New York Knicks - San Antonio Spurs 89:120

Spurs demütigen planlose Knicks

Von Philipp Dornhegge
Sonntag, 10.11.2013 | 20:23 Uhr
San Antonios Danny Green zeigte gegen die New York Knicks eine blitzsaubere Leistung
© getty
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Nach einer unsagbar schwachen Leistung haben die New York Knicks (2-4) gegen die San Antonio Spurs (6-1) eine Klatsche kassiert. Im heimischen Madison Square Garden verlor das Team von Coach Mike Woodson mit 89:120 (BOXSCORE).

Danny Green avancierte mit 24 Punkten und 10 Rebounds zum besten Spieler, Tim Duncan (11 Punkte, 10 Rebounds) verbuchte ebenfalls ein Double-Double.

Zudem punkteten Kawhi Leonard (18), Tony Parker (17) und Patty Mills (15) zweistellig für die Spurs.

Auf Seiten der Knicks, deren schwacher Auftritt schon ab der Halbzeit mit Buhrufen der Fans begleitet wurde, erzielten Carmelo Anthony und Andrea Bargnani (je 16) die meisten Punkte, die beste Leistung zeigte der immerhin kämpferisch vorbildliche Metta World Peace (13). Das Saisondebüt des zuvor gesperrten J.R. Smith geriet dagegen zum Desaster (1/9 Field Goals, 5 Punkte, 4 Turnover).

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Die Reaktionen:

Mike Woodson (Trainer Knicks): "Wir haben überhaupt nicht dagegen gehalten. Das ist inakzeptabel."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Bei den Knicks freut man sich über das Comeback von J.R. Smith, der aufgrund einer Sperre die ersten fünf Spiele verpasst hatte. In der Starting Five stehen aber wie beim Sieg in Charlotte: Felton, Prigioni, Shumpert, Anthony und Bargnani. Tyson Chandler fehlt seit dem Heimspiel gegen die Bobcats mit einem Wadenbeinbruch.

Die Spurs haben keine Ausfälle zu beklagen und starten mit Parker, Green, Belinelli, Diaw und Duncan. Leonard sitzt also zunächst auf der Bank - zum ersten Mal in dieser Spielzeit.

2.: Wunderschön gespielt! Diaw im Post Up mit einem Behind-the-back-Pass auf Parker, der nur noch ablegen muss. Die beiden Franzosen verstehen sich natürlich blind, frühe 5:0-Führung der Spurs.

5.: Da ist also J.R. Smith! Der beste sechste Mann betritt unter großem Applaus den Court, doch zunächst baut Parker mit zwei herrlichen Körben die Spurs-Führung auf 18:4 aus.

11.: World Peace ist derjenige, der bei den Knicks kämpferisch voran marschiert: Einen Offensivrebound hat er in Punkte ummünzen können, mit gutem Einsatz holt er dann einen weiteren Ballbesitz heraus. Und den münzt Bargnani in Punkte um: 30:17 Spurs.

13.: Leonard mit emphatischem Rebound, zwei Knicks schauen nur zu. Und fünf Knicks schauen dann dabei zu, wie der Forward Coast-to-Coast geht! Was für eine Defense, 37:19 Spurs.

21.: World Peace bleibt der Lichtblick der Knicks. Zunächst gibt Leonard ihm den Jumper aus der Mitteldistanz - drin. Dann stibitzt er Leonard den Ball und schließt per Dunk ab. Die Fans sind begeistert, doch es steht immer noch 51:33 für die Spurs.

26.: Green verliert den Ball, Prigioni geht ab und bedient Shumpert. Eins gegen null, aber der Flügelspieler versemmelt den Layup! Nicht zu fassen, auf der anderen Seite bestraft Green die Fahrlässigkeit per Dreier. 67:45 Spurs.

30.: Ist das mies! Die Spurs schießen zwei Fahrkarten, aber jeweils kann Duncan fast ungestört den Offensivrebound abgreifen. Am Ende steckt der Big Man auf Green durch, der per Layup auf 77:52 erhöht.

39.: Splitter mit tollem Backdoor-Pass auf Ginobili, und der Argentinier macht die 100 voll! Problemloser Layup zum 100:65. Das ist kein Tippfehler, hier ist der Drops gelutscht.

