtet man die Partie gegen die Lakers, scheint die Transformation zum neuen Diaw noch nicht vollständig abgeschlossen zu sein.

Entlastung für Duncan

Sein Kumpel Parker brach bereits in den Finals eine Lanze für ihn. "Boris ist ein richtig guter Verteidiger. Das sieht immer etwas ungelenk aus, aber er erledigt seinen Job." LeBron James kann ein Lied davon singen. In Spiel 5 der Finals setzten die Spurs Diaw zeitweise auf den Superstar an und der Franzose hielt James bei 1 von 8 aus dem Feld.

Trotz seiner 2,03 Meter Körpergröße und den dazugehörigen wuchtigen 113 kg Körpermaße ist er in Lage, auch kleinere, schnellere Spieler zu verteidigen. Das ist gerade im Kader der Spurs, der weder der tiefste noch der jüngste der Liga ist, ein nicht zu unterschätzender Faktor. Popovich ist darauf angewiesen, Spielern wie Duncan ausreichend Pausen zu geben.

Ein Diaw, der dauerhaft die Form der jungen Saison konserviert, kann dann eben auch bei den Spurs zum X-Faktor werden. Im Juli gibt es schließlich auch in den USA eine Trophäe in den Himmel zu strecken.

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

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