New York Knicks vs. San Antonio Spurs: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Danny Green. Vor wenigen Jahren hatten viele Beobachter noch Zweifel, ob aus dem Swingman jemals ein tauglicher NBA-Spieler werden würde. Diese Bedenken hat Green natürlich längst widerlegt und in den letztjährigen Playoffs schon gezeigt, dass er sogar mehr sein kann als nur ein gewöhnlicher Profi.

Vor dieser Saison scheint Green einen weiteren Schritt in seiner Entwicklung gemacht zu haben. Der Dreier fiel wie gewohnt mit beeindruckender Konstanz, dazu sah man aber Zug zum Korb und sogar ein Post-Up von Green. Neben seinen 24 Punkten (6 Dreier) sammelte er 10 Rebounds ein.

Der Flop des Spiels: J.R. Smith. Die Knicks-Fans hatten große Hoffnung, dass die Rückkehr des besten sechsten Mannes der letzten Saison dem Team einen Schub geben könnte. Und dann das: Smith kam Mitte des ersten Viertels ins Spiel und brauchte bis in den dritten Abschnitt, ehe er seinen ersten Wurf traf.

Es sollte sein einziger bleiben. Stattdessen warf er insgesamt acht Fahrkarten und verlor auf zum Teil haarsträubende Weise vier Mal den Ball. Coach Woodson beendete Smith' Abend noch vor dem vierten Viertel. Ein Comeback zum Vergessen.

Das fiel auf:

  • Weil die Knicks - nicht nur wegen des Chandler-Ausfalls - Small Ball spielen, vertraute Popovich auf den beweglicheren Diaw statt Splitter. Der Brasilianer sah, weil er nur als Gegenspieler für Bargnani in Frage kam, kaum einmal den Court. Denn der Italiener sah sich meist Tim Duncan gegenüber.
  • Nicht nur unter den Körben, auch auf dem Flügel richtete sich Popovich nach der Aufstellung des Gegners. Kawhi Leonard saß zum ersten Mal in der Spielzeit anfangs auf der Bank, Belinelli startete an der Seite von Parker und Green. Das funktionierte super, denn so hatte San Antonio zwei Scharfschützen zur Verfügung, die planmäßig die Lampen ausschossen. Und mit Leonard kam einer von der Bank, der zum Korb ziehen und in der Verteidigung Metta World Peace übernehmen konnte.
  • Die Knicks starteten mit wildem Streetball-Gezocke in die Partie, dabei saß J.R. Smith zu Beginn nur auf der Bank. Als der Shooter kam, wurde er vom Publikum gefeiert, machte die Unzulänglichkeiten der Knicks-Offense aber nur noch schlimmer. Bis zum Ende bekam der Gastgeber seine Offense nicht in den Griff.
  • Die Transition Defense der Knicks war - in einem Wort - miserabel. Reihenweise bekamen die Spurs freie Dreier. Green, Belinelli, Ginobili wussten die Chancen zu nutzen. Metta World Peace schaffte mit seiner Aggressivität am offensiven Brett Abhilfe. Selbst wenn er den Ball nicht bekam, setzte er anschließend den Rebounder unter Druck und verhinderte so einen schnellen Gegenstoß der Spurs.
  • In den letzten Jahren nur selten gesehen, packte Manu Ginobili schon in der ersten Hälfte den Floater aus. Und das gleich zwei Mal, und jeweils aus großer Distanz. Beide Würfe gingen sauber rein.
  • Tim Hardaway Jr. hatte bisher erstaunliche 18,4 Minuten pro Spiel gesehen. Erstaunlich deshalb, weil er nur der 24. Pick im Draft war und bisher 34 Prozent seiner Würfe traf. Man durfte davon ausgehen, dass Hardaway Jr. am meisten unter Smith' Rückkehr würde zu leiden haben, und tatsächlich: Gegen San Antonio spielte der Frischling nur 5 Minuten, ehe die Garbage Time anbrach. Dort allerdings sorgte er wenigstens noch für ein paar Lichtblicke.
  • Die beeindruckende Tiefe der Spurs ist längst kein Geheimnis mehr, angesichts des Spielstands ließ Popovich alle 13 gemeldeten Spieler auflaufen. Für Nando De Colo bedeutete dies das Saisondebüt, nach einem schönen Anspiel von Aron Baynes konnte er sich gleich in die Scorerliste eintragen.

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

